Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Methodologie und Methoden

Die Rolle des Interviewers in narrativen Interviews

Titel: Die Rolle des Interviewers in narrativen Interviews

Hausarbeit , 2003 , 26 Seiten , Note: sehr gut (Kommentar)

Autor:in: Julia Kutz (Autor:in)

Soziologie - Methodologie und Methoden
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Als ein zentrales Prinzip des narrativen Interviews, als Form der qualitativen Interviewforschung, wird die "Freisetzung des Erzählschemas" (Kromrey 2002, S. 4) gesehen. Dieses Prinzip bedeutet, dass die Forschungskontaktsituation so zu gestalten ist, dass sich die gewünschte Stegreiferzählung frei von Beeinträchtigungen entwickeln kann. Anhand dieser Forderung zeichnet sich bereits ab, dass der Interviewer im narrativen Interview nicht Gesprächspartner des Befragen ist, sondern den Erzählvorgang größtenteils als aktiver Zuhörer mit Interessensbekundungen unterstützen darf.
Durch die Offenheit der Kommunikationssituation, durch die der Einfluss des Interviewers bzw. Zuhörers im narrativen Interview im Vergleich mit standardisierten Verfahren betont wird, ergibt sich die Frage nach der Rolle, der besonderen Situation und den nötigen Kompetenzen seitens des Interviewers.
Im Einzelnen leiten sich aus der speziellen Situation im narrativen Interview , unterschiedliche und komplexe Anforderungen an den Interviewer hinsichtlich seiner affektiven, kognitiven und sozialen Kompetenzen ab. Erschwerend kommt bei der Analyse welche Kompetenzen genau gefordert werden hinzu, dass das narrative Interview in seinen verschiedenen Phasen auch unterschiedliche Rollenerwartungen an den Interviewer stellt.

Mit diesen und weiterführenden Fragen beschäftigt sich diese Arbeit, indem die Rolle des Interviewers in narrativen Interviews thematisiert wird. Um sich dem komplexen Thema systematisch zu nähern, geht es im ersten Kapitel um die zentralen Prinzipen qualitativer Sozialforschung und daraus abgeleitet, um zentrale Anforderungen an qualitative Interviews.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das narrative Interview als Methode der qualitativen Sozialforschung

2.1 Grundprinzipien qualitative Interviews

2.2 Definition und Besonderheiten des narrativen Interviews

3. Die Rolle des Interviewers im narrativen Interview

3.1 Anforderungen an Interviewern in qualitativen Interviews

3.2 Die Einstellung des Interviewer zum narrativen Interview

3.3 Die unterschiedlichen Rolle des Interviewer im narrativen Interview

3.4 Anforderungen an die Kompetenzen des Interviewers

4. Zusammenfassung und Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Rolle und die notwendigen Kompetenzen des Interviewers innerhalb des narrativen Interviews als Methode der qualitativen Sozialforschung. Ziel ist es, die komplexen Anforderungen an den Interviewer in den verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses systematisch herauszuarbeiten und die Bedeutung einer professionellen Interviewerhaltung zu verdeutlichen.

  • Grundprinzipien der qualitativen Sozialforschung
  • Besonderheiten und Ablaufphasen des narrativen Interviews
  • Einfluss des Interviewers auf den Forschungsprozess und Datenqualität
  • Einstellung und Haltung des Interviewers im Narrationsverlauf
  • Kompetenzprofil und methodische Anforderungen an die Gesprächsführung

Auszug aus dem Buch

Die Einstellung des Interviewers zum narrativen Interview

Bevor in dieser Arbeit detailliert auf die Rolle des Interviewers in den verschiedenen Phasen des narrativen Interviews und die damit unterschiedlichen Anforderungen eingegangen wird, scheint ein wichtiger Aspekt die grundsätzliche Einstellung des Interviewers zum narrativen Interview zu sein (vgl. Froschauer & Lueger 1992, S. 36f. ). Auf diesen Aspekt der Gespächshaltung des Interviewers soll im Folgenden kurz eingegangen werden, da sich hieraus die grundsätzlichen Anforderungen an den Interviewer während der gesamten Datenerhebung als auch im Interpretations- und Analyseprozess des narrativen Interviews ergeben. Ausserdem lassen sich aus der Einstellung des Interviewers einige Hinweise ableiten, die die Interviewführung und das Interviewklima in vielen Fällen günstig beeinflussen können.

Froschauer & Lueger (1992, S. 36f. ) haben einige Voraussetzungen hinsichtlich der Einstellung des Interviewers zum narrativen Interview, die den Verlauf positiv beeinflussen können zusammengestellt:

1. Lernen! Die interviewende Person muss im Interviewprozess sich selbst als von der befragten Person über deren Lebenswelt lernend definieren.

2. Interesse und Neugier! Der Interviewer sollte sich während der Forschungstätigkeit unvoreingenommen auf Neues und Unbekanntes einlassen, sowie die Vielfalt der im Gespräche dargestellten Phänomene möglichst genau klären und aus der Perspektive der befragten Person betrachten.

3. Keine vorschnellen (Vor-) Urteile! Dieser Aspekt bezieht sich auf das Prinzip der Offenheit, aus dem resultiert, dass die Meinungen der befragten Personen von wichtiger Bedeutung sind ohne dass der Interviewer dies bewerten und unmittelbar interpretieren sollte.

4. Die interviewte Person hat immer recht! Diese Haltung betont die Perspektive des Materials, da sozialen Phänomenen der Lebenswelt oft aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche Bedeutungen zukommen, die Widersprüche produzieren und gleichzeitig erklären können und die Differenziertheit der Sichtweisen betonen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Freisetzung des Erzählschemas und führt in die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle und den Anforderungen an den Interviewer ein.

2. Das narrative Interview als Methode der qualitativen Sozialforschung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der qualitativen Forschung sowie die spezifischen Definitionen und Besonderheiten des narrativen Interviews.

3. Die Rolle des Interviewers im narrativen Interview: Der Hauptteil analysiert detailliert die Anforderungen, die Einstellung und die unterschiedlichen Rollen des Interviewers unter Berücksichtigung der verschiedenen Interviewphasen.

4. Zusammenfassung und Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Notwendigkeit von spezifischen kommunikativen und reflexiven Kompetenzen für den Interviewer hervor.

Schlüsselwörter

Narratives Interview, Qualitative Sozialforschung, Interviewerrolle, Interviewer-Einfluss, Kommunikativität, Offenheit, Forschungsinteraktion, Datenerhebung, Erzählgenerierung, Biographieforschung, Prozesscharakter, Reflexivität, Interviewerschulung, Sozialforschung, Kompetenzprofil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Interviewers im narrativen Interview und untersucht, welche Anforderungen sich daraus für die Person des Forschenden ergeben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Prinzipien qualitativer Sozialforschung, die Phasenstruktur des narrativen Interviews sowie die Analyse der notwendigen Interviewerkompetenzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Ableitung eines Anforderungsprofils für Interviewer, um den Forschungsprozess im narrativen Interview methodisch fundiert und professionell zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und Systematisierung bestehender erzähltheoretischer Ansätze und methodischer Konzepte der qualitativen Sozialforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Anforderungen an Interviewer, die Bedeutung der persönlichen Einstellung, die Rollenvariationen während der Erzählphasen sowie spezifische Kompetenzen wie die Gesprächssteuerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen narratives Interview, Interviewerrolle, Kommunikativität, Offenheit, biographische Forschung und methodische Reflexivität.

Wie wird das narrative Interview in Phasen unterteilt?

Das Interview gliedert sich in den erzählgenerierenden Impuls (Haupterzählung), die Phase der narrativen Nachfragen und die abschließende Bilanzierungsphase.

Warum ist die Einstellung des Interviewers so entscheidend?

Die Einstellung beeinflusst maßgeblich das Interviewklima und die Qualität der gewonnenen Daten, da der Interviewer als professioneller Zuhörer den Erzählprozess aktiv moderieren muss.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rolle des Interviewers in narrativen Interviews
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Methoden der Sozialforschung
Note
sehr gut (Kommentar)
Autor
Julia Kutz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
26
Katalognummer
V14652
ISBN (eBook)
9783638199940
ISBN (Buch)
9783638837880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle Interviewers Interviews Methoden Sozialforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Kutz (Autor:in), 2003, Die Rolle des Interviewers in narrativen Interviews, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14652
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum