In dieser Arbeit geht es um eine Auseinandersetzung mit der Gender-"Problematik" im Rahmen des Musikunterrichtes. Dabei wird Bezug auf das dominierende Männer- und Frauenbild genommen und dessen Präsenz in der Schule wie auch im Musikunterricht betrachtet, woraufhin ein Ausblick auf mögliche pädagogische Maßnahmen gegeben wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Musikleistungskontrolle
2 Gender
2.1 Gender, sex und Gender Mainstreaming
2.2 Das dominierende Männer- und Frauenbild
2.3 Gender in der Schule
2.4 Gender im Musikunterricht
3 Pädagogische Maßnahmen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Geschlechterstereotypen auf den Musikunterricht und die damit verbundene Leistungsbewertung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie traditionelle Rollenbilder die Wahrnehmung von musikalischer Begabung beeinflussen und welche Ansätze für einen geschlechtergerechteren, modernen Unterricht existieren.
- Die Problematik der Musikleistungskontrolle und deren geschlechtsspezifische Verzerrung.
- Theoretische Grundlagen zu Gender, Sex und gesellschaftlichen Rollenbildern.
- Die Relevanz von Geschlechterkonstruktionen in schulischen Lernumgebungen.
- Autodidaktische Lernwege von Jungen und Mädchen in der Musik.
- Entwicklung pädagogischer Maßnahmen für eine moderne, inklusivere Musikdidaktik.
Auszug aus dem Buch
Die Musikleistungskontrolle
Der Musikunterricht gehörte zu einem meiner liebsten Unterrichtsfächer. Dies lag vor allem daran, dass ich in meiner Freizeit Klavier spielte und in einem Jugendchor sang und somit Noten, Takt und das Singen keine Hürden darstellten und mir sogar Spaß machten. Dies zeigte sich natürlich auch in meinen Schulnoten – ich war eine typische Einserkandidatin, und dies von der fünften bis zur zwölften Klasse. Im Unterricht wurde Musikgeschichte vermittelt, man lernte Komponisten kennen, besprach verschiedene Instrumente und übte Tonleitern. Auch der Gesang gehörte zur „Musikausbildung“ – ob gemeinsamer Chorgesang oder der Versuch eines Kanons, in fast jeder Stunde kam dies nicht zu kurz. Dabei lernte man jedoch in den seltensten Fällen das Singen, ging doch das Individuum im gemeinsamen Singversuch kläglich unter. Dennoch stand in jedem Halbjahr eine Singeleistungskontrolle an, bei der jeder Schüler ein Lied vor der Klasse präsentieren musste. Ob a capella, mit Unterstützung einer CD oder mit der Klavierbegleitung durch die Lehrerin, die Art des Liedvortrages stand jedem frei.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Musikleistungskontrolle: Der Abschnitt reflektiert die subjektiven Erfahrungen der Autorin mit der schulischen Gesangsbewertung und kritisiert die darauf basierenden geschlechtsspezifischen Notenvergaben.
2 Gender: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Begrifflichkeiten von Gender und Sex sowie die historische Entwicklung gesellschaftlich dominanter Männer- und Frauenbilder und deren Auswirkung auf Schule und Musikunterricht.
3 Pädagogische Maßnahmen: Hier werden Lösungsansätze diskutiert, wie der Musikunterricht durch ein offenes Klima, moderne Lehrinhalte und das Ende der klassischen Leistungskontrolle geschlechtergerechter gestaltet werden kann.
Schlüsselwörter
Gender, Musikunterricht, Leistungskontrolle, Geschlechterstereotypen, Rollenbilder, Musikdidaktik, Gender Mainstreaming, Autodidaktisches Lernen, Instrumentenwahl, Gleichstellung, Schule, Sozialisation, Identitätsmuster, Pädagogik, Musikgeschmack.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, inwieweit das Geschlecht der Schüler und Schülerinnen deren Erfahrung und Bewertung im Musikunterricht beeinflusst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Geschlechtertheorie, die soziale Konstruktion von Rollenbildern, schulische Sozialisationsprozesse und die Spezifika des Musikunterrichts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Aufdeckung diskriminierender Strukturen bei der Leistungsbewertung und die Forderung nach einem individuellen, geschlechtergerechten Unterrichtsansatz.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu soziologischen und musikpädagogischen Studien sowie der kritischen Reflexion bestehender Unterrichtspraktiken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Unterschiede zwischen dem Konstrukt „Gender“ und dem biologischen „Sex“, untersucht die Dominanz traditioneller Rollenbilder und analysiert das Lernverhalten von Jungen und Mädchen in der Musik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gender, Musikunterricht, Leistungskontrolle, Geschlechterstereotypen und Instrumentenwahl.
Warum wird die klassische Musikleistungskontrolle kritisiert?
Die Autorin kritisiert, dass das Singen vor der Klasse oft als Demütigung empfunden wird und die Notenvergabe nicht die tatsächliche musikalische Entwicklung fördert, sondern Stereotype reproduziert.
Welche Rolle spielen moderne Instrumente?
Die Einbindung moderner Instrumente wird als impulsgebend bewertet, um sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen das Interesse an Musik zu wecken und Vorurteile gegenüber technischeren Musikbereichen abzubauen.
- Quote paper
- Maria Jeß (Author), 2009, Gender im Musikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146523