Zu Beginn dieser Arbeit wird im Einführungsteil die Fragestellung herausgearbeitet, auf die in der schriftlichen Ausführung Bezug genommen wird. Um die historisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu erklären, folgt ein kurzer Exkurs zum sozio-historischen Kontext der gesellschaftlichen Entstehung der spanischbasierten Kreolsprache Zamboango Chabacano. Im Hauptteil wird näher auf die Verbalphrase des Spanischen eingegangen sowie herausgestellt, welche Charakteristika die lokale Varietät des Chabacano in Bezug auf die Verbalphrase aufweist. Da das Tempus in direkter Korrelation mit dem Aspekt steht, werden diese Thematiken unter einem Punkt zusammengefasst. Der Kontakt zweier linguistisch verschiedener Sprachen ist als Hauptgrund für die Veränderung der Sprachen anzusehen, somit steht der Sprachkontakt in direkter Korrelation mit der Sprachveränderung. In der vorliegenden Ausarbeitung möchte ich auf die Fragestellung, ob und wenn ja, inwieweit der Kontakt mit der spanischen Superstrat Sprache die bereits ansässige Sprache verändert hat, eingehen. Von dieser Fragestellung ausgehend werden in einem Fazit die „kontaktlinguistischen Beziehungen“ herausstellt. Bei Zamboanga Chabacano handelt es sich um eine philippinische spanischbasierte Kreolsprache, die die antochthone und gesprochene Sprache in der Region Zamboanga ist. Erst mit dem Kontakt des Spanischen vereinte das Zamboanga Chabacano auf den Philippinen die verschiedenen austronesischen und spanischen Merkmale und wird heutzutage als Muttersprache von 340.000 Philipinos gesprochen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Zamboangueño ca. 90% der Lexeme aus dem spanischen Vokabular inkorporiert hat. Chabacano ist der Oberbegriff für mehr als sechs Varietäten, die sich geografisch auf zwei verschiedene Regionen verteilen lassen: Zum einen Teil wird Chabacano in der nördlichen Bucht Manila mit den Varietäten Ternteño, Caviteño und Ermitaño, die in den Metropolen Ternate, Cavite, Ermita gesprochen werden, unterteilt. Zum anderen Teil finden wir die drei Varietäten im Süden der Insel Mindanao, Zamboangueño, Davaoeño, Cotabateño in den Städten, Zambuanga, Basilan, Jolo, Sabah, Davao und Cotabato.
Inhaltsverzeichnis
1 Hinführung zur Thematik
2 Historischer Kontext
3 Die Verbalphrase des Spanischen
3.1 Allgemeines
3.2 Das Tempus/Der Aspekt
3.3 Der Modus
3.4 Die Verneinung
4 Die Verbalphrase des Zamboanga Chabacano
4.1 Allgemeines
4.2 Das Tempus/Der Aspekt
4.3 Der Modus
4.4 Die Verneinung
5 Welchen Einfluss hatte das Spanische auf das Zamboanga Chabacano?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den sprachlichen Einfluss des Spanischen auf die philippinische Kreolsprache Zamboanga Chabacano, wobei der Fokus gezielt auf dem Bereich der Verbalphrase liegt. Ziel der Analyse ist es, die strukturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Lexifizierersprache Spanisch und dem Chabacano herauszuarbeiten und die Auswirkungen des Sprachkontakts auf die morphosyntaktische Entwicklung zu bewerten.
- Historische Entstehung von Zamboanga Chabacano
- Verbalmorphologie des Spanischen
- Struktur der Verbalphrase im Zamboanga Chabacano
- Analyse der TMA-Marker (Tempus, Modus, Aspekt)
- Einfluss der spanischen Superstratsprache auf das Chabacano
Auszug aus dem Buch
Die Verbalphrase des Zamboanga Chabacano
Im Gegensatz zu der für Kreolsprachen typische Morphosyntax (postverbale Stellung des Subjekts: SVO) weist die Satzstellung im Zamboangueño eine postverbale Stellung des Prädikats auf. (Verb, Subjekt, Objekt) Hierbei folgt das Subjektpronomen meistens dem Verb, was auf den philippinischen Einfluss zurückzuführen ist. (Matkares 2013: 340f, Bader 2002, 50) Eine „aktive Verbalflektion“ fällt im Zamboanga Chabacano ganz weg, ebenso eine Passivform (Pagel 2013: 374, 402) Die verschiedenen Konjugationsklassen im Zamboanga Chabacano enden im Infinitiv immer auf -á, -í, -é. Somit basiert grundsätzlich die Grundform des Zamboangueño Verbs auf dem Infinitiv des spanischen Verbs, abzüglich dem abschließenden /r/ am Ende des Infinitivs. Somit wird aus den folgenden spanischen Verben wie continuar (wird continuá), hablar (hablá), poner (poné), recibir (recibí), mirar (mirá), vender (vendé), tener (tené) und llevar (llevá), wobei die Betonung jeweils immer auf der letzten Silbe liegt.
Des Weiteren stimmt der Infinitiv bei einigen Verben des Chabacano mit der konjugierten Form in der dritten Person Singular im Spanischen überein. Hierbei ändert sich nur die Betonung, die auf der letzten anstatt auf der vorletzten Silbe liegt. (Steinkrüger 2004: 76)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Hinführung zur Thematik: Einführung in die Forschungsfrage und den sozio-historischen Kontext der Entstehung des Zamboanga Chabacano als spanischbasierte Kreolsprache.
2 Historischer Kontext: Darstellung der kolonialen Rahmenbedingungen und des Sprachkontakts, die zur Entstehung der „Pidginsprache“ und späteren Kreolsprache führten.
3 Die Verbalphrase des Spanischen: Erläuterung der morphologischen Grundlagen des Spanischen, insbesondere in Bezug auf Tempus, Aspekt, Modus und Negation.
4 Die Verbalphrase des Zamboanga Chabacano: Analyse der spezifischen verbalen Struktur im Zamboangueño, inklusive der Anwendung von TMA-Markern und dem Fehlen einer aktiven Verbalflektion.
5 Welchen Einfluss hatte das Spanische auf das Zamboanga Chabacano?: Zusammenfassende Untersuchung der Sprachkontaktfolgen, insbesondere zur Rolle von Hispanismen und der Vereinfachung grammatikalischer Strukturen.
Schlüsselwörter
Zamboanga Chabacano, Spanisch, Kreolsprache, Verbalphrase, Sprachkontakt, Morphosyntax, TMA-Marker, Hispanismen, Zamboangueño, Sprachwandel, Superstratsprache, Konjugation, Grammatik, Philippine, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einem sprachwissenschaftlichen Vergleich zwischen dem Zamboanga Chabacano und dem Spanischen, wobei der Fokus spezifisch auf der Struktur der Verbalphrase liegt.
Welche Regionen und Sprechergruppen stehen im Mittelpunkt?
Untersucht wird das Zamboanga Chabacano, eine auf den Philippinen (Region Zamboanga) verbreitete Kreolsprache, die von ca. 340.000 Menschen gesprochen wird.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einfluss des spanischen Superstrats auf die bereits bestehende lokale Sprache zu ergründen und festzustellen, wie sich der Kontakt in der Verbalphrase manifestiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es wird eine kontrastive Analyse der sprachlichen Strukturen (insbesondere der Verbalmorphologie) auf Basis existierender linguistischer Fachliteratur durchgeführt.
Was sind die zentralen Themenfelder des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung der spanischen Verbalkategorien (Tempus, Aspekt, Modus, Verneinung) und deren entsprechende Entsprechungen im Zamboanga Chabacano.
Durch welche Merkmale lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Charakterisierend sind Begriffe wie Sprachkontakt, Vereinfachung, Kreolisierung, Verbalphrase und das Fehlen einer komplexen Verbalflexion im Chabacano.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem "aktiven" Spanischen und dem Chabacano eine Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass das Spanische über eine komplexe Flexion verfügt, während das Zamboanga Chabacano eine starke sprachliche Vereinfachung zeigt, was typisch für den Kreolisierungsprozess ist.
Welche Rolle spielen die sogenannten TMA-Marker im Chabacano?
Diese Marker (Tempus, Modus, Aspekt) ersetzen die komplexen spanischen Konjugationsformen und dienen als wesentliche Strukturgeber im Chabacano, um zeitliche oder modale Verhältnisse auszudrücken.
- Quote paper
- Dean Sánchez Pedregoso (Author), 2016, Eine Gegenüberstellung des Zamboanga Chabacano und dem Spanischen hinsichtlich der Verbalphrase, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463832