Diese Hausarbeit untersucht die Möglichkeit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, um die soziale Teilhabe von Kindern in Armut zu fördern. Nach einer Einführung in die Begrifflichkeiten und Formen von Kinderarmut sowie einer Vorstellung des Capability-Approach werden Ursachen und Folgen von Kinderarmut beleuchtet. Anschließend wird die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Kontext der Sozialen Arbeit erläutert, inklusive ihrer Merkmale, Zielgruppen und Finanzierung. Schließlich werden konkrete Maßnahmen zur Förderung der sozialen Teilhabe von Kindern in Armut diskutiert, wobei auch Herausforderungen und Grenzen betrachtet werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das die Frage nach der Wirksamkeit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kinderarmut in Deutschland
2.1 Definitionen: Relative Armut und Absolute Armut
2.2 Der Capability-Approach
2.3 Ursachen
2.4 Folgen
3. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit
3.1 Die Kinder und Jugendarbeit als Rahmen (§ 11 SGB VIII)
3.2 Die Offene Kinder- und Jugendarbeit als Bereich der Kinder- und Jugendarbeit
3.2.1 Begriffsbestimmung und Merkmale
3.2.2 Trägerschaft und Finanzierung
3.2.3 Zielgruppe
3.2.4 Angebote
4. Förderung sozialer Teilhabe von in Armut lebenden Kindern durch die Offene Kinder- und Jugendarbeit
4.1 Maßnahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
4.2 Herausforderungen und Grenzen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwiefern die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von in Armut lebenden Kindern durch die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gefördert werden kann.
- Analyse der Begrifflichkeit und Formen von Kinderarmut in Deutschland.
- Erläuterung des Capability-Approach als theoretisches Konzept zum Verständnis von Armut als Mangel an Verwirklichungschancen.
- Darstellung der Strukturen, Ziele und Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit als Handlungsfeld der Jugendhilfe.
- Untersuchung von konkreten Fördermaßnahmen sowie der Herausforderungen und Grenzen bei der Unterstützung armutsbetroffener Kinder.
Auszug aus dem Buch
2.1 Definitionen: Relative Armut und Absolute Armut
Relative Armut. Wenn bei einem Menschen das Einkommen unterhalb des sozial-kulturellen Existenzminimums liegt, ist die Rede von relativer Armut (vgl. DIW Berlin o.J., o.S.). Genauer betrachtet gilt als Richtlinie das mittlere Einkommen („Medianeinkommen") eines Landes: Ein Mensch gilt dann als relativ arm, wenn er unter eine bestimmte Schwelle dieses Einkommens (Armutsgrenze) fällt (vgl. Kloft 2022, o.S.). Hierbei wird auch von der „Sozialnot“ gesprochen (Hanesch 2000, S. 223).
Die relative Armut ist dann davon abhängig, welcher Lebensstandard in einer bestimmten Gesellschaft vorherrscht (vgl. DIW Berlin o.J., o.S.; Fischer 2018, S. 89) und zu welchem Zeitpunkt dieser Lebensstandard auftritt (vgl. DIW Berlin o.J., o.S.). Je höher der Wohlstand ist, desto höher ist auch die Armutsgrenze gesetzt (vgl. Fischer 2018, S. 84). Die relative Armut gilt somit als Maß für soziale Ungleichheit (vgl. Kloft 2022, o.S.). Zur Bestimmung der relativen Armut erfolgt die Berechnung des „sozio-kulturellen Existenzminimums anhand eines normativ festgelegten Prozentsatzes des bedarfsgewichteten mittleren Haushaltsnettoeinkommens der Gesamtbevölkerung“ (DIW Berlin o.J., o.S.). Dieser Grenzwert liegt bei 50 Prozent des Medianeinkommens, ein Schwellenwert von 60 Prozent deutet auf ein erhöhtes Armutsrisiko hin (vgl. ebd.). Wenn also jemand in Deutschland ein Einkommen von unter 60 Prozent des mittleren Einkommens besitzt, dann gilt er als armutsgefährdet (vgl. Fischer 2018, S. 89; Steffen 2023, o.S.). Es ist von einer Gefährdung die Rede, da ausschließlich laufende Einkommen Berücksichtigung erhalten (vgl. Steffen 2023, o.S.). Hingegen werden unterschiedliche Bedarfe und möglicherweise vorhandenes Vermögen sowie bestehende Verbindlichkeiten (Schulden) nicht mit einkalkuliert (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Kinderarmut in Deutschland ein und verknüpft sie mit der Relevanz für die Soziale Arbeit, um die zentrale Forschungsfrage der Arbeit abzuleiten.
2. Kinderarmut in Deutschland: Hier werden Definitionen von relativer und absoluter Armut sowie der Capability-Approach erläutert, gefolgt von einer Analyse der Ursachen und vielfältigen Folgen von Kinderarmut.
3. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit: Das Kapitel beschreibt den rechtlichen Rahmen und die strukturellen Merkmale der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, einschließlich ihrer Zielgruppen und Angebotsformen.
4. Förderung sozialer Teilhabe von in Armut lebenden Kindern durch die Offene Kinder- und Jugendarbeit: Dieses Kapitel untersucht, wie durch gezielte Maßnahmen und niedrigschwellige Angebote der OKJA die soziale Teilhabe armer Kinder unterstützt werden kann und welche Hürden dabei bestehen.
5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage durch eine Zusammenführung der theoretischen Grundlagen mit den praktischen Möglichkeiten und Grenzen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Armutsgefährdung, relative Armut, soziale Teilhabe, Capability-Approach, Offene Kinder- und Jugendarbeit, OKJA, Jugendhilfe, SGB VIII, Benachteiligung, soziale Ungleichheit, Partizipation, Verwirklichungschancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, die in Deutschland unter Armutsbedingungen aufwachsen, und prüft, ob die Offene Kinder- und Jugendarbeit einen Beitrag zur Förderung ihrer sozialen Teilhabe leisten kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Kinderarmut, das theoretische Konzept des Capability-Approach, die gesetzlichen Grundlagen und organisatorischen Strukturen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Zusammenhang zwischen Armut und sozialer Ausgrenzung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern die Offene Kinder- und Jugendarbeit die soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von in Armut lebenden Kindern fördern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist als Hausarbeit konzipiert, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Aufarbeitung bestehender armutssoziologischer sowie pädagogischer Studien und Fachberichte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Kinderarmut und des Capability-Approach dargelegt. Danach folgt eine ausführliche Beschreibung des Arbeitsfeldes der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und abschließend eine Analyse der Maßnahmen, die zur Überwindung von Ausgrenzung bei armutsbetroffenen Kindern eingesetzt werden können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kinderarmut, soziale Teilhabe, Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), Verwirklichungschancen und soziale Ungleichheit charakterisiert.
Warum spielt der Capability-Approach eine so wichtige Rolle in dieser Arbeit?
Der Ansatz dient als theoretischer Rahmen, um Armut nicht nur als reinen Mangel an finanziellem Einkommen zu begreifen, sondern als eine Einschränkung von Verwirklichungschancen und Handlungsspielräumen, die eine gleichwertige gesellschaftliche Teilhabe behindern.
Welche spezifische Rolle spielt die OKJA in der Ganztagsschule?
Die OKJA agiert als wichtiger Kooperationspartner, der Kompetenzen einbringt, die über die schulische Betreuung hinausgehen und durch ihre kostenfreie Zugänglichkeit insbesondere armutsbetroffenen Schülern Bildungs- und Unterstützungsangebote ermöglicht.
Welche Grenzen der Förderung werden in der Arbeit identifiziert?
Zu den Grenzen zählen die Herausforderung, dass Ausgrenzungsmechanismen auch innerhalb der Jugendarbeit auftreten können (z.B. durch Cliquenbildung) sowie der Mangel an Integration bei Kindern, denen es aufgrund fehlender Unterstützung in Familie oder Schule schwerfällt, die Gruppenangebote eigenständig zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Förderung der sozialen Teilhabe von in Armut lebenden Kindern durch Offene Kinder- und Jugendarbeit. Eine Analyse mit Handlungsempfehlungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1466009