Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster


Examensarbeit, 2009
92 Seiten, Note: 2
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Forschungsstand
1.3 Fragestellung/Thesen
1.4 Theoretische Prämissen
1.5 Methode/Quellen

2. Historische Einführung
2.1 Sport in der Weimarer Republik
2.2 Sport im nationalsozialistischen Deutschland

3. Sportverständnis der Nationalsozialisten
3.1 Adolf Hitler
3.2 Alfred Baeumler
3.3 Reichsbundideologie (Hans von Tschammer und Osten)
3.4 Zusammenfassung

4. Sportverständnis der Münsteraner
4.1 Sport als „Selbstzweck“
4.2 (Volks-)Gemeinschaft
4.2.1 Einheit im Sport
4.3 Gesundheit
4.4 Wehrfähigkeit
4.5 Zusammenfassung

5. Instrumentalisierung des Sports
5.1 Sport als Mittel nationalsozialistischer (Selbst-)Darstellung
5.1.1 Sport: Positive Assoziationen nutzen
5.1.2 Sport im Dienste politischer Kundgebungen
5.2 Vermittlung (und Verwirklichung) nationalsozialistischer Ziele und Ideale
5.2.1 Volksgemeinschaft
5.2.2 Rassenreinheit und Rassenbewusstsein
5.2.3 Wehrfähigkeit
5.2.4 Führungsanspruch
5.2.4.1 Alternative Denkmuster
5.3 Zusammenfassung

6. Popularität des Sports
6.1 Zusammenfassung

7. Schlussbetrachtung
7.1 Zusammenfassung
7.2 Schlussfolgerung/Ergebnis
7.3 Ausblick

8. Quellen- und Literaturverzeichnis
8.1 Quellen
8.2 Literatur

1. Einleitung

1.1 Einführung

Am 30. April 2006 feiert der SC Preußen Münster 06 sein 100-jähriges Jubiläum.1 Dietrich Schulze-Marmeling nimmt dies zum Anlass, über die Zeit der Nationalsozialisten zu berichten, und u.a. ist zu lesen: „Zeitzeugen legen großen Wert darauf, dass der SCP auch in den NS- Jahren eine unpolitische Veranstaltung gewesen sei. Man habe sich ausschließlich auf den Sport konzentriert.“2 Da der SC heute wie damals ein prägender Teil des Münsteraner Sports ist, liegt die These nahe, dass der Sport im nationalsozialistischen Münster mit einem „Rückzug ins Unpolitische“3 gleichzusetzen ist. Ausgehend (bzw. inspiriert) von diesem Gedanken setzt sich die vorliegende Arbeit mit der Bedeutung des Sports für das nationalsozialistische Regime in Münster auseinander.

Um den Sport in seinem komplexen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang begreifen zu können, erfolgt der methodische Zugriff auf das Thema in erster Linie durch die bürgerlich-konservative Tageszeitung „Münsterischer Anzeiger“4 (MA). Der Untersuchungszeitraum bezieht sich primär auf das nationalsozialistische Münster vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

1.2 Forschungsstand

„Die Geschichte des Sports im Nationalsozialismus zählt inzwischen zu den am gründlichsten erforschten Epochen und Themen der deutschen Sportgeschichte.“56 Peiffer/Lorenz haben dazu eine ausführliche und kommentierte Bibliographie verfasst.7 Eine umfassende Überblicksdarstellung, die eine fundierte, differenzierte und alle Facetten der Entwicklung des Sports in der Zeit des Nationalsozialismus abdeckende Darstellung bietet, steht dennoch nach wie vor aus. Obgleich eine beachtliche Zahl von Einzeluntersuchungen vorliegt, ist der Sport in diesem Zeitraum bisher nur unzulänglich erforscht worden.8 „Obwohl viele Aspekte zum Thema Nationalsozialismus bearbeitet und die Quellen [...] zum großen Teil auch bekannt sind, heißt das nicht, dass alle Fragen beantwortet wären.“9 In den letzten Jahren haben biographische Forschungen, Untersuchungen zum jüdischen Sport und vor allem lokal- und regionalhistorische Forschungen zusehends an Bedeutung gewonnen.10

Reichel betont im Zusammenhang mit Sport, dass sich das nationalsozialistische Regime (auch) über die Massenkultur definiert und legitimiert.11 Allerdings stellt die jüngste deutsche Forschung ebenso heraus:

„Das lange Zeit für gültig gehaltene Bild von 'Verführung und Gewalt' als die beiden zentralen Kategorien, die das Verhalten des Regimes gegenüber der deutschen Bevölkerung kennzeichnen, ist nicht haltbar.“12

In Bezug auf das nationalsozialistische Regime wird anstelle einer autokratischen ein Bild der vertikal wie horizontal polykratischen Herrschaft favorisiert. Entsprechend wenden sich die Historiker inzwischen verstärkt den sozio-ökonomischen Grund- und Rahmenbedingungen zu.13 Richtungweisend erscheint die Feststellung, dass „[...] sowohl für die allgemeine Erziehungstheorie als auch für die Erziehungspraxis im Dritten Reich die Existenz eines geschlossenen, sinnvoll aufeinander abgestimmten Systems [negiert wird].“14

„In der deutschen Turn- und Sportbewegung entwickelte sich von der Vereins- bis zur Verbandsebene eine ungeheure Eigendynamik in Bezug auf die Umsetzung von nationalsozialistischen politisch-ideologischen Grundsätzen.“15

Studien, die einen regionalen und lokalen Bezug im Sportkontext des nationalsozialistischen Deutschlands herstellen, liegen lediglich vereinzelt vor. Durchgeführte Untersuchungen sind in der Mehrzahl dem Vereins- und Verbandssport zuzuordnen.16 In Bezug auf

Münster herrscht in diesem Bereich ein deutliches Defizit. Einen ersten Einblick in die Strukturen des Sports im nationalsozialistischen Münster bieten Langenfeld/Prange.17 Hier setzt die vorliegende Arbeit an und versucht den Sport weiterführend in seinem Sinn- und Wirkungszusammenhang in Münster zu verorten. Zwar bezieht sich die vorliegende Arbeit zunächst nur auf das Beispiel der Gauhauptstad Münster, doch darf nicht vergessen werden: „Stadtgeschichte im 2 Jahrhundert ist [...] immer auch allgemeine Zeitgeschichte, die Verschränkung von Lokalgeschichte und Nationalgeschichte.“18

1.3 Fragestellung/Thesen

Der Sport, wie ihn die Münsteraner erleben, an ihm partizipieren (und mitgestalten), bietet den primären Zugang zum Thema. Dabei liegt folgende Fragestellung der Examensarbeit zugrunde: Erfolgt in Münster eine (von der Bevölkerung akzeptierte) Instrumentalisierung des Sports zugunsten nationalsozialistischer Ziele und Ideale?

Zunächst erscheint es für das Verständnis des Themenkomplexes notwendig, den Münsteraner Sport im historischen Kontext zu verorten. Danach folgt die Arbeit, um die Ausgangsfrage adäquat zu beantworten, in ihrem weiteren Verlauf folgenden Thesen.

These: Das Sportverständnis der Nationalsozialisten steht im ursächlichen Zusammenhang mit der Indienstnahme des Sports für parteipolitische Ziele und Ideale. Das Sportverständnis der Nationalsozialisten stellt den Sport in einen gesellschaftlichen und politischen Sinnzusammenhang. Dabei wird deutlich, ob und inwiefern die Nationalsozialisten die Intention verfolgen, den Sport für sich nutzbar zu machen bzw. zu instrumentalisieren.

These: Das Sportverständnis in Münster bezieht sich auch auf Werte, Normen und Vorstellungen aus Gesellschaft und Politik. Zentrale Aspekte des Münsteraner Sportverständnisses werden erarbeitet.

These: Der Sport in Münster wird gemäß nationalsozialistischen Interessen instrumentalisiert. Dabei sind zwei weitere Thesen richtungweisend: 1. Der Sport trägt dazu bei, das Ansehen der Nationalsozialisten zu steigern. 2. Der Münsteraner Sport vermittelt in seinem Sinnzusammenhang parteipolitische Ideale und Ziele der Nationalsozialisten. Zunächst wird, zur Beantwortung der zweiten These das erarbeitete Münsteraner Sportverständnis zu dem der Nationalsozialisten in Beziehung gesetzt. Ausgehend von der Erkenntnis, inwiefern der Münsteraner Sport dahin gehend gedeutet wird im Sinne parteipolitischer Ziele und Ideale zu agieren, wird nach weitergehenden Wirkungszusammenhängen des Sports im gesellschaftlichen und politischen Kontext gefragt.

(These: Der Sport ist ein fester Bestandteil gesellschaftlichen Lebens in Münster.) Zur Beantwortung dieser These wird nach der Popularität des Sports in Münster gefragt.

Auf Grundlage der erarbeiteten Erkenntnisse wird letztlich die der vorliegenden Arbeit zugrunde liegende Fragestellung kritisch zu beantworten sein.

1.4 Theoretische Prämissen

Selbst in der Gegenwart erscheint es in der Wissenschaft problematisch, den Sportbegriff eindeutig abzugrenzen.

„Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht vornehmen. Was im allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffverständnis von Sport.“19

Eine zusätzliche Problematik für die Definition des Sportbegriffs des vorliegenden Untersuchungszeitraumes ergibt sich daraus, dass es sich um eine Zeit handelt, welche enormen politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen ausgesetzt ist. Entsprechend ändert sich das Begriffsverständnis von Sport. Eine moderne Definition des Begriffs heranzuziehen wäre ungeeignet. Die Definition des von mir verwandten Begriffs ist nun so formuliert, dass sie es zulässt, Wechselwirkungen in der Entwicklung des Sports und des nationalsozialistischen Regimes herauszuarbeiten ohne mögliche Untersuchungssphären von Beginn an auszuklammern.

Demnach ist Sport ein Tätigkeitsfeld, in dem Menschen sich in eine wirkliche oder auch nur vorgestellte Beziehung zu anderen Menschen begeben mit der bewussten Absicht, Fähigkeiten und Fertigkeiten, insbesondere auf dem Gebiet der Bewegungskunst, zu entwickeln, zu erhalten oder zu vergleichen.

Das Sportverständnis entwickelt sich aus der Interpretation von Phänomenen, Ereignissen und Tendenzen, die im Sportzusammenhang Beachtung finden. Der Interpretation liegen dabei Werte, Normen und Vorstellungen zugrunde (die bei der reflektierten Thematisierung der Phänomene, Ereignisse und Tendenzen im Sportzusammenhang auch einer Infragestellung, und damit unter Umständen einem Neuentwurf ausgesetzt werden). Die dem Münsteraner Sportverständnis zugrunde liegenden Werte, Normen und Vorstellungen werden in Zeitungsberichten des MA auf Grundlage der verschiedenen Erscheinungsformen von Sport (einzelne Sportarten, Veranstaltungen, Wettkämpfe etc.) zum Ausdruck gebracht und verbreitet.

Der in dieser Examensarbeit verwandte Sportbegriff findet seine Anwendung und Sinngebung in erster Linie durch Ereignisse, Phänomene und Tendenzen in Münster. Sport stellt in diesem Kontext also einen regionalen Bezug her. Des Weiteren geht es um Aspekte, die in der Tageszeitung Münsterischer Anzeiger publiziert werden, also einen öffentlichen Charakter besitzen. Der Themenkomplex „Frauen und Sport“ wird, um den Rahmen einer Examensarbeit nicht zu überschreiten, ausgeklammert.20 Da die Nationalsozialisten „Leibesübungen“ vor allem als „männliche Angelegenheit“ betrachten, erscheint eine solche Reduktion an dieser Stelle legitim.21 Ebenso wird auf die spezielle Darstellung der Juden im Münsteraner Sport verzichtet.

Ist von einer Instrumentalisierung im Sportkontext die Rede, so bedeutet dies die Nutzbarmachung oder Indienstnahme des Sports außerhalb des durch die vorliegende Definition begrenzten Begriffsverständnisses zugunsten jeglicher Phänomene, Ereignisse oder Tendenzen sowie Werte, Normen oder Vorstellungen. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob die Nutzbarmachung oder Indienstnahme tatsächlich vorhanden ist oder bspw. nur suggeriert wird. Ebenso erscheint es zunächst zweitrangig, ob diese für die beteiligten Personen unmittelbar wahrnehmbar ist oder nicht.

1.5 Methode/Quellen

In erster Linie stützt sich die Arbeit auf Ergebnisse, die aus dem Münsterischen Anzeiger gewonnen werden.22 Die Methode der Zeitungsanalyse impliziert, dass eine weniger objektive, als vielmehr subjektive Quelle der Untersuchung zugrunde liegt. Eine Einflussnahme nationalsozialistischer Ideologie und Propaganda erscheint wahrscheinlich. Gerade wenn politische Aspekte in der Sportberichterstattung eine Rolle spielen, muss von einer signifikanten Subjektivität ausgegangen werden. Mit der Berichterstattung werden Intentionen verfolgt.

Auf der anderen Seite hält sich die nationalsozialistische Presselenkung in Bezug auf die Sportberichterstattung auffallend zurück.23 Zudem handelt es sich bei dem Münsterischen Anzeiger nicht um ein „Hetzblatt“ der Partei, sondern um eine bürgerliche Zeitung, dessen Schreibstil auf einen allgemeinen Konsens in der Münsteraner Bevölkerung stößt. Diese Einschätzung unterstreicht der Stimmung- und Lagebericht der NSDAP-Gauleitung Westfalen-Nord vom April 1937:

„Bisher gehörte das am meisten gelesene und früher als zentrümlich schwärzest gefärbte Zeitungsorgan 'Münsterischer Anzeiger' wohl zu 51% der Zeitungsgesellschaft der NSDAP, war aber an den ursprünglichen Verlag zurückvermietet und brachte durch versteckten und offenen Widerstand gegen das weltanschauliche Wollen der Partei immer wieder die wahre [sic!] politisch-katholische Gesinnung in das breite Land “24

Dass jedoch auch nach 1937 von einer grundsätzlichen Zustimmung der Münsteraner zur Berichterstattung des MA auszugehen ist, belegt indirekt die nach wie vor hohe und sogar steigend Durchschnittsauflage der Tageszeitung. Somit kann der MA im Oktober 1938 mit durchschnittlich 41 000 Exemplaren eine Rekordauflage (unter nationalsozialistischer Herrschaft) verkünden. Allein in den letzten 12 Monaten sei dabei ein Zugang von über 5 000 zahlenden Beziehern zu verzeichnen.25,26

Wenn die Berichterstattung nach wie vor auf eine gewisse Zustimmung in der Bevölkerung trifft, kann im Umkehrschluss davon ausgegangen werden, dass der subjektiven Darstellung des Sports in der Zeitung ein reales oder zumindest ein in der Gesellschaft ähnlich wahrgenommenes Verständnis von Sport zugrunde liegt. Die Berichterstattung kann sich folglich nur erfolgreich zwischen Fakt, subjektiver Wahrnehmung und Propaganda bewegen ohne ihre Leserschaft zu verprellen, indem Phänomene, Ereignisse und Tendenzen, die mit Sport in Verbindung stehen, herausgestellt, in den Hintergrund gerückt oder ausgeblendet werden. Eine völlige Umdeutung entgegen der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Sport dürfte grundsätzlich nicht zu erwarten sein. Mit der Tageszeitung liegt der vorliegenden Untersuchung daher eine Quelle zugrunde, die es möglich macht, den Sport in seinem Sinnzusammenhang und damit im gesellschaftlichen und politischen Kontext zu begreifen.

Neben den Jahren der Vorkriegszeit des nationalsozialistischen Regimes im Allgemeinen stehen im Speziellen vor allem die Jahre 1934 und 1938/39 im Mittelpunkt der Untersuchung. Zudem werden, um Zusammenhänge und Entwicklungen dabei besser zu verdeutlichen, vereinzelt Aspekte, die zur Zeit der Weimarer Republik von Bedeutung sind, herausgestellt und zum Vergleich herangezogen. Der Fokus auf die zwei prägnanten Zeitabschnitte, 1934 und 1938/39, gewährleistet eine gezielte und adäquate Bearbeitung, Auswertung und Präsentation des umfangreichen Materials im Rahmen einer Examensarbeit. Um erste Tendenzen unter den veränderten Bedingungen der neuen Machthaber zu erkennen, bietet sich das Jahr 1934 an. Die erste Phase der allgemeinen Gleichschaltung ist bereits im vollen Gange. Im Frühsommer erlebt Münster eine Offensive des Parteisports. Schutzstaffel (SS), Sturmabteilung (SA), Hitler Jugend (HJ) und Bund Deutscher Mädels (BDM) organisieren Sport abseits der Vereine und des aufgelösten örtlichen Sportführerrings. Der Reichsbund für Leibesübungen, Ortsgruppe Münster wird neu konstituiert und bringt dadurch Partei- und Vereinport unter ein organisatorisches Dach. (Vertreter der SA und der HJ werden aufgenommen).27 Letztlich werden die Jahre 1938/39 als Referenz herangezogen, um ggf. Kontinuitäten, aber auch Veränderungen und damit Entwicklungen des Sports in seinem Sinnzusammenhang aufzeigen zu können. Der Sport zur Zeit des Zweiten Weltkriegs unterliegt erneut gravierenden Umwälzungen, die nicht Gegenstand dieser Untersuchung sind.

Die Wahl, primär den MA als Quelle zu verwenden, bietet sich an, da die Tageszeitung durchgängig während des gesamten Untersuchungszeitraumes erscheint, führend in Münster ist und regelmäßig über das lokale Sportgeschehen berichtet.28

2. Historische Einführung

„Sport“ ist ein moderner und heute auch weltweit bekannter Begriff. Im 18. und 19. Jahrhundert taucht er in England als Bezeichnung für die Freizeitvergnügen der englischen Oberschicht, der Gentlemen, auf. Von diesen Wurzeln ausgehend verbreitet er sich auf dem europäischen Kontinent, in den Ländern des „britischen Weltreiches“, nach Amerika und in den Rest der Welt.29 Der Sport, gemäß diesem Verständnis, nimmt auf dem europäischen Festland in der Pädagogik und den Internatsschulen, die von deutschen Philanthropen seit den 1770er Jahren gegründet werden, seinen Anfang. Als Friedrich Ludwig Jahn ab 1811 beginnt, schulunabhängige Turngemeinden als Teile der Nationalbewegung ins Leben zu rufen, lösen sich die Leibesübungen erstmals aus dem schulischen Rahmen. Turnen kann sich somit zu einer breiten Massenbewegung während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausdehnen. Zunehmend übernehmen auch Schule und Armee das Turnen sowie die sich parallel dazu entwickelnde Gymnastik.30 Das neu entwickelte kämpferische und leistungsbezogene Moment gerät um 1900 in eine Krise. Es ist in erster Linie die Jugend- und Wanderbewegung, die „zurück in die Natur“ drängt.31 „Dennoch wurde auch dies nicht der beherrschende Trend, sondern jenes Leistungsprinzip, dem es um das Schneller, Höher, Stärker ging.“32

Der rasanten Entwicklung, der der Sport seit seinen Anfängen ausgeliefert ist, macht deutlich, dass Sport „[...] nicht natürlich, nicht selbstverständlich, sondern gesellschaftlich so relativ [ist] wie andere Aspekte unserer Alltagskultur“33. Um sich dem Sportbegriff zu nähern, spielt der gesellschaftliche (und politische) Kontext, in dem der Sport eingebettet ist, eine entscheidende Rolle. Das Sportverständnis stellt den Sport in seinen Sinnzusammenhang. Er ist eben nicht „fest“, sondern historisch und damit Veränderungen unterworfen.34

2.1 Sport in der Weimarer Republik

Das kulturelle und politische Leben Münsters wird von der Dominanz des katholischen Milieus bestimmt.35,36 Um die Jahre der Weimarer Republik in prägnante Zeitabschnitte aufzuteilen, lässt sich festhalten:

„Die Zäsuren in der politischen wie in der wirtschaftlich-sozialen Geschichte Münsters waren dieselben wie auf Reichsebene: die Phase der revolutionären Erschütterungen von 1918 bis 1923, die kurze Zeit der relativen Stabilisierung von 1924 bis 1929, die Zeit der Wirtschafts- und Staatskrise von 1929 bis 1933.“37

Dabei beeinflusst die Revolution von 1918/19 das politische Leben der Provinzialhauptstadt nur wenige Wochen. Während sich die gesellschaftlichen Machtverhältnisse nicht ändern, wandelt sich die politische Kultur nur langsam.38

Am 11. August 1919 erfolgt die Gründung des Stadtverbandes für Leibesübungen, dem sich 26 Turn- und Sportvereine anschließen.39 Auffällig erscheint, dass im Stadtparlament keine Partei vertreten ist, die die Förderung des Sports in ihr Programm aufgenommen hat.40 Es verwundert nicht, dass sich die Sportler mit einer unkoordinierten, wenig effektiven Sportpolitik konfrontiert sehen.41 (Damit einhergehend erfolgt eine unzureichende Unterstützung der

Sportvereine durch die Stadt.42 ) Zwar dient der Bau der Halle Münsterland, sowie der Ausbau der Loddenheide zum Zivilflugplatz mit Anbindung an das Luftverkehrsnetz ab 1919 nicht in erster Linie dem Sport, wird aber dennoch dahingehend werbewirksam vermarktet.43 Trotzdem fehlt es insgesamt an Sportstätten in der Stadt.44,45 Auch die Aussage des Oberbürgermeisters, es werde „alles geschehen, was nur eben geschehen könne für eine weitere Ausbildung und Verbreitung des Sports“, da schließlich „überall die rechte Stimmung für die Wünsche der münsterschen Jugend und der Sportfreunde vorhanden“ sei, bleibt ein leeres Versprechen.46 Dass eine Sportbegeisterung in Münster vorhanden ist, unterstreicht die Einweihung des vom SC Preußen erbauten Stadions. Im Juni 1926 schreibt der MA: „Viele werden heute Nachmittag erstmalig einen Begriff davon bekommen haben, was Sport bedeutet und sein kann.“47 Und der MA berichtet weiter, dass zusätzliche Straßenbahnen und Autobusse eingesetzt werden müssen, um den Zuschauerandrang zu bewältigen. Dennoch bleibt auch 1928 die Gesamtmitgliederzahl der Münsteraner Vereine mit 12 210 (9 523 Männer, 2 687 Frauen) unterdurchschnittlich im nationalen Vergleich.48 Gleichzeitig werden neue, kleinere Vereine, wie z.B. der Boxsport-Club Münster von 1923, und neue Sportarten etabliert. Vor allem die „Kampfspiele“ (in erster Linie Fußball, Handball, Hockey, Wasserball und Schlagball) gewinnen an Bedeutung.49 In den 20er-Jahren entstehen zudem Militärsportvereine, die eng mit der Struktur der Reichswehr verflochten sind.50

Der konfessionelle Sport nimmt in Münster eine dominante Stellung ein. Während der evangelische Eichenkreuz-Verein Münster 1928 jedoch lediglich auf 97 Mitglieder verweisen kann51, prägt seit 1920 der katholische Sport in Form der Deutschen Jugend Kraft (DJK) die Münsteraner Sportlandschaft.52,53 Entsprechend richtet die DJK eigene Fußball-, später Faustball und Handballrunden ein und untersagt gar das Wettspiel mit verbandsfremden Vereinen, sowie die Doppelmitgliedschaft in DJK auf der einen und nicht-katholischen Vereinen auf der anderen Seite.54 Das Sporttreiben in Münster spaltet sich im Wesentlichen in zwei Lager: Dem Sportverständnis der „bürgerlichen Vereine“ steht die DJK ablehnend gegenüber.55 (Das Sportverständnis der DJK wird im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit noch einmal aufgegriffen.)

Die verhältnismäßig geringe Anzahl „bürgerlicher“, nicht konfessioneller Sportvereine erklärt sich in erster Linie durch die Dominanz des katholischen Sports.56 Katholiken finden sich in den „bürgerlichen“ Sportvereinen vor allem dann, wenn sie am Wettkampfsport interessiert sind.57 Das Sportverständnis der „bürgerlichen“ Vereine, um dies in einem Satz zusammenzufassen, lehnt sich in der Regel an die Olympische Idee an, beinhaltet aber auch nationale Elemente wie „Kampfgeist“, „Dienst an der Gemeinschaft“ und „Kraft und Stärke“.58,59

Infolge des starken kirchlichen Einflusses können Arbeitersportvereine in Münster kaum Fuß fassen. Der freie Sportverein, zu dem sich Mitte der 20er die freie Turnerschaft und die freien Schwimmer zusammenschließen, bleibt eine Ausnahme.60 Dies erscheint vor allem in Hinblick auf die landesweite Entwicklung erwähnenswert, denn

„[...] der zweite große Gegensatz, der das Turn- und Sportleben in der Weimarer Republik beherrschte, war der zwischen bürgerlicher Turn- und Sportbewegung auf der einen und der Arbeiterturn- und Sportbewegung auf der anderen Seite; sie bildete vor den konfessionellen Verbänden die zweite Säule des organisierten Sports in Deutschland.“61

Insgesamt erhält der Sport im öffentlichen Leben bereits in der Weimarer Republik einen enormen Aufschwung. Sowohl Vereins- als auch Schulsport treten mehr als zuvor ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die Bedeutung des Sports für Gesellschaft und Politik wird hervorgehoben.62 Dies gilt nicht nur auf nationaler Ebene, sondern eben auch für Münster.63 Sport ist zum Massenphänomen geworden. Dies manifestiert sich sowohl an den zahlreichen aktiven Sportlern, als auch an den Massen begeisterter Zuschauer.64 Am 12. Juli 1925 wird in Münster die dritte (Sport-)Rundfunkreportage Deutschlands ausgestrahlt, die für Furore sorgt. Und doch bleibt dies eine Ausnahme. Die Zeitung bleibt das zentrale Medium der Sportberichterstattung.65

2.2 Sport im nationalsozialistischen Deutschland

Die Veränderungen im Parteiengefüge zugunsten der NSDAP kündigen sich bereits bei den Kommunalwahlen vom 17. November 1929 an.66 Zwar liegen auch später die Wahlergebnisse und Mobilisierungserfolge der Nationalsozialisten in Münster deutlich unter dem Reichsdurchschnitt, doch letztlich läuft die nationalsozialistische Machtergreifung nach denselben Mustern und Rhythmen wie im Rest des Reiches ab.67,68

„Weder die Kommunalpolitik mit ihren Skandalen und Kontroversen noch die Wirtschafts- und Finanzsituation im Reich, in den Ländern und der eigenen Stadt schufen Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und Legitimation der politischen Verfassung und kommunalen Selbstverwaltung. Eine Folge davon war die nachlassende Integrationsfähigkeit der politischen Parteien, vor allem des Zentrums. Es entstanden wirtschaftliche Interessensparteien bzw. Parteiabspaltungen, von denen letztlich die NSDAP profitierte.“69

In der zügigen Neugliederung des öffentlichen Sports dokumentiert sich das große Interesse, dass der nationalsozialistische Staat dem Sport entgegenbringt.70

„Unter der Parole von der Einheit der Volksgemeinschaft lief bald nach der Reichstagswahl vom 05. März 1933 eine Propaganda- und Zwangskampagne an, die unter dem Schlagwort „Gleichschaltung“ alle Lebensbereiche dem Willen der NSDAP unterwerfen sollte.“71

Parallel zur Neuordnung des Sports erfolgt die Zerschlagung vor allem von sportlichen Gruppen mit ideologischer Gegenposition zu den Nationalsozialisten.72 In Münster bedeutet dies zunächst die Auflösung der Arbeitersportvereine, welche problemlos verläuft und kaum Spuren hinterlässt.73 Dabei regt sich kein Widerstand von Seiten der katholischen Kirche, da sie den Feind eher in der politisch Linken erkennt, während sie glaubt, sich mit der Rechten arrangieren zu können.74 Zu Beginn der Saison 1933/34 werden die Münsteraner DJK Mannschaften den neu geschaffenen einheitlichen Spielklassen zugeordnet. Dies trifft insgesamt auf Zustimmung, da es die Identität der DJK durch den Wettkampf mit Anderen fördert und zusätzliche Leistungsanreize schafft.75 Doch zusehends werden die konfessionellen Vereine in ihren Aktivitäten eingeschränkt.76 Zum aggressiven Vorgehen gegen die DJK gehört neben der Ermordung des Reichsführers Albert Probst das Spielverbot der DJK zur Spielserie 1934/35 sowie die allgemeine Behinderung der sportlichen Arbeit.77

Während sich die Katholiken in Münster diesbezüglich eher unauffällig als demonstrativ widerständlerisch verhalten, hat die Partei kein Interesse daran die Katholiken in einen offenen Widerstand zu treiben. Entsprechend können einige alltägliche und festtägliche Bereiche von den Nazis nicht durchdrungen und „gleichgeschaltet“ werden.78 79 Zahlreiche Sportler treten den „bürgerlichen“ Vereinen bei und ehemalige DJK Funktionäre erhalten ungeahnte Wirkungsmöglichkeiten im Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL).80

Wie die Partei so ist auch der DRL (seit dem 21. Dezember 1938 Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen (NSRL)) nach dem Führerprinzip aufgebaut.81,82 Führer des Sportgaues Münster IX Westfalen ist SA-Brigadeführer Max Lorenz aus Münster.83,84 Gau-, Bezirks- und Ortsführer sind die „alten bekannten Gesichter“, d.h. die nationalsozialistische Führerriege Münsters sind Fachleute und Aktive, kurz: begeisterte Vereinsmitglieder (bspw. Dr. Max Ostrop, Walter Pralle, Heinz Pielsticker, usw.).85 (Die Vereinsführer übernehmen auch die so genannte „Dietarbeit“, die weltanschauliche Schulung der Mitglieder, oder bestimmen einen linientreuen Parteigenossen.86 ) Bereits am 10. Mai 1933 kommt es zur Auflösung des Reichsausschusses für Leibesübungen zugunsten des Reichsführerrings. Am 27. Juli 1934 wird schließlich der DRL gegründet.87 Dieser bevorzugt den Zusammenschluss von Vereinen zu größeren „Sportgemeinschaften“, räumt den Vereinen aber gleichzeitig die Alternative ein, nach den Vorgaben des DRL weiter zu bestehen.88

In der Praxis bedeutet dies für Münster, dass alte persönliche Bindungen der Mitglieder nicht aufgegeben werden müssen und interessante Wettkampf- und Spielmöglichkeiten zusätzlich geboten werden.89 Obwohl die HJ zunehmend die komplette sportliche Jugenderziehung übernimmt, bleiben die Vereine Zentrum der sportlichen Ausbildung, da sie über entsprechende Anlagen und Trainer verfügen.90 Insgesamt ist ein Trend hin zu Mehrsparten-Großvereinen zu beobachten, so dass neben einem ausgeweiteten Wettkampfsystem die großen Clubs nach 1933 steigende Mitgliederzahlen verbuchen.91 So stellt Joch fest: Vereine, die traditionsgemäß in Deutschland Träger der sportlichen Leistung waren, werden nicht zerschlagen, und damit kann die „Basis“ des Sports weiter arbeiten.92 Ergänzend schreibt Friese: Die eingeleiteten Maßnahmen bedeuten „für das Innenleben der Vereine und die Qualität ihrer sportpraktischen Arbeit relativ wenig“.93

Letztlich kann auch für Münster festgehalten werden, dass die Spannungen innerhalb der verschiedenen Interessensgruppen im Sport allmählich einer neuen, wenn auch staatlich diktierten, Gemeinsamkeit weichen.94 Obwohl der Weg dorthin fragwürdig erscheint, so erschien die organisatorische Trennung anachronistisch, hatten sich die Vereine doch ohnehin ideologisch angeglichen.95 Während die Atmosphäre auf sportlicher Ebene einen erheblichen Aufschwung erfährt96, nutzen die Gliederungen der NSDAP, Kraft durch Freude (KdF) und der Betriebssport die Sportstätten der Vereine, werden in Spielrunden der Vereine eingegliedert und werben gute Vereinssportler ab.97 Auch die „Wehrverbände“ der NSDAP, SA und SS, sind in der Gauhauptstadt mit höheren Dienststellen vertreten und engagieren sich im Sport.

Nationalsozialistische Parteigliederungen u.ä. werden zum alltäglichen Bestandteil des Münsteraner Sportgeschehens.98 Auf Grundlage der geschilderten Strukturen des Sports in Münster zeichnet sich bereits ab, dass sich das Sportverständnis zwischen den Weltkriegen grundlegend wandelt. „Wie keine zweite Kulturbewegung begann [der Sport], die Gesellschaft zu verändern und sie ihn.“99

[...]


1 Vgl. 100 Jahre SC Preußen Münster. Sonderheft zum Jubiläum. Westfälische Nachrichten 30. April 2006.

2 Dietrich Schulze-Marmeling, „Zeitzeugen des SCP: keine Nähe zu den Nazis,“ 100 Jahre SC Preußen Münster. Sonderheft zum Jubiläum. Westfälische Nachrichten 30. April 2006. 7.

3 Vgl. Marmeling 7.

4 Erschienen als Münsterischer Anzeiger und Münsterische Volkszeitung (MA) 1. Juli 1852-31. Dez. 1929 und Münsterischer Anzeiger (MA) 1. Jan. 1930-30. Juni 1940.

5 Michael Krüger, Teil 3. Leibesübungen im 20. Jahrhundert: Sport für alle, Sport und Sportunterricht: Grundlagen für Studium, Ausbildung und Beruf 10 (Schorndorf: Hofmann, 1993).

6 Umfangreiche Bibliographie zum aktuellen Forschungsstand zur Geschichte des Nationalsozialismus: Ruck, Michael, Bibliographie zum Nationalsozialismus, Bd. 1-2 (Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2000). Für die Neuerscheinungen aus den Jahren 2001-2007 zur Geschichte Deutschlands in der Zeit des Nationalsozialismus: Karl Dietrich und Hans-Peter Schwarz (Hrsg.), „Bibliographie zur Zeitgeschichte“, Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 80-95 (2000-2007).

7 Vgl. Lorenz Peiffer, Sport im Nationalsozialismus: Zum aktuellen Stand der sporthistorischen Forschung. Eine kommentierte Bibliographie (Göttingen: Die Werkstatt, 2004).

8 Vgl. Peiffer 13.

9 Krüger, Leibesübungen im 20. Jhd. 115.

10 Vgl. Peiffer, 13,14. Untersuchungen für Münster bieten Hans Langenfeld und Klaus Prange, Münster: Die Stadt und ihr Sport: Menschen, Vereine, Ereignisse aus den vergangenen beiden Jahrhunderten (Münster: Aschendorff Verlag, 2002) 298-304.

11 Vgl. Peter Reichel, Der schöne Schein des Dritten Reiches: Faszination und Gewalt des Faschismus (München: Carl Hanser Verlag, 1991) 371.

12 Ulrich Herbert zit. in Peiffer 11.

13 Vgl. Heinz-Jürgen Priamus und Stefan Goch, Macht der Propaganda oder Propaganda der Macht?: Inszenierung nationalsozialistischer Politik im „Dritten Reich“ am Beispiel der Stadt Gelsenkirchen (Essen: Klartext, 1992) 5.

14 Gernot Friese, Anspruch und Wirklichkeit des Sports im Dritten Reich: Studien zum System nationalsozialistischer Leibeserziehung, Diss. Westfälische Wilhelms-U zu Münster (Wesf.) (Münster: 1973) 104.

15 Peiffer 18.

16 Vgl. Peiffer 19.

17 Vgl. Langenfeld 267-369.

18 Hans-Ulrich Thamer, „Stadtentwicklung und politische Kultur während der Weimarer Republik,“ Geschichte der Stadt Münster, Hrsg. Franz-Josef Jakobi, 3. Aufl., Bd. 2 (Münster: Aschendorff, 1994) 220.

19 Peter Röthig (Hrsg.), Sportwissenschaftliches Lexikon, (Schorndorf: Hofmann, 1992) 338.

20 Für weitere Informationen: Langenfeld 227.

21 Vgl. Winfried Joch, Politische Leibeserziehung und ihre Theorie im NationalsozialistischenDeutschland:Voraussetzungen- Begründungszusammenhänge - Dokumentation, Europäische Hochschulschriften 31 (Frankfurt: Lang, 1976) 95.

22 Vgl. MA 01.01.1923-31.12.1939.

23 Vgl. Hans Bohrmann, NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit: Edition und Dokumentation Bd. 1: 1933 (München, New York, London, Paris: Saur, 1984) 24: Die Lenkung der Presse erfolgt einerseits durch die Nachrichtengebung des Deutschen Nachrichtenbüros (DNB), andererseits durch die Weisungen auf den Pressekonferenzen des RMVP (Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda). Während für das Jahr 1934 keine signifikanten Weisungen erfolgen (Lediglich drei Weisungen, die sich überhaupt auf Sport beziehen), findet sich am 10. Jan. 1938 nur eine Weisung, die für das vorliegende Thema von Relevanz erscheint: „Die deutsche Presse wird gebeten, sich in Zukunft mehr dem Amateursport zuzuwenden. [...] Deutschland kann auf den Berufssport nicht verzichten, seine besondere Förderung gilt aber dem Amateursport.“ (ZSg. 101/11/17Nr. 49) zit. in Bohrmann, Bd. 4, 78.

24 Joachim Kuropka, Meldungen aus Münster 1924-1944 (Münster: Regensberg, 1992) 184-185.

25 Vgl. MA 06.11.1938.

26 Im Januar 1934 beträgt die Durchschnittsauflage des MA 31 849. Vgl. MA 06.01.1934.

27 Vgl. Langenfeld 295.

28 Für weitere Informationen: Albert Wand und Joseph Hohmann, Aus der Geschichte der deutschen Presse. Ausstellung des Westfälisch-Niederrheinischen Instituts für Zeitungsforschung der Stadt und Landesbibliothek Dortmund aus Anlass seines 25­jährigen Bestehens (Dortmund, Lensing, 1951).

29 Vgl. Michael Krüger, Teil 1. Von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert, Sport und Sportunterricht: Grundlagen für Studium, Ausbildung und Beruf 8 (Schorndorf: Hofmann, 2004) 11.

30 Vgl. Henning Eichberg, „Zivilisation und Breitensport. Die Veränderung des Sports ist gesellschaftlich“, Sozialgeschichte der Freizeit: Untersuchungen zum Wandel der Alltagskultur in Deutschland, Hrsg. Gerhard Huck, (Wuppertal: Hammer, 1980) 78­79.

31 Vgl. Eichberg, Zivilisation und Breitensport 85.

32 Eichberg, Zivilisation und Breitensport 85. Henning Eichberg, “'Schneller, höher, stärker': Der Umbruch in der deutschen Körperkultur um 1900 als Signal gesellschaftlichen Wandels,” Die Veränderung des Sports ist gesellschaftlich: Die historische Verhaltensforschung in der Diskussion, 2. Aufl. (Münster: Lit, 1990) 185­200.

33 Eichberg, Zivilisation und Breitensport 93.

34 Einen Überblick über die Geschichte des Sports bietet: Krüger, Teil 1. Von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert. Krüger, Teil 2. Leibeserziehung im 19. Jahrhundert: Turnen fürs Vaterland. Krüger, Teil 3. Leibesübungen im 20. Jahrhundert: Sport für alle.

35 Vgl. Thamer 219.

36 Einen historischen Überblick über Münster zur Zeit der Weimarer Republik bietet: Thamer 219-248.

37 Thamer 219.

38 Vgl. Thamer 220.

39 Entgegen dem allgemeinen Trend in Deutschland kommt es 1918 in Münster nicht zu einer exzessiven Zunahme von Vereinsgründungen. Der Mitgliederschwund auf Grund des Krieges drängt hingegen zu zahlreichen Auflösungen oder Fusionen. Langenfeld 204.

40 Vgl. Langenfeld 258.

41 Vgl. Langenfeld 260.

42 Vgl. Langenfeld 261.

43 Vgl. Langenfeld 258.

44 Vgl. Langenfeld 261.

45 Die DJK wird finanziell unterstützt von Kirche, Stadt und Staat (mit Jugendpflegemitteln); so versorgt sie die Stadt mit dringend benötigten Sportstätten. Vgl. Langenfeld 226.

46 Dr. Georg Sperlich (Jurist und Zentrumsabgeordneter, von 1909 bis 1919 Stadtkämmerer und von 1920 bis 1932 Oberbürgermeister.) zit. in Westfälische Landeszeitung (WLZ) 03.05.1920.

47 MA 14.06.1926.

48 Vgl. Langenfeld 204.

49 Vgl. Langenfeld 253.

50 Bekannteste Mannschaft des Militärsportvereins in Münster ist der VfL II/18 Münster. Vgl. Langenfeld 238.

51 Vgl. Langenfeld 226.

52 Vgl. Langenfeld 203.

53 Ende der 20er-Jahre gehören 31% aller männlichen Turn- und

Sportvereinsmitglieder in Münster einem DJK Verein an. Vgl. Langenfeld 222.

54 Vgl. Langenfeld 225.

55 Vgl. Langenfeld 224.

56 Vgl. Langenfeld 222.

57 Vgl. Langenfeld 215.

58 Vgl. Krüger, Sport für alle 100, 114.

59 Für weitere Informationen: Langenfeld, 195-267.

60 Vgl. Langenfeld 203.

61 Krüger, Sport für alle 102.

62 Vgl. Krüger, Sport für alle 90.

63 Vgl. Langefeld 114.

64 Vgl. Christiane Eisenberg, „Deutschland,“ Fußball, soccer, calcio. Ein englischer Sport auf seinem Weg um die Welt, Hrsg. Christiane Eisenberg, (München: Deutscher Taschenbuchverlag, 1997) 104.

65 Vgl. Langenfeld 211.

66 Vgl. Thamer 277.

67 Vgl. Thamer 220.

68 Für weitere Informationen: Thamer 281-283.

69 Thamer 274-275.

70 Vgl. Joch 37.

71 Joachim Kuropka, „Münster in der nationalsozialistischen Zeit“, Geschichte der Stadt Münster, Hrsg. Franz-Josef Jakobi, 3. Aufl., Bd. 2 (Münster: Aschendorff, 1994) 300.

72 Vgl. Joch 28.

73 Vgl. Langenfeld 279.

74 Vgl. Langenfeld 279ff.

75 Vgl. Langenfeld 283.

76 Vgl. Joch 28.

77 Vgl. Langenfeld 283.

78 Vgl. Langenfeld 268.

79 Für weitere Informationen: Kuropka, Meldungen aus Münster 416-606. Langenfeld 1-287.

80 Vgl. Langenfeld 277.

81 Vgl. Langenfeld 312.

82 Für ausführliche Informationen zur Organisation des Sports im nationalsozialistischen Deutschland: Hajo Bernett, Der Weg des Sports in die nationalsozialistische Diktatur, Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport 87, (Schorndorf: Hofmann, 1983).

83 Vgl. Langenfeld 313.

84 Vgl. Portrait zur Person: Langenfeld 313-315.

85 Vgl. Langenfeld 342.

86 Vgl. Langenfeld 319.

87 Vgl. Joch 28.

88 Vgl. Langenfeld 283.

89 Vgl. Langenfeld 284.

90 Vgl. Langenfeld 308, 350.

91 Vgl. Langenfeld 344, 348.

92 Vgl. Joch 29.

93 Vgl. Friese 73.

94 Vgl. Hartmut Lissina, Nationale Sportfeste im nationalsozialistischen Deutschland, (Mannheim: Palatium, 1997) 431.

95 Vgl. Reichel 157.

96 Es kann ein einheitlich organisiertes, deutlich ausgebautes Wettkampfsystem etabliert werden; erfolgreiche Sportler, Trainer, Funktionäre erhalten die Möglichkeit zu Wettkämpfen, Fortbildungen, Trainingslagern zu reisen, und die Besten gar zur Reichsakademie für Leibesübungen. Vgl. Langenfeld 278.

97 Vgl. Langenfeld 342.

98 Vgl. Langenfeld 304.

99 Reichel 255.

Ende der Leseprobe aus 92 Seiten

Details

Titel
Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2
Jahr
2009
Seiten
92
Katalognummer
V146787
ISBN (eBook)
9783640574520
ISBN (Buch)
9783640574063
Dateigröße
783 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prof. Thamer, Geschichte, Nationalsozialismus, Nazis, Tageszeitung, Sport, Massengesellschaft, Politik, Propaganda, Instrument, Münster, Westfalen, Gauhauptstadt, Münstersche Zeitung
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146787

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden