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Protektionismus in der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union

Titel: Protektionismus in der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union

Seminararbeit , 2016 , 26 Seiten

Autor:in: Samuel Huber (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union (EU) bildete schon in den Verhandlungen zu den Römischen Verträgen 1957 einen zentralen Bestandteil, aber auch einer der am kontrovers diskutiertesten Politikbereiche. Auch heute noch ist die GAP einer der am härtesten umkämpften Politikbereiche der EU, sowohl zwischen Landwirten und der auf Agrarprodukte angewiesenen Industrie, als auch zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten. Einigkeit besteht einzig darüber, dass die Landwirtschaft ein spezieller Sektor darstellt und somit auch durch spezielle Massnahmen geregelt werden muss. Die heute geltende Agrarpolitik ist noch immer stark von staatlich-protektionistischen Massnahmen geprägt. Aus neoliberaler Sicht führen Massnahmen, welche den Wettbewerb einschränken zu Wohlfahrtsverlusten und ökonomische Berater empfehlen schon seit geraumer Zeit die Abschaffung der staatlichen Protektion des Agrarsektors.

Diese Arbeit versucht die Frage nach den Gründen des gegenwärtigen Protektionismus in der Agrarpolitik zu erörtern. Um die Agrarpolitik der EU zu verstehen gilt es zuerst den Untersuchungsgegenstand abzugrenzen und die Besonderheiten des Agrarsektors zu identifizieren.

Danach soll die Agrarpolitik der EU aus einer historischen Perspektive betrachtet werden, dabei soll erörtert werden inwiefern die heute geltenden protektionistischen Elemente auch durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt sind. Danach werden die wohlfahrts- und politökonomischen Instrumente an der GAP angewendet.

Innerhalb der GAP werden die Märkte der wichtigsten Agrarprodukte durch sogenannte Marktordnungen geregelt. Dabei spielen der Zuckermarkt und die zugehörige Zuckermarktordnung eine wesentliche Rolle und sollen in dieser Arbeit genauer untersucht werden. Ziel ist es mit den erwähnten Methoden der Neuen Politischen Ökonomie zu erklären weshalb diese aus der wohlfahrtsökonomischer Sicht schädlichen Marktordnung derart lange aufrecht erhalten werden konnte. Welche Akteure taten sich in der Formulierung hervor und welche Partialinteressen wurden bedient, wer wurde durch die Regelung ökonomisch schlechter gestellt und weshalb konnten diese Akteure weniger gut ihre Interessen artikulieren als andere.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil

2.1. Methodik

2.2. Wohlfahrtsökonomische Instrumente zur Bewertung

2.2.1. Angebot-Nachfrage-Modell bei einer offenen Wirtschaft

2.3. Politökonomische Analyse

2.3.1. Annahmen der Neuen Politischen Ökonomie

2.3.2. Der Markt für Protektionismus

2.3.3. Organisierbarkeit von Interessen

3. Der Agrarsektors als Untersuchungsgegenstand

3.1. Abgrenzung und Gegenstand von Agrarpolitik und -sektor

3.2. Besonderheiten des Agrarsektors

4. Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union

4.1. Historische Entwicklungen

4.2. Wohlfahrtökonomische Analyse

4.3. Politökonomische Aspekte

4.4. Das Beispiel der Zuckermarktordnung

4.4.1. Wohlfahrtsökonomische Analyse

4.4.2. Politökonomische Analyse

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für den anhaltenden Protektionismus in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Das primäre Ziel ist es, unter Anwendung wohlfahrtsökonomischer Methoden sowie der Neuen Politischen Ökonomie zu erklären, warum volkswirtschaftlich ineffiziente Marktordnungen, wie beispielhaft jene für Zucker, über lange Zeiträume hinweg politisch aufrechterhalten werden konnten.

  • Historische Entwicklung und Einordnung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU
  • Wohlfahrtsökonomische Bewertung staatlicher Markteingriffe mittels Angebot-Nachfrage-Modellen
  • Anwendung der Neuen Politischen Ökonomie zur Analyse politischer Akteure und Entscheidungsprozesse
  • Untersuchung der Bedeutung von Interessensgruppen und deren Organisierbarkeit nach Mancur Olson
  • Fallbeispiel der EU-Zuckermarktordnung zur Veranschaulichung der Reformresistenz

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Der Markt für Protektionismus

Protektionismus kann aus Sicht der Neuen Politischen Ökonomie als öffentliches Gut betrachtet werden für welches ein Angebot und eine Nachfrage besteht. Nachfrager sind potentiell durch Protektionismus bevorteilte Akteure, welche ohne den staatlichen Schutz auf internationalen Märkten nicht wettbewerbsfähig wären. Oft werden Interessen dieser Akteure durch Arbeitnehmer und Interessensverbände der tangierten Sektoren artikuliert, da diese Gruppen ebenfalls an den durch Protektion erreichten Renten partizipieren können. Da aber auch bei der Lobby Tätigkeit die Grenzkosten für mehr Protektion zunehmend sind, werden diese ab einem gewissen Zollschutz nicht mehr für eine weitere Erhöhung plädieren. Solange der Grenznutzen der Interessenverbände aber höher ist als die Grenzkosten haben sie eine gute Argumentationsbasis, da der Abbau von Protektion meist einen gut sichtbaren und unmittelbaren Einfluss auf die betroffenen Sektoren hat.

In der Gegenposition stehen Exporteure, welche für Freihandel votieren, da sie befürchten müssen, dass bei einer Erhöhung der Protektion im Inland das Ausland Gegenmassnahmen ergreifen wird und folgend die eigene Marktposition geschwächt wird. Jedoch ist ihre Verhandlungsposition schwächer als jene der Protektionisten da ihre Schäden indirekter Natur sind. Diese Schäden entstehen durch eine „entgangene Möglichkeit“ und lassen sich nicht einfach quantifizieren, was sie für die Wähler weniger greifbar macht. Auch multinationale Firmen haben ein Interesse an einer möglichst auf Freihandel ausgerichteten Wirtschaftspolitik, da sie international wettbewerbsfähig sind und Protektionismus einer Einengung ihrer Möglichkeiten entspricht. Die grösste aller Interessensgruppen stellen die Konsumenten dar, welche durch Protektion vor allem höhere Preise bezahlen müssen und somit an Freihandel interessiert sein müssten. Jedoch ist ihre Position nicht ganz so eindeutig, denn die Konsumenten treten zugleich auch als Arbeitnehmer oder Arbeitgeber auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Kontroversen um die GAP und definiert das Ziel, die Ursachen für protektionistische Maßnahmen durch eine interdisziplinäre Analyse zu ergründen.

2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel legt die methodischen Grundlagen fest, indem es wohlfahrtsökonomische Bewertungsinstrumente und die Axiome der Neuen Politischen Ökonomie vorstellt.

3. Der Agrarsektors als Untersuchungsgegenstand: Die Abgrenzung des Agrarsektors verdeutlicht dessen Sonderrolle im ökonomischen System und begründet die Notwendigkeit einer spezifischen Analyse.

4. Die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union: Hier erfolgt eine historische Einordnung der GAP, die wohlfahrtsökonomische Analyse der Zölle sowie eine politökonomische Untersuchung der Zuckermarktordnung.

5. Fazit und Ausblick: Diese Sektion fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Persistenz protektionistischer Maßnahmen maßgeblich auf die bessere Organisierbarkeit von Interessen seitens der Begünstigten zurückzuführen ist.

Schlüsselwörter

Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, Protektionismus, Neue Politische Ökonomie, Wohlfahrtsökonomie, Zuckermarktordnung, Zölle, Marktintervention, Interessenverbände, Lobbyismus, Kollektivgüter, Agrarsektor, EU-Handelspolitik, Reformresistenz, Homo oeconomicus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Gründe für den anhaltenden Protektionismus innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentral sind die historischen Entwicklungen der EU-Agrarpolitik, wohlfahrtsökonomische Analysen der Markteingriffe sowie politökonomische Erklärungsansätze für die politische Reformresistenz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, auf Basis der Neuen Politischen Ökonomie zu erklären, warum volkswirtschaftlich ineffiziente Regelungen wie die Zuckermarktordnung trotz Kritik über lange Zeit aufrechterhalten werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es werden wohlfahrtsökonomische Instrumente (wie das Angebot-Nachfrage-Modell) mit einer politökonomischen Analyse kombiniert, um sowohl die wirtschaftlichen Folgen als auch das Verhalten politischer Akteure zu beleuchten.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Abgrenzung des Agrarsektors, die historische Aufarbeitung der GAP sowie eine konkrete Fallstudie zur Zuckermarktordnung.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Protektionismus, Neue Politische Ökonomie, Agrarpolitik, Interessenorganisation und Wohlfahrtsverlust.

Warum ist die Zuckermarktordnung ein zentrales Beispiel der Arbeit?

Sie dient als exemplarisches Fallbeispiel für eine besonders reformresistente Marktordnung, an der sich die theoretischen Modelle der Arbeit hervorragend validieren lassen.

Welche rolle spielen Interessengruppen bei der Aufrechterhaltung von Protektion?

Nach der Argumentation von Mancur Olson sind es vor allem kleine, homogene Gruppen mit großen Einzelinteressen, die ihre Lobby-Interessen deutlich besser artikulieren können als eine diffuse Masse an Konsumenten.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Protektionismus in der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union
Hochschule
Universität Basel  (WWZ)
Autor
Samuel Huber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
26
Katalognummer
V1464598
ISBN (PDF)
9783389010204
ISBN (Buch)
9783389010211
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Protektionismus Agrarpolitik EU
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Samuel Huber (Autor:in), 2016, Protektionismus in der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1464598
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Leseprobe aus  26  Seiten
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