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Der Journalist als Gatekeeper - die Forschungsansätze im Überblick

Title: Der Journalist als Gatekeeper - die Forschungsansätze im Überblick

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: 2-

Autor:in: Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Die Vorstellung vom Journalisten als einem "Gatekeeper" – englisch für Schrankenwärter (vgl. Leo 2003) oder Pförtner (vgl. Systran 2003) – prägte der us-amerikanische Soziologe David Manning White in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Einige Jahre zuvor fand sich der Terminus erstmals bei Kurt Lewin, dessen sozialpsychologische Untersuchungen in den USA der vierziger Jahre Kaufentscheidungsprozesse amerikanischer Hausfrauen zum Gegenstand hatten. In seinen Studien zu gruppendynamischen Prozessen entwickelte Lewin die Theorie, dass nicht alle Mitglieder einer sozialen Gruppe die gleiche Kontrolle auf einen Entscheidungsprozess ausüben. In der Gruppe der amerikanischen Hausfrauen gab es solche, die den Entscheidungsprozess bewusster durchliefen, sodass Lewin den Schluss zog "that social change could best be accomplished by concentrating on those people with the most control over food selection for he home." (Lewin nach Shoemaker 1991: S.6)

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung und Einordnung

1.1 Herkunft des Begriffes "Gatekeeper" und weitere relevante Termini

1.2 Einordnung des Gatekeeper-Modells in einen Forschungszusammenhang

2. Der Journalist im als Gatekeeper

2.1 Der individualistische Ansatz – die frühe Gatekeeper-Forschung

2.1.1 White/Snider und “Mr. Gates”

2.1.2 McNelly/Bass und der „news flow“

2.2 Der institutionelle Ansatz – der Journalist im organisatorischen Gefüge

2.2.1 Breeds Theorie der „social control“

2.2.2 Gieber und der „mechanical selection process“

2.2.3 Westley/McLean und die Organisation als Gatekeeper

2.3 Das kybernetische Modell – journalistische Handlung in Lernprozessen

2.3.1 Deutsch/Cadwallader und das „stabilisierende Verhaltensschema“

2.3.2 Joch-Robinson und die Feed-Back-Schleifen

2.3 Das integrative Modell – Versuch einer Zusammenführung aller Ansätze

3. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische und theoretische Entwicklung der sogenannten „Gatekeeper-Forschung“, um zu verstehen, wie Journalisten als selektive Instanzen den Informationsfluss steuern und somit zur Konstruktion medialer Realität beitragen.

  • Ursprung und theoretische Grundlagen des Gatekeeper-Begriffs
  • Individualistische Ansätze vs. institutionelle Einflussfaktoren
  • Kybernetische Modelle journalistischer Lernprozesse
  • Versuche einer integrativen Zusammenführung der Forschungsmodelle
  • Bedeutung der Gatekeeper-Forschung für die aktuelle Journalismus- und Redaktionsforschung

Auszug aus dem Buch

1.1 Herkunft des Begriffes "Gatekeeper" und weitere relevante Termini

Die Vorstellung vom Journalisten als einem "Gatekeeper" – englisch für Schrankenwärter (vgl. Leo 2003) oder Pförtner (vgl. Systran 2003) – prägte der us-amerikanische Soziologe David Manning White in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Einige Jahre zuvor fand sich der Terminus erstmals bei Kurt Lewin, dessen sozialpsychologische Untersuchungen in den USA der vierziger Jahre Kaufentscheidungsprozesse amerikanischer Hausfrauen zum Gegenstand hatten. In seinen Studien zu gruppendynamischen Prozessen entwickelte Lewin die Theorie, dass nicht alle Mitglieder einer sozialen Gruppe die gleiche Kontrolle auf einen Entscheidungsprozess ausüben. In der Gruppe der amerikanischen Hausfrauen gab es solche, die den Entscheidungsprozess bewusster durchliefen, sodass Lewin den Schluss zog "that social change could best be accomplished by concentrating on those people with the most control over food selection for he home." (Lewin nach Shoemaker 1991: S.6)

In seiner "theory of channels and gate keepers" von 1947 unterteilte Lewin den Entscheidungsprozess, den er als Kanal, also als sog. "channel" abbildete, in mehrere Einheiten, genannt "sections", wobei er den Eingang zu einem jeden Kanal als "gate", also Pforte, bezeichnete. In den "gate areas" würden Entscheidungen getroffen, beeinflusst durch allgemeine Verhaltensregeln oder personalisiert durch einen oder mehrere sogenannte "gate keeper", also Pförtner oder Schleusenwärter. Dabei bezeichnete Lewin die jeweiligen Kräfte, die auf eine einzelne Entscheidungssituation einwirkten, als "gate forces", in seiner Studie etwa die attraktive Aufmachung eines Produktes gegenüber dem als hoch empfundenen Preis während einer konkreten Kaufentscheidung im Supermarkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung und Einordnung: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Gatekeeper-Begriffs bei Kurt Lewin und dessen Übertragung auf den journalistischen Bereich durch David Manning White.

2. Der Journalist im als Gatekeeper: Dieser Abschnitt unterteilt die Gatekeeper-Forschung in individualistische, institutionelle, kybernetische und integrative Modelle und diskutiert deren jeweilige wissenschaftliche Schwerpunkte.

3. Abschließende Betrachtung: Das Fazit resümiert die Entwicklung der Forschung von der isolierten Betrachtung des Journalisten hin zum Verständnis redaktioneller Zwänge und systemischer Feedback-Prozesse.

Schlüsselwörter

Gatekeeper, Journalismusforschung, Nachrichtenwert, Informationsselektion, Redaktionsforschung, Medienrealität, Gate Forces, News Bias, Kybernetik, Organisationssoziologie, Nachrichtenfluss, Medienkonstruktion, Individualistischer Ansatz, Institutioneller Ansatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen Überblick über die verschiedenen theoretischen Forschungsansätze zur Rolle des Journalisten als „Gatekeeper“ in der Massenkommunikation.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Entwicklung von der frühen individualistischen Betrachtung des Redakteurs bis hin zur modernen Analyse der Redaktion als komplexe Organisation mit institutionellen und kybernetischen Einflüssen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Zusammenfassung und gegenseitige Abgrenzung der wichtigsten Gatekeeper-Modelle der Kommunikationswissenschaft.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um die historischen und systemischen Forschungsstränge zur Nachrichtenselektion aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Ansätze: den individualistischen (White, Snider, McNelly/Bass), den institutionellen (Breed, Gieber, Westley/McLean) und den kybernetischen Ansatz (Deutsch/Cadwallader, Joch-Robinson), ergänzt durch ein integratives Modell (Shoemaker).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Gatekeeper", "Nachrichtenselektion", "Redaktionsklima", "kybernetische Modelle" und "Konstruktion von Medienrealität".

Warum kritisieren Forscher wie Breed oder Gieber den frühen Ansatz von David Manning White?

Kritisiert wird, dass White den Journalisten zu isoliert betrachtet hat und dabei die massiven organisatorischen Zwänge, Redaktionsrichtlinien und technischen Routinen, die die Selektion maßgeblich mitbestimmen, ignorierte.

Was unterscheidet das „kybernetische Modell“ von Joch-Robinson von den Vorgängermodellen?

Das Modell von Joch-Robinson betrachtet die Redaktion als ein dynamisches System, in dem nicht nur einzelne Personen Entscheidungen treffen, sondern in dem interne und externe Faktoren über komplexe Feedback-Schleifen in Beziehung gesetzt werden.

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Details

Title
Der Journalist als Gatekeeper - die Forschungsansätze im Überblick
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften)
Course
Proseminar
Grade
2-
Author
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V14661
ISBN (eBook)
9783638200011
ISBN (Book)
9783640676149
Language
German
Tags
Journalist Gatekeeper Forschungsansätze Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author), 2003, Der Journalist als Gatekeeper - die Forschungsansätze im Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14661
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