Die Zielsetzung dieser Arbeit wird durch die folgende Forschungsfrage festgehalten: Inwiefern ist die qualitative Inhaltsanalyse geeignet, die verschiedenen Verständnisse von Inklusion zu erfassen? Geleitet an dieser Fragestellung, ergibt sich der Aufbau der vorliegenden Arbeit. Begonnen wird zur weiteren Einführung mit einem theoretischen Hintergrund, in dem der aktuelle
Forschungsstand dargelegt wird, sowie die Erläuterung aller für die weitere Untersuchung grundlegenden Begrifflichkeiten, Konzepte und Methoden – wie insbesondere die qualitative Inhaltsanalyse.
Daran schließt sich die Analyse der Studie von Schaumburg et al. an, die vor diesem Hintergrund dann betrachtet werden kann. Bei der Analyse wird chronologisch entlang der untersuchten Studie vorgegangen und erforscht, wie die Umsetzung der Methoden in diesem konkreten Beispiel ablief. Im Schlusskapitel werden die einzelnen Kapitel noch einmal in Zusammenhang gesetzt, bevor es zur abschließenden Beantwortung der Fragestellung und einem Ausblick kommt.
Im Folgenden wird die bereits erwähnt Studie von Schaumburg et al. aus dem Jahre 2019 genauer betrachtet. In der Studie wurden Lehramtsstudierende zu ihrem Verständnis des Inklusionsbegriffs schriftlich befragt, was anschließend mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurde. Die Studie ist daher inhaltlich interessant, da sie Aufschluss über die verschiedenen Auffassungen von Inklusion bietet.
Die Ergebnisse solcher Untersuchungen sollten allerdings nicht isoliert von der Methodik betrachtet werden, da Forschungsgegenstand und -design immer stark zusammenhängen. Auf einer weiteren Ebene ist daher von Interesse, wie die gewählte Methode die erzielten Ergebnisse ermöglicht hat. Wie bereits beschrieben, ist die Begriffsklärung absolut grundlegend, bevor weitere Fragestellungen zum Thema Inklusion angegangen werden können.
Dementsprechend besteht hier noch immer eine Forschungslücke und es bedarf an weiteren Studien, die sich ähnlich wie Schaumburg et al. mit dem Inklusionsverständnis beschäftigen. Bevor jedoch weitere Studien dem Beispiel blind folgen, ist es sinnvoll, die Studie kritisch zu betrachten. Ziel ist es, Aufschluss darüber zu erlangen, ob die gewählte Methode für die
Thematik geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Inklusionsbegriff
2.2 Forschungsstand
2.3 Der Fragebogen als Erhebungsmethode
2.4 Die qualitative Inhaltsanalyse als Auswertungsmethode
3. Die untersuchte Studie
3.1 Vorstellung der Studie
3.2 Analyse der Studie
3.2.1 Theoretische Grundlage
3.2.2 Datenerhebung
3.2.3 Datenauswertung
3.2.4 Ergebnisse
3.2.5 Diskussion & Fazit
4. Schlussbetrachtung
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die Arbeit untersucht das subjektive Verständnis von Inklusion bei Lehramtsstudierenden, um wissenschaftliche Definitionsansätze mit den Vorstellungen der künftigen Lehrkräfte abzugleichen und die Eignung der qualitativen Inhaltsanalyse als Erhebungsmethode kritisch zu evaluieren.
- Theoretische Fundierung des Inklusionsbegriffs
- Methodik der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und Kuckartz
- Kritische Analyse der Studie von Schaumburg et al. (2019)
- Operationalisierung und Kategorienbildung in der Inklusionsforschung
- Vergleich zwischen theoretischen Diskursen und subjektiven Definitionen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Was ist eigentlich Inklusion? „Die Einbindung von behinderten Kindern in den Schulunterricht“ (SCHAUMBURG et al. 2019: 9), so eine LehramtsstudentIn, die im Rahmen einer Studie von SCHAUMBURG et al. zu ihrem Verständnis dieses Begriffs befragt wurde. Laut DUDEN bedeutet der Begriff in der Pädagogik die „gemeinsame Erziehung beeinträchtigter und nicht beeinträchtigter Kinder in Kindergärten und (Regel)schulen“ (2022) und stammt von dem lateinischen Wort inclusio ab, dass sich mit „Einschließung“ übersetzen lässt. Diese Auffassung ist nicht unüblich bzw. sogar sehr verbreitet, in den bildungswissenschaftlichen Bereichen ist sie inzwischen jedoch nicht mehr hinreichend. Eine geeignete(re) Definition aufzustellen stellt sich allerdings als nicht gerade simpel heraus, wie im weiteren Verlauf dieser Arbeit deutlich gemacht wird. Denn es geht nicht nur darum, ein Synonym zu finden, sondern eben auch herauszustellen, was Inklusion genau bedeutet und was damit einhergeht.
Die Bedeutsamkeit wird schnell erkennbar. „Der Inklusionsbegriff ist aktuell in aller Munde“, so WERNING & ARNDT (2015: 55), denn Inklusion ist ein Thema was in der Zukunft nur an Relevanz gewinnen wird. AkteurInnen wird verschrieben, dass Schulen und Klassenräume inklusiv sein sollen, doch wie soll das funktionieren, wenn nicht einmal präzisiert wird, was das bedeutet? Daraus ergeben sich offensichtliche Handlungsprobleme für die Praxis (vgl. PIEZUNKA et al. 2017: 208). Es ist also unausweichlich, sich mit der Begrifflichkeit und ihrer Bedeutung sowie verschiedenen Auffassungen genauer zu beschäftigen. Während hierbei eine Vielfalt von Perspektiven existiert, ergibt sich mein persönliches Interesse aus meiner Rolle als angehende Lehrkraft. Im Lehramtstudium wird man ebenfalls häufig mit der Thematik konfrontiert, daher ist es für mich – genauso wie für andere LehramtsstudentInnen – wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Viele Fragen kommen im Laufe der Lehrausbildung auf, bspw. zur konkreten Umsetzung von Inklusion im Klassenraum. Bevor diese oder ähnliche Fragen jedoch angegangen werden können, muss zunächst einmal eine Basis geschaffen werden. Diese kann entstehen, indem sich bewusst mit den verschiedenen existierenden Inklusionsverständnissen auseinandergesetzt wird und diese kennengelernt werden, um schließlich auch einen reflektierten Umgang mit dem Begriff zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Inklusionsbegriffs im Lehramtsstudium und formuliert das Ziel der Arbeit, die Studie von Schaumburg et al. kritisch zu analysieren.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Forschungsstand, erläutert verschiedene Inklusionsverständnisse und führt in die qualitativen Methoden der Befragung und Inhaltsanalyse ein.
3. Die untersuchte Studie: Hier erfolgt eine chronologische Analyse der Studie von Schaumburg et al., von der theoretischen Grundlage über Datenerhebung und -auswertung bis hin zur Diskussion der Ergebnisse.
4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage nach der Eignung der qualitativen Inhaltsanalyse für diesen Forschungsgegenstand.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Inklusion, Inklusionsverständnis, Qualitative Inhaltsanalyse, Lehramtsstudierende, Lehrerbildung, Subjektive Definitionen, Pädagogik, Sonderpädagogik, Fragebogenforschung, Kategorienbildung, Bildungswissenschaften, Schulpraxis, Mayring, Kuckartz, Diskursanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie Lehramtsstudierende den Begriff der Inklusion definieren und inwieweit diese subjektiven Vorstellungen mit fachwissenschaftlichen Definitionen korrespondieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Inklusionskonzepten, der methodischen Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse und der professionellen Reflexion von Inklusion im Kontext der Lehrerausbildung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern ist die qualitative Inhaltsanalyse geeignet, die verschiedenen Verständnisse von Inklusion zu erfassen?“
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Analyse der Studie von Schaumburg et al. sowie einen methodischen Vergleich von Ansätzen der qualitativen Inhaltsanalyse, insbesondere jenen nach Mayring und Kuckartz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Inklusionsbegriffe und eine kritische Auseinandersetzung mit einer empirischen Studie, wobei der gesamte Forschungsprozess vom Design bis zur Ergebnisdiskussion hinterfragt wird.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Inklusionsverständnis, qualitative Inhaltsanalyse, subjektive Definitionen, Lehrerprofessionalität und Kategorienbildung.
Wie wird in der Analyse zwischen engen und weiten Inklusionsverständnissen unterschieden?
Die Arbeit differenziert – angelehnt an Vorlagen von Sander und Schaumburg et al. – zwischen einem engen, behinderungsbezogenen Verständnis und einem weiten, diversitätsorientierten Verständnis, das individuelle Bedürfnisse in den Vordergrund stellt.
Warum ist die Analyse der Studie von Schaumburg et al. für angehende Lehrkräfte von Bedeutung?
Sie verdeutlicht, dass eine präzise Begriffsdefinition unabdingbar ist, um die reale Umsetzung von Inklusion im Klassenraum erfolgreich gestalten zu können und ein Bewusstsein für die eigene professionelle Haltung zu schärfen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Untersuchung der Erfassbarkeit verschiedener Inklusionsverständnisse. Eine qualitative Inhaltsanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1464361