In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird die Entwicklung und die sozial-wirschaftlichen Strukturen der türkischen Unternehmen in Deutschland analysiert. Die Bedeutung dieser Gruppe für den zukünftigen Status der deutschen Volkswirtschaft und Gesellschaft steht bei dieser Untersuchung im Vordergrund.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vom Arbeitnehmer zum Arbeitgeber
3 Motivation zur Gründung eines Unternehmens
3.1 Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen
3.2 Ethnic Business als Erklärungsfaktor
3.2.1 Erklärungsansatz Nischenmarkt
3.2.2 Erklärungsansatz Kulturmodell
3.3 Wandel der Bleibeabsichten
3.4 Arbeitslosigkeit
4 Strukturen der türkischen Unternehmen
4.1 Soziale Strukturen
4.1.1 Demographie
4.1.2 Bildung
4.1.3 Kultur
4.2 Wirtschaftliche Strukturen
4.3 Problembereiche türkischer Selbstständiger
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Entwicklung türkischer Unternehmen in Deutschland, untersucht die Motive für diese unternehmerischen Gründungen und beleuchtet die resultierenden sozialen sowie wirtschaftlichen Strukturen vor dem Hintergrund des Integrationsprozesses und sich wandelnder Lebensperspektiven der türkischstämmigen Bevölkerung.
- Historische Entwicklung von der Gastarbeitergeneration zum Unternehmertum
- Einfluss rechtlicher Rahmenbedingungen und Arbeitsmarktsituation auf Gründungsentscheidungen
- Analyse sozioökonomischer Strukturen und Qualifikationsniveaus von Unternehmern
- Bedeutung der türkischen Unternehmen für den deutschen Wirtschaftsstandort
- Identifikation spezifischer Herausforderungen und Problemfelder in der Unternehmensführung
Auszug aus dem Buch
3.4 Arbeitslosigkeit
Ein weiterer Aspekt zur Erklärung der Dynamik des türkischen Unternehmertums in Deutschland stellt die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt ins Zentrum. Die aktuellen Entwicklungen in der Weltwirtschaft führen zu gravierenden Veränderungsprozessen. Viele Arbeitskräfte, auch hochqualifizierte, sind zunehmend von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen. Ein Blick auf die Arbeitsmarktdaten in Deutschland macht deutlich, dass unter der türkischstämmigen Bevölkerung eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote vorhanden ist (vgl. Abb. 2), die schon seit der Zeit der Ölkrise höher lag als bei den deutschen Erwerbspersonen. Der Grund dafür war, dass die Türken überwiegend in der Montanindustrie eingesetzt wurden und in Folge von Rationalisierungsmaßnahmen stets als erste betroffen waren. Auch die heutigen Wirtschaftskrisen treffen die türkische Bevölkerung in erheblichem Maße. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass Menschen mit türkischer Herkunft schlechtere Chancen bei der Neuvermittlung auf dem Arbeitsmarkt haben, da sie häufig nur über eine geringe Schulbildung, fehlende oder unzureichende berufliche Qualifikationen, sowie mangelhafte Sprachkenntnisse verfügen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der türkischen Unternehmen in Deutschland ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Vom Arbeitnehmer zum Arbeitgeber: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel der in Deutschland lebenden Türken von den ersten Gastarbeitern hin zu einer wachsenden Gruppe von Selbstständigen nach.
3 Motivation zur Gründung eines Unternehmens: Der Abschnitt untersucht die treibenden Faktoren für Unternehmensgründungen, insbesondere die Rolle rechtlicher Rahmenbedingungen, ethnischer Nischenmärkte, des Kulturmodells, des Wandels der Bleibeabsichten sowie der Arbeitslosigkeit.
4 Strukturen der türkischen Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen türkischer Betriebe sowie die spezifischen Problembereiche der Unternehmer.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung der türkischen Unternehmen für die deutsche Gesamtwirtschaft und die weitere Integration.
Schlüsselwörter
Türken in Deutschland, Unternehmensgründung, Gastarbeiter, Selbstständigkeit, Ethnic Business, Nischenmarkt, Kulturmodell, Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Integration, Soziale Struktur, Wirtschaftliche Struktur, Bildung, Qualifikation, Unternehmertum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung von Unternehmen durch türkischstämmige Migranten in Deutschland über einen Zeitraum von rund 50 Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Motive der Gründung, den sozioökonomischen Hintergrund der Unternehmer, die Branchenverteilung und die Herausforderungen bei der Betriebsführung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklung türkischer Unternehmen zu analysieren, deren Ursachen zu erklären und die Auswirkungen auf die sozialen und wirtschaftlichen Strukturen in Deutschland zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse bestehender Studien, statistischer Daten und Fachliteratur zur historischen und ökonomischen Entwicklung der türkischstämmigen Bevölkerung in Deutschland.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Beweggründe für Gründungen (Recht, Arbeitslosigkeit, Nischen) sowie die demographischen und ökonomischen Strukturen der türkischen Unternehmen im Detail analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem "Unternehmensgründung", "Integration", "Gastarbeiter", "Ethnic Business", "Selbstständigkeit" und "Strukturwandel".
Welchen Einfluss hatte das Anwerbeabkommen auf die heutige Situation?
Das Abkommen von 1961 legte den Grundstein für die Einwanderung, führte jedoch erst über Jahrzehnte durch den sozialen Wandel und die Integration der Folgegenerationen zur heutigen Vielfalt und Professionalität der türkischen Unternehmen.
Warum wird im Text die Bedeutung von Familiennetzwerken betont?
Familien spielen eine entscheidende Rolle als Finanzierungsquelle (Startkapital), als beratende Instanz und als Lieferanten für unentgeltliche Arbeitskräfte, um die Existenz kleinerer Betriebe zu sichern.
Was ist das "Kulturmodell" im Kontext der Unternehmensgründung?
Das Kulturmodell postuliert, dass bestimmte ethnische Gruppen aufgrund kultureller Traditionen eine höhere Affinität zum Unternehmertum besitzen, wobei der Text dieses Modell kritisch als Erklärungsansatz einordnet.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Konkurrenzfähigkeit?
Der Autor stellt fest, dass türkische Unternehmen durch die Diversifizierung weg von Nischen hin zu zukunftsorientierten Branchen und die Einbeziehung deutscher Kunden zunehmend an Bedeutung und Stabilität gewinnen.
- Quote paper
- Baris Peker (Author), 2010, Türkische Unternehmer in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146673