„Habt Ehrfurcht vor dem Baum!
Er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes und von niedriger Gesinnung des Einzelnen.“
(Alexander von Humboldt)
Das Zitat des Naturforschers und Geografen Alexander von Humboldt macht unmissverständlich klar, dass diejenigen, die der Natur feindselig gegenüberstehen, ungebildete Menschen sind. Im Umkehrschluss lässt sich behaupten, dass hingegen gebildete Menschen sich die Natur zum Freund machen. Ebenso lässt sich interpretieren, dass die Natur den Menschen heutzutage nicht mehr heilig ist. Die Bildung des Menschen stellt nach dem Verständnis des Zitats eine wesentliche Größe dar. Daher ist es überaus wichtig, dass Bildungseinrichtungen in Zeiten fortschreitender Naturentfremdung geeignete Verfahren und Methoden entwickeln müssen, um diesen Trend entgegenzuwirken. Um die Natur verstehen zu können, ist es hilfreich, diese zu erleben und nicht nur von Berichten oder anderen sekundären Quellen zu zehren. Seit vielen Jahren versuchen verschiedene Institutionen, die Bewahrung der Natur durch Aufklärungsarbeit zu gewährleisten und die Menschen zu einer engeren Naturverbundenheit zu bewegen. Ziel der Umweltbildung ist unter anderem, dass die Menschen begreifen sollen, dass sie von der Natur abhängig sind und daher ein kluger und zukunftssicherer Umgang der natürlichen Ressourcen von Nöten ist. Auf der neunten Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung, am 23.11.2009, lobte und kritisierte die deutsche Bundeskanzlerin die Fortschritte der BRD hinsichtlich der nachhaltigen Entwicklung. In ihrer Rede griff sie das Motto des Nachhaltigkeitsrates, „Nachhaltigkeit in einer sich ändernden Welt - Weichenstellung für Deutschland“ , auf und machte unmissverständlich klar, dass das Prinzip der Nachhaltigkeit noch nicht in allen Gesellschaftsschichten verankert sei und daher weiterer Aufklärungs- und Handlungsbedarf besteht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Agenda 21 und nachhaltige Entwicklung
- Wald und Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Konkrete Beispiel für eine Unterrichtseinheit zum Thema „Ökosystem Wald“
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema "Ökosystem Wald" im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie untersucht, wie das Leitbild der Nachhaltigkeit bereits in der Grundschule vermittelt und umgesetzt werden kann, insbesondere durch den Einsatz des außerschulischen Lernorts Wald.
- Die Bedeutung der Bildung für nachhaltige Entwicklung und ihre Rolle in der Bewältigung der globalen Herausforderungen
- Das Ökosystem Wald als Beispiel für die Vermittlung von Nachhaltigkeitsprinzipien
- Die Rolle des außerschulischen Lernorts Wald für die Erweiterung des Lernprozesses
- Die Herausforderungen und Möglichkeiten der Umsetzung einer Unterrichtseinheit zum Thema "Ökosystem Wald" in der Grundschule
- Die Bedeutung der Gestaltungskompetenz als Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
- Das Kapitel "Einleitung" führt in das Thema der Nachhaltigkeit und der Naturverbundenheit ein. Es diskutiert die Bedeutung von Bildungseinrichtungen bei der Bewältigung des Trends der Naturentfremdung und stellt die Zielsetzung der Arbeit vor.
- Das Kapitel "Agenda 21 und nachhaltige Entwicklung" befasst sich mit der Entstehung und den Zielen der Agenda 21, einem internationalen Aktionsprogramm für nachhaltige Entwicklung. Es beleuchtet die Bedeutung der globalen und lokalen Ebene bei der Umsetzung nachhaltiger Entwicklung.
- Das Kapitel "Wald und Bildung für nachhaltige Entwicklung" behandelt das Ökosystem Wald als Beispiel für die Vermittlung von Nachhaltigkeitsprinzipien. Es erläutert die Geschichte, Funktionen, Gefahren und Ökologie des Waldes sowie die Bedeutung der Waldpädagogik.
Schlüsselwörter
Bildung für nachhaltige Entwicklung, Ökosystem Wald, Agenda 21, außerschulischer Lernort, Gestaltungskompetenz, Waldpädagogik, Naturentfremdung, nachhaltige Nutzung von Ressourcen, Umweltbildung.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)?
BNE ist ein Bildungskonzept, das Menschen befähigt, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.
Warum ist der Wald ein geeigneter Lernort für BNE?
Der Wald dient als außerschulischer Lernort, an dem Kinder ökologische Zusammenhänge direkt erleben können, was der zunehmenden Naturentfremdung entgegenwirkt.
Was ist die Agenda 21?
Die Agenda 21 ist ein internationales Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, das Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung in ökologischen, ökonomischen und sozialen Bereichen festlegt.
Welche Rolle spielt die Gestaltungskompetenz in der Grundschule?
Gestaltungskompetenz ist das Ziel der BNE und bezeichnet die Fähigkeit, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung zu erkennen.
Wie kann das Ökosystem Wald im Unterricht vermittelt werden?
Durch konkrete Unterrichtseinheiten und Waldpädagogik können Funktionen, Gefahren und die Ökologie des Waldes sowie der kluge Umgang mit Ressourcen praxisnah gelehrt werden.
Was kritisierte die Bundeskanzlerin 2009 zum Thema Nachhaltigkeit?
Sie bemängelte, dass das Prinzip der Nachhaltigkeit noch nicht in allen Gesellschaftsschichten ausreichend verankert sei und weiterhin Handlungsbedarf bestehe.
- Quote paper
- Thomas Gräfe (Author), 2009, Bildung einer nachhaltigen Entwicklung in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146448