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Jugendsprache im schulischen Kontext. Untersuchungen zum Gebrauch

Titel: Jugendsprache im schulischen Kontext. Untersuchungen zum Gebrauch

Masterarbeit , 2017 , 223 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dorothee Schramm (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwiefern sich der Gebrauch von Jugendsprache in der Schriftsprache Jugendlicher nachweisen lässt und inwiefern sich dieser Gebrauch hinsichtlich der besuchten Schulform unterscheidet. Die empirische Untersuchung von Schriftproben Jugendlicher liefert darüber hinaus relevante Erkenntnis für die Schulpraxis. Jugendsprache wird sprachwissenschaftlich ausführlich erörtert und in den wissenschaftlichen Kontext eingebettet. Sowohl Schriftsprache- als auch der mündliche Sprachgebrauch werden berücksichtigt.

Der Langenscheidt-Verlag sucht seit 2008 im jährlichen Rhythmus das Jugendwort des Jahres. Die zu diesem Zweck ins Leben gerufene Website des Verlages strotzt vor vermeintlich jugendsprachlichen Wörtern – allerdings wirkt dieser Sprachgebrauch angesichts der erwachsenen Autoren unbeholfen. Sätze wie: "Für das Jugendwort des Jahres 2016 haben wir wie immer naise (sic!) Wort-Einreichungen von euch bekommen" oder "Wir drücken die Daumen für deinen Fav (sic!)!" sollen vermutlich über sprachliche Annäherung an die Zielgruppe ebendiese für das Vorhaben motivieren, ihre Jugendwörter online einzureichen. Für die Jugendwörter kann wiederum "gevotet" werden. Wörter, welche in die engere Wahl gevotet wurden, werden abschließend von einer Jury nach den Kriterien sprachliche Kreativität, Originalität, Verbreitungsgrad und gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse bewertet. Die Jury besteht aus "Jugendliche[n] und Menschen, die sich mit Sprachen beschäftigen". Zu finden sind hier unter anderem eine Lehrerin, die Chefredakteurin der BRAVO, zwei Blogger, ein Polizeikommissar, Redaktionsmitglieder von Schülerzeitungen sowie Journalisten und Sprachwissenschaftler.

Der Verlag hat ebenso ein Buch mit dem Titel "100% Jugendsprache 2016: Das Buch zum Jugendwort des Jahres" veröffentlicht. Das Jugendwort des Jahres "fly sein" wird dort und auf der dazugehörigen Internetseite beschrieben als "etw. oder jmd. geht besonders ab". Gefolgt von den Jugendwörtern "bae", "isso", "Bambusleitung" und "Hopfensmoothie" erhält der erwachsene Leser einen kleinen Einblick in die vermeintlich kreativen und ironischen Ausdrucksweisen heutiger Jugendlicher.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

THEORETISCHER TEIL

1. Einleitung

1.1 Forschungsgegenstand: die Sprache der Jugend

1.2 Geschichtliche Aspekte deutscher Jugendsprache

1.2.1 Die Studenten- und Pennälersprache

1.2.2 Das Halbstarken-Deutsch der 50er Jahre

1.2.3 Das Twen-Deutsch der 60er Jahre

1.2.4 Die Studentenbewegung

1.2.5 Die Sponti-Bewegung der 80er-Jahre

2. Jugend und ihre Sprache in der Gegenwart

2.1 Merkmale jugendlichen Sprachstils

3. Funktionen von Jugendsprache

3.1 Die Ausdrucksfunktion

3.2 Die Darstellungsfunktion

3.3 Die Appellfunktion

3.4 Die Metasprachliche Funktion

4. Die Erforschung der Sprache von Jugendlichen

4.1 Aktuelle Forschungsperspektiven auf Jugendsprache

4.1.2 Jugendsprache im Kontext der Sozialisation

4.1.3 Jugendsprache und Gruppenkommunikation

4.1.4 Jugendsprache in den Medien

4.1.5 Internationales Vorkommen von Jugendsprache

4.1.6 Jugendsprache als Sprachkontaktphänomen

4.1.7 Sprachbewusstsein Jugendlicher

4.1.8 Spracheinstellungen Jugendlicher

4.1.9 Soziale Ungleichheit und Jugendsprache

4.1.10 Jugendsprache und Schriftlichkeit

4.2 Theoretische Konzeptionen von Jugendsprache

4.2.1 Jugendsprache als Varietät

4.2.2 Jugendsprache als Soziolekt

4.2.3 Jugendsprache als Sprechstil

4.2.4 Jugendsprache als Sondersprache

4.3 Theoretische Modelle von Jugendsprache

4.3.1 Eindimensionale Modelle

5. Jugendsprache im Spannungsverhältnis zwischen Nähe- und Distanzkommunikation

5.3 Konzeptionelle Unterschiede zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit

6. Jugendsprache im schulische Kontext

6.1 Jugendsprache im Deutschunterricht

EMPIRISCHER TEIL

7. Ziel der Untersuchung

7.1 Hypothesen

7.2 Methodisches Vorgehen

7.3 Stichprobe

7.4 Erhebungsverfahren

7.5 Quantitative Analyse

7.5.1 Kategorien

8. Untersuchungsergebnisse

9. Interpretation und Diskussion

10. Didaktische Verortung von Jugendsprache im Deutschunterricht

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern sich der Gebrauch von Jugendsprache in der Schriftsprache Jugendlicher nachweisen lässt und ob dabei Unterschiede zwischen verschiedenen Bildungsinstitutionen (Gymnasium, Realschule, Gesamtschule) bestehen. Ziel ist es, die Schriftsprache von Schülerinnen und Schülern wissenschaftlich in den Kontext der traditionellen Jugendsprachforschung einzuordnen und didaktische Erkenntnisse für die Schulpraxis zu gewinnen.

  • Historische Entwicklung und theoretische Konzeptionen von Jugendsprache
  • Funktionen der Jugendsprache im sozialen Kontext und in der Peergroup
  • Das Spannungsverhältnis zwischen Nähe- und Distanzkommunikation
  • Empirische Analyse von Schriftproben zur Häufigkeit jugendsprachlicher Merkmale
  • Didaktische Perspektiven zur Integration von Jugendsprache im Deutschunterricht

Auszug aus dem Buch

1.2 Geschichtliche Aspekte deutscher Jugendsprache

In der öffentlichen Meinung gilt die abweichende Sprachverwendung Jugendlicher als neuzeitliches Phänomen, das sich aus der Gegenwartssprache ergeben und sich in dieser verfestigt hat. Es ist weniger bekannt, dass sich der Sprachstil von Jugendlichen bereits seit vielen Jahrhunderten von dem der älteren Generationen unterscheidet. Demnach kann davon ausgegangen werden, dass die Funktionen bzw. die Zwecke des Gebrauchs von Jugendsprache über die Zeit hinweg recht konstant geblieben sind. Dies ist vermutlich größtenteils der Tatsache geschuldet, dass sich auch die Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen kaum verändert haben. Eine starke Neuerung muss dagegen auf der technischen bzw. medialen Produktion und Rezeption von Sprache festgestellt werden, welche in ihren Auswirkungen für den Sprachgebrauch Jugendlicher bereits im wissenschaftlichen Diskurs erforscht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung von Jugendsprache, insbesondere durch Medienformate wie das „Jugendwort des Jahres“, und leitet zur wissenschaftlichen Fragestellung über.

2. Jugend und ihre Sprache in der Gegenwart: Dieses Kapitel beschreibt aktuelle Lebensentwürfe und den Einfluss von Freizeitkultur und digitalen Medien auf den jugendlichen Sprachgebrauch.

3. Funktionen von Jugendsprache: Hier werden die Ausdrucks-, Darstellungs-, Appell- und metasprachliche Funktion von Jugendsprache als kommunikative Bewältigungsstrategien analysiert.

4. Die Erforschung der Sprache von Jugendlichen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Forschungsperspektiven, theoretische Konzeptionen sowie soziologische und medienbasierte Einflüsse auf die Jugendsprache.

5. Jugendsprache im Spannungsverhältnis zwischen Nähe- und Distanzkommunikation: Hier wird der Zusammenhang zwischen mündlicher und schriftlicher Ausdrucksweise diskutiert, unter anderem unter Bezugnahme auf das Nähe-Distanz-Modell.

6. Jugendsprache im schulische Kontext: Das Kapitel thematisiert die Rolle der Jugendsprache im Bildungssystem und die Herausforderungen für den Deutschunterricht.

7. Ziel der Untersuchung: Dieses Kapitel definiert die Zielsetzung der empirischen Arbeit, stellt die Hypothesen auf und erläutert das methodische Vorgehen.

8. Untersuchungsergebnisse: Hier werden die durch die Inhaltsanalyse gewonnenen Daten tabellarisch aufbereitet und dargestellt.

9. Interpretation und Diskussion: Die Ergebnisse werden im Kontext der Fragestellung kritisch bewertet und auf ihre wissenschaftliche Relevanz geprüft.

10. Didaktische Verortung von Jugendsprache im Deutschunterricht: Dieses Kapitel liefert praktische Ansätze zur Integration von Jugendsprache unter Berücksichtigung von Bildungsstandards und Kerncurricula.

11. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der Thematik für die künftige Schulpraxis.

Schlüsselwörter

Jugendsprache, Deutschunterricht, Schriftsprache, Soziolinguistik, Peergroup, Sprachwandel, Nähe- und Distanzkommunikation, Empirische Untersuchung, Bildungsstandards, Schreibkompetenz, Jugendszenen, Medienkonsum, Sprachbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Gebrauch von Jugendsprache im schulischen Kontext und analysiert, inwieweit sich dieser in der Schriftsprache von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I nachweisen lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Jugendsprache, ihre soziolinguistischen Funktionen, der Einfluss digitaler Medien auf den Sprachgebrauch sowie die didaktische Einbindung des Themas im Deutschunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist zu ermitteln, ob die Häufigkeit jugendsprachlicher Merkmale in schriftlichen Arbeiten mit der besuchten Schulform korreliert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse, um anhand von 62 Schülertexten spezifische sprachliche Kategorien und Variablen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Geschichte, Funktion und Konzeption von Jugendsprache und einen empirischen Teil mit der Durchführung, Analyse und Diskussion der eigenen Untersuchung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. Jugendsprache, Soziolinguistik, Schriftsprache, Peergroup, Medienkompetenz und didaktische Verortung.

Welche Rolle spielt die Schulform bei den Ergebnissen?

Die Untersuchung konnte nur minimale Unterschiede zwischen den Schulformen feststellen, wobei die Verteilung der jugendsprachlichen Merkmale eine tendenzielle Annäherung an die Standardsprache in formalen Settings zeigte.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für den Deutschunterricht?

Die Autorin empfiehlt, Jugendsprache wertschätzend als Bestandteil der kommunikativen Kompetenz im Unterricht zu thematisieren, um Sprachreflexion und Sprachbewusstsein bei den Jugendlichen zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 223 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Jugendsprache im schulischen Kontext. Untersuchungen zum Gebrauch
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Dorothee Schramm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
223
Katalognummer
V1463840
ISBN (PDF)
9783389008928
ISBN (Buch)
9783389008935
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendsprache Schule Bildungssprache Jugendsprachforschung Soziolinguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dorothee Schramm (Autor:in), 2017, Jugendsprache im schulischen Kontext. Untersuchungen zum Gebrauch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463840
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