In dieser Magisterarbeit beschäftige ich mich mit der Analyse der Kriminalitätsentwicklung im Kosovo zwischen 1989 und 2000/2002 unter Berücksichtigung der geschichtlichen und politischen Fakten
Am Anfang sollen einige Definitionen der Kriminalität als sozialabweichendes Phänomen, das in jeder Gesellschaft vorhanden ist, gegeben werden. Danach werden Unterschiede und Zusammenhänge zwischen politischer Kriminalität und so genannter „allgemeiner Kriminalität“ diskutiert.
Im zweiten Kapitel werden geschichtliche Aspekte zur Bevölkerung im Kosovo erörtert, weiterhin die politischen Hintergründe über die Ansprüche dieser Völker auf den Kosovo.
Im dritten Kapitel soll die Struktur des Kosovo aufgezeigt werden. Dabei geht es um die Bevölkerungsgruppen, das Territorium und die Rechtstaatlichkeit.
Im vierten Kapitel sollen die Behörden vorgestellt werden, die für die Bekämpfung der Kriminalität im Kosovo verantwortlich sind.
Im fünften Kapitel wird die Entwicklung der Kriminalität im Kosovo in drei Zeitabschnitten dargestellt. Dieses Kapitel ist der Kernpunkt der vorliegenden Arbeit. Der erste Zeitabschnitt ist der während des Milosevic-Regimes, beziehungsweise die Zeit der Aufhebung der Autonomie des Kosovo; der Zweite der während des NATO-Angriffs gegen Jugoslawien und der letzte Zeitabschnitt ist der von der Einrückung der KFOR Truppen im Kosovo bis zum Jahre 2002.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. KRIMINALITÄT ALS SOZIALABWEICHENDES PHENOMEN
1.1 POLITISCHMOTIVIERTE KRIMINALITÄT
1.2 STAATLICHE KRIMINALITÄT
1.3 ALLGEMEINE KRIMINALITÄT
2. HISTORISCHE HINTERGRÜNDE
2.1 HERKUNFT DER ALBANER
2.2 HERKUNFT DER SERBEN
2.3 DIE VERTREIBUNG DER ALBANER
3. DIE LANDESSTRUKTUR
3.1 DIE BEVÖLKERUNG
3.2 DAS TERRITORIUM
3.3 DIE RECHTSSTATLICHKEIT
4. DIE BEHÖRDEN DIE KRIMINALITÄT BEKÄMPFEN
4.1 KFOR (KOSOVO IMPLANATION FORCE)
4.2 UNMIK (UNITED NATIONS INTERIM ADMINISTRION MISSION IM KOSOVO)
4.3 DER KOSOVO-POLIZEI DIENST (SHPK)
4.4 TRUPAT MBROJTESE TE KOSOVES (TMK), KOSOVO PROTECTION CORPS (KPC) ODER DAS KOSOVO-SCHUTZKORPS (Die jetzige Rolle als Notdienstagentur)
5. DIE ENTWICKLUNG DER KRIMINALITÄT IM KOSOVO IN DREI ZEITABSCHNITTEN
5.1 DIE ERSTE PERIODE: DER ZEITABSCHNITT VON DER AUFHEBUNG DER AUTONOMIE DES KOSOVO AM 28. März 1989 BIS HIN ZU DEN NATO-LUFTANGRIFFEN GEGEN JUGOSLAWIEN AM 23. MÄRZ 1999
5.2 DER ZWEITE ZEITABSCHNITT: DIE ZEIT ZWISCHEN DEM BEGIN DER NATO-LUFTANGRIFFEN AM 23. MÄRZ 1999 UND IHRER BEENDIGUNG AM 10. JUNI 1999
5.3 DER DRITTE ZEITABSCHNITT: DIE ZEIT DES EINRÜCKENS DER KFOR-TRUPPEN IN DEN KOSOVO AB DEM 12. JUNI 1999
6. ZUSAMMENFASSUNG
6.1. AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Kriminalitätsentwicklung im Kosovo im Zeitraum von 1989 bis 2002. Dabei untersucht der Autor den Einfluss der prekären geschichtlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen staatlicher Unterdrückung auf das Kriminalitätsaufkommen in dieser Region.
- Definition von Kriminalität als sozialabweichendes Phänomen und dessen Ursachen
- Historische Konfliktlinien zwischen albanischer und serbischer Bevölkerung
- Analyse der landesspezifischen Strukturen und Sicherheitsbehörden
- Untersuchung der Kriminalitätsraten in drei kritischen Zeitabschnitten
- Bewertung von Rechtsstaatlichkeit und internationalen Interventionen
Auszug aus dem Buch
1. KRIMINALITÄT ALS SOZIALABWEICHENDES PHENOMEN
Das Wort Kriminalität kommt aus dem lateinischen „crimen“, also „Verbrechen“. Letzteres bedeutet die Summe der strafrechtlich missbilligten Handlungen. Sie werden gewöhnlich nach Raum (national, regional, lokal), Zeit, Umfang (Zahl der Delikte), Struktur (Art und Schwere der Delikte) und Entwicklung beschrieben.
Der Verbrechensbegriff bestimmt das Wesen der Kriminalität als strafrechtlichen Rechtsbruch. Es gibt viele Definitionen, die von verschiedenen Autoren und Ämtern stammen. Die meisten Autoren einigten sich darauf, dass unter Kriminalität „sozialabweichendes Verhalten“ zu verstehen sei. Jedoch gibt es unterschiedliche Ansätze und Theorien, die sich mit der Definition von kriminellem Handeln befassen.
Jede Gesellschaft hat eigene definierte Regeln, die ein System der Verhaltensnormen bilden. Viele Abweichungen von diesen Regeln werden als strafbar bezeichnet. Andere Zuwiderhandlungen, die auch gegen die Regeln der Gesellschaft und damit ebenfalls gegen die Normen und Sitten oder das „ungeschriebene Gesetz“ verstoßen, werden nicht als kriminell verstanden, sondern werden höchstens als illegitim bezeichnet. Durch Prozesse der Neu- oder Entkriminalisierung können im Laufe der Geschichte Gesetze neu entstehen oder entfallen.
Man kann keine Personen oder Verhaltensweisen als kriminell benennen, wenn keine Rechtsform existiert, die Gesetze vorschreibt gegen die man verstoßen würde. Durkheim behauptet, dass Kriminalität nicht mit biologischen Phänomenen eines Menschen erklärbar sei. Sie sei ein Zustand der Regellosigkeit, der durch einen Zusammenbruch der gesellschaftlichen Regeln hervorgerufen wird. Als Gründe für diese Entwicklung nennt Durkheim plötzliche wirtschaftliche Depressionen oder Wertewandel. Diesen Zustand der Regellosigkeit definiert er als Anomie. Die Gesellschaft sei für diesen Zustand, in der das Ausmaß des abweichenden Verhaltens sehr hoch ist, verantwortlich, denn sie sei nicht fähig, die Normensysteme schnell und den wirtschaftlichen Entwicklungen entsprechend zu verändern.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Der Autor führt in das Thema ein und skizziert den methodischen Aufbau sowie die wesentlichen Zeitabschnitte der Arbeit.
1. KRIMINALITÄT ALS SOZIALABWEICHENDES PHENOMEN: Es werden grundlegende kriminologische Definitionen diskutiert und der Zusammenhang zwischen sozialem Zusammenbruch, Anomie und abweichendem Verhalten theoretisch hergeleitet.
2. HISTORISCHE HINTERGRÜNDE: Dieses Kapitel beleuchtet die langjährigen Spannungen zwischen Albanern und Serben und analysiert die Ursprünge der gegenseitigen Ansprüche auf das Kosovo-Territorium.
3. DIE LANDESSTRUKTUR: Der Autor beschreibt die sozioökonomische Lage des Kosovo, einschließlich der demografischen Verhältnisse, der wirtschaftlichen Probleme und der Situation der Rechtsstaatlichkeit.
4. DIE BEHÖRDEN DIE KRIMINALITÄT BEKÄMPFEN: Es folgt eine Vorstellung der internationalen Akteure wie KFOR und UNMIK sowie der Aufbau lokaler Institutionen wie des Kosovo-Polizeidienstes.
5. DIE ENTWICKLUNG DER KRIMINALITÄT IM KOSOVO IN DREI ZEITABSCHNITTEN: Das Kernkapitel der Arbeit gliedert die Kriminalitätsentwicklung in die Zeit vor dem Krieg, die Zeit der NATO-Angriffe und die Zeit nach dem Einrücken der KFOR-Truppen.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Der Autor fasst die historischen und politischen Erkenntnisse zusammen und resümiert die Auswirkungen staatlicher Gewalt auf die aktuelle Sicherheitslage.
6.1. AUSBLICK: Das Schlusskapitel beurteilt die Zukunftsaussichten für den Kosovo, insbesondere im Hinblick auf den Rückkehrprozess von Vertriebenen und die Notwendigkeit stabiler staatlicher Strukturen.
Schlüsselwörter
Kosovo, Kriminalität, Sozialabweichung, Anomie, Milosevic-Regime, ethnische Säuberung, KFOR, UNMIK, UÇK, Menschenrechte, Menschenhandel, Genozid, Rechtsstaatlichkeit, Balkan, Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der Kriminalitätsentwicklung im Kosovo zwischen 1989 und 2002, eingebettet in den geschichtlichen und politischen Kontext der Region.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definitionen von Kriminalität, die historische Wurzeln des serbisch-albanischen Konflikts, die Rolle internationaler Institutionen sowie die Folgen von Krieg und Unterdrückung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die hohe Kriminalitätsrate im Kosovo aufzuzeigen und dabei insbesondere die Rolle des serbischen Staates sowie die wirtschaftliche Instabilität zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, die historische Quellen, soziologische Theorien (z.B. Durkheims Anomie-Begriff) sowie statistische Daten von Polizei- und Menschenrechtsorganisationen kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Struktur des Kosovo, die Sicherheitsbehörden und die Entwicklung der Kriminalität in drei spezifischen Phasen – vor, während und nach dem Kosovo-Krieg – detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kosovo, Kriminalität, ethnische Säuberung, UNMIK, KFOR, Menschenrechte, Genozid und Anomie charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Milosevic-Regime für die Kriminalitätsentwicklung?
Das Milosevic-Regime wird als Hauptverursacher der Instabilität identifiziert, das durch gezielte Diskriminierung, Repression und staatlich geförderte Kriminalität die sozialen Strukturen im Kosovo systematisch zerstörte.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit internationaler Missionen wie der UNMIK?
Der Autor zeigt auf, dass der Aufbau einer funktionierenden Justiz und Verwaltung durch internationale Missionen langwierig war und die Behörden initial mit den ethnisch motivierten Spannungen und einem Rechtsvakuum überfordert waren.
- Quote paper
- LL.M. Islam Qerimi (Author), 2004, Eine Analyse der Kriminalitätsentwicklung im Kosovo zwischen 1989 und 2000/2002 unter Berücksichtigung der geschichtlichen und politischen Fakten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146763