Der Einfluss des Internationalen Währungsfonds auf die Wirtschaftspolitik Argentiniens


Magisterarbeit, 2007

127 Seiten, Note: 2,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Motivation für die Magisterarbeit
1.2 Aufbau & Methode der Magisterarbeit

2. Theorien der Entwicklungs- und Schwellenländer
2.1 Begriffsspezifikation
2.2 Charakterisierende Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer
2.2.1 Nicht-ökonomische Theorien
2.2.2 Außenwirtschaftstheorien
2.2.3 Das Phänomen der Auslandsverschuldung

3. Der Internationale Währungsfonds
3.1 Die Gründung des IWF & der Weltbank 1944
3.2 Aufgaben und Programme des IWF
3.3 Das ambivalente Verhältnis gegenüber dem IWF
3.4 Kritik am Internationalen Währungsfonds
3.5 Die Zukunft des IWF

4. Entstehung der Entwicklungsdiskrepanzen bis zum Zweiten Weltkrieg
4.1 Argentinien im Zeitalter der Kolonialisierung
4.1.1 Die spanische Kolonialmacht
4.1.2 Die Vormachtstellung Großbritanniens
4.2 Die Situation in den 1920 – 1930er Jahren

5. Argentinien im Zweiten Weltkrieg und die Ära Perón
5.1 Juan Domingo Perón (1946-1955)
5.2 Die dritte peronistische Regierungsperiode

6. Die Wirtschaftspolitik in der Zeit der Militärdiktatur (1976-1983)

7. Das Re-Demokratisierungsprogramm unter Raúl Alfonsín (1983-1989)
7.1 Der Plan Austral
7.2 Weitere Reformversuche

8. Carlos Saúl Menem – die Erste Regierungsperiode (1989-1995)
8.1. Der Konvertibilitätsplan - Plan Cavallo
8.2 Die Privatisierungswelle
8.3 Die Tequila-Krise 1995
8.4 Die Zweite Amtszeit Menems

9. Die Amtszeit Fernando de la Rúa – Eduardo Duhalde
9.1 Der Zusammenbruch des argentinischen Wirtschaftssystem
9.2 Die Erklärung der Zahlungsunfähigkeit
9.2.1 Die Bankenkrise

10. Die Regierungspolitik von Néstor Kirchner

11. Wege aus der Schuldenkrise – denkbare Problemlösungsansätze
11.1 Mögliche Entschuldungsvarianten
11.2 Umschuldungsverhandlungen mit privaten Gläubigern
11.3 Umschuldungsverhandlungen mit öffentlichen Gläubigern
11.4 Die argentinischen Umschuldungsverhandlungen

12. Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und Zukunftsaussichten
12.1 Die ökonomische Lage im Frühjahr 2007
12.2 Kooperations- und Integrationsbündnisse
12.2.1 Der MERCOSUR
12.2.2 Chancen für eine panamerikanische Freihandelszone?
12.2.3 Eine mögliche Kooperation mit China

13. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungen und Akronyme

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Die argentinische Auslandsverschuldung 1980, 1990-2000

Tabelle 2: Merkmale des Original Washington Konsenses und des Ergänzten Washington Konsenses

Tabelle 3: Inflationsrate (1974 – 1981)

Tabelle 4: Schätzung des Nettokapitaltransfers, 1979-1986

Tabelle 5: Aufgliederung der Außenschulden (in Mio. US-Dollar)

Tabelle 6: Zahlungsrückstände gegenüber den externen Gläubigern 1983-1985

Tabelle 7: Finanzsituation der Provinzen 1991-1999

Tabelle 8: Finanzielles Ergebnis des Privatisierungsprogramms in Millionen Dollar Januar 1990 – März 1993

Tabelle 9: Entwicklung der Zahlungsbilanz (in Mio. US$), 1989-1994

Tabelle 10: Wichtigste Maßnahmen des Wirtschaftspakets der Regierung Duhalde vom 3. Februar 2002

Tabelle 11: Schuldendienstverpflichtungen Argentiniens an den Internationalen Währungsfonds, 2002-2006

Tabelle 12: Gesamtwirtschaftliche Prognosen

1. Einleitung

1.1 Motivation für die Magisterarbeit

Mit der vorliegenden Magisterarbeit soll der Versuch unternommen werden, das komplexe Thema der Finanz- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds näher zu beleuchten.[1]

Meine Themenwahl erfolgte aufgrund eines neunmonatigen Praktikums in Buenos Aires im Jahr 2003. Dieses absolvierte ich bei der Agfa-Gevaert Argentina S.A. in der Marketingabteilung des Geschäftsbereiches Consumer Imaging für Lateinamerika. Die Abteilung ist verantwortlich für die Abwicklung aller Marketingtätigkeiten, welche den süd- und lateinamerikanischen Kontinent betreffen. Durch die ökonomische Ausrichtung meiner Praktikumstätigkeit bin ich auf die sich wiederholenden Auseinandersetzungen Argentiniens mit dem Internationalen Währungsfonds aufmerksam geworden. Die Debatte um die Rückzahlung der bestehenden Auslandsverbindlichkeiten und der damit entstehende finanzielle Druck für das Land, weitere Einsparungen vorzunehmen, standen im Fokus der täglichen argentinischen Medienberichterstattung und waren somit ebenfalls ein brisantes Thema für die Bevölkerung des südamerikanischen Landes.

Während meines Aufenthaltes stellte ich mir mehrfach die Frage, nach dem Warum, also den Gründen für die gegenwärtige schlechte ökonomische Lage. Wie war es möglich, dass Argentinien überhaupt in eine solche Verschuldungslage geraten konnte? Warum ist die Beziehung zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds so angespannt? Die Magisterarbeit[2] ist eine „[...] Analyse über die Tragödie [...], welche sich im Frühjahr 2002 in Argentinien entwickelt hat, während das Land versuchte, die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, zu überwinden [...]“[3]. (Mussa 2002, S. XI) Aus diesem Fragenkatalog hat sich nach und nach das Thema meiner Magisterarbeit heraus kristallisiert.

Im Fokus meiner Arbeit stehen die unterschiedlichen Reaktionen des argentinischen Staates auf die geforderten Maßnahmen des Internationalen Währungsfonds. Dabei wird sichtbar werden, dass die Beziehung zwischen Argentinien und dem Fonds nicht fortwährend nur durch Diskrepanzen geprägt war. Besonders während der Regierungszeit von Carlos Saúl Menem galt das Land als Paradebeispiel der Befolgung der empfohlenen Schritte des IWF.

Der Internationale Währungsfonds steht innerhalb dieser Arbeit stellvertretend für andere, weltweit agierende Finanzinstitutionen wie der Weltbank oder dem Pariser Club. Auch ihre Interaktion mit Argentinien um die Rückzahlung der Verbindlichkeiten bzw. Bedienung der Anleihen-Bonds gestaltet sich nicht konfliktfrei. Im Rahmen der argentinischen Umschuldungsverhandlungen wird ein thematischer Rückgriff auf diese Einrichtungen erfolgen.

1.2 Aufbau & Methode der Magisterarbeit

Der erste Inhaltspunkt dient einer deskriptiven Analyse der Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer. Dies geschieht anhand ausgewählter Theorien. Die Entscheidung für die dargestellten Theorien erfolgte im Bezug auf die historische Herausbildung Argentiniens und dem Verlauf der ökonomischen und politischen Entwicklung des Landes. Mittels der einzelnen Theorieelemente soll erklärt werden, warum Argentinien momentan solche Entwicklungsdiskrepanzen aufweist. Parallel dazu soll versucht werden, empirische Belege für die einzelnen dargestellten Theoriekonstrukte aufzuzeigen.

Der zweite Gliederungspunkt dient der Analyse der Tätigkeit des Internationalen Währungsfonds. Dabei wird sowohl auf die Struktur, die Arbeitsweise wie auch die unterschiedlichen finanzpolitischen Programme des IWF eingegangen. Ein Schwerpunkt stellt das - manchmal ambivalente - Verhältnis zwischen dem Währungsfonds und den Entwicklungs- und Schwellenländern dar. „Welches war die Rolle des Internationalen Währungsfonds in diesem Kollaps?“[4] Hat „[...] sich der IWF durch seine eigenen Ziele und die charakteristische Struktur empfänglich für eine ineffektive bis kontraproduktive Arbeitsweise [...]“[5] gemacht? (Mussa 2002, S. XI)

Im Verlauf der folgenden sieben Kapitel wird die historische Entwicklung Argentiniens dargelegt. „Wie konnte es sein, dass ein Land, welches das (Lieblings-) Vorzeigebeispiel der Finanzmärkte und der globalen Welt war, innerhalb einer Periode in eine lange und tiefgehende Rezession fiel?[6] (Mussa 2002, S. XI)

Dabei werden sowohl die Gründung Argentiniens in der spanischen Kolonialzeit wie auch die weitere Fortentwicklung im 20. und 21. Jahrhundert zur Sprache kommen. Erst mittels der Geschehnisse in der jüngeren Vergangenheit kann erklärt werden, wie und warum Argentinien in eine so massive Verschuldungskrise geraten konnte.

Der ausführliche Rückgriff auf die geschichtlichen Entwicklung des Landes erfolgt aus zweierlei Gründen: Zum einen soll deutlich gemacht werden, dass Argentinien nicht über eine stringente politische und wirtschaftliche Entwicklung verfügt. Alle historischen Dekaden waren von einem Wandel politischer Herrschaftsformen und unterschiedlicher ökonomischen Ausrichtungen geprägt.

Zum anderen sollen entscheidende Entwicklungsdefizite aufgezeigt werden. Die implementierten politischen und ökonomischen Maßnahmen hatten stets eine solide Begründungsbasis für ihre Verabschiedung und Durchführung. Allerdings scheiterten viele von ihnen an der politischen und wirtschaftlichen Realität, der mangelnden Bereitschaft der argentinischen Regierungsvertreter diese bis zur letzten Konsequenz durchzuführen und der Einflussnahme einzelner gewichtiger Akteure.

Der elfte Themenschwerpunkt versucht mögliche Lösungsansätze zur Überwindung der Schuldenkrise zu finden. Aufgrund des hohen Verschuldungsgrades vieler Entwicklungs- und Schwellenländer ist eine zukunftsorientierte Haushaltspolitik kaum möglich. Im Blickpunkt der Diskussion stehen neben dem vollständigen Schuldenerlass durch die Industrieländer auch die Verweigerung seitens der verschuldeten Kreditnehmer-Länder die fälligen Kredite vollständig zu begleichen, sowie mögliche Mittelwege, um die Verschuldungskrise bewältigen zu können.

Im Zentrum des zwölften Kapitels steht die momentane wirtschaftliche Situation Argentiniens. Angesprochen werden Sachverhalte wie mögliche Erfolgsaussichten von Integrations- und Kooperationsbündnissen. Große Hoffnung setzt Argentinien dabei auf den MERCOSUR - der lateinamerikanischen Freihandelszone - als ein Gegengewicht zur nordamerikanischen NAFTA. Erhebliches Aufsehen hat die Absicht Chinas hervorgerufen, beträchtliche Investitionen in Lateinamerika zu tätigen. Neben der Rohstoffvielfalt, finden die chinesischen Investoren in Argentinien günstige Vorraussetzung für die Expansion auf dem gesamten süd- und lateinamerikanischen Kontinent. „Argentiniens Technologiesektor konnte sich in den letzten Jahren zu einem attraktiven Standort insbesondere bei der Software-Entwicklung entwickeln. Grundlage ist die auch international anerkannte Qualität lokaler Entwickler sowie der günstige Wechselkurs zum US-Dollar und Euro.“ (Argentinien aktuell 11.05.2006) Argentinien verspricht sich durch das wirtschaftliche Engagement Chinas eine Loslösung vom Tropf internationaler Kreditgeber und gleichzeitig eine Möglichkeit, seine Auslandsverbindlichkeiten zu vermindern, um so ökonomisch handlungsfähiger zu werden.

In einer abschließenden Betrachtung sollen neben den wichtigsten Zielen auch mögliche Probleme geschildert werden, welche sich im Verlauf der Anfertigung der Arbeit ergeben haben.

Mit der Rückzahlung der letzten ausstehenden Verbindlichkeiten im Januar 2006 hat sich das konfliktträchtige Verhältnis zwischen Argentinien und dem Internationalen Währungsfonds vorerst beruhigt. Zur Zeit benötigt Argentinien keine finanziellen Hilfen vom IWF, noch möchte es aufgezeigte politische und ökonomische Handlungsempfehlungen annehmen. Von Brisanz geprägt, ist noch immer die Diskussion um die mangelnde Bereitschaft des argentinischen Staates zur Bedienung der noch ausstehenden Forderungen ausländischer Argentinien-Bond-Besitzer.

2. Theorien der Entwicklungs- und Schwellenländer

„Viele Entwicklungsländer stehen vor wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Schwierigkeiten, die kaum noch überwindbar scheinen.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 1)[7]

2.1 Begriffsspezifikation

„Einer Begriffsabgrenzung muss [...] eine größere Anzahl von Merkmalen zugrunde gelegt werden, die entweder messbar sind oder auf allgemeinen Beobachtungen beruhen und nicht unbedingt quantitativ erfasst werden können.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 4)

Wird aus der Merkmalsmenge eines herausgegriffen und als prägend für die gesamte Situation der Entwicklungs- und Schwellenländer betrachtet, spricht man von Realdefinitionen. Das häufigste Beispiel für eine solche Verfahrensweise ist die Einteilung der betroffenen Länder nach ihrer BSP pro Kopf.

Eine andere Vorgehensweise ist die Einordnung von Entwicklungs- und Schwellenländern nach einem Kriterienkatalog. Es werden sowohl wirtschaftliche wie nicht-wirtschaftliche Aspekte und individuelle Besonderheiten jedes Landes berücksichtigt. Um spezielle Fragestellungen zu beantworten, werden Typisierungen gebildet. Dies hat den Zweck, die große Anzahl von Entwicklungs- und Schwellenländern nach einheitlichen Merkmalen zu strukturieren. Beispiele sind die Aufgliederung nach geographischer Typologisierung, wie dem Nord-Süd-Konflikt[8] oder einer soziale Typologisierung, wie der Analphabetenquote.

„Als Entwicklungsländer werden die Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen bezeichnet. Neben den geographisch abgegrenzten Ländergruppen werden [...] verschiedene sich überschneidende Gruppen verwendet, wobei die Klassifizierung sich hauptsächlich nach den Exporten oder den Auslandsschulden richtet.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 17)

„Entwicklungsländer mit einem verhältnismäßig fortgeschrittenen Entwicklungsstand gelten als Schwellenländer oder ‹‹take-off›› Länder, die häufig als ‹‹newly industrializing countries›› bezeichnet werden. Ihre wirtschaftliche Eigendynamik wird es ihnen [...] erlauben, die Strukturmerkmale eines typischen Entwicklungslandes mehr und mehr zu überwinden.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 19)

2.2 Charakterisierende Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer

Die Ursachen der Entwicklungsdiskrepanzen der einzelnen Entwicklungs- und Schwellenländer sind vielfältig und je nach Land bzw. Ländergruppe individuell verschieden. Norbert Wagner und Martin Kaiser treffen eine grobe Unterscheidung der Klassifizierungsmerkmale nach nicht-ökonomischen Theorien und Außenwirtschaftstheorien für die Ursachensuche.

2.2.1 Nicht-ökonomische Theorien

Im Fokus nicht-ökonomischer Theorien stehen die Erklärung von Entwicklungsdefiziten aufgrund vorhandener natürlicher Umweltbedingungen und die Modernisierungstheorie.

a) Natürliche Umweltbedingungen

Das Zentrum der Untersuchungen über die Gründe der Entwicklungsdefizite liegt auf den klimatischen Bedingungen und den Rohstoffressourcen der einzelnen Länder. Den natürlichen Umweltbedingungen kommt eine erhöhte Aufmerksamkeit bei der Untersuchung der Ursachen und Konsequenzen von Fehl- bzw. Unterentwicklung zu. “Dabei werden sowohl die Auswirkungen bestimmter natürlicher Gegebenheiten auf das Entwicklungsniveau als auch die Konsequenzen von Unterentwicklung für die natürliche Umwelt analysiert.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 31)

Argentinien besitzt eine heterogene geographische Lage. Aufgrund der Einteilung ergibt sich ein unterschiedlicher Zugang der Provinzen Argentiniens[9] zu den vorhandenen Ressourcen. Das Land erstreckt sich über insgesamt 34 Breitengrade, von der subtropischen Zone im Norden bis in die arktische Zone im Süden und weist so eine Vielzahl denkbarer Produktionsmöglichkeiten auf. Es existiert ein starkes Gefälle zwischen den Provinzen, welche über verschiedene Ressource, fruchtbare Böden oder dem Zugang zum Atlantischen Ozean verfügen und denjenigen Provinzen, die aufgrund ihrer Binnenlage oder der fehlenden Existenz nutzbringender Rohstoffe Nachteile erfahren.

Ein Kritikpunkt an diesem Erklärungsansatz ist, dass die Entwicklung Argentiniens bis in die frühen 1920er Jahre nicht negativ durch die geographischen Ausprägungen beeinflusst wurde. Im Gegenteil, Argentinien profitierte von seiner großen territorialen Ausdehnung, welche eine ertragreiche Land- und Viehwirtschaft ermöglichte. Erst mit der sich verändernden weltwirtschaftlichen Lage zu Beginn des Ersten Weltkrieges, der Weltwirtschaftskrise 1929 und den innen- und außenpolitischen Missverhältnissen kam es zu einer rapiden Reduzierung der ökonomischen Leistungsfähigkeit.

b) Modernisierungstheorien

„‹‹Modernisierung›› wird heute meist verwendet als Synonym für den Entwicklungsprozess der Entwicklungsländer. Die Industrieländer sind die Norm für den Aufholbedarf dieser ‹‹Nachzüglergesellschaft››. Modernisierung ist [...] ein möglichst direkter, vornehmlich evolutionärer Prozess in Richtung auf die aufgesetzte Norm (Modernität). Abweichungen von der Norm werden als Fehl- oder Unterentwicklung interpretiert“. (Wagner, Kaiser 1995, S. 34)

Ein Kernelement der Modernisierungstheorie stellt der Evolutionsansatz dar. Er „[...] geht zurück auf die Soziologen PARSONS, LEVY, MOORE und EISENSTADT und impliziert einen bruchlosen, evolutionären Modernisierungsprozess.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 34) Begleiterscheinungen dieses Modernisierungsprozesses ist die zunehmende Differenzierung von sozialen Funktionen und gesellschaftlichen Institutionen.

In Argentinien zeigt sich die (Aus-)Differenzierung wirtschaftlicher und sozialer Funktionen besonders in der Übertragung staatlicher Fürsorgeverantwortung auf den Privatsektor[10] und einer stark heterogenen Gewerkschaftslandschaft.

Während der Präsidentschaft von Menem kam es zu einer grundlegenden Veränderung der Interaktion zwischen Gewerkschaften, ihren Mitgliedern, dem Staat und den Unternehmen. Die ansteigende hohe Arbeitslosigkeit und die prekären Arbeitsverhältnisse großer Teile der argentinischen Bevölkerung schwächte die politische und soziale Einflussnahme der Gewerkschaften stark. Die Krisensituation stand im Zusammenhang mit der in den 1990er Jahren durchgeführten Privatisierungspolitik, welche neben der radikalen Außenöffnung des Marktes auch eine Umstrukturierung ehemaliger staatlicher Unternehmen vorsah.

Talcott Parsons bezeichnet Religion, die verbale Kommunikation, soziale Organisation durch Familie bzw. Verwandtschaft und Technologie als erste Bedingungen der Bildung menschlicher Gesellschaften. Um traditionelle Gesellschaften zu modernisieren, sind zwei weitere evolutionäre Universalien notwendig: zum einen die Entwicklung sozialer Gesellschaften bzw. Klassen geschichtet nach dem Ansehen der erbrachten Leistungen und zum anderen die Etablierung eines Legitimierungssystems, das heißt die Anerkennung aufgrund allgemeiner Werte und Wertvorstellungen. In modernen Gesellschaften liegt das Zentrum der Ordnung in der Gemeinschaft selbst. Sie begründet sich durch die komplexen Solidaritätsbeziehungen zwischen den einzelnen Gesellschaftsmitgliedern und weniger durch den Zusammenhalt verschiedener Gruppen.

Parsons untersuchte die Merkmale strukturellen Wandels im Zuge der Modernisierung von Gemeinschaften. Der Fokus seiner theoretischen Überlegungen besteht darin, dass Gruppenpartikularismus durch die Herausbildung einer Bürgergemeinschaft überwunden werden kann, die ihre Solidarität dem einzelnen Individuum auf der Basis der gegenseitigen Respektierung individueller Rechte, unabhängig von der Herkunft und Zugehörigkeit zu partikularen Gruppen, gewährt. Als Grundlagen moderner Gesellschaften fungieren: „[...] bürokratische Organisationsformen zur Realisierung kollektiver Ziele, Geld- und Marktsysteme, ein allgemeingültiges Rechtssystem (Rechtsstaat) und demokratische Wahl der Führung.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 34)

In Argentinien kam es im Zuge der ökonomischen und politischen Umwälzungen in den Jahren 2001/2002[11] zur Bildung verschiedener Mechanismen, um dem staatlichen Fehlverhalten entgegenzuwirken bzw. dieses partiell zu kompensieren. Zwei dieser neu etablierten Institutionen sind die Stadtteilversammlungen[12] und die Tauschnetzwerke.

Die Stadtteilversammlungen sind „[...] eine simultane Bewegung von Tausenden Menschen, welche die bisher geltende Ordnung umwarfen und Schritt für Schritt neue Regeln entwarfen.“ (Fontana y otros 2003, S. 116) Sie entwickelten sich als Gegenstück zu den traditionellen sozialen und politischen Einrichtungen, welche sich im Zuge der Krise auflösten bzw. als defizitär arbeitend herausstellten. Das Ziel ist eine solidarische Diskussion, das Entwerfen gemeinsamer Denkanstöße und die mögliche Koordination kollektiver Handlungen unter der Prämisse einer eigenverantwortlichen und größtmöglichen Selbstorganisation. „Die Aufgabe, gemeinsame Positionen festzulegen und die vielfältigen - nicht immer übereinstimmenden und diversen - Erwartungen zu harmonisieren, stellt einen erfahrungsreichen Prozess der Politisierung dar, der Tausende von Personen - und viele von ihnen zum ersten Mal - dazu bringt, die Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen.“ (Fontana y otros 2003, S. 117) Die Aktionen reichen von der Einrichtung der Volksküchen über Einkäufen zu günstigeren Preisen, Info-Bulletins, Freizeiteinrichtungen bis hin zu Arbeitsbörsen. Eine weiter gehende Form des Protests stellt die Piquetero[13] -Bewegung dar. Mit der Besetzung öffentlicher Gebäude, städtischer Transportwege und Landstrassen wollen die Piqueteros gegen ihre schlechte ökonomische Situation bedingt durch den Verlust ihres Arbeitsplatzes, aufbegehren. „Im ganzen Land können die unterschiedlichen Piquetero-Gruppen nach Schätzungen [...] rund 500.000 Menschen mobilisieren.“ (Grüttner 2004, S. 3-4)

Ein zweites Beispiel für die Neuorganisation des ökonomischen Lebens stellen die Tauschnetzwerke dar. „Die Praxis des Tauschens hat sich auf ganz Argentinien ausgeweitet; mehr als sechs Millionen Menschen beteiligen sich daran.“ (Fontana y otros 2003, S. 152) Gegründet wurde der Tauschhandel bereits 1995, seine wirklichen Ausmaße erreichte er in der argentinischen Wirtschaftskrise im Dezember 2001. Zunächst als Mechanismus des reinen Tausches zum existenziellen Überleben gegründet, erheben die Netzwerke heute den Anspruch, sich parallel neben kapitalistischen Marktmechanismen und staatlichen Regulationsfunktionen zu etablieren. „Ziel eines Tauschrings ist es, die Verbindungen zwischen den vorhandenen produktiven Potentialen und den Notwendigkeiten der sozialen Gemeinschaft (neu) herzustellen.“ (Fontana y otros 2003, S. 157) Es gibt neben dem reinen Austausch von Lebensmitteln, die Teilung von Wissen und die Förderung beruflicher Eigenverantwortung. Die Tauschringe arbeiten als selbst verwaltete zivilgesellschaftliche Institutionen mit einem politischen, administrativen und unternehmerischen Hintergrund und finanzieren sich mittels ihrer Tauschgeschäfte, welche minimale, selbst regulierte Preise beinhalten. Als Währung innerhalb der Tauschgeschäfte fungiert der Crédito. Er hat sowohl den Charakter einer Sozial- wie auch einer Privatwährung. „Sie gilt als 'sozial,, da sie als zinslose Währung im Gegensatz zur offiziellen Währung nicht der Gefahr großer Akkumulation und Konzentration in wenigen Händen bzw. Regionen unterliegt. [...] Daneben handelt es sich um eine Privatwährung, da die Emission unabhängig von Staat oder Kommunen in der Verantwortung von Privatpersonen liegt.“ (Roßmeißl 2004, S. 28)

Im Herbst 2002 kam es zum Zusammenbruch des Tausch-Systems. „Eine Mischung aus Naivität, politischer Unerfahrenheit und strategischen Fehlern und eine wenig ausgeprägte solidarische Haltung bei einer Vielzahl der beteiligten Menschen sind als interne Ursache zu sehen.“ (Fontana y otros 2003, S. 163)

Gleichzeitig zu den immanenten Problemen kam es zu einer drastischen Verknappung der Lebensmittel. In diesem Moment etablierte die Regierung ein neues Programm zur finanziellen Versorgung von Familien[14]. Dieses sah für etwa zwei Millionen Familien eine monatliche Zuweisung von 160 Pesos (ca. 55 Euro) vor. Eine geringe Summe, aber für viele Menschen, eine Unterstützung, um auf niedrigstem Niveau ihre Grundversorgung mit Lebensmitteln zu sichern.

Trotz seines Scheiterns hatte der Tauschmechanismus für die Bevölkerung eine wichtige Bedeutung. Zum einen gelang es durch die Kooperationsbewegung das eigene Leben selbst, unabhängig von finanziellen Restriktionen zu gestalten und zum anderen hatten die Bürger die Möglichkeit, sich eine zukunftsorientierte Perspektive zu schaffen, unabhängig von der politischen und wirtschaftlichen Fortentwicklung Argentiniens.

Kritisch zu Parsons Modernisierungstheorie ist anzumerken, dass eine (Aus-) Differenzierung des gesellschaftlichen Lebens keine zwingende Erfolgsgarantie für die Mobilisierung aller vorhandenen Kräfte und die Stabilisierung und Überwindung der vorhandenen Situation darstellt. Im Bezug auf Argentinien wurden mit den Stadtteilversammlungen und Netzwerken Instrumente geschaffen, welche wichtige gesellschaftliche - vormals staatliche Aufgaben - übernommen haben. Nichts desto trotz kann der Modernisierungsprozess auch ins Gegenteil umschlagen. Er kann zum Stillstand oder zum Abbruch der Entwicklungsbestrebungen führen.

2.2.2 Außenwirtschaftstheorien

Im Zentrum von Außenhandelstheorien stehen externe Faktoren, welche als wesentliche Ursache für Entwicklungsprobleme der Entwicklungs- und Schwellenländer gelten.

a) Terms of Trade (Die Prebisch[15] -Singer-These)

Prebisch verwendete in seiner Theorie der peripheren Wirtschaft (oder „nach innen gerichtete Entwicklung“[16]) und zum Nachweis seiner These der säkularen Verschlechterung der Terms of Trade verschiedene Preis- und Einkommenselastizitäten[17] der Nachfrage nach Primär- und Industriegütern. Diese dienen als grundlegendes ökonomisches Unterscheidungsmerkmal zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern[18]. Terms of Trade geben die Austauschverhältnisse zwischen zwei verschiedenen ökonomischen Größen an. Diese können ganze Länder, einzelne Sektoren, Warengüter oder Individuen symbolisieren. Die ToT eines Landes werden insbesondere durch die Einkommenselastizität der Nachfrage nach Exportprodukten des Landes im Ausland und der Einkommenselastizität der inländischen Nachfrage nach Importprodukten aus dem Ausland bestimmt. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern unterliegen diese Kennzahlen und der sich daraus ergebenden Konsequenzen einer ungünstigen Entwicklung.

Primärgüter stellen die Hauptexportquelle der Entwicklungs- und Schwellenländer dar. „ Die Einkommenselastizität der Nachfrage nach Primärgütern [...] ist vergleichsweise niedrig, d.h. bei wachsendem Einkommen wächst die Nachfrage nach Rohstoffen nur unterproportional. Der Anteil am Einkommen, der für Rohstoffe ausgegeben wird, sinkt.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 70)

Im Vergleich, dazu ist die Einkommenselastizität bezüglich der Nachfrage nach Industriegütern, das heißt den bedeutendsten Exportgütern der Industrieländer, stark. Dies bedeutet, dass sich mit steigenden Einkommen der Anteil des Einkommens, welcher für Industrieprodukte aufgebracht werden kann, vergrößert.

Durch dieses ungleiche Verhältnis findet eine ständige Übertragung von Produktivitäts- und Technologiefortschritten aus den Entwicklungsländern an die Industrieländer statt. Die Nutznießer der Produktionsinnovationen der Industrieländer allerdings, sind diese selbst. Prebisch sieht hierin einen Beweis für die permanente Benachteiligung und Ausbeutung der Entwicklungs- und Schwellenländer durch die Industrieländer.

Der Ansatz der ToT von Prebisch sagt nichts darüber aus, welche Aufwendungen notwendig sind, um überhaupt Devisen durch Exportgeschäfte erzielen zu können.

Ein weiterer Kritikpunkt stellt die eingeschränkte Gültigkeit der Indizes dar. Die Import- und Exportstrukturen der einzelnen Länder sind zu heterogen, um sie miteinander in Beziehung setzen zu können. Ungültig sind gleichzeitig auch die pauschalisierten Klassifizierungen über die Entwicklungsländer, welche sie nur als Rohstoffexporteure beschreiben. Unter den Entwicklungs- Schwellenländer finden sich zahlreiche erfolgreiche Industriewarenexporteure. Die Bedeutung industrieller Güter für die argentinische Exportwirtschaft steigt stetig. Während den ersten zehn Monaten des Jahres 2005 hatten industriell hergestellte Produkte einen Anteil von 29% am argentinischen Außenhandel. (Argentinien aktuell 03.12.2005) Umgekehrt führen einige Industrieländer überwiegend landwirtschaftliche Produkte aus. „Die ToT zwischen Entwicklungs- und Industrieländern sind daher nicht identisch mit den ToT zwischen Rohstoffen und Industrieerzeugnissen. ToT-Berechnungen sind [...] nur dann wirklich aussagefähig, wenn sie getrennt nach Ländern/Produkten vorgenommen werden.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 73)

b) Desarollo-Ansatz: Innengeleitete Entwicklung als Ziel

„Es geht dabei um die optimale Kombination von internen und externen Entwicklungsfaktoren mit dem Ziel einer langfristig innengeleiteten, wirtschaftlich dynamischen, sozial fortschrittlichen und parlamentarisch-demokratischen („populistischen“) Gesellschaft.“ (Wöhlcke 1988, S. 19)

Der Theorieansatz prägte die nationale Politik der einzelnen süd- und lateinamerikanischen Länder in den 1930er bis Anfang der 1960er Jahre. Kernelement der ökonomischen Ausrichtung ist die importsubstituierende Industrialisierung (ISI)[19]. Kernelemente waren drei wichtige wirtschaftspolitische Instrumente: Protektionismus, staatlicher Interventionismus und die Sicherung externer Nettokapitalzuflüsse. In der Praxis zeigten sich die Merkmale der ISI durch eine starke finanzielle Unterstützung des Industriesektors und dem schnellen Ausbau infrastruktureller Einrichtungen. Die Umsetzung der Entwicklungsstrategie sah eine Unterordnung der externen Entwicklung unter inländische Ziele vor, wobei die ausländischen Einflussfaktoren durch einheimische Inputfaktoren ersetzt werden sollten.

Trotz der partiellen positiven Ergebnisse, wie der Steigerung des Wirtschaftswachstums, erwiesen sich die Annahmen, welche die desarollistische Theorie vorsah, auf Dauer als nicht realisierbar. Besonders die einseitige Förderung der Konsumgüterindustrie und die Vernachlässigung der Exportpolitik, führten zu einem massiven Import von Kapitalgütern, Rohstoffen und Halbfertigwaren. Die Folgen waren immense Zahlungsbilanzproblemen bzw. Außenhandelsdefizite.

c) Die Dependenztheorien

Die Dependenztheorien beziehen für die Erklärung von Fehl- bzw. Unterentwicklung Elemente der Imperialismustheorie und der Theorie der peripheren Wirtschaft[20] ein.

Unterentwicklung ist nicht die Konsequenz interner Defizite, sondern von außen, durch exogene Faktoren verursacht. Als Hauptgrund gilt die Eingliederung der Entwicklungsländer in das System der internationalen Beziehungen, ohne deren länderspezifische Merkmale zu berücksichtigen. Als Konsequenz entsteht ein System struktureller Abhängigkeit der Entwicklungsländer von den Industrieländern.

Der Dependencia-Ansatz[21] wurde speziell für Süd- und Lateinamerika entwickelt. Hier wird die strukturelle Abhängigkeit der Entwicklungs- von den Industrieländern vor allem in einer wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Unterordnung begründet. Die Abhängigkeit führt innerhalb der Entwicklungs- und Schwellenländer zur strukturellen Heterogenität. Sichtbar wird die Heterogenität in einer Mischung von marktwirtschaftlich und nicht marktwirtschaftlichen Produktionsmechanismen. „[...] Armut und Unterentwicklung entstehen und verfestigen sich gerade dadurch, dass die strukturell heterogenen Sektoren aufeinander treffen. Sie durchdringen sich gegenseitig, was gesellschaftliche Deformation zur Folge hat.“ (Wagner, Kaiser 1995, S. 82)

Die Entwicklungsdefizite der Länder hängen eng mit der industriellen bzw. ökonomischen Entwicklung der westlichen Industrieländer zusammen – das heißt beides sind Resultate des globalen marktwirtschaftlichen Entwicklungsprozesses. Die Unter- bzw. Fehlentwicklung stellt dabei keine Vorstufe zur eigentlichen Entwicklung dar. Sie ist vielmehr das Resultat des wirtschaftlichen Fortschritts bzw. der kapitalistischen Wirtschaftsordnung innerhalb der Industrieländer

Um in Zukunft eine selbständige, von den Industrieländern losgelöste Wirtschaftspolitik realisieren zu können, ist es notwendig, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer sich von dem global etablierten Weltwirtschaftssystem loslösen. Diese Entwicklungsstrategie wird als Dissoziation, Autonomie oder auch freiwillige Quarantäne bezeichnet. Sie soll es den Entwicklungsländern möglich machen, einheitliche ökonomische Strukturen aufzubauen, zu verfestigen und mögliche gesellschaftliche Fehlentwicklungen zu beseitigen. Erst dann kann eine problemlose Integration in die internationalen Marktmechanismen erfolgen.

Als Kritikpunkt der Dependenz-Theorie muss neben der Diffusität des Begriffes „Abhängigkeit“ auch die Tatsache gelten, dass nicht alle vorliegenden Entwicklungsprobleme der Entwicklungs- und Schwellenländer auf externe Verursachung zurückzuführen sind. Vielmehr gilt es einen umfassenden Überblick zu bekommen, der alle Entwicklungsschwierigkeiten der einzelnen Länder berücksichtigt. Dazu gehören neben der historischen Entwicklung auch die möglichen eigenverantwortlichen innerstaatlichen Fehlentwicklungen in der Gegenwart.

2.2.3 Das Phänomen der Auslandsverschuldung

Die Verschuldungproblematik vieler Entwicklungsländer stellt eine zentrale Schwierigkeit sowohl für die betroffenen Staaten selbst, wie auch für die gesamten internationalen Wirtschaftsbeziehungen dar.

Die Ursachen der argentinischen Auslandsverschuldung sind sowohl in der historisch-ökonomischen Entwicklung des Landes wie auch im Fehlverhalten einzelnen politischer Verantwortlicher zu suchen[22]. Die Ausrichtung der argentinische Außenwirtschaft war in der Vergangenheit durch mehrere Paradigmenwechsel geprägt: vom Exportmodell der Kolonialzeit, zum Mechanismus der Importsubstitution in 1940er Jahre bis hin zur neoliberalen Strategie verbunden mit den Komponenten der Liberalisierung und der Weltmarktintegration seit Mitte der 1980er Jahre.

Ein Minuspunkt stellt die einseitige Abhängigkeit von den weltweiten Deviseneinkünften für Rohstoffe dar. Insbesondere Schwankungen im Bereich der Weltmarktpreise für Agrarprodukte bewirken eine schnelle und rapide Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, da diese Ausfälle nicht durch andere Einnahmen kompensiert werden können. „Im Ergebnis war die argentinische Handelsbilanz während der neunziger Jahre überwiegend defizitär. Zu den Passivsalden der Handelsbilanz (von bis zu 4 Mrd. US-$ im Jahre 1994) kamen steigende Defizite in der Dienstleistungsbilanz (in einer Größenordnung von durchschnittlich 3,1 Milliarden US-$ pro Jahr), so dass ein chronisches Leistungsbilanzdefizit unvermeidlich war.“ (Sangmeister 2002, S. 195)

Im Zusammenhang damit steht die geringe argentinische Schuldendienstquote[23]. Die Konzentration der argentinischen Exporte liegt auf natürlichen Rohstoffen, Produkten der Viehwirtschaft und landwirtschaftlichen Agrargütern. Schon geringe negative Veränderungen der ökonomischen Weltmarktbedingungen bzw. der Terms of Trade bewirken eine Minderung der Exporterlöse, die nicht ausgeglichen werden können.

Gleichzeitig stellte es für Argentinien nie ein Problem dar, neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Die Mittel stammten aus ausländischen Direktinvestitionen, kurzfristigen Portfolio-Investitionen mit einem erhöhten Risikoaufschlag, aber auch aus Krediten der IFI´s. „Die gesamte Auslandsverschuldung des Landes hat sich von 1994 bis zum Jahr 2000 mehr als verdoppelt, die Auslandsverbindlichkeiten des Privatsektors sind in dieser Periode sogar um das Dreifache angestiegen.“ (Sangmeister 2002, S. 200)

Eine Aufgliederung der Auslandsverschuldung in einzelne Positionen wird in Tabelle 1 dargestellt. Neben dem starken Anstieg der Gesamtverschuldung wird deutlich, dass Argentinien über die Jahre hinweg, Kapital verschiedener Kapitalgeber in Anspruch genommen hat. Dies ist der Grund, weshalb Argentinien heute über eine heterogene Gläubigerstruktur verfügt. Dies macht insbesondere die Umschuldungsverhandlungen und die Vor- und Nachrangigkeit der einzelnen Forderungen sehr kompliziert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Die argentinische Auslandsverschuldung 1980, 1990-2000

Eine Einordnung Argentiniens als Entwicklungs- bzw. Schwellenland ist nicht zufrieden stellend möglich. Dies liegt zum einen in der Vielzahl möglicher Klassifizierungskriterien der verschiedenen internationalen Organisationen, wie Weltbank, OECD oder den Vereinten Nationen. Zum anderen zeichnet sich Argentinien durch eine Heterogenität in Bezug auf die geographische Lage und der Verteilung der Wirtschaftsräume bzw. dem Zugang zu den finanziellen Ressourcen aus.

Gleichzeitig lässt sich als Ergebnis festhalten, dass Argentinien trotz massiver Entwicklungsdefizite die Möglichkeiten besitzt, seine ökonomische und soziale Situation selbst zu verändern.

In den folgenden Kapiteln wird auf die handelnden Akteure innerhalb der Interaktion zwischen Internationalen Währungsfonds und Argentinien näher Bezug genommen. Beginnen möchte ich mit Betrachtung der Arbeit und Funktionsweise des IWF, um in den darauf folgenden Kapiteln, seine Handlungsweise verständlich und nachvollziehbar zu machen.

3. Der Internationale Währungsfonds

3.1 Die Gründung des IWF & der Weltbank 1944

„Die [...] Gründung stellte den erfolgreichen Abschluss des Versuchs der Staatengemeinschaft unter Führung von USA und Großbritannien dar, ihre internationalen wirtschaftlichen Beziehungen auf dem Gebiet der Entwicklungsfinanzierung sowie des zwischenstaatlichen Zahlungsverkehrs einschließlich der Währungspolitik in eine [...] Form institutioneller Art zu bringen.“ (Tetzlaff 1996, S. 42)

Allerdings wurden die Interessen der späteren Entwicklungs- und Schwellenländer nicht berücksichtigt. „Die Dritte Welt war kein Thema, es ging vorrangig um die Neuordnung der Industriestaaten nach dem Krieg. Die Mehrheit der Weltbevölkerung blieb von den Verhandlungen über ein Weltwirtschaftssystem [...] von vornherein ausgeschlossen.“ (Hoering 1999, S. 18)

Die Gründung des IWF erfolgte aufgrund der Intention, zukünftig kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten der Mitgliedsländer zu vermeiden und die Stabilisierung der verschiedenen Währungen zu gewährleisten. Die Arbeit der Weltbank war auf einen langfristigen Kontext angelegt. Sie sollte mit langfristigen Krediten den Wiederaufbau von Europa und die Beseitigung struktureller Probleme unterstützen.

In der Zukunft sollten die Landeswährungen keinen Schwankungen mehr unterliegen, sondern hatten gemäß ihrer Golddeckung feste Wechselkurse zueinander. Artikel IV legte Gold und den US-Dollar als numeraire[24] des Systems fest. Die einzelnen Wechselkurse durften sich mit einer Schwankungsbreite von 2% bewegen. Der Dollar wurde zur Leitwährung des neuen Finanzsystems.

Bis Anfang der 1970er Jahre erwies sich das System des Dollarstandards als sehr tragfähig, „[...] um die beispiellose und unerwartet dynamische Ausweitung des internationalen Waren- und Kapitalverkehrs und die Wachstumsschübe der 1950er und 1960er Jahre zu verarbeiten.“ (Altvater, Hübner 1988, S. 31) 1971 sah sich die USA gezwungen, die Garantie der Goldkonvertibilität aufzukündigen. Durch den Vietnam-Krieg entstanden innerhalb des Landes inflatorische Tendenzen. Mit der Niederlage verlor die Regierung Nixon an weltwirtschaftlichem Gewicht und politischer Glaubwürdigkeit. Die Regierung war nicht mehr bereit, für 35 US-$ eine Unze Gold abzugeben und damit faktisch die eigene Währung abzuwerten.

Parallel dazu gab es zwischen den einzelnen Ländern unterschiedliche Stabilitätsvorstellungen, welche sich immer schwerer miteinander kombinieren ließen. 1973 kam es zur Einführung eines flexiblen Wechselkurssystems. „Nur so konnte dem direkten Preisdruck aus dem Ausland begegnet werden; mit der klassischen Liquiditätspolitik allein war bei offenen Grenzen und festen Wechselkursen keine Stabilisierungspolitik mehr möglich.“ (Stark, Hartenstein 2002, S. 21)

In der Folgezeit bildeten sich regionale Währungssysteme, um Wechselkursschwankungen besser begegnen zu können. In Westeuropa wird das Europäische Währungssystem[25] - mit der Leitwährung Deutsche Mark - geschaffen.

Mit der Neuordnung des internationalen Finanzsystems kam es zur Ergänzung der Vertragsvereinbarungen des IWF. Neben seiner ursprünglichen Aufgabe wird der IWF zukünftig, „[…] shall exercise firm surveillance over the exchange rate policies of members, and shall adopt specific principles fort he guidance of all members with respect to those politics.” (Fritsche 2004, S. 48)

Es wird deutlich, dass sich der IWF die Möglichkeit offen hält, die nationale Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder zu beeinflussen. Kommt es innerhalb der Wirtschaft eines Landes zu lang anhaltenden Zahlungsbilanzproblemen, so kann eine effektive Überwindung der Krise nur in einer Neuausrichtung der Politik bestehen.

3.2 Aufgaben und Programme des IWF

„Erst die Verschuldungskrise in der Dritten Welt seit Beginn der 1980er Jahre hat den IWF [...] zu dem werden lassen, was er heute ist: zu einem internationalen Kooperations- und Beratungsregime zur Behebung der Überschuldungsprobleme durch Strukturanpassung.“ (Tetzlaff 1996 S. 76)

Die Organe des Internationalen Währungsfonds sind der Rat der Gouverneure (Board of Governors), das Exekutiv-Direktorium (Executive Directors) und der Geschäftsführende Direktor (Managing Director), welchem die Angestellten des Fonds unterstehen.

Im Rat der Gouverneure stellt jedes Mitgliedsland des Fonds einen Vertreter und einen Stellvertreter, deren Amtsdauer fünf Jahre beträgt.[26] Der Gouverneursrat tritt jährlich im September zusammen und trifft Entscheidungen über Fragen mit grundsätzlicher Bedeutung. Diese können beispielsweise die Aufnahme neuer Mitglieder oder die Abänderung der einzelnen Quoten beinhalten.

Die laufende Geschäftsführung hat das Exekutivdirektorium inne, welches unter anderem über die Stand-By-Arrangements[27] berät und entscheidet. Das Exekutivdirektorium besteht aus mindestens zwölf Direktoren, die aber nicht zwingend auch die Position von Gouverneuren innehaben. Die fünf Mitglieder mit den höchsten Quoten haben das Recht, je einen ständigen Direktor zu ernennen. Aktuell sind dies die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan. Insgesamt gibt es 24 Direktoren, deren Wahl durch den Rat der Gouverneure erfolgt.

Als Geschäftsführender Direktor fungiert derzeit Rodrigo de Rato. Seine Aufgaben reichen von der Kontrolle des Direktoriums, über die Führung der Geschäfte des Fonds bis hin zur Aufsicht über das Personal. Vom Exekutiv-Direktorium gewählt, darf der Direktor weder Mitglied im Rat der Gouverneure noch im Direktorium sein. Die Anstellungszeit beträgt jeweils fünf Jahre, wobei keine konkrete Dauer seiner Amtszeit in der Satzung des IWF festgelegt ist.

Zur Finanzierung der Organisation zahlt jeder Mitgliedsstaat einen Beitrag entsprechend seiner Quote. „Quotas are denominated in Special Drawing Rights[28] (SDRs), the IMF's unit of account. The largest member of the IMF is the United States, with a quota of SDR37.1billion (about $55.1billion), and the smallest member is Palau, with a quota of SDR3.1million (about $4.6million).“ (http://www.imf.org/external/np/exr/facts/quotas.htm) (02.03.2007)

Dabei zahlt jedes Mitgliedsland seinen Anteil zu einem Viertel in Form von Devisen und die verbleibenden Drei Viertel in der herrschenden Landeswährung. Als Berechnungsgrundlage der Quoten dient eine Formel, in die verschieden gewichtet das Volkseinkommen, die Reserven an Gold und Devisen und das Volumen des Außenhandels eingehen.

Aus den verschiedenen Quotenanteilen ergeben sich die länderspezifischen Einzahlungsmodalitäten, die Möglichkeiten zur Ausübung der Stimmrechte und die Gewährung von Krediten.[29]

Zur weiteren Finanzierung nimmt der IWF selbst Kredite bei öffentlichen Kreditgebern auf. Ferner verfügt der Fonds über umfangreiche Goldreserven. Besonders in den letzten Jahren hat er sich über Rück- und Zinszahlungen und Bearbeitungsgebühren finanziert.

Die Zielsetzung des Fonds ist, im Einklang mit seinen Zielen Kredite an Mitgliedsländer zu vergeben. Dazu werden die finanziellen Mittel in Tranchen zerlegt, die bei der Erfüllung der Programmkriterien abgerufen werden können. Bei Nichteinhaltung dieser Kriterien bestehen zwei Möglichkeiten: entweder es kommt zu erneuten Verhandlungen oder zu einer neuen Kalkulation auf der Grundlage der veränderten ökonomischen Indikatoren, so dass eventuell schnell Gegenmaßnahmen implementiert werden können. Bestehen ernsthafte Zweifel an der Einhaltung der Programmziele, können die Mittel gesperrt werden.

Dabei erfolgt die Auszahlung der ersten 25% der Quote, das heißt der Gold- und Reservetranche, ohne Prüfung der Konditionalität[30]. Über die weiteren drei Kredittranchen können die Länder nur verfügen, wenn sie mit dem IWF ein Stabilisierungsprogramm vereinbart und ein Stand-By-Arrangement geschlossen haben.

1952 wurde das Instrument der Stand-By-Arrangements eingeführt. Ihre Laufzeit liegt in einem Zeitraum von einem bis zu drei Jahren. Mit diesen Mitteln leistet der IWF Unterstützung bei kurzfristigen finanziellen Problemen. Verbunden damit war zunächst nur das Erreichen bestimmter makroökonomischer Kennzahlen, wie die Einhaltung von Geldmengen- und fiskalischen Zielen. In den 1960er Jahren aber wurde deutlich, dass sich die Probleme der Entwicklungsländer nicht allein durch finanzielle Unterstützung lösen lassen würden. Zusammen mit den Stand-By-Arrangements werden jetzt Strukturanpassungsprogramme verabschiedet, um den betroffenen Ländern eine Orientierungshilfe zu geben. Dabei wird Ausgestaltung auf die ökonomische Situation des jeweiligen Landes angepasst.[31]

Die Stabilisierungs- und Strukturanpassungsprogramme von IWF und Weltbank folgten in den 1990er Jahren dem „Washington Consensus“. Der Begriff des Washingtoner Konsenses entstand mit dem Aufkommen des Neoliberalismus in den achtziger Jahren und wurde 1990 von John Williamson geprägt. Er skizziert verschiedene marktwirtschaftliche Reformen, mit denen die Steigerung des Wirtschaftswachstums und die Armutsbekämpfung aufgrund einer weitreichenden ökonomischen Liberalisierung erreicht werden soll.[32]

Insgesamt verfügt der IWF momentan über sieben verschiedene Kreditarten. Diese unterscheiden sich je nach Laufzeit, der Fälligkeit der Zins- und Tilgungsraten und den Bedürfnissen der Kreditnehmer. 1975 wurde die EFF[33], 1986 die SAF[34] und 1988 die ESAF[35] geschaffen. Im September 1999 wurde die ESAF in die „Poverty Reduction and Growth Facility“ (PRGF) umgewandelt. Dieser Kredit wird nur in Verbindung mit einer zu realisierenden Strategie für die Verminderung der Armut vergeben. „Adressaten der Kredite sind [...] Länder, die als hochverschuldete, arme Länder (HIPC) klassifiziert werden.“ (Knedlik 2004, S. 12) Die Fazilität der Externen Schocks (ESF[36]) konzentriert gemeinsam mit der PRGF auf die Bekämpfung der Konsequenzen exogener Krisen. Hier steht anders als bei den übrigen Fazilitäten des IWF nicht die strukturelle Veränderungen der Politik im Fokus der Arbeit, sondern ausschließlich die schnelle finanzielle Hilfe.

EFF werden verwandt, um strukturell bedingten Zahlungsschwierigkeiten zu begegnen. Als Kreditnehmer fungieren hauptsächlich Länder, die sich gerade im Transformationsprozess befinden und aufgrund der fehlenden Strukturen bisher nur gering in die internationalen Kapitalmärkte eingebunden sind.

Die Fazilität zur Stärkung der Währungsreserven (SRF[37]) wurde als Konsequenz der Asienkrise[38] etabliert. Hier durch war es möglich, „[...] dass relativ kurzfristig großvolumige Kredite bereitgestellt werden können, um massiven Kapitalabflüssen durch einen plötzlichen Vertrauensverlust an den Märkten entgegentreten zu können.“ (Knedlik 2004, S. 13)

1999 folgte die Auflegung eines neuen Finanzierungsinstruments. Die Contingent Credit Lines (CCL) dienten als vorsorgliche Kreditlinien und sollten das Ausbrechen von Zahlungsbilanzkrisen aufgrund von Ansteckungseffekten durch internationale bzw. regionale Währungs- und Wirtschaftskrisen verhindern. Als einziges Instrument innerhalb des IWF enthalten die Vorsorglichen Kreditlinien präventive Momente. „Zu diesen zählt im Besonderen, dass Programme mit dem Instrument der vorbeugenden Kreditlinien vor Ausbruch einer Krise beschlossen werden und die Kredite dann für den Fall bereitstehen, dass sich krisenhafte Entwicklungen andeuten.“ (Knedlik 2004, S. 28)

Besonders deutlich wird dieses Vorhaben innerhalb der argentinischen Verschuldungskrise. „Der Fall Argentinien macht einmal mehr deutlich, dass es das Hauptanliegen des IWF sein muss, Krisen schon im Entstehen zu vermeiden.“ (Herz 2002, S. 2) Allerdings wurde dieses Instrument bereits 2004 wieder abgeschafft, weil kein Land es in Anspruch genommen hat. (FAZ 21.September 2004, S. 12)

Die Kompensatorischen Finanzierungsfazilitäten (CFF[39]) greifen, wenn ein Mitgliedsland aufgrund des Verfalls der Exporterlöse oder dem sprunghaften Anstieg der Importpreise für Nahrungsmittel in Zahlungsbilanzschwierigkeiten gerät.

Länder, die von Naturkatastrophen betroffen sind, oder von gesellschaftlichen Konflikten erschüttert wurden bzw. sich in einer Nachkriegssituation befinden, können auf die Nothilfe des IWF zurückgreifen.

Um einen Kredit in Anspruch nehmen zu können, müssen die betroffenen Länder in einer Absichtserklärung die Ziele bzw. Reformvorhaben, welche mit dem Kredit realisiert werden sollen, genau konkretisieren. Die Auflagen für eine Kreditvergabe beschränken sich dabei nicht nur auf die Festlegung der Rückzahlungsfrist und des Zinssatzes, sondern haben konkrete Aufgaben zum Ziel. Dies stellt einen Widerspruch innerhalb der Arbeit des IWF dar[40].

Alle Kredite – bis auf die Armutsreduktions- und Wachstumsfazilität - werden mit einer Basisrate[41] und einem Aufschlag verzinst. „The rate of charge is based on the SDR interest rate, which is revised weekly to take account of changes in short-term interest rates in major international money markets. Large loans carry a surcharge.“ (http://www.imf.org/external/np/exr/facts/howlend.htm) (02.03.2007)

3.3 Das ambivalente Verhältnis gegenüber dem IWF

Hier gilt es eine Unterscheidung zwischen den agierenden Parteien zu treffen. Eine kontroverse Diskussion der Handlungsweise des IWF findet sich vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Aus Gläubigersicht hingegen geht es dabei weniger um die zur Verfügungsstellung finanzieller Leistungen bei Liquiditätskrisen, sondern wichtiger ist die „[...] von den Mitgliedsländern anerkannte Legitimation, bei Zahlungsbilanzproblemen Stabilisierungsprogramme auszuhandeln und deren Einhaltung zu überwachen.“ (Taenzler 1990, S. 64)

Aber insbesondere die Entwicklungs- und Schwellenländer stehen der Arbeit der IFI´s mit einer großen Skepsis gegenüber. Einerseits sind sie von den finanziellen Hilfen der Institutionen abhängig. Meist stellt der Fonds die letzte Möglichkeit dar, an frisches Kapital zu gelangen. Als Kehrseite der Bemühungen fühlen sich die Länder durch die auferlegten Konsolidierungsmaßnahmen in ihrer politischen und ökonomischen Souveränität eingeschränkt.

Besonders die ungleiche Stimm- und Quotenverteilung sorgt immer wieder für Missstimmung. Die Mehrheitsverhältnisse im Fonds werden durch die Quoten festgelegt, nach denen sich die Einzahlungsverpflichtungen, Kreditmöglichkeiten und auch die Stimmrechte der Mitglieder bestimmen. Zwar wurden die Stimmenanteil Chinas, der Türkei, Mexikos und Südkoreas im September 2006 um insgesamt 1,8 Prozentpunkte angehoben. (FAZ 18.09.2006) Dennoch bleibt die Einflussnahme der weiteren Schwellen- und Entwicklungsländer im Fonds sehr begrenzt.

3.4 Kritik am Internationalen Währungsfonds

Die Arbeit des IWF ist durch einige Widersprüche, theoretische Mängel und Kurzsichtigkeit, was die Perspektiven von wirtschaftlicher Erholung angeht, gekennzeichnet. (González 2000, S. 139) Als bezeichnendes Beispiel kann das Agieren des IWF im Jahr 1983 gesehen werden. Damit Argentinien einen neuen stand-by-Kredit in Anspruch nehmen konnte, wurde als Maßgabe die Verbesserung des staatlichen Haushaltsdefizits ausschließlich auf der Basis der Anhebung der Tarife öffentlicher Unternehmen, der Mineralölsteuer und der Exportabgaben gefordert. Die bisherigen Instrumente des IWF zielten auf Veränderungen im fiskalischen Sektor, welche auf eine schnelle Steigerung der positiven Einnahmen ausgerichtet waren. Eine grundlegende Neuausrichtung des Steuersystems unter der neuen Regierung Alfonsíns konnte aber nicht auf schnellem Wege erfolgen. „Der Umfang der in den Anpassungsprogrammen des IWF erwarteten Ergebnisse kontrastierte mit den Empfehlungen, die nur kosmetische Änderungen bedeuteten.“ (González 2000, S. 140)

Besonders die Konditionalitätspolitik stellt die Nehmerländer immer wieder vor schwierige Herausforderungen. In Artikel VI wird festgelegt, dass die Regulierungsmaßnahmen des Fonds die Kapitalbewegungen aus den einzelnen Kreditnehmerländern nicht behindern dürfen, wenn sie mit der Satzung des IWF kompatibel sind. Trotz dieser Bestimmungen sind die einzelnen Länder oft gezwungen, ihre Wirtschaftspolitik nach den Interessen des IWF auszurichten, um die benötigen finanziellen Mittel zu bekommen. „[...] Zahl und Umfang der Kreditbedingungen seit der Gründung des Währungsfonds vor mehr als 50 Jahren haben sich erheblich ausgeweitet. Während die Kreditnehmer ursprünglich nur einige wenige makroökonomische Zusagen machen mussten, greifen die Reformprogramme heute in nahezu jeden Politikbereich ein.“ (Dreher 2006, S. 13)

Auch der Erfolg der implementierten Programme ist zweifelhaft. „Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass etwa 40 Prozent der IWF-Programme während der Laufzeit abgebrochen werden.“ (Dreher 2006, S. 13) Dabei ist die Wirkungsweise der SAP´s ist umstritten. Zum einen ist nicht sicher, ob diese ihrem Vorhaben, die Position der Schuldnerländer langfristig zu verbessern, gerecht werden oder möglicherweise sogar eine Verschlechterung der Situation bewirken. Zum anderen entstehen soziale Kosten, welche mit ihrer Durchsetzung verbunden sind. Betroffen hiervon sind vor allem die Bürger. „Welche Bevölkerungsgruppen die Hauptlast der Anpassung zu tragen haben, hängt von der Veränderung der Faktoreinkommen, der Lebenshaltungskosten und der staatlichen Transferleistungen ab.“ (Thiele 2000, S. 5) In Bezug auf das Faktoreinkommen sind für die unteren Bevölkerungsschichten insbesondere die Preisentwicklungen auf den Agrar- und Arbeitsmärkten von Bedeutung. Mit der Deregulierung der staatlichen Mechanismen kann es zu sinkenden Löhnen, einer zunehmenden Arbeitslosigkeit und steigenden Preisen kommen.

1999 versuchte der IWF durch die Schaffung der Armutsreduktions- und Wachstumsfazilität diesem Vorwurf entgegen zu wirken. Hier sollte eine verbindende Struktur zwischen Makro-, Struktur- und Sozialpolitik erreicht werden. Innerhalb Argentiniens ist es dennoch nicht gelungen, eine Reduzierung der Armut zu erreichen. „Der Wirtschaftsexperte Artemio López geht davon aus, dass Ende 2007 rund 27 Prozent der Argentinier unter der definierten Armutsgrenze leben werden. Zehn Prozent der Bevölkerung gelten als Indigentes, als „Mittellose“ die ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch Zuwendungen bestreiten müssen. [...] Die aktuellsten Zahlen zur Armut in Argentinien aus dem ersten Halbjahr 2006, die das staatliche Nationale Institut für Statistik und Erhebungen (Instituto Nacional de Estadística y Censos, INDEC) veröffentlicht hat, weisen 31,4 Prozent der Bevölkerung als „arm“ aus, und 11,2 Prozent als Indigentes.“ (Argentinien aktuell 01.12.2006)

3.5 Die Zukunft des IWF

Die zukünftige Ausrichtung des IWF wird sich noch stärker als bisher auf die Arbeit als richtungweisendes Organ innerhalb des internationalen Finanzsystems fokussieren. „In today´s world the dominant problem is a systemic crisis, i.e., a crisis that is about to spread from one country to another and that is likely to affect the global financial system as a whole or a large part of it. This type of crisis should be the IMF´s primary concern.” (Siebert 1999, S. 3) Der IWF wird seine Fähigkeit verbessern müssen, bedrohliche Tendenzen im globalen Finanzsystem zu erkennen, um so Währungs-, Wirtschafts- und Zahlungskrisen seiner Mitgliedsländer zu verhindern. Dazu kann ein Instrument im Sinne der abgeschafften CCL gute Arbeit leisten.

Besonders die Arbeit für und mit den Entwicklungs- und Schwellenländern wird einen wichtigen Raum innerhalb der Arbeit des Fonds einnehmen. Der ehemalige amerikanische Finanzminister John Snow forderte 2004 die Schaffung einer neuen Fazilität, „[...], die nicht mit der Auszahlung finanzieller Mittel verbunden sei. In einem so genannten Arrangement zur Politiküberwachung solle künftig dafür Sorge getragen werden, dass Schwellenländer ihre wirtschaftlichen Reformprogramme in größerer Eigenständigkeit und mit der Unterstützung breiter Bevölkerungsschichten aufstellten und umsetzten, [...].“ (FAZ 02.10.2004, S. 12) Allerdings muss es hierbei zu einer klareren Trennung der Aufgaben zwischen dem IWF und der Weltbank kommen.

Verbunden mit der zukünftig stärkeren Fokussierung auf die Entwicklungs- und Schwellenländer kam es zu einer Ausdehnung der Prinzipien des Washington-Konsenses, dem so genanntem Post-Washington-Konsens. Hierbei sollen die sozialen Folgen der aufgelegten ökonomischen Programme gemindert bzw. wenn möglich gänzlich vermieden werden. Die Schwierigkeit des Washington Consensus besteht darin, dass der IWF die wirtschaftspolitischen Kriterien als Selbstzweck betrachtet statt als Mittel zu einem gerechter verteilten und nachhaltigeren Wachstum. „Dadurch erhalten diese Leitlinien im Vergleich zu anderen politischen Maßnahmen, [...], ein viel zu großes Gewicht.“ (Stiglitz 2002, S. 70) Augenscheinlich wurde die Notwendigkeit der Ausweitung des Washington Konsens durch die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme der Länder Süd- und Lateinamerikas. „Especially in Latin American countries, the turnaround in capital flows destroyed positive effects of reforms based on the Washington Consensus which had been small and disappointing anyway.“ (Schweickert, Thiele 2004, S. 3) Diesen veränderten Bedingungen und Ansprüchen versucht der Post-Washington Konsens gerecht zu werden. Wie aus Tabelle 2 ersichtlich wird, stehen im Fokus des Ergänzten Washington Konsenses nicht allein die Befolgung der ökonomischen Richtlinien, sondern auch die Berücksichtigung der Belange der Bevölkerung. Durch die Veränderung der Prinzipien soll der Produktionsfaktor Mensch stärker in den Blickpunkt rücken. Damit verbunden ist der Aufbau eines zuverlässigen institutionellen Gerüsts, um die Wahrung der Rechte Einzelner zu sichern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Merkmale des Original Washington Konsenses und des Ergänzten Washington Konsenses

Dabei wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, ob die Verfolgung der erweiterten Prinzipien den erhofften Erfolg bringt. Klar ist dabei auch, dass diese nur eine Richtung vorgeben können, die Verwirklichung und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen liegt innerhalb der einzelnen Länder.

[...]


[1] Gleichzeitig muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass es aufgrund der Komplexität des Themas nicht möglich ist, alle immanenten Prozesse, welche im Zuge der lang andauernden Auseinandersetzungen Argentiniens mit dem Internationalen Währungsfonds aufgetreten sind, detailgetreu nachzustellen.

[2] Im folgenden werden die ursprünglichen spanischen Satzkonstrukte bzw. Wörter mittels Fußnote wiedergegeben. Die deutschen Übersetzungen finden sich sinngemäß im Text wieder.

[3] „[...] análisis sobre la tragedia que se está desarollando en la Argentina, [...] durante la primavera (boreal) de 2002, mientras el país buscaba emerger de su más profunda crisis desde la Segunda Guerra Mundial, [...].”

[4] „Cuál fue el rol del Fondo Monetario Internacional en este colapso?“

[5] „[...] sus propios objetivos institucionales y su estructura característica lo predisponen a un accionar ineficaz y hasta contraproducente [...].”

[6] „Cómo pudo ser que el país que habia vuelto el ejemplo preferido de los mercados financieros y de la comunidad globalizada durante casi una década cayera en una larga y profunda recesión?”

[7] Das Buch „Ökonomie der Entwicklungsländer“ von Wagner und Kaiser stellt ausführlich die einzelnen Theorien über die Ursachen Entwicklungsrückstande der Entwicklungs- und Schwellenländer dar. Hervorhebungen in den einzelnen Zitaten wurden detailgetreu übernommen.

[8] „Eine der wohl bekanntesten Einteilungen ist die Zweiteilung der Erde in Nord und Süd [...]. Verknüpft mit einem ökonomischen Indikator, werden im Norden die reichen und im Süden die armen Länder ausgemacht.“ (Vgl. Wagner/Kaiser 1995, S.5)

[9] Die territoriale Gliederung Argentiniens erfolgt durch 23 Provinzen und den Bundesdistrikt Buenos Aires. Die Provinzen sind Buenos Aires, Catamarca, Chaco, Chubut, Córdoba, Corrientes, Entre Rios, Formosa, Jujuy, La Pampa, La Rioja, Mendoza, Misíones, Neuquén, Río Negro, Salta, San Juan, San Luis, Santa Cruz, Santa Fe, Santiago del Estero, Tierra del Fuego, Tucumán) (Vgl. Abbildung 3 Anhang)

[10] Vgl. Kapitel 8.2

[11] Vgl. Kapitel 9.1

[12] Asambleas

[13] Streikposten

[14] Programa Jefes de Familias

[15] geschäftsführender Direktor der argentinischen Zentralbank

[16] desarollismo hacia dentro

[17] „Die Einkommenselastizität wird verwendet, um die Reaktion der nachgefragten Menge auf die Einkommensänderung zu beschreiben. (Vgl. Varian 1999, S.266)

[18] Die Bezeichnung der Industrieländer als Zentrum und die Bezeichnung der Entwicklungsländer als Peripherien möglich.

[19] siehe Kapitel 5.1 und 5.2

[20] siehe 2.2.2 Außenwirtschaftstheorien, a) Terms of Trade (Die Prebisch-Singer-These)

[21] „Die Dependenz-Theorie entstand nicht zufällig in Lateinamerika, denn sie war eine Antwort auf die desarollistische Theorie [...].“ (Vgl. Wöhlcke 1988, S. 20)

[22] Vgl. Kapitel 4 – 10

[23] Schuldenquote (Debt Ratio): stellt das Verhältnis der gesamten externen Kredite und dem BIP bzw. den Exporten eines Landes insgesamt dar (Vgl. Altvater/Hübner 1988, S. 292)

[24] (Bar-)Geld

[25] Die Teilnehmer des Europäischen Währungssystems waren: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg und die Niederlande.

[26] Für Deutschland sind dies zur Zeit der Präsident der Deutschen Bundesbank Axel A. Weber und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

[27] Bereitschaftskreditabkommen

[28] Sonderziehungsrechte

[29] Die aktuelle Stimmverteilung: USA: 16.83%, Japan 6.04%, Deutschland 5.90%, Großbritannien 4.87%, Frankreich 4.87%, China 3.67%, Italien 3.21%, Saudi-Arabien 3.17%, Kanada 2.89%, Russland 2.70%. (http://www.imf.org/external/np/sec/memdir/members.htm) (02.03.2007) Alle übrigen 185 Mitglieder verfügen über die restlichen 45,85% der Stimmen.

[30] „Die Bedingungen, an die die Vergabe von IWF-Krediten geknüpft sind. Die K. ist abhängig von der Art der Ziehung und wird umso rigider, je mehr die Ziehung die Quote des Landes übersteigt.“ (Vgl. Altvater/Hübner 1988, S. 288)

[31] Typische Merkmale von SAP´s sind: 1. Deregulierung von Kapital- und Importkontrollen, 2. Deregulierung von Löhnen und Preisen, 3. Anhebung der Zinssätzen, 4. Kürzung der Staatsausgaben, 5. Steuererhöhungen, 6. Abwertung der nationalen Währung, 7. Infrastrukturmaßnahmen, Investitionsbeihilfen, 8. Privatisierung von Staatsbetrieben.“ (Vgl. Betz 2002, S. 19)

[32] Die Ausprägungen der marktwirtschaftlichen Reformen umfassen zehn politische Zielsetzungen: 1. eine weitreichende Haushalts- und Finanzdisziplin zur Vermeidung von Budgetdefizits, 2. die Neuausrichtung der öffentlichen Ausgaben auf Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur, 3. die finanzielle Liberalisierung aufgrund von Steuerreformen – dies beinhaltet unter anderem die Erweiterung der Steuerbemessungsgrundlage und die Senkung der Grenzsteuersätze, 4. Marktgesteuerte und effektivpositive (aber mäßige) Zinssätze, 5. wettbewerbsfähige, das heißt freie Wechselkurse, 6. eine Handelsliberalisierung, welche mittels niedriger und einheitlicher Zolltarife, statt durch quantitative Restriktionen erreicht werden soll, 7. die Privatisierung staatlicher Unternehmen, 8. ausländische Direktinvestitionen 9. Deregulierung von Marktmechanismen, 10. Gesetzliche Absicherung von Eigentumsrechten (Vgl. González 2000, S. 95/96)

[33] Extended Fund Facility

[34] Structural Adjustment Facility

[35] Enhanced Structural Adjustment Facility

[36] Exogenous Shocks Facility

[37] Supplemental Reserve Facility

[38] Bezeichnung für die Finanz- und Wirtschaftskrise in Asien 1997 und 1998. „Allgemein bedeutete die Asienkrise eine konkrete Vertrauenskrise ausländischen Kapitals gegenüber den [...] „Emerging markets“ generell, weil potentielle Investoren von einer relativ homogenen Länderguppe mit vergleichbaren Risiken ausgehen, was sich zu Beginn der Asien-Krise sofort auf Brasilien auswirkte.“ (Mols 1999, S. 42)

[39] Compensatory Finance Facility

[40] Vgl. Kapitel 3.4

[41] „Die Basisrate wird auch als „rate of charge“ oder SDR (special drawing rights) Zinssatz bezeichnet und ergibt sich als nach Quoten gewichteter Durchschnitt der Zinssätze von Euro, Yen, Pfund und US$.“ (Vgl. Knedlik 2002, S. 12)

Ende der Leseprobe aus 127 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des Internationalen Währungsfonds auf die Wirtschaftspolitik Argentiniens
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Soziologie)
Note
2,8
Autor
Jahr
2007
Seiten
127
Katalognummer
V146395
ISBN (eBook)
9783640571239
ISBN (Buch)
9783640571109
Dateigröße
1718 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss, Internationalen, Währungsfonds, Wirtschaftspolitik, Argentiniens
Arbeit zitieren
Diana Lindl (Autor), 2007, Der Einfluss des Internationalen Währungsfonds auf die Wirtschaftspolitik Argentiniens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146395

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