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Die Friedensarbeit der Vereinten Nationen

Title: Die Friedensarbeit der Vereinten Nationen

Seminar Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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„Als die Organisation der Vereinten Nationen [VN] am 24. Juni 1945 im War Memorial Opera House von San Francisco ins Leben gerufen wurde, war sie Neuanfang, zugleich aber auch eine Antwort auf das Ende eines "Großen Experiments", des Völkerbunds.“ Der 1919 begründete Völkerbund, initiiert durch Woodrow Wilsons 14-Punkte-Programm und entstanden aus dem Vertrag von Versailles, war der erste Versuch, der Welt eine allgemeingültige Friedensordnung zu geben. Die wohl größte Besonderheit dieses Friedenswerkes ist mit Sicherheit, dass die Hauptgründernation, die USA, aufgrund des Widerstandes im amerikanischen Senat am Ende nicht beitraten. Die plausibelste Begründung für die Ablehnung des Völkerbundes ist offensichtlich die Unvereinbarkeit der Einbindung souveräner Staaten in ein System gegenseitiger Sicherheit mit dem amerikanischen Freiheitsideal gewesen. „George Washington siegte [sozusagen] posthum über Woodrow Wilson.“ Eine andere Version betrifft persönliche Animositäten zwischen Präsident Wilson und dem amerikanischen Kongress. Möglicherweise darf man annehmen, dass von allem etwas dabei war. Jedenfalls war die Ablehnung des Völkerbundes durch die USA ein wesentlicher Grund dafür, dass das Bündnis nicht die in es gesetzten Erwartungen erfüllen konnte und schließlich scheiterte. Weitere Schwächen des Völkerbundes waren insbesondere ein lediglich partielles Kriegsverbot, das Einstimmigkeitsprinzip im Völkerbundrat, keine nötige Zwangsgewalt zur Durchsetzung seiner Beschlüsse und die mangelnde Universalität; der Völkerbund repräsentierte niemals die ganze Völkergemeinschaft wie heute die Vereinten Nationen mit ihren inzwischen 192 Mitgliedsstaaten. Vor allem aus diesen Kritikpunkten zogen die Vereinten Nationen Konsequenzen für die Errichtung ihrer Weltordnung. „Die Entstehung und Entwicklung der Vereinten Nationen ist insofern ohne das Wissen um die Entstehung, Schwächen und das Ende des Völkerbunds kaum zu erklären, zumal die VN den Völkerbund nicht nur ablösten, sondern auch einiges davon übernahmen“ , auch wenn sie nicht allzu viel mit ihm gemein haben. Doch gerade für diese Gelegenheit, ein neues funktionelleres System zu errichten und die Idee einer kollektiven Sicherheitsgemeinschaft fortzuführen, sollte die Bedeutung des Völkerbunds nicht geschmälert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Vom Völkerbund zu den Vereinten Nationen

B. Das VN-System kollektiver Sicherheit

1. Die fundamentalen Grundsätze der VN-Charta

1.1 Die friedliche Streitbeilegung

1.2 Das allgemeine Gewaltverbot

1.3 Das Souveränitäts- und das Nichteinmischungsprinzip

2. Die Friedensarbeit der Vereinten Nationen in der Praxis

2.1 Die Entwicklung des peacekeeping

2.2 Vielversprechende Reforminitiativen: Die Agenda für den Frieden und der Brahimi-Bericht

C. Rück- und Ausblick für die Friedensarbeit der Vereinten Nationen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, Funktionsweise und Herausforderungen der Vereinten Nationen im Bereich der kollektiven Sicherheit und Friedenssicherung. Dabei wird analysiert, wie sich das System von den historischen Lehren des Völkerbundes bis hin zu modernen Friedenssicherungseinsätzen und notwendigen Reformprozessen entwickelt hat.

  • Historische Entwicklung von den Ursprüngen bis zur Gründung der Vereinten Nationen
  • Analyse der grundlegenden Prinzipien der VN-Charta
  • Evolutionsgeschichte und Typologie von Friedenssicherungseinsätzen (Peacekeeping)
  • Evaluation von Reforminitiativen wie der „Agenda für den Frieden“ und dem Brahimi-Bericht
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität und Menschenrechtsschutz

Auszug aus dem Buch

1. Die fundamentalen Grundsätze der VN-Charta

Das System der Vereinten Nationen besteht aus einem komplexen Geflecht von Organen, Gremien, Organisationen und weiteren teils abhängigen, teils unabhängigen Institutionen, dessen Struktur schwer eindeutig zu erfassen und zu beschreiben ist. „Es handelt sich um ein Institutionengeflecht, das im Laufe der 60-jährigen Geschichte immer undurchschaubarer geworden ist, dessen Grenzen immer weniger zu bestimmen sind.“ Besonders deutlich wird diese Tatsache auf dem Gebiet der Friedensarbeit, die zweifelsohne die Hauptaufgabe der Vereinten Nationen darstellt. Diese Arbeit ist darum bemüht, einen möglichst gesamtheitlichen Überblick zu schaffen und die Schwierigkeiten herauszuarbeiten, denen sich die Vereinten Nationen im Laufe ihrer Friedensaktivitäten gegenüber sahen und größtenteils noch immer sehen. Um sich jedoch diesem komplexen Aufgabengebiet angemessen nähern zu können, bedarf es zunächst eines Blickes auf die Grundprinzipien, die einst von den Gründungsvätern in der Charta der Vereinten Nationen niedergelegt wurden.

Auch wenn die Charta der Vereinten Nationen vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs seit ihrem Bestehen als Kompromiss und mitunter sogar als „Fehlgeburt“ angesehen wird, schuf sie ein allgemein akzeptiertes völkerrechtliches Fundament, welches bis zum heutigen Tage seine Gültigkeit nicht verloren hat. Auch zahlreiche Reformdebatten führten bislang zu keinem endgültigen Ergebnis, worauf diese Arbeit allerdings im weiteren Verlauf noch zu sprechen kommt. So „ist die rechtliche Einordnung der Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen in der Charta in mehrfacher Hinsicht unklar oder zumindest auslegungsfähig“.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Vom Völkerbund zu den Vereinten Nationen: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese der Vereinten Nationen nach und erläutert, warum der Völkerbund als Vorläufer scheiterte und welche Lehren daraus für die neue Weltordnung gezogen wurden.

B. Das VN-System kollektiver Sicherheit: Hier werden die rechtlichen Grundpfeiler der VN-Charta, wie das Gewaltverbot und die Prinzipien der Souveränität, sowie die praktische Ausgestaltung von Peacekeeping-Missionen und Reformansätze detailliert untersucht.

C. Rück- und Ausblick für die Friedensarbeit der Vereinten Nationen: Das abschließende Kapitel reflektiert die Effektivität der Friedensarbeit und diskutiert die Notwendigkeit sowie die Schwierigkeiten künftiger Reformen angesichts neuer globaler Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Vereinte Nationen, VN-Charta, Kollektive Sicherheit, Friedenssicherung, Peacekeeping, Friedensarbeit, Souveränität, Menschenrechtsschutz, Sicherheitsrat, Reforminitiativen, Brahimi-Bericht, Internationale Sicherheit, Gewaltverbot, Diplomatie, Konfliktprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die institutionelle und praktische Rolle der Vereinten Nationen bei der Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit im Rahmen ihrer Charta.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der VN, die fundamentalen Prinzipien des Völkerrechts, die Evolution von Peacekeeping-Missionen sowie die kritische Auseinandersetzung mit Reformbestrebungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für das komplexe System der VN-Friedensarbeit zu schaffen, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzuzeigen und die Reformfähigkeit der Weltorganisation zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und völkerrechtliche Analyse, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung offizieller Dokumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Grundsätzen der VN-Charta, der Differenzierung von friedlichen Streitbeilegungen bis hin zu Sanktionsregimen sowie der Typologisierung der verschiedenen Generationen von Friedensmissionen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie „Kollektive Sicherheit“, „Peacekeeping“, „VN-Charta“ und „Friedenskonsolidierung“ definieren.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Brahimi-Bericht“ in der Analyse?

Der Brahimi-Bericht dient als ein zentraler Referenzpunkt für die Evaluation von Reformen im Bereich der Friedensmissionen und zur Optimierung der operativen Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen.

Wie bewertet der Autor das Spannungsfeld zwischen Souveränität und Menschenrechten?

Der Autor konstatiert, dass das Interventionsverbot und das Selbstbestimmungsrecht der Staaten zunehmend mit dem weltweiten Schutz der Menschenrechte kollidieren, was die VN vor große konzeptionelle Herausforderungen stellt.

Warum wird die Friedensarbeit der VN trotz Kritik positiv gewürdigt?

Trotz der Unfähigkeit, alle Konflikte zu lösen, wird das Engagement als unverzichtbar betrachtet, was unter anderem durch die mehrfache Verleihung des Friedensnobelpreises unterstrichen wird.

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Details

Title
Die Friedensarbeit der Vereinten Nationen
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V146634
ISBN (eBook)
9783640555147
ISBN (Book)
9783640554911
Language
German
Tags
Friedensarbeit Vereinten Nationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2010, Die Friedensarbeit der Vereinten Nationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146634
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