Wahrnehmung und Bewertung von Frauen in Führungspositionen


Hausarbeit, 2007
16 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Einleitung

1. Theoretische Grundlagen
1.1 Deskriptive und präskriptive Normen als Klassifizierungsmöglichkeit
1.2 Soziale Stereotype
1.3 Geschlechtsstereotype
1.4 Labor- vs. Feldstudien

2. Befunde
2.1 Führungsmerkmale und Führungsstile
2.2 Das „think-manager-think-male“ Phänomen
2.3 Das physische Erscheinungsbild
2.4 Der „head-of-the-table“ Effekt (HOT)
2.5 Das “lack-of-fit”-Modell
2.6 Rollenkongruenztheorie

3. Diskussion

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage wie Frauen, die in einer Führungsposition tätig sind, von anderen Personen wahrgenommen werden und wie sie hinsichtlich ihrer Führungsqualitäten bewertet werden.

Die Untersuchung bzw. Beantwortung der Frage findet immer im Vergleich mit einer männlichen Führungsperson statt. Es werden Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten, aber auch Veränderungen in Wahrnehmung und Bewertung von Frauen und Männern in der Führung herausgearbeitet.

Die vorherrschenden Geschlechtsstereotype üben in diesem Zusammenhang einen bedeutsamen Einfluss auf das Bild der Managerin bzw. des Managers aus, doch ist dieser Einfluss recht unterschiedlich in Feld- und Laborstudien.

Verschiedene Untersuchungsergebnisse zeigen auf, dass sich das Bild der Managerin im Wandel befindet, aber immer noch der Mann in der Position des Managers eine so genannte Vormachtsstellung einnimmt. Einerseits wird eine Person in einer Führungsposition vorrangig mit einem Mann assoziiert, andererseits werden einem Mann die besseren Führungsqualitäten zugeschrieben.

Doch neuste Studien zeigen, dass nicht hauptsächlich das biologische Geschlecht einen Einfluss auf die Zuschreibung von Führungskompetenz hat.

Wahrnehmung und Bewertung von Frauen in Führungspositionen

Warum sind Frauen im Management so drastisch unterpräsentiert? In den westlichen Industrienationen liegt der Frauenanteil im mittleren Management bei etwa 8%, im Topmanagement bei ca. 2% (Domsch & Lieberum; Wunderer & Dick; Statistisches Bundesamt, zit. v. Rosenstiel & Wegge, 2004, S. 511). Nicht nur in der Wissenschaft, gerade auch in der Öffentlichkeit ist diese Thematik viel diskutiert.

Wissenschaftliche Erklärungen wurden aus zwei sehr unterschiedlichen Forschungsparadigmen geliefert. Einerseits wird die Unterpräsentation der Frau aus einem personenzentrierten Ansatz heraus erklärt. Geschlechtsspezifische Persönlichkeitseigenschaften spielen hier eine ausschlaggebende Rolle, das bedeutet, dass die geschlechtsspezifische Sozialisation und die damit verbundenen Rollenerwartungen sowie das Selbstbild der Frau ursächlich sind für den geringen Frauenanteil im Management. Andererseits erklärt der situationszentrierte Ansatz, dass die Belastung durch familiäre Aufgaben, die vorherrschende Männerkultur, die unterprivilegierte Position der Frau und ihre erschwerten Zugänge zu informellen Netzwerken zu einer Unterpräsentation führen (Riger und Galligan, zit. nach v. Rosenstiel & Wegge, 2004, S. 511).

1. Theoretische Grundlagen

Im folgenden, ersten Abschnitt werden die wichtigsten theoretischen Grundlagen, die vorrangig das Bild einer Managerin bzw. eines Managers beeinflussen, aufgeführt. Um die im zweiten Abschnitt dargestellten Befunde zu verstehen, sind Kenntnisse über deskriptive und präskriptive Normen, sowie Stereotype und die Unterschiede in den Ergebnissen von Feldund Laborstudien unumgänglich.

Deskriptive und präskriptive Normen als Klassifizierungsmöglichkeit

Wenn die Wahrnehmung von weiblichen Führungskräften in der Literatur thematisiert wird, stellt sich oft die basale Frage, welche Kognitionen bei der Zuschreibung von Führungskompetenz eine das Urteil betreffende Rolle spielen. Dabei werden deskriptive und präskriptive Normen unterschieden.

Unter deskriptiven, also beschreibenden Normen werden Vorstellungen von Personen über das Verhalten einer anderen Person, im konkreten Fall der weiblichen Führungsperson, verstanden. Sie beschreiben, wie jemand „typischerweise“ ist und entsprechen weitestgehend den in der Gesellschaft vorherrschenden Geschlechtsstereotypen, auf die an entsprechender Stelle näher eingegangen wird.

Präskriptive, also vorschreibende Normen meinen Überzeugungen von Personen darüber, wie Mitglieder von sozialen Gruppen (in diesem Fall Männer und Frauen) sich idealer weise verhalten sollen. Dies entspricht den Geschlechterrollen aus traditioneller Sicht, wobei der Frau die expressive Familienrolle und dem Mann die instrumentelle Familienrolle zugeschrieben werden (Sczesny, 2003, S. 134).

1.2 Soziale Stereotype

Die deskriptiven und präskriptiven Normen sind ein zentraler Bestandteil der sozialen Stereotype, da sie von diesen Normen beeinflusst sind bzw. diese zum Inhalt haben. Unter Stereotypen versteht man kognitive Strukturen, die unser Wissen, unsere Überzeugungen und unsere Erwartungen in Bezug auf eine soziale Gruppe enthalten (Kunda zit. nach Spreemann, 2000, S. 13). Anders ausgedrückt sind es unsere mentalen Repräsentationen von sozialen Kategorien (Wyer & Srull zit. nach Spreeman, 2000, S. 13), die uns dabei helfen die äußerst komplexe Umwelt in der wir uns bewegen zu strukturieren und zu vereinfachen (Tajfel zit. nach Spreeman, 2000, S. 13). Sie helfen dabei, dass Verhalten anderer Personen besser zu verstehen und vorherzusagen (Bodenhausen & Wyer zit. nach Spreemann, 2000, S. 13).

1.3 Geschlechtsstereotype

Die Geschlechtsstereotype bilden dabei eine Unterkategorie der sozialen Stereotype und üben gerade im Kontext der Führungswahrnehmung und -bewertung einen erheblichen Einfluss aus.

Unter den Geschlechtsstereotypen versteht man ein strukturiertes Muster von Einstellungen zu Eigenschaften von Männern und Frauen (Ashmore und Del Boca zit. nach Spreemann, 2000, S. 15). Es handelt sich dabei um eines der am besten entwickelten Gruppenrepräsentationen, neben der Rasse, und ist das am verbreitetsten genutzte, um die eigene Person und andere Personen zu identifizieren (Zarate & Smith zit. nach Spreemann, 2000, S. 15).

Die typischen Inhalte sind in Bezug auf den weiblichen Geschlechtsstereotyp umschrieben mit Wärme bzw. Expressivität, explizit sind damit Eigenschaften, wie sanft, einfühlsam, abhängig, nachgiebig, emotional, reaktiv etc. gemeint. Der männliche Typus wird dahingegen als dominant, rational, unabhängig, selbstsicher, unemotional, leistungsorientiert, konkurrenzfreudig etc. mental repräsentiert. Umschrieben wird der Mann mit Kompetenz oder Instrumentalität (Rosenkrantz et al. zit. nach Spreemann, 2000, S. 16).

Neuere Studien sprechen von einem multidimensionalen Ansatz der Geschlechtsstereotype. Die Aussage ist hier, dass Frauen und Männern nicht nur Eigenschaften zugeschrieben werden, sondern auch Rollenverhalten, physische Merkmale und typische berufliche Tätigkeiten (Deaux und Lewis zit. nach Spreeman, 2000, S. 19). So ist eine stereotypische Frau klein und zierlich, der Mann groß und breitschultrig. Während die Frau mit der Kinderbetreuung beauftragt ist, kommt dem Mann die Rolle des finanziellen Ernährers zu. Hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit ist eine typische Frau beispielsweise als Arzthelferin tätig und der Mann als Chemiker.

Erwähnenswert scheint in diesem Sinne eine Studie von 1983. Diese eruierte, dass Frauen und Männer hinsichtlich ihrer intellektuellen Fähigkeiten nicht mehr unterschiedlich bewertet werden. Möglicherweise ist diese Veränderung auf die kontinuierlich angestiegene Partizipation der Frauen im Bildungssystem zurückzuführen (Ruble zit. nach Spreemann, 2000. S. 16).

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Details

Titel
Wahrnehmung und Bewertung von Frauen in Führungspositionen
Hochschule
Universität Leipzig
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V146618
ISBN (eBook)
9783640554621
ISBN (Buch)
9783640554898
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahrnehmung, Bewertung, Frauen, Führungspositionen
Arbeit zitieren
Dipl.-Psychologin Franziska Sinnig (Autor), 2007, Wahrnehmung und Bewertung von Frauen in Führungspositionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146618

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