Gewaltprävention an Schulen. Theorien, Ursachen, wirksame Konzepte


Hausarbeit, 2009

18 Seiten

Christoph Reisbrenner (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriff
2.1 Gewalt im Alltag
2.2 Gewalt in Familie
2.3 Gewalt gegen Kinder

3 Gewalttheorie
3.1 Psychologie, Soziologie und EZW
3.2 Ansätze der Gewaltprävention

4 Ursachen für Gewalt in Schulen

5 Nimmt die Gewalt zu?

6 Präventionskonzepte

7 Determinanten von Gewalt
7.1 Handlung bei Konflikten
7.2 Resilienz
7.3 Emotionale Intelligenz
7.4 Soziale Wahrnehmung 7-
7.5 Sport und Fair Play

8 Gewaltprävention aktuell

9 Eigene Stellungnahme

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit möchte einen kurzen Einblick in die Problematik von Gewalt an deutschen Schulen geben. Was versteht man eigentlich unter Gewalt? Wie kommt sie zustande und wie äußert sie sich?Wie sehen erfolgreiche Konzepte gegen Gewalt aus, und worauf sind sie ausgerichtet? Ist der Schüler immer das Übel in der Schule? Wem kann man hier den „Schwarzen Peter“ zuschieben? Kann man erfolgreiche Modelle vorweisen? Ist vielleicht aufgrund des zunehmenden öffentlichen Interesses sogar von einem Zuwachs schulischer Gewalt auszugehen? Diesen Fragen möchte ich in der folgenden Abhandlung nachgehen zum Schluss soll eine eigene kleine Stellungnahme diese Arbeit abrunden.

2. Begriff

Ein wirklich einheitlicher Gewaltbegriff kann momentan von der Forschung noch nicht vorgezeigt werden. Man streitet sich um die Fülle und Weite des Begriffs. Gemeint sind hier z. B. ob man lächerliche Äußerungen miteinbezieht, oder sich gänzlich auf physische Gewalt beschränkt. Hinsichtlich erscheint es als sinnvoll angesichts steigender Mobbing-Fälle in der Schule auch psychische Gewalt miteinzuweben. Auch Vandalismus (Beschädigung fremden Eigentums) ist hinzuzählen. Um dem Gewaltbegriff eine Struktur zu verleihen, so kann man ihn weiterhin um eine personelle und strukturelle Ebene erweitern. Ersteres besagt eine Behinderung der persönlichen Potentialität durch die Gesellschaft, zweiteres beschreibt gezielte Handlungen auf Personen zum Zwecke seiner Schädigung. Hier spricht man von der Täter- und Opferrolle. Dabei kann diese eben auch durch die psychische Ebene erweitert werden, wenn das Opfer diesbezüglich eine verbale Attacke wie eine physische Schädigung empfindet. Oft stimmen Täter und Opfer nicht darin überein, ob jene Handlung denn überhaupt eine gewalttätige war. Hierbei genügt es wenn das Opfer eine Tat als Gewalt empfindet. Spezifische Aspekte der personellen Gewalt in der Schule stellen das „Bullying“ und das „Mobbing“ dar.[1]

2.1 Gewalt im Alltag

In jugendlichen Subkulturen gehört Gewalt oft schon zu einer Art Mutprobe, nur durch Bestehen wird man als Mitglied einer Clique anerkannt. Man kann feststellen, dass in der Bevölkerung kein einheitliches Bild von Gewalt vorherrscht. In den westlichen Demokratien wird Gewalt eher als negativ empfunden, in romanisch-südeuropäischen Ländern dagegen mehr als stark. In der BRD gilt Gewalt mehr als anderswo als aufregend. Auch glaubt man, dass man mit Gewalt gewisse Ziele erreichen könne. Gewalt im Verfassungsrecht bezeichnet hier die staatliche Gewalt als Anwältin der Menschenrechte. Jungen empfinden Hänseleien von Gleichaltrigen, verbale Aggressionen gegen Fremde oder Beleidigungen von Lehrern als nicht so belastend wie Mädchen. So wird auch immer deutlicher, dass es eine gewaltfreie Erziehung, wie sie im GG der BRD (§1631 II BGB) festgeschrieben ist, als eine reine Utopie erscheint. Denn wo fängt Gewalt an und wo hört sie auf? Stellt bereits das Ziehen am Arm eines Kindes, weil es nicht weitergehen will oder fast vom Bus erfasst wird, ein Gewaltakt dar? Wie steht es um Hausarrest oder das gern genommene „Fernsehverbot“? Hier wird deutlich, dass der Gewaltbegriff, was seine Dimensionen betrifft, noch in seinen Kinderschuhen steckt.[2]

2.2 Gewalt in Familien

Die Gewalt in Familien stellt die am häufigsten erlebte Gewalt dar, sie ist am wenigsten kontrolliert und in ihrer Häufigkeit und Schwere nicht zu unterschätzen. Die heutige Thematisierung dieser Gewalt ist insbesondere der Frauenbewegung und den Kinderschutzinitiativen zu verdanken. Über Gewalt in Familien wurde Jahrzehnte, ja gar Jahrhunderte lang hinweggesehen. Man wollte sich nicht ins Privatleben des anderen einmischen oder gar den Hausfrieden stören. Im privaten Leben dachte man, man müsse die Kinder mit Gewalt züchtigen, um böse Geister aus ihnen zu vertreiben, und ihre Unarten, ihre Triebe zu unterdrücken.[3]

2.3 Gewalt gegen Kinder

Man unterscheidet hier vier Formen der Gewalt: körperlich (darunter Schläge, Stöße. Schütteln), psychisch, (darunter Angst, Ablehnung, Wertlosigkeit), sexuell (hier: zur Befriedigung des Erwachsenen, im weiteren Verständnis auch als Hands -on- oder Hands-off-Handlung. Ersteres meint Vergewaltigung, darauffolgendes die Anleitung zur Prostitution oder verbaler Anreden) und Vernachlässigung. Darunter versteht man eine Auslieferung des Kindes in Unterernährung, mangelnder Pflege und Förderung, gesundheitliche Unterversorgung und Übersehen von Gefahren. Im Weiterren wird unterschieden nach psychischer und physischer Gewalt, immer den Körper oder die Seele betreffend.[4]

3. Gewalttheorie

3.1 Psychologie, Soziologie und EZW.

In der Psychologie hat sich die Aggressionsforschung herausgebildet. Diese beruht auf biologische, familiäre, gesellschaftliche und psychische Erkenntnisse. Auch glaubt man, Aggressionen gehen aus inneren Energien oder Impulsen hervor. Agressionen können demnach spontan (Triebtheorie), reaktiv (Frustration) oder durch Erlernen auftreten. Die Soziologie arbeitet dagegen mit abweichendem Verhalten. Auch wird hier der Begriff der Gewalt zunehmens gebraucht. Die Pädagogik nimmt beide Disziplinen in ihren Dienst und nutzt sie für eigene Erkenntnisse.

3.2 Ansätze der Gewaltprävention

Der geschlechtsspezifische Ansatz geht von Gewalt als gelebte Männlichkeit aus. Daheraus ergibt sich für die Gewaltprävention, durch den Abbau patriarchalischer Strukturen, durch Kritik an alte Männerbilder und mehr jungenspezifische Sozialarbeit (männliche Lehrer) ein differenzierteres Bild vom „Leben als Mann/Junge“ zu schaffen. Der sozialisationstheoretische Ansatz geht von Gewalt als ein Ergebnis produktiver Realitätsverabeitung aus, die eine Nicht-Passung von Individuum und Gesellschaft verzeichnet. Für die Gewaltprävention ergibt sich durch Verbesserungen von Lebensbedingungen, Herstellung von neuen Handlungsopportunitäten und der Schule als Ort von sozial-emotionaler Erfahrungen eine weitere Wirksamkeitsschiene. Im schulbezogenen sozial-ökologischen Ansatz erkennt man Gewalt als Produkt von subjektiver Verarbeitung durch Schule und individuellen Prämissen. Man kann hier eine Besserung der Gewaltrate durch eine gerechtere Chancengleichheit, neuer Schulqualität bedingt mit einer Schul- und Lernkultur, als auch einer Schulentwicklung als stetigem Prozess vorweisen.[5] Nun, damit wir geeignete Maßnahmen zur Prävention entwickeln können, bedarf es der Annäherung an mögliche Ursachen für Kinder-/Jugenddelinquenz. Im folgenden Ablauf sollen dafür zunächst einige Gründe für gewalttätiges Handeln herausgearbeitet werden.[6]

[...]


[1] Vgl. Melzer, Wolfgang / Schuhbart, Wilfried / Ehninger, Frank, Gewaltprävention und Schulentwicklung 43-44.

[2] Vgl. Melzer, Wolfgang / Schuhbart, Wilfried / Ehninger, Frank, Gewaltprävention und Schulentwicklung 45-47.

[3] Vgl. Melzer, Wolfgang / Schuhbart, Wilfried / Ehninger, Frank, Gewaltprävention und Schulentwicklung 47-48.

[4] Vgl. Melzer, Wolfgang / Schuhbart, Wilfried / Ehninger, Frank, Gewaltprävention und Schulentwicklung 48-49.

[5] Vgl. Melzer, Wolfgang / Schuhbart, Wilfried / Ehninger, Frank, Gewaltprävention und Schulentwicklung 54-55.

[6] Vgl. Melzer, Wolfgang / Schuhbart, Wilfried / Ehninger, Frank, Gewaltprävention und Schulentwicklung 72.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Gewaltprävention an Schulen. Theorien, Ursachen, wirksame Konzepte
Hochschule
Universität Osnabrück  (Pädagogik)
Veranstaltung
Gewaltpräventionskonzepte auf dem Prüfstein
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V146635
ISBN (eBook)
9783640555154
ISBN (Buch)
9783640554942
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewaltprävention, Schulen, Theorie, Ursachen, Konzepten
Arbeit zitieren
Christoph Reisbrenner (Autor), 2009, Gewaltprävention an Schulen. Theorien, Ursachen, wirksame Konzepte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146635

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