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Spiegelneuronen und visuelle Medienkultur

Wie wir werden, was wir sehen

Title: Spiegelneuronen und visuelle Medienkultur

Master's Thesis , 2013 , 93 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexandra Führ Benlifer (Author)

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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll sich mit der visuellen Wahrnehmung beschäftigt werden und damit, wie bestimmte neuronale Prozesse die Verarbeitung visueller Eindrücke und deren Wirkung auf Körper und Geist des Menschen beeinflussen. Die Erkenntnis der Neurowissenschaftler, dass uns das, was wir sehen unmittelbar körperlich betrifft, macht eine genaue Beschäftigung mit den visuellen Reizen, die uns in manchen Fällen täglich durch Medien penetrieren, notwendig.

Diese Arbeit soll dazu beitragen, die Wirkung des Visuellen auf den Körper zu untersuchen, rückgreifend auf die Erkenntnisse der Neurowissenschaft und bereichert durch bestehende Theorien etablierter Philosophen, Medien- und Kulturwissenschaftler.

In den letzten Jahrzehnten hat die klassische kognitive Neurowissenschaft unser Verständnis des Gehirns und dessen Verarbeitung von sensorischen Informationen wie Gerüchen, Farben, Formen, Bewegungen und Geräuschen in großem Maße erweitert. Neuartige bildgebende Verfahren und Methoden ermöglichen heute einen Einblick in die Funktionsweise des Gehirns und damit neue Ansatzpunkte, die Wahrnehmung des Menschen zu erforschen.

Selbst komplexe Prozesse der sozialen Kognition wurden zum Untersuchungsgegenstand der Hirnforscher. Insbesondere die Entdeckung einer neuen Klasse von Motorneuronen, den Spiegelneuronen, warf dabei neues Licht auf die Art und Weise wie neuronale Prozesse und psychologische Phänomene miteinander verwoben sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neurologische Grundlagen: Architektur des Gehirns

2.1 Das motorische System

2.2 Monkey See Monkey Do- Die Entdeckung der Spiegelneuronen

2.3 Das Unsichtbare sichtbar machen- Methoden zur Kartographierung von Spiegelneuronen

3. Andere Verstehen

3.1 Theory of Mind

3.1.1 Theory Theory (TT)

3.1.2 Simulation Theory (ST)

3.2 Embodied Simulation

3.3 Drei Formen des Verstehens

3.3.1 Verstehen der motorischen Intention- Aus den Augen aus dem Sinn?

3.3.2 Mindreading

3.3.3 Empathie

3.3.3.1 Angewidert in der Insel

3.4 The Shared Manifold of Intersubjectivity

4. Die Sichtbarmachung der Welt - Visuelle Medienkultur

4.1 Das Sehen

4.2 Visual Culture- Problematik eines Begriffs

4.3 Der Pictorial Turn

5. Tanz

5.1 Bewegt sein

5.2 Kinästhetische Empathie und ästhetische Einfühlung

5.3 Der motorische Wortschatz

6. Ästhetische Erfahrung, Neuroästhetik und Spiegelneurone

6.1 Der Begriff der Ästhetik

6.2 Das künstlerische Gehirn- Neuroästhetik

6.3 Ästhetik der Empathie

6.4 Jenseits des Objekts – Bewegung in Form und Linie

6.5 Cross modale Abstraktion

7. Emotionsprojektionen – Spiegelneuronen und Film

7.1 Die Illusion des Films

7.2 Der Film als Subjekt

7.3 Das Gesicht des Films

7.4 Filmkörper - Körperfilm

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Forschungsthemen

Diese Arbeit untersucht, wie das Spiegelneuronensystem die menschliche visuelle Wahrnehmung beeinflusst und als neurologische Grundlage für intersubjektive Erfahrungen dient. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie visuelle Reize – vermittelt durch Medien wie Tanz, Kunst und Film – den Betrachter auf körperlicher Ebene bewegen und zu einer tieferen, oft unbewussten Resonanz führen.

  • Neurologische Grundlagen des motorischen Systems und die Entdeckung der Spiegelneuronen.
  • Mechanismen des "Andere Verstehens" (Theory of Mind, Mindreading, Empathie).
  • Die Rolle der "verkörperten Simulation" bei der Rezeption visueller Medien.
  • Die ästhetische Wirkung von Bewegung und visueller Form.
  • Das Konzept des "Shared Manifold of Intersubjectivity" als geteilter Erlebnisraum.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Verstehen der motorischen Intention- Aus den Augen aus dem Sinn?

Das Verstehen von motorischen Handlungen wird im Alltag als so selbstverständlich angesehen, dass wir uns kaum Gedanken über die komplexen Vorgänge machen, die uns beispielsweise dazu befähigen eine geöffnete Hand als Teil einer zielgerichteten Greifbewegung zu erkennen.

Motorische Handlungen die keine emotionale Prägung besitzen, von Rizzolatti „cold actions“ genannt, werden dadurch definiert, dass sie ein Ziel verfolgen und sich damit von reiner Bewegung abgrenzen: „What makes a movement into a motor act is the presence of a goal. This distinction is very important since it allows one to interpret the role of the motor system not just in terms of the control of the dynamic variables of movement (like joint torques, etc.), but rather as a possible candidate for the instantiation of mental states such as purpose or intention“.

In einer Studie von Maria Allessandra Umiltà unter Mithilfe von Kohler, Gallese, Fogassi, Fadiga, Keysers und Rizzolatti wurden Experimente durchgeführt, die Aufschlüsse über die Rolle der Spiegelneuronen bei dem Verstehen von motorischen Handlungen geben konnte.

Der Versuchsaufbau ließ einen Affen eine einfache Handbewegung durch den Experimentator beobachten, das Ergreifen eines Objekts mit der Hand (a).

Im Folgenden wurde die gleiche Greifbewegung ausgeführt, mit dem Unterschied dass der entscheidende Punkt der Handlung, der Zugriff des Objekts, hinter einem Schirm verborgen blieb (b). In beiden Fällen hatte der Affe die Bereitstellung des Objekts beobachtet.

In einem zweiten Versuchsansatz wurde das Objekt entfernt, der Experimentator führte lediglich die Greifbewegung aus aber ohne objekthaftes Korrelat (c). Die gleiche Handlung wurde dann erneut ausgeführt, wobei auch hier der Moment des Zugriffs durch einen Schirm verdeckt wurde (d).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt die Relevanz der Spiegelneuronen für die kognitive Neurowissenschaft dar und definiert das Ziel, die Wirkung visueller Medien auf Körper und Geist zu untersuchen.

2. Neurologische Grundlagen: Architektur des Gehirns: Erläutert die Struktur des motorischen Systems und wie die Entdeckung der Spiegelneuronen unser Bild des agierenden und verstehenden Gehirns revolutioniert hat.

3. Andere Verstehen: Analysiert verschiedene Theorien wie Theory of Mind, Mindreading und Empathie, um zu erklären, wie wir die mentale Welt Anderer erfassen.

4. Die Sichtbarmachung der Welt - Visuelle Medienkultur: Diskutiert den Akt des Sehens sowie den Begriff der visuellen Kultur und den Paradigmenwechsel durch den Pictorial Turn.

5. Tanz: Untersucht die Faszination von Tanz als Bewegung, die sich der direkten motorischen Zielzuschreibung entzieht und dadurch eine ästhetische Resonanz beim Zuschauer auslöst.

6. Ästhetische Erfahrung, Neuroästhetik und Spiegelneurone: Beleuchtet, wie Spiegelneuronen bei der Wahrnehmung von Kunst wirken und wie abstrakte Formen körperliche Resonanz erzeugen können.

7. Emotionsprojektionen – Spiegelneuronen und Film: Analysiert das Filmerlebnis als einen intersubjektiven Raum, in dem der Zuschauer durch Spiegelneuronen eine direkte körperliche Verbindung zu den dargestellten Inhalten und dem "Filmkörper" aufbaut.

8. Fazit und Ausblick: Führt die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, die Auswirkungen der zunehmenden Sichtbarmachung der Welt auf den Menschen weiter zu erforschen.

Schlüsselwörter

Spiegelneuronen, visuelle Medienkultur, verkörperte Simulation, Intersubjektivität, Empathie, Theory of Mind, Neuroästhetik, motorisches System, Filmrezeption, Tanzwahrnehmung, Shared Manifold Space, motorische Äquivalenz, Cross modale Abstraktion, visueller Erfahrungsschatz, Handlungserkennung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die neurologischen Prozesse, die dem Verstehen von visuellen Medieneindrücken zugrunde liegen, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle von Spiegelneuronen bei der intersubjektiven Erfahrung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die moderne Neurowissenschaft des motorischen Systems, die philosophische und psychologische Theorie des "Andere Verstehens" sowie deren Anwendung auf Kunst, Tanz und Film.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszustellen, wie das, was wir sehen, uns körperlich und sinnlich beeinflusst und warum insbesondere visuelle Medien in der Lage sind, uns im übertragenen wie wörtlichen Sinne zu "bewegen".

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, indem sie neurowissenschaftliche Studien (wie fMRI und TMS-Experimente) mit kulturtheoretischen und philosophischen Ansätzen zur Wahrnehmung und Medienrezeption verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die neurologischen Grundlagen, die Erläuterung sozial-kognitiver Theorien, die Einführung des Begriffs der visuellen Medienkultur sowie eine detaillierte Analyse der Rezeptionsprozesse bei Tanz, Kunst und Film.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "verkörperte Simulation" (embodied simulation), "Spiegelneuronen", "Intersubjektivität" und "Shared Manifold Space" definiert.

Wie unterscheidet sich die "Simulation Theory" von der "Theory Theory"?

Während die Theory Theory das Verstehen anderer als eine quasi-wissenschaftliche, theoretische Schlussfolgerung ansieht, postuliert die Simulation Theory, dass wir andere durch eine direkte, mimetische Nachbildung ihrer mentalen Zustände mit unserem eigenen neuronalen System verstehen.

Warum spielt die Großaufnahme im Film eine so wichtige Rolle für unser Verständnis des Gezeigten?

Die Großaufnahme wird als "Affektbild" oder "Szene der Empathie" beschrieben, da sie durch die Konzentration auf das Gesicht die Mikrobewegungen und Gefühle der Filmfigur in den Fokus rückt, was eine stärkere Spiegelneuronen-Resonanz und damit eine tiefere emotionale Identifikation beim Zuschauer ermöglicht.

Welchen Einfluss hat das eigene motorische "Wörterbuch der Akte" auf die Wahrnehmung von Tanz?

Unsere Fähigkeit, Tanz zu verstehen und empathisch mitzuerleben, korreliert mit unserem eigenen motorischen Repertoire sowie unseren bisherigen visuellen Erfahrungen; je vertrauter uns eine Bewegungsform ist, desto intensiver feuern die entsprechenden Spiegelneuronen.

Excerpt out of 93 pages  - scroll top

Details

Title
Spiegelneuronen und visuelle Medienkultur
Subtitle
Wie wir werden, was wir sehen
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Media Studies)
Course
Medienkulturanalyse
Grade
1,0
Author
Alexandra Führ Benlifer (Author)
Publication Year
2013
Pages
93
Catalog Number
V1463610
ISBN (PDF)
9783389008478
ISBN (Book)
9783389008485
Language
German
Tags
Spiegelneuronen, mirror neurons, wahrnehmung, Neurowissenschaft, Medienkultur, media culture, visuell, medienkultur, medienkulturanalyse perception medien kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Führ Benlifer (Author), 2013, Spiegelneuronen und visuelle Medienkultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463610
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