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Türkendeutsch. Ein Ethnolekt des Deutschen?

Titre: Türkendeutsch. Ein Ethnolekt des Deutschen?

Epreuve d'examen , 2005 , 91 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Nuran Aksoy (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Es gibt zwei Auffassungen der Sprache der Deutschtürken: zum einen das unbewusste Sprachwechselverhalten und zum anderen die mediengesteuerte Sprache. Gemeinsam sind beiden Ansichten, dass sie das „Türkendeutsch“ als eine Kreation der Eigeninitiative anerkennen. Diese neue „Sprachform“ entwickelte sich durch die massenhafte Migration in der Bundesrepublik Deutschland, denn so entfalteten sich innerhalb der Sprache neue Räume der Mehrsprachigkeit. Die Mehrsprachigkeit lässt erkennen, dass sich Grenzen von Varietäten verschieben und sich das sprachliche Repertoire im Kontakt mit anderen sprachlichen Varietäten verändert.

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Sprachen werden vor allem durch die wachsende interkulturelle Kommunikation von Individuen, Gruppen, Institutionen, Gesellschaften und der Medien stärker bewusst. Es handelt sich bei diesen Sprechern um Einwanderer, die der ersten, zweiten und dritten Generation angehören, und deren sprachliches Repertoire, welches sich aus den kulturellen Ressourcen mehrerer Sprachen zusammensetzt.

Durch die polyglotte Entwicklung entstand bei den Deutschtürken eine Trendsprache, die mit diversen Namen wie „Türkendeutsch“, „Kanak-Sprak“ oder „New-Pidgin“ tituliert wird. Diese ist in der aktuellen Popkultur kaum übersehbar. Die Aufmerksamkeit erregenden Merkmale dieser Sprache sind sprachliche Mischungen aus Elementen der Herkunftssprache und des Deutschen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Deutschtürken in Deutschland

1.1 Der soziale Hintergrund der Deutschtürken

1.2 Das Leben zwischen den Kulturen´

2. Der soziolinguistische Hintergrund der Deutschtürken

2.1 Definition des „Türkendeutsch“

2.2 Stand der Forschung

2.3 Sprachentwicklung der ersten Generation

2.3.1 Das „Gastarbeiterdeutsch“ der Eltern

2.3.2 Merkmale des Gastarbeiterdeutschen

2.3.3 Kurzer Sprachüberblick der türkischen Grammatik

2.3.4 Gastarbeiterdeutsch und Pidgin

2.3. 5 Zweitspracherwerbsforschung

2.4 Sprachentwicklung der zweiten und dritten Generation der Deutschtürken

2.4.1 Bilingualismus

2.4.2 Sprachentwicklung im Bilingualismus

2.4.3 Sprachwechselverhalten – Codeswitching

2.4.4 Formen von Codeswitching

2.4.5 Funktionen von Codeswitching

3. Türkendeutsch-Ein Ethnolekt des Deutschen?

3.1 Der primäre Ethnolekt

3.2 Merkmale bei bilingualen Diskursen „Deutsch-Türkisch“

3.3 Der sekundäre, mediale Ethnolekt

3.4 Zaimoğlus „Kanak- Sprak“

3.5 Der tertiäre Ethnolekt

4. Empirische Untersuchung zum „Türkendeutsch“

4.1 Sprachwissenschaftliche Termini

4.2 Gesprochene Sprache

4.3 Analyseverfahren

4.3.1 Datenerhebung

4.3.2 Transkriptionsverfahren

4.4 Transkriptionen - Beispiel 1

4.4.1 Angaben zur Person

4.4.2 Gesprächsanalyse

4.5 Beispiel 2

4.5.1 Angaben zur Person

4.5.2 Gesprächsanalyse

4.6 Beispiel 3

4.6.1 Gesprächsanalyse

4.7 Beispiel 4

4.7.1 Angaben zur Person

4.7.2 Gesprächsanalyse

4.8 Beispiel 5

4.8.1 Gesprächsanalyse

4.9 Auswertung

4.9.1 Sprachrepertoire

4.9.2 Codeswitching in bilingualen Diskursen

4.9.3 Gastarbeiterdeutsch

4.9.4 Zusammenfassung der sprachlichen Kennzeichen des „Türkendeutsch“

5. Erklärungsansätze für die Herausbildung des „Türkendeutschs“

5.1 „Türkendeutsch“ - Eine Jugendsprache?

5.2 Sprechen als Ausdruck sozialer Identität

6. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen des sogenannten „Türkendeutsch“ aus soziolinguistischer Perspektive. Das Ziel ist es, den Ursprung und die Funktionen dieser Sprachform bei der zweiten und dritten Generation von in Deutschland lebenden Türken zu analysieren und zu klären, ob es sich dabei um ein valides ethnolektales Sprachphänomen handelt oder lediglich um eine defizitäre Sprachverwendung.

  • Soziolinguistische Einordnung des Türkendeutsch
  • Sprachentwicklung bei den verschiedenen Generationen von Deutschtürken
  • Bilingualismus und Sprachwechselverhalten (Codeswitching)
  • Empirische Analyse mittels Transkriptionen von Gesprächen
  • Funktion von Sprache als Ausdruck sozialer und ethnokultureller Identität

Auszug aus dem Buch

3.1 Der primäre Ethnolekt

Der primäre Ethnolekt wird laut Auer /Keim vor allem von männlichen türkischen Jugendlichen verwendet, die in Deutschland aufgewachsen sind. Dieser Ethnolekt ist unabhängig von einem anderen Ethnolekt in deutschen Großstadt-Ghettos entstanden. Diese Sprechweise wird vor allem durch verschiedene sprachliche Merkmale im syntaktischen, phonologischen, morphologischen und lexikalischen Bereich des Deutschen gekennzeichnet.

Mehrere Eigenschaften lassen sich im Bereich der Phonologie, der Morphologie und der Syntax des Deutschen erkennen. Im phonologischen Bereich stellte man fest, dass die stimmlosen palatalen Frikativen (ich> isch, sich> sisch) koronalisiert werden. Das Komplex /ts/ wird zu /s/ (swei, ersählen) reduziert. Nicht-Vokalisierung von auslautenden /r/; Fehlen von Glottalverschlüssen und die Kürzung langer Vokale.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Deutschtürken in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den sozialen Hintergrund und die Migrationsgeschichte der türkischen Bevölkerung in Deutschland sowie die Herausforderungen des Lebens zwischen den Kulturen.

2. Der soziolinguistische Hintergrund der Deutschtürken: Hier werden theoretische Grundlagen zu Spracherwerbsprozessen der ersten, zweiten und dritten Generation sowie Phänomene wie Bilingualismus und Codeswitching detailliert betrachtet.

3. Türkendeutsch-Ein Ethnolekt des Deutschen?: Das Kapitel untersucht verschiedene Formen des Ethnolekts, wie den primären, sekundären und tertiären Ethnolekt, und geht auf mediale Repräsentationen ein.

4. Empirische Untersuchung zum „Türkendeutsch“: Der Hauptteil präsentiert die Methodik und Ergebnisse der eigenen Gesprächsanalyse, inklusive konkreter Transkriptionsbeispiele und deren Auswertung.

5. Erklärungsansätze für die Herausbildung des „Türkendeutschs“: Hier wird diskutiert, inwiefern es sich bei dem Phänomen um Jugendsprache handelt und welche Rolle die soziale Identität bei der Ausprägung der Sprache spielt.

6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass Türkendeutsch keine defizitäre Sprache ist, sondern eine Ausdrucksweise sozialer Identität und Ausdruck einer komplexen deutsch-türkischen Kultur.

Schlüsselwörter

Türkendeutsch, Soziolinguistik, Ethnolekt, Bilingualismus, Codeswitching, Migration, Deutschtürken, Sprachentwicklung, Gastarbeiterdeutsch, Identität, Zweitspracherwerb, Sprachkontakt, Varietätenlinguistik, Kanak-Sprak, Mehrsprachigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des sogenannten „Türkendeutsch“ als einem ethnolektalen Phänomen innerhalb der deutschen Sprache.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die soziolinguistischen Grundlagen, die Unterschiede in der Sprachentwicklung zwischen den Generationen der in Deutschland lebenden Türken sowie die Funktionen von Sprachmischungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, warum das Türkendeutsch bei Deutschtürken populär ist, welche strukturellen Merkmale es aufweist und welche Bedeutung es für die soziale Identität der Sprecher hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben der theoretischen Literaturanalyse nutzt die Autorin eine empirische Untersuchung, bei der geführte Gespräche mittels der CHAT-Transkriptionsmethode aufgezeichnet und analysiert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Spracherwerbs- und Codeswitching-Theorien sowie eine empirische Gesprächsanalyse anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Türkendeutsch, Soziolinguistik, Codeswitching, Ethnolekt und Identitätsbildung charakterisiert.

Was unterscheidet das Gastarbeiterdeutsch von der Sprache der zweiten und dritten Generation?

Die erste Generation erwarb Deutsch zumeist ungesteuert und rudimentär als Zweitsprache, während die jüngeren Generationen das Deutsche (oft in Bildungseinrichtungen) besser beherrschen und den Sprachwechsel als gezielte kommunikative Strategie nutzen.

Warum wird Türkendeutsch nicht als bloße „Halbsprachigkeit“ bewertet?

Die Autorin argumentiert, dass die Sprecher über eine hohe Sprachkompetenz verfügen und das Türkendeutsch ein bewusster Akt der Identitätskonstruktion sowie ein kreatives Sprachspiel ist, statt ein Mangel an Sprachbeherrschung.

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Résumé des informations

Titre
Türkendeutsch. Ein Ethnolekt des Deutschen?
Université
Free University of Berlin  (Institut für deutsche und niederländische Philologie)
Note
2,7
Auteur
Nuran Aksoy (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
91
N° de catalogue
V146367
ISBN (ebook)
9783640554089
ISBN (Livre)
9783640553655
Langue
allemand
mots-clé
Türkendeutsch Ethnolekt Deutschen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nuran Aksoy (Auteur), 2005, Türkendeutsch. Ein Ethnolekt des Deutschen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146367
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Extrait de  91  pages
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