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Die Entmachtung des Areopags unter Ephialtes: Eine demokratische Wende?

Title: Die Entmachtung des Areopags unter Ephialtes: Eine demokratische Wende?

Term Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Kiara Kötz (Author)

World History - Early and Ancient History
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Einer von diesen soll Ephialtes gewesen sein, der die Macht des Rates auf dem Areopag brach und den Bürgern nach Platons Wort den Becher der Freiheit voll bis zur Berauschung einschenkte.

Gab Plutarch, von dem dieses Zitat stammt, in seiner Perikles- Biographie den Folgen des Ereignisses des Sturzes des Areopags eine negative Konnotation? Ist ein Rauschzustand nicht ebenso schädlich, wie im Feuer des Augenblicks beglückend? Deutet dieses Zitat auf ein temporäres Vergessen des athenischen Volkes gegenüber der Gesamtsituation hin, in der sie sich befanden und die mit umfassenden Spannungen mit Sparta nicht gerade erfreulich gewesen ist?
Der zentrale Gesichtspunkt dabei ist wie die oben bereits von Plutarch tradierte Macht des Areopags ausgesehen hat. Welche Befugnisse hatte der Rat, bevor Ephialtes ihn 462/1 v. Chr. stürzte? Inwiefern soll das in Bezug auf die bereits keimende Pflanze der Demokratie wichtig gewesen sein?
Die folgende Arbeit versucht diesen Fragen in drei Teilen nachzugehen.
Zunächst soll die Frage beantwortet werden, wie sich der Areopag bis zum Zeitpunkt seiner Entmachtung entwickelt hat. Dabei spielen die Blutgesetze des Drakon sowie die Gesetzgebungen des Solon eine entscheidende Rolle. Zudem soll ein kurzer Überblick über die Entwicklung der athenischen Lebensweise und der Institutionen der Blutgerichtsbarkeit in Athen gegeben werden.
Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Ereignissen der Jahre 462/1 v. Chr., den Gründen für diese und ihren Folgen für Athen und seine einflussreichsten Machthaber.
Im dritten Teil soll eine Verbindung zu einer zeitgenössischen literarischen Verarbeitung gezogen werden. Dabei sollen insbesondere die Eumeniden des Aischylos auf ihren historischen Hintergrund untersucht werden.
Die wichtigsten Quellen, die berücksichtigt werden sollen, sind die Vitae des Plutarch über Kimon und Perikles, Die Eumeniden des Aischylos, die Untersuchungen zum Areopag von Charlotte Schubert, Kurt A. Raaflaub und Maximilian Braun, wobei letzterer in seiner Dissertation auf den Bezug der Eumeniden des Aischylos zum Areopag eingeht.
Ein abschließendes Fazit soll versuchen zu klären, ob die Entmachtung des Areopags eine demokratische Wende oder lediglich ein Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie gewesen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der Institution des Areopags bis zu den Reformen des Ephialtes 462/1 v. Chr.

2.1 Die Blutgerichtsbarkeit und ihre Institutionen

2.2 Die Blutgesetze des Drakon

2.3 Entspricht der Ephetenhof dem Areopag?

2.4 Die Entwicklung der athenischen Lebensweise

3. Die Reformen des Ephialtes

3.1 Ereignisse um 462/1 v. Chr.

3.2 Welche Machtbefugnisse wurden dem Areopag genommen?

3.3 Gründe für die Wichtigkeit der Reformen

3.4 Interpretationsansätze

4. Eine zeitgenössische literarische Verarbeitung des Sturzes des Areopags am Beispiel der Eumeniden des Aischylos

5. Demokratische Wende oder lediglich ein Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie? Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung der Entmachtung des Areopags durch Ephialtes im Jahr 462/1 v. Chr. im Kontext der Entwicklung der athenischen Demokratie und analysiert, inwieweit dieses Ereignis als entscheidende Wende oder als Teil eines längeren Transformationsprozesses zu betrachten ist.

  • Entwicklung der Blutgerichtsbarkeit und die Rolle von Drakon und Solon
  • Sozioökonomische Veränderungen in Athen nach den Perserkriegen
  • Politische Hintergründe und Konsequenzen der Reformen des Ephialtes
  • Literarische Spiegelung des Areopag-Sturzes in den "Eumeniden" des Aischylos

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Blutgerichtsbarkeit und ihre Institutionen

Der Name Areopag (Ares-Hügel) basiert vermutlich auf einem Mythos der klassischen Zeit. Das erste Blutgericht soll demnach eine Verhandlung vor einem Gericht von Göttern über die Schuld des Kriegsgottes Ares in einem Mordprozess gewesen sein. Dieser soll Halirrhothios, den Sohn des Poseidon, getötet haben, weil dieser Ares Tochter Alkippe vergewaltigt hat. Ares wird in diesem Prozess freigesprochen.2

Dies ist nicht der einzige Mythos, der sich um den ersten Blutprozess rankt. Maximilian Braun nennt in seiner Monographie drei weitere, die für dieses Ereignis in Betracht kommen könnten. Neben dem oben genannten Prozess des Ares könnte der erste Blutprozess der des Kephalos, der aus Versehen seine Frau Prokris tötet, der des Daidalos, der seinen Neffen Talos aus Neid auf seine Fähigkeiten umbringt oder der des Orest, der seine Mutter Klytämnestra tötet, sein.3

Dabei wird weder auf die Zuständigkeiten der Gerichte4, auf die ich im Folgenden noch eingehen werde, noch auf die Geschichte der Namensgebung des Areopag geachtet. Es gab fünf Orte, an denen Blutprozesse abgehalten wurden, mit jeweils unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Kontroverse um die Entmachtung des Areopags und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Befugnisse des Rates und der Bedeutung dieses Ereignisses für die athenische Demokratie.

2. Die Entwicklung der Institution des Areopags bis zu den Reformen des Ephialtes 462/1 v. Chr.: Dieses Kapitel analysiert die Ursprünge der Blutgerichtsbarkeit, die Bedeutung der drakonischen Gesetze und den Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen nach den Perserkriegen.

3. Die Reformen des Ephialtes: Hier werden die konkreten politischen Ereignisse des Jahres 462/1 v. Chr. untersucht, die Machtverluste des Areopags kritisch beleuchtet und die institutionelle Stärkung des Demos bewertet.

4. Eine zeitgenössische literarische Verarbeitung des Sturzes des Areopags am Beispiel der Eumeniden des Aischylos: Dieses Kapitel verknüpft die historischen Reformen mit Aischylos’ Drama und interpretiert die literarische Auseinandersetzung als Kommentar zum politischen Wandel der Zeit.

5. Demokratische Wende oder lediglich ein Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie? Ein Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet den Sturz des Areopags als notwendige Stufe innerhalb einer kontinuierlichen Entwicklung hin zur voll entfalteten athenischen Demokratie ein.

Schlüsselwörter

Areopag, Ephialtes, athenische Demokratie, Blutgerichtsbarkeit, Reformen, Volksversammlung, Demos, Aischylos, Eumeniden, Kimon, Politik, Rechtsordnung, Antike, Institutionen, Machtbefugnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Sturz des Areopags unter Ephialtes und dessen Auswirkungen auf die politische Struktur Athens im 5. Jahrhundert v. Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der athenischen Blutgerichtsbarkeit, die politischen Reformen unter Ephialtes und deren Reflexion in der antiken Literatur.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die Entmachtung des Areopags eine demokratische Wende darstellte oder ob sie lediglich einen weiteren Meilenstein auf dem langen Weg zur athenischen Demokratie markierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die quellenkritisch antike Texte (u.a. Aristoteles, Plutarch, Aischylos) mit modernen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen von Historikern wie Raaflaub und Schubert vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die institutionellen Grundlagen des Areopags, die politischen Machtkämpfe im Jahr 462/1 v. Chr. und die Verbindung des Areopag-Sturzes zu den "Eumeniden" des Aischylos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Areopag, Ephialtes, athenische Demokratie, Demos, politische Reformen und antike Rechtsordnung.

In welchem Maße spielte die Flotte eine Rolle bei den Reformen?

Die Flotte stärkte das Selbstvertrauen der vierten Zensusklasse (Theten), die durch ihre militärische Bedeutung berechtigte politische Forderungen stellten und somit den Druck für die Reformen erhöhten.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Plutarch?

Die Arbeit hinterfragt die teilweise negative und "rauschhafte" Darstellung der Ereignisse durch Plutarch und setzt ihr eine sachlichere, entwicklungsorientierte Sichtweise entgegen.

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Details

Title
Die Entmachtung des Areopags unter Ephialtes: Eine demokratische Wende?
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Grade
2,7
Author
Kiara Kötz (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V146703
ISBN (eBook)
9783640556328
ISBN (Book)
9783640556458
Language
German
Tags
Areopag Ephialtes Athenische Demokratie Athenischer Staat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kiara Kötz (Author), 2009, Die Entmachtung des Areopags unter Ephialtes: Eine demokratische Wende?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146703
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