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Dein Kind zeigt dir den Weg. Emmi Piklers Pädagogik in der Säuglings-und Kleinkinderziehung

Titel: Dein Kind zeigt dir den Weg. Emmi Piklers Pädagogik in der Säuglings-und Kleinkinderziehung

Bachelorarbeit , 2023 , 90 Seiten

Autor:in: Karina Hausburg (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Welchen Beitrag kann die pädagogische Vorstellung von Emmi Pikler als bedeutsamer Baustein zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung, in der heutigen Säuglings- und Kleinkinderziehung leisten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Bachelorarbeit. Alle Kinder sind soziale Wesen. Auf Grund ihres Grundbedürfnisses nach Zugehörigkeit wollen sie akzeptiert und toleriert werden. Geboren als biologisches Mängelwesen, brauchen Kinder erwachsene Bezugspersonen, um zu überleben und um Menschen zu sein. Grundlage für jegliche Bildungsprozesse von Kindern bildet die Bindung zu den Erwachsenen in ihrer Umgebung. Kindern mit Respekt und Achtung zu begegnen, Zuhören, Interesse an ihrem Tun und Wertschätzung ihrem Spiel und ihrem Lernen gegenüber zu haben, sind Haltungen, die Kinder prägen.

Wie das erste Lebensjahr eines Kindes verläuft, wird von seiner Bezugsperson bestimmt. Dieses erste Jahr wird in der Pädagogik oft vernachlässigt. Emmi Pikler hat sich intensiv damit beschäftigt. Was ein Kind braucht, damit es sich von innen, nach seinem eigenen Bauplan entwickeln kann, fand sie durch ihre Forschung und Beobachtungen heraus. Daraus leitete sie eine bemerkenswerte Theorie ab, die sich auch heute noch, durch ihre besondere Einstellung zur Säuglingserziehung hervorhebt und bemerkenswert ist. Diese hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Theorie von Emmi Pikler, untersucht anhand von Literaturrecherche, Videobeobachtungen und Hospitationen in einer Krippe, die nach der Pädagogik von Emmi Pikler arbeitet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hinführung

1.2. Forschungsfrage

1.3. Aufbau der Arbeit

2. Biographie

2.1. Reformpädagogik

2.2. Leben und Wirken von Emmi Pikler

2.3. Gründung des „Lóczys“

2.4. Letzter Lebensabschnitt

2.5. Die unmittelbare Prägung Emmi Piklers

3. Betreuung der Kinder in den Familien

3.1. Kooperation und Dialog

3.2. Das Erkennen der Entwicklung des Säuglings

3.3. Das soziale Netz

4. Die Arbeitsweise im „Lóczy“

4.1. Das Personal

4.2. Die Kinder

4.3. Organisation und Betreuung der Kinder

4.4. Die Struktur und die Pflege

4.5. Die selbstständigen Aktivitäten der Kinder

4.6. Professioneller Beziehungsaufbau

4.7. Die besondere Herausforderung- die Vermeidung des Hospitalismus

4.8. Das „Lóczy „heute - Erhalt und Weiterentwicklung des Lebenswerks von Emmi Pikler

5. Die Pädagogische Grundhaltung der Pikler Pädagogik und die Möglichkeit der Umsetzung dieser in Pikler orientierten Einrichtungen, Spielräumen und Familien

5.1. Das zugrundeliegende Menschenbild

5.2. Freie Bewegungsentwicklung

5.3. Raumgestaltung nach Emmi Piklers Vorstellung

5.3.1. Vorbereitung des Raums

5.3.2. Die vorbereitete Umgebung

5.3.3. Das Spielgitter

5.3.4. Die Beschaffenheit des Bodens

5.3.5. Der Pikler-Wickelaufsatz

5.4. Das Selbstbestimmte Essen

5.5. Selbstständige Aktivität und Selbstregulation

5.6. Spiel zum Kennenlernen der Welt

5.6.1. Die Spielmaterialien

5.7. Die Beziehung- intensive Aufmerksamkeit und Empathie

5.7.1. Vertrauen in das Kind und seine Kompetenzen

5.7.2. Respektvolle und ruhige Kommunikation

5.7.3. Pflege und Erziehung als Einheit

5.7.4. Die Beobachtung

5.8. Die Bedeutung der Gruppengröße und Altersstruktur

5.9. Die Betreuung nach Pikler in Krippen oder Kindertagesstätten braucht Mut

6. Betrachtung der frühen Kindheit in kritische Auseinandersetzung mit den Ansätzen von Emmi Pikler

6.1. Ergebnisse der Studie

6.2. Die Bedeutung des ersten Lebensjahrs für die Entwicklung der Persönlichkeit- der kompetente Säugling

6.2.1. Pikler Pädagogik als Gegenstand der Erziehungswissenschaft

6.2.2. Betreuung

6.2.3. Bildung

6.2.4. Entwicklung/ Erziehung

6.2.5. Die Ansätze Emmi Piklers als Einflüsse im „sächsischen Bildungsplan“

6.3. Die Schwierigkeiten der Erziehung eines kompetenten Kindes in der heutigen modernen Welt

7. Schlussfolgerung/ Resümee

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, welchen Beitrag die pädagogische Vorstellung von Emmi Pikler als bedeutsamer Baustein zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung in der heutigen Säuglings- und Kleinkinderziehung leisten kann, indem sie die theoretischen Ansätze mit der heutigen Praxis vergleicht.

  • Pikler Pädagogik im historischen Kontext und als Ansatz zur modernen Kleinkindpädagogik.
  • Bedeutung der freien Bewegungsentwicklung und der selbstbestimmten Aktivität.
  • Die Rolle der emotionalen Sicherheit und Bindung in der Pflegesituation.
  • Strukturierung der Umgebung und Raumgestaltung zur Förderung der Kompetenzentwicklung.
  • Prävention von Hospitalismus durch achtsame Beziehungsgestaltung.

Auszug aus dem Buch

4.1. Das Personal

Im „Lóczy“ waren etwa 70 Mitarbeiterinnen beschäftigt. Einige waren nur für die Forschung zuständig und hatten eine vom Alltag der Kinder völlig unabhängige Tätigkeit. Andere arbeiteten ganz bei den Kindern. Es gab vier bis sechs Ammen, vier Betreuerhilfen, zwei Hauptbetreuerinnen, fünfundzwanzig Betreuerinnen, eine Kindergärtnerin, sechs Psychologinnen, fünf Ärztinnen und vierundzwanzig weitere Mitarbeiterinnen. Alle Mitarbeiterinnen waren jung, zwischen 18 und 30 Jahre alt, weiblich, unverheiratet, hatten keine eigenen Kinder, besaßen fast alle Abitur und wurden für diese Aufgabe ausgebildet. Zu dem vielen weiblichen Personal gab es noch drei männliche Mitarbeiter, einen Fahrer, einen Hausmeister und einen „Mann für alles“ (David/ Apell 1995, S. 25ff.).

Die Betreuerinnen machten Emmi Pikler die meisten Sorgen. Sie stellte anfangs ausgebildete Pflegerinnen ein. Dies führte zu großen Schwierigkeiten. Diese bestanden darin, die Betreuerinnen zu motivieren und von ihrer ungewöhnlichen Pädagogik und Arbeitsweise zu überzeugen. Sie waren voller Misstrauen. Sie empfanden die Arbeit nicht als zu viel, aber dennoch waren sie nicht im Stande, diese genau und aufmerksam auszuführen. Sie beschäftigten sich lieber mit waschen (Emmi Pikler nennt es „absäubern“) und abfüttern, als die Kinder zu versorgen und zu pflegen.

Alles führten sie so schnell und mit so wenig Handgriffen wie möglich aus oder ließen es gänzlich von den Ammen und Hilfskräften erledigen. Die Betreuerinnen wuschen stattdessen lieber die Wäsche und dies sehr sorgfältig. Es nahm so viel Zeit in Anspruch, dass kaum noch Zeit für die Kinder blieb. Nach drei Monaten sah sich Emmi Pikler gezwungen die ausgebildeten Pflegerinnen zu entlassen. Da sie es nicht schaffte, diese von der Praxis, welche sie sonst gewohnt waren und dem, was sie einmal gelernt hatten, abzubringen. Emmi Pikler gab nun eine Annonce auf. In dieser suchte sie einfache, junge Mädchen vom Lande.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Bedeutung der sozialen Bindung und die Rolle Emmi Piklers bei der Etablierung eines neuen Bildes vom Kind in der Kleinkindpädagogik.

2. Biographie: Beleuchtet den Lebensweg von Emmi Pikler, ihren reformpädagogischen Hintergrund und die Entstehung ihrer Ansätze als Kinderärztin und Mutter.

3. Betreuung der Kinder in den Familien: Beschreibt die Arbeit von Pikler als Familienkinderärztin mit Fokus auf Kooperation mit Eltern und die Bedeutung der Pflege.

4. Die Arbeitsweise im „Lóczy“: Analysiert das Konzept des Säuglingsheims, die Organisation der Betreuung, das Personal und die gezielte Vermeidung von Hospitalismus.

5. Die Pädagogische Grundhaltung der Pikler Pädagogik und die Möglichkeit der Umsetzung dieser in Pikler orientierten Einrichtungen, Spielräumen und Familien: Erläutert die Kernprinzipien der Pädagogik, wie freie Bewegungsentwicklung, Spiel, Beobachtung und Beziehung.

6. Betrachtung der frühen Kindheit in kritische Auseinandersetzung mit den Ansätzen von Emmi Pikler: Vergleicht die Erkenntnisse Piklers mit entwicklungstheoretischen Ansichten und dem sächsischen Bildungsplan.

7. Schlussfolgerung/ Resümee: Zieht Bilanz über die Aktualität der Theorie und die Bestätigung der Hypothesen sowie der Forschungsfrage.

8. Zusammenfassung: Fasst Herausforderungen moderner Erziehung zusammen und unterstreicht die Relevanz der Pikler-Ansätze für heutige Betreuungssituationen.

Schlüsselwörter

Emmi Pikler, Kleinkindpädagogik, Lóczy, Bindung, freie Bewegungsentwicklung, selbstständiges Spiel, Pflege, Beobachtung, Salutogenese, Resilienz, Hospitalismus, Autonomie, Säuglingsforschung, Krippenpädagogik, Kompetenzentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelor-Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Theorie von Emmi Pikler und untersucht deren Anwendbarkeit und Relevanz für die moderne Säuglings- und Kleinkinderziehung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung von Bindung und Pflege, die freie Bewegungsentwicklung, eine vorbereitete Umgebung sowie die Förderung der Selbstständigkeit und Autonomie des Kindes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, welchen Beitrag die pädagogischen Vorstellungen von Emmi Pikler zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung in der heutigen Zeit leisten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse von Videobeobachtungen sowie Hospitationen in einer nach Pikler arbeitenden Krippe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Biographie von Pikler, die Arbeitsweise im Lóczy-Institut, die praktischen Prinzipien der Pädagogik sowie ein kritischer Vergleich mit entwicklungspsychologischen Ansätzen und Bildungsplänen erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Pikler Pädagogik, freie Bewegungsentwicklung, Resilienz, Salutogenese und beziehungsvolle Pflege.

Warum ist das "Lóczy" ein so wichtiges Fallbeispiel?

Das Lóczy-Institut diente als wissenschaftlich fundierte Einrichtung, in der Pikler ihre Erkenntnisse über die Vermeidung von Hospitalismus und die gesunde Entwicklung von Kindern ohne elterliche Fürsorge unter Beweis stellte.

Welche Rolle spielt die "Pflege" in Emmi Piklers Ansatz?

Die Pflege wird als zentrale pädagogische Interaktionszeit begriffen, in der durch ungeteilte Aufmerksamkeit eine sichere Bindung aufgebaut und das Kind in seiner Kompetenz wahrgenommen wird.

Wie unterscheidet sich die Konzeption von der "konventionellen" Erziehung?

Im Gegensatz zur konventionellen Erziehung, die frühzeitige Eingriffe und Anleitung forciert, vertraut der Pikler-Ansatz auf das natürliche Entwicklungspotenzial des Kindes und verzichtet auf unterstützende Eingriffe wie das Hinsetzen oder Stehenlassen.

Ende der Leseprobe aus 90 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dein Kind zeigt dir den Weg. Emmi Piklers Pädagogik in der Säuglings-und Kleinkinderziehung
Autor
Karina Hausburg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
90
Katalognummer
V1463763
ISBN (PDF)
9783389015186
ISBN (Buch)
9783389015193
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emmi Pikler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karina Hausburg (Autor:in), 2023, Dein Kind zeigt dir den Weg. Emmi Piklers Pädagogik in der Säuglings-und Kleinkinderziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463763
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