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Das Kloster Sankt Gallen während des Überfalls der Ungarn im Jahre 926 im zeithistorischen Kontext der Ungarnzüge

Title: Das Kloster Sankt Gallen während des Überfalls der Ungarn im Jahre 926 im zeithistorischen Kontext der Ungarnzüge

Seminar Paper , 2001 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Mößlein (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Kloster Sankt Gallen, das seine Wurzeln in einer im Jahre 612 inmitten damals unkultivierter Landschaft gegründeten Büßerzelle des irischen Mönchs Gallus hat, war von Anfang an mit einer bewegten Geschichte verbunden und es bedurfte ein Jahrhundert nach der ersten einer zweiten Gründung, um das Kloster am Leben zu erhalten. Doch durch strenge Disziplin und geschicktes wirtschaftliches Agieren erlebte die Abtei in der Folge an Umfang und Einfluss, bevor es im Jahre 926, als ungarische Soldaten das Kloster überfielen, einer neuen großen Gefahr ausgesetzt war, die das kulturelle Leben St. Gallens auszulöschen drohte.
Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit diesem einschneidenden Erlebnis, von dem uns in den „Casus sancti Galli“ Ekkehards IV. ein lebendiges und einprägsames Zeugnis überliefert ist. Gleichzeitig soll es vermieden werden, den Ungarn-Einfall in St. Gallen als ein isoliertes Phänomen vorzustellen, sondern im Kontext der weit reichenden, beinahe ein Jahrhundert lang andauernden Raubzüge ungarischer Scharen vor allem im süddeutschen Raum, soll, dem Abschnitt über St. Gallen vorgeschaltet, eine Einordnung und Erklärung im zeithistorischen Rahmen einer von Plünderung und Mord geprägten Epoche versucht werden. Dabei bezieht sich die Arbeit nicht nur auf die Überlieferungen Ekkehards IV., sondern bearbeitet auch – wenngleich thematisch bedingt in geringerem Umfang – Quellen Widukinds von Corvey.
Lediglich angerissen werden kann in diesem Zusammenhang der an sich bedeutende Aspekt, in wie weit die Quellen Ekkehards und Widukinds für heutige Leser überhaupt (noch) historische Authentizität besitzen bzw. in wie weit man bei deren Benutzung Vorsicht walten lassen muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Zur Einordnung der benutzten Quellen und deren Verfasser

1. Widukind von Corvey: Rerum gestarum Saxonicarum libri tres

2. Ekkehard IV. von Sankt Gallen: Casus sancti Galli

II. Der Überfall auf Sankt Gallen im historischen Kontext der Ungarnzüge unter Einbeziehung der Quellen Widukinds

1. Die Ausgangslage der ungarischen Raubzüge

2. Die Ungarn in Bayern

3. Die ungarischen Raubzüge im Jahr 926

4. Das Ende der Ungarnüberfälle

III. Der Ungarnüberfall auf Sankt Gallen im Bericht Ekkehards IV.

1. Die Frage geschichtlicher Authentizität bei Ekkehard IV.

2. Die Vorbereitungen zur Verteidigung und Evakuierung des Klosters

3. Die Ungarn im Kloster

4. Der Abzug der Ungarn und die Rückkehr der Mönche

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Überfall der Ungarn auf das Kloster Sankt Gallen im Jahr 926. Ziel ist es, dieses Ereignis nicht isoliert zu betrachten, sondern in den zeithistorischen Kontext der beinahe ein Jahrhundert andauernden Ungarnzüge im süddeutschen Raum einzuordnen und dabei die Berichte der zeitgenössischen Chronisten Widukind von Corvey und Ekkehard IV. kritisch zu analysieren.

  • Historische Einordnung und Charakterisierung der Ungarnzüge des 10. Jahrhunderts.
  • Analyse und Vergleich der Quellen von Widukind von Corvey und Ekkehard IV.
  • Untersuchung der klösterlichen Abwehrmaßnahmen und Evakuierungsstrategien (thesaurus sancti Galli).
  • Kritische Reflexion der historischen Authentizität mittelalterlicher Historiographie.

Auszug aus dem Buch

Die Vorbereitungen zur Verteidigung und Evakuierung des Klosters

Ekkehards Bericht über den Einfall der Ungarn ins Kloster St. Gallen in den „Casus s. Galli“ beginnt in Kapitel 51 zunächst mit dem Hinweis, dass das Kloster die Nachricht erreicht hat, dass die Ungarn rabidi invadunt et vastant, Augustaque diu obsessa, precibus Uodalrici episcopi, sanctissimi quidem inter omnes tunc temporibus viri, repulsi Alemanniam nemine vetante turmatim pervadunt. Diese Ereignisse hatten auch mittelbar Folgen für das Kloster St. Gallen, denn Abt Engilbert erkannte die drohende Gefahr eines Überfalls auf sein Kloster und ließ dementsprechende Vorbereitungen treffen:

Nam malio his imminentibus, militum suorum unumquoque pro semet ipso sollicito, validiores fratrum arma sumere iubet, familiam roborat; ipse velud Domini gigans lorica indutus, cucullam superinduens et stolam, ipsos eadem facere iubet. „Contra diabolum“, ait, „fratres mei, quam hactenus animis in Deo confisi pugnaverimus, ut nunc manibus ostendere valeamus, ab ipso petamus!“ Fabricantur spicula, piltris lorice fiunt, fundibula plectuntur, tabulis compactis et wannis scuta simulantur, sparrones et fustes acute locis praedurantur.

Abt Engilbert zeigt sich also fest entschlossen, bei einem eventuellen Überfall zusammen mit seinen Mitbrüdern das Kloster nicht kampflos aufzugeben, sondern sich nach Kräften zu verteidigen. Und wenn auch Lüttich trotz dieser Vorbereitungen behauptet, dass Engilbert nicht ernsthaft daran geglaubt hätte, dass sein Kloster tatsächlich überfallen werde, bin ich dagegen der Meinung, dass der Abt sehr wohl von einer solchen realen Gefahr für St. Gallen durch die Ungarn ausging, denn dass die Ungarn das Kloster plündern würden, wenn es in ihrer Reichweite lag, konnte als sicher gelten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema, die Fragestellung und den historischen Kontext des Klosters St. Gallen vor dem Ungarnüberfall.

I. Zur Einordnung der benutzten Quellen und deren Verfasser: Vorstellung der Chronisten Widukind von Corvey und Ekkehard IV. sowie eine erste kritische Einschätzung ihrer Werke.

II. Der Überfall auf Sankt Gallen im historischen Kontext der Ungarnzüge unter Einbeziehung der Quellen Widukinds: Analyse der ungarischen Raubzüge in Bayern und des allgemeinen historischen Rahmens des 10. Jahrhunderts.

III. Der Ungarnüberfall auf Sankt Gallen im Bericht Ekkehards IV.: Detaillierte Untersuchung des Überfalls auf das Kloster, der Verteidigungsstrategien und des tatsächlichen Verlaufs der Ereignisse.

Zusammenfassung: Fazit der Arbeit bezüglich der historischen Authentizität der Quellen und der überstandenen Krise des Klosters.

Schlüsselwörter

Sankt Gallen, Ungarnzüge, 926, Mittelalter, Widukind von Corvey, Ekkehard IV., Casus sancti Galli, Klostergeschichte, Ungarnüberfall, Abt Engilbert, Historiographie, Authentizität, Sachsen, Abwehr, Evakuierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Überfall der Ungarn auf das Kloster Sankt Gallen im Jahre 926 und bettet dieses Ereignis in den größeren Kontext der ungarischen Raubzüge des 10. Jahrhunderts ein.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ungarische Kriegsführung, die Verteidigungs- und Evakuierungsstrategien des Klosters sowie die methodische Auswertung mittelalterlicher Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische Untersuchung des Ungarnüberfalls auf St. Gallen auf Basis der Berichte von Widukind von Corvey und Ekkehard IV. unter Berücksichtigung moderner historischer Erkenntnisse.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Methode, bei der die Texte von Widukind und Ekkehard IV. mit modernen Forschungsergebnissen zur historischen Realität der Epoche abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Ungarnzüge im Allgemeinen und ihre Auswirkungen auf Bayern sowie Lothringen erläutert, bevor der konkrete Bericht Ekkehards IV. zum Überfall auf St. Gallen analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sankt Gallen, Ungarnzüge, 926, Historiographie, Quellenkritik, Casus sancti Galli und die Rolle von Abt Engilbert.

Warum spielt der „thesaurus sancti Galli“ eine so wichtige Rolle?

Die Evakuierung dieser Schätze und der Manuskripte gilt als bedeutendste Leistung des Abtes Engilbert, da sie den Erhalt der Bibliotheksbestände trotz der Plünderungsgefahr sicherte.

Welche Bedeutung kommt der Figur des Bruder Heribald zu?

Heribald dient als zentraler Augenzeuge im Bericht Ekkehards IV.; aufgrund seiner Tollheit wurde er von den Ungarn verschont, wodurch er eine für den Leser oft komische, aber historiographisch wichtige Perspektive bietet.

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Details

Title
Das Kloster Sankt Gallen während des Überfalls der Ungarn im Jahre 926 im zeithistorischen Kontext der Ungarnzüge
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte)
Course
Proseminar: Das Kloster als mittelalterliche Lebenswelt
Grade
1,3
Author
Michael Mößlein (Author)
Publication Year
2001
Pages
21
Catalog Number
V14678
ISBN (eBook)
9783638200110
Language
German
Tags
Kloster Sankt Gallen Ungarn Jahre Kontext Ungarnzüge Proseminar Kloster Lebenswelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Mößlein (Author), 2001, Das Kloster Sankt Gallen während des Überfalls der Ungarn im Jahre 926 im zeithistorischen Kontext der Ungarnzüge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14678
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