Viele Schüler kommen mit den Spuren vergangener Zeiten in Kontakt. Berührungspunkte ergeben sich nicht nur in ihrer eigenen Heimat, sondern besonders mit römischen Bauten während möglicher Reisen im Mittelmeerraum. Die erhaltenen Aquädukte, Brunnen, Thermen und Theater hinterlassen bei den Schülern einen bleibenden Eindruck. Den Schülern wird die Bedeutung der römischen Baukunst für die Gegenwart bewusst. Der Geschichtsunterricht soll den Schülern helfen, sich diese Blütezeit Roms vorzustellen und sich der Bedeutung bewusst zu werden.
Die vorliegende Arbeit beschreibt einen Unterrichtsversuch in einer 6. Klasse, der auf Grundlage römischer Texte die Parallelen und Unterschiede zwischen antiker und heutiger Alltagskultur untersucht. Dabei sollen die Methoden geschult und die Gemeinsamkeiten mit der Antike hinterfragt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Planung
1.1 Lerngruppenbeschreibung
1.2 Unterrichtszusammenhang
1.3 Sachanalyse
1.4 Didaktische Konstruktion
1.4.1 Relevanz
1.4.2 Konzeption des Erkenntnisprozesses der ersten Stunde
1.4.3 Konzeption des Erkenntnisprozesses der zweiten Stunde
1.4.5 Lehrziele
1.5 Methodische Überlegungen
1.6 Hausaufgaben
2. Durchführung
2.1 Erste Stunde: „Warum lebt’s sich überall besser als in Rom?“
2.2 Zweite Stunde: „Warum waren die römischen Thermen so groß?“
3. Reflexion
3.1 Lehrziele
3.2 Lerngruppe
3.3 Impulsgebung und Lehrerverhalten
3.4 Materialentscheidungen
3.5 Methodenwahl und Kompetenzförderung
3.6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob authentische Quellen für Schüler der 6. Klasse dazu beitragen können, den römischen Lebensalltag – insbesondere in Bezug auf die Wasserversorgung und die sozialen Funktionen städtischer Bauten – anschaulicher und verständlicher zu vermitteln als herkömmliche Schulbuchtexte.
- Bedeutung der römischen Wasserversorgung für den städtischen Alltag.
- Gegenüberstellung von antiken Lebensbedingungen und heutigen Vorstellungen.
- Rolle der Thermen als Orte der Hygiene, des Sports und des Soziallebens.
- Methodische Texterschließung und Quellenanalyse im Geschichtsunterricht.
- Förderung der historischen Kompetenz durch die Arbeit mit Primärquellen.
Auszug aus dem Buch
1.2 Unterrichtszusammenhang
Die dieser Arbeit zugrunde liegenden Stunden stehen im Kontext der Unterrichtseinheit „Alltagsleben in einer römischen Stadt am Beispiel der Wasserversorgung“. In den Stunden, die der Examensreihe vorausgingen, wurde abrissartig die römische Expansions- und Verfassungsgeschichte behandelt. Nach der Darstellung der Punischen Kriege beschäftigte sich die Klasse mit der daraus resultierenden Landflucht und den gesellschaftlichen Folgen bis zum Bürgerkrieg sowie der Errichtung des Prinzipats durch Augustus. Der Aufstieg Roms zur Hauptstadt eines Weltreichs in der Kaiserzeit, verbunden mit den größeren Bauten und der Zunahme der Stadtbevölkerung, bildet die Grundlage für die hier vorgestellte Unterrichtseinheit mit dem Rahmenthema „Wasser und Wohnen“.
Den Auftakt zu dieser Einheit bildet die Erkenntnis der Aquädukte als Hauptaspekt der innerstädtischen Wasserverteilung. Dadurch können die Schüler in den hier reflektierten Stunden wesentliche Elemente des römischen Alltags in Abhängigkeit von der Wasserversorgung thematisieren. Dem Verlauf des Wassers folgend bearbeiten die Schüler also nacheinander das Aquädukt, dann die Insulae, weil deren Bewohner die öffentlichen Brunnen nutzten, danach die erst zweitrangig versorgten Thermen und im Anschluss daran die Spiele, wie sie in Kolosseum und Circus Maximus stattfanden. Die Grundidee der Wasserversorgung wird im späteren Verlauf der Einheit „Alltagsleben im Römischen Kaiserreich“ weitergeführt, da hierbei die Abwasserversorgung im Zusammenhang mit dem Straßenbau und den Handelswegen thematisiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Planung: Beschreibt die Zusammensetzung der Lerngruppe, den fachlichen Kontext der Unterrichtseinheit sowie die didaktischen und methodischen Überlegungen zur Durchführung.
2. Durchführung: Dokumentiert den konkreten Unterrichtsverlauf der beiden Stunden und reflektiert die Schülerreaktionen sowie die Anwendung der geplanten Materialien.
3. Reflexion: Analysiert den Erfolg der gesetzten Lehrziele, das Lehrerverhalten, die Eignung der gewählten Materialien sowie die geförderte Methodenkompetenz.
Schlüsselwörter
Römisches Reich, Kaiserzeit, Wasserversorgung, Aquädukte, Thermen, Alltagsleben, Insulae, Geschichtsunterricht, Quellenarbeit, Methodenkompetenz, Juvenal, Seneca, Stadthygiene, Unterrichtsplanung, Antike
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert einen Unterrichtsversuch in einer 6. Klasse, der das Ziel verfolgt, den römischen Alltagslebensalltag mithilfe authentischer Quellen greifbar zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die römische Wasserversorgung, das Leben in städtischen Miethäusern (Insulae) und die vielfältige Bedeutung der öffentlichen Thermen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob authentische historische Quellen den Schülern einen lebendigeren und anschaulicheren Einblick in das Leben der Römer bieten können als die im Schulbuch üblichen grafischen Darstellungen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine didaktische Planung und Reflexion angewandt, die schwerpunktmäßig auf der quellennahen Texterschließung und der Analyse von Primärtexten basiert.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit, die Protokollierung der tatsächlichen Durchführung in zwei Schulstunden sowie eine kritische Reflexion der Ergebnisse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Wasserversorgung, Anschaulichkeit, Quelleninterpretation, Fremdverstehen und Methodenkompetenz.
Wie wurde das Problem der Satire bei Juvenal im Unterricht gelöst?
Der Lehrer verdeutlichte den Schülern den Begriff der Satire als bewusste Übertreibung zur Kritisierung, um ein falsches Verständnis der historischen Gegebenheiten zu vermeiden.
Warum war der fiktive Brief für die zweite Stunde notwendig?
Da die überlieferten Originaltexte keine ausreichend anschauliche Übersicht zum Aufbau und zur Funktion einer Therme für Sechstklässler boten, wurde ein fiktiver Brief genutzt, um das notwendige Hintergrundwissen zu vermitteln.
- Quote paper
- Ingo Gerdes (Author), 2009, Wasser und Wohnen. Der Lebensalltag in der römischen Stadt (Unterrichtsversuch im Fach Geschichte, 6. Klasse), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146545