Der Peloponnesische Krieg bei Thukydides


Seminararbeit, 2006
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thukydides, Leben und Wirken

3. Grundlegende Formen der Kriegfuhrung und Thukydides Verstandnis des Krieges

4. Thukydides Ober die Sizilische Expedition

5. Resumee

6. Literaturverzeichnis

1 . Einleitung

Der Peloponnesische Krieg war die gröflte militärische Auseinandersetzung in der Zeit des Thukydides, er war der grofle Krieg der griechischen Antike. Das wertvollste Zeugnis von diesem liefert uns Thukydides, der den Krieg vom Ausbruch an detailliert dokumentierte. Anders als seine Vorgänger dokumentierte er nicht nur zum ersten mal Zeitgeschichte, sondern legte auch als erster soviel Wert auf exakte Recherche und glaubwürdige Quellen wie es ihm eben unter den gegeben Umständen moglich war. Auch legte er, durchaus nicht selbstverständlich, Wert auf eine realistische Wiedergabe des Geschehnen, unter Verzicht auf episch-heroische Darstellungen. Ziel dieser Arbeit wird es sein Thukydides Werk zu prüfen auf Hinweise, die Rückschlüsse auf das militärische Verständnis des Autors zulassen. Zu diesem Zweck wird zunächst auf Thukydides selbst eingegangen, auf seine Vorgeschichte sowie auf Besonderheiten seiner Aufzeichnung. Im Anschluss wird ein kurzer Uberblick gegeben werden wie Taktik und Gefechte zu Zeiten vor bzw. während des Peloponnesischen Krieges überhaupt ausgesehen haben, um hernach einzugehen auf einzelne Details in „Der Peloponnesische Krieg" welche die erkennen lassen welches Verständnis Thukydides von den Kriegswirren seiner Zeit gehabt haben kann. Abschlieflend soll noch auf die Sizilische Expedition eingegangen werde, da sie sowohl einen Schlüsselbaustein des Krieges darstellt, als auch Thukydides uns hier beredtes Zeugnis gibt. In erster Linie habe ich für diese Arbeit „Der Peloponnesische Krieg" selbst verwandt, in der Ubersetzung von August Horneffer, erschienen im Phaidon Verlag in der Ausgabe von 1993. An Sekundär — und Forschungsliteratur werde ich mich vornehmlich auf die „Geschichte der Kriegskunst" von Hans Delbrück und „Thukydides Weg zur Geschichtsschreibung" von Jürgen Malitz stützen.

2. Thukydides, Leben und Wirken

Thukydides hebt sich als Historiker in vielerlei Hinsicht von anderen antiken Autoren ab. Das wird nicht zuletzt deutlich dadurch, dass er sein Werk bereits begonnen haben muss als er noch relativ jung an Jahren war. Dies ist ersichtlich aus der der Begebenheit, dass er im Jahre 424 zum Strategen von den Athenern gewählt worden ist, was ein Mindestalter von 30 Jahren zwar nicht mit absoluter Sicherheit bedingt, aber sehr wahrscheinlich macht. Da der Krieg 404 endete, und Thukydides danach weiter an seinem Werk gearbeitet hat, ist anzunehmen, dass er bei Beginn des Krieges ungefähr Mitte zwanzig gewesen sein muss. Darüber hinaus verweist Malitz auf das 2. Proömium, in welchem Thukydides selbst scheinbar glaubt sich für sein junges Alter bei Beginn seiner Arbeit rechtfertigen zu müssen.1 Die Umstände, dass er sowohl bei seiner Berichterstattung eine für seine Zeit keineswegs übliche militärisch detaillierte Wiedergabe der Ereignisse verfolgt, als auch dass er seinen Informationsquellen bzw. Gewährsmännern in dieser Hinsicht auch präzise Fragen stellen musste um diese Informationen in ein akkurates Gesamtbild einzufügen, legen den Schluss nahe, dass er bereits 431 über eine gewisse militärische Grundbildung verfügt haben muss2. Für eine militärische Karriere ist nicht zuletzt auch sein Feldherrenposten 424 bezeichnend. Hierfür, und für den militärischen Weitblick des Thukydides, spricht ebenso seine Bemerkung gleich am Anfang des Werkes, wonach er den bevorstehenden Krieg für den gröflten und gleichsam berichtenswertesten hält.3 An Kriterien, welche den Krieg so berichtenswert machen, legt er allerdings nicht die vor ihm üblichen an. Es stehen nicht die Hedentaten oder glänzende Heroen im Mittelpunkt, es wird auch keine der Parteien erkennbar glorifiziert, worauf der Autor sein Augenmerk richtet ist das Ausmaa an Katastrophen und Leiden, welches nicht lediglich Athen, sondern die ganze hellenische Zivilisation zu erleiden haben wird. Dies spricht ebenfalls für einen sehr nüchternen Beobachter, und zumal für einen der weifl, dass er über einen Krieg schreibt, der zum einen erbarmungslos und zum anderen in bisher nicht dagewesenem Maflstab geführt werden wird. Darüber hinaus glaubt er zu erkennen, dass die miteinander Krieg führenden Parteien auf dem Höhepunkt sowohl ihrer militärischen Macht als auch ihrer zivilisatorischen Blüte stehen. Aber nicht nur, dass er sah, dass sie in der „Vollkraft ihrer Kriegsrüstung" gegeneinander zogen, er glaubte auch bereits 431 daran, dass sich über kurz oder lang alle anderen Parteien der zivilisierten Welt einer von beiden Seiten anschlieflen würden.4

Ein weiteres Indiz dafür, dass man Thukydides als fähigem Beobachter des Geschehens glauben schenken darf ist, dass er trotz seiner Zugehörigkeit zu Athen an keiner Stelle eine subjektiv gefärbte Meinung gegen den Gegner erkennen lässt, er berichtet meist neutral und wenn er indirekt lobt oder tadelt ist keine persönliche Sympathie oder Antipathie zu erkennen.

Die Setzung der Akzente nach den Ausmaflen des Leidens und nicht nach heroischem Glanz zieht sich in einem Fort durch alle Bücher der Aufzeichnungen. Auch hier, bei der Schilderung militärischer Grausamkeiten, welche durchaus gegen die Konventionen der damaligen Kriegsführung verstoflen, stellt er keine Seite als besser oder schlechter dar. Vielmehr betrachtet er sie nüchtern in ihrer ganzen, sozusagen, „unmenschlichen Menschlichkeit", z.B. wenn er beschreibt wie die Athener bereits im zweiten Kriegsjahr Gesandte und Gefangene ohne Urteil und ohne sie anzuhören einfach umbringen, ebenso wie es die Spartaner mit allen taten die sie auf dem Meer fingen, seien es Athener, Verbündete der Athener oder gänzlich unbeteiligte.5 So erkennt und beschreibt er den beginnenden Verfall der Sitten im Krieg, der überall da zu finden ist, wo sich ein Vorteil daraus ergibt.

[...]


1 MALITZ, Jürgen, Thukydides' Weg zur Geschichtsschreibung, Anmerkung 8.

2 Ebd., Kap. II.

3 THUKYDIDES, Der Peloponnesische Krieg, S 3.

4 Ebd., S 3.

5 Ebd., S. 167 f.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Peloponnesische Krieg bei Thukydides
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Die Griechen im westlichen Mittelmeer
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V146458
ISBN (eBook)
9783640567454
ISBN (Buch)
9783640567553
Dateigröße
411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peloponnesische, Krieg, Thukydides
Arbeit zitieren
Thomas Marx (Autor), 2006, Der Peloponnesische Krieg bei Thukydides, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146458

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