In dieser Arbeit werden die sprachlichen Einflüsse des Französischen auf die deutsche Sprache im 17. Jahrhundert dargestellt. Das Ziel ist es, die verschiedenen Faktoren, die den starken Einfluss Frankreichs begründeten, historisch zu erläutern. Die Alamodesprache wird dabei als besonders markante Erscheinung vorgestellt. Die historischen Hintergründe werden durch die Verwendung von unterschiedlichen Fachpublikationen diskutiert. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht werden Entlehnungen aus der Zeit des Alamodewesens und ihrer anschließenden Integration in der deutschen Sprache analysiert. In der Schlussfolgerung werden die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefügt.
Frankreich gehörte zu den führenden Großmächten Europas im 17. Jahrhundert und prägte die europäische Kultur maßgebend. Der kulturelle Einfluss beherrschte, neben der wirtschaftlichen und militärischen Macht Frankreichs, den europäischen Kontinent wie kaum eine andere Nation. Die französische Sprache ist bis heute zusammen mit dem Englischen, die wichtigste Sprache in der Diplomatie und Politik. Der höfische Absolutismus in Frankreich mit seinem Glanz und Kulturpflege wurde zum Vorbild für die anderen herrschenden Adelshäuser in Europa. Diese Einflussnahme wirkte sich auch auf die europäischen Sprachen aus. Auch im deutschsprachigen Raum versuchte man den französischen Stil nachzuahmen. Diese kulturelle Erscheinungsform nannte man schon im 17. Jahrhundert das Alamodewesen. Neben der Übernahme von Modeerscheinungen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten wurde auch sprachlich versucht, die wahrgenommene Eleganz Frankreichs nachzuahmen. Der sprachliche und kulturelle Einfluss Frankreichs im 17. Jahrhundert haben bis zu seinem Höhepunkt im 18. Jahrhundert den deutschsprachigen Raum mehr geprägt, als der heutige Einfluss des angloamerikanischen Raums. Nur die lateinische Sprache fand mehr Einzug in das Deutsche. Bis heute zeichnet Frankreichs kultureller Einfluss die Kultur, Politik und Wissenschaft das Gesamtbild von Europa in der Welt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
2.1 Der kulturelle Einfluss Frankreichs
2.2 Mehrsprachigkeit im 16. und 17. Jahrhundert
2.3 Entlehnungsstatistik
3. Die Alamode-Sprache im 17. Jahrhundert
3.1 Gallizismen aus der Alamode-Zeit
3.2 Aussprache von Gallizismen
3.3 Zuweisung des Genus bei Gallizismen
3.4 Zeitgenössische Alamodekritik
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die linguistischen Einflüsse der französischen Sprache auf das Deutsche im 17. Jahrhundert. Ziel ist es, die historischen Faktoren des französischen Einflusses aufzuzeigen sowie die Integration französischer Entlehnungen (Gallizismen) in die deutsche Sprache zu analysieren.
- Kulturelle und politische Dominanz Frankreichs als Motor der Fremdwohlimitation.
- Die Rolle der Alamode-Sprache als modisches Sprachideal.
- Quantifizierung der Lehnwörter durch statistische Auswertungen.
- Phonologische und morphologische Anpassung französischer Wörter an das Deutsche.
- Zeitgenössische Kritik an den Sprachmischungstendenzen.
Auszug aus dem Buch
Die Alamode-Sprache im 17. Jahrhundert
Im dritten Abschnitt werden die französischen Einflüsse im 17. Jahrhundert anhand der Alamode-Sprache beschrieben. Der Alamode-Stil äußerte sich nicht nur in der Sprache. Er äußerte sich auch in der Kleidung, Haartracht und dem Benehmen. Diese Verhaltensweisen sollten in der Übergangszeit der Renaissance zum Barock Weltgewandtheit und Reisekenntnisse vermitteln. In Frankreich bezeichnete der Begriff Alamode die neuesten Modeerscheinungen. In Deutschland bezeichnete er alle aus dem Ausland stammenden Formen der Kunst, Mode, Sprache und des Benehmens. Insbesondere, aber nicht ausschließlich das Französische, sondern auch etwa das Italienische oder das Spanische.
Sprachlich manifestierte sich der Alamode-Stil durch einen starken Gebrauch von Gallizismen oder sogar durch syntaktische Satzkonstruktionen, die stark dem Französischen ähneln sollten. Die meisten Entlehnungen aus dieser Zeit sind in das Deutsche integriert, auch wenn sie meistens als Gallizismen erkennbar sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet Frankreich als führende Großmacht des 17. Jahrhunderts und stellt die Forschungsfrage nach den sprachlichen Auswirkungen aufs Deutsche.
2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel erörtert die kulturellen Gründe für den starken französischen Einfluss, wie etwa den höfischen Absolutismus und die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges.
3. Die Alamode-Sprache im 17. Jahrhundert: Der Hauptteil beschreibt das Phänomen der Alamode-Sprache, analysiert die sprachlichen Anpassungsprozesse und untersucht die zeitgenössische Kritik.
4. Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass die Alamode-Zeit ein entscheidender Wendepunkt für die Integration französischer Lehnwörter war, die den deutschen Wortschatz nachhaltig prägten.
Schlüsselwörter
Französisch, Deutsch, 17. Jahrhundert, Alamode, Gallizismen, Sprachkontakt, Lehnwörter, Spracheinfluss, Absolutismus, Sprachpurismus, Sprachgeschichte, Integration, Lehnwortbildung, Linguistik, Kulturtransfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es primär in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Einfluss der französischen Sprache auf das Deutsche während des 17. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Neben dem historischen Kontext stehen die Phänomene der Alamode-Sprache, die Statistik der Entlehnungen sowie die sprachliche Integration (Aussprache und Genus) im Fokus.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die historischen Entwicklungsfaktoren der starken französischen Prägung im deutschen Raum zu identifizieren und zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Literaturanalyse, die durch statistische Daten (Lehnwortanalysen) gestützt wird.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung und eine detaillierte sprachwissenschaftliche Untersuchung der Gallizismen im Deutschen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Alamode", "Gallizismen", "Sprachmischung" und "Kulturpatriotismus" geprägt.
Warum wurde ausgerechnet das 17. Jahrhundert für diese Untersuchung gewählt?
Das 17. Jahrhundert markiert den historischen Höhepunkt der Alamode-Modeerscheinungen, die das gesellschaftliche und sprachliche Leben maßgeblich beeinflussten.
Wie unterscheidet sich die Genus-Zuweisung bei Gallizismen?
Französische Wörter wurden meist anhand formaler Kriterien (Suffixe) in das deutsche Drei-Genus-System integriert, wobei oft das Ausgangsgenus erhalten blieb, aber auch Anpassungen erfolgten.
Welche Rolle spielte die zeitgenössische Kritik?
Kritiker sahen die fremdsprachlichen Einflüsse als Bedrohung für das Deutsche, beeinflusst durch den negativen Eindruck der Kriegsfolgen und den Wunsch nach Sprachreinigung.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Die Einflüsse der französischen Sprache auf das Deutsche im 17. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1465995