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Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster

Title: Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster

Examination Thesis , 2009 , 88 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anonym (Author)

Sport - Sport History
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Am 30. April 2006 feiert der SC Preußen Münster 06 sein 100-jähriges Jubiläum. Dietrich Schulze-Marmeling nimmt dies zum Anlass, über die Zeit der Nationalsozialisten zu berichten, und u.a. ist zu lesen: „Zeitzeugen legen großen Wert darauf, dass der SCP auch in den NS-Jahren eine unpolitische Veranstaltung gewesen sei. Man habe sich ausschließlich auf den Sport konzentriert.“ Da der SC heute wie damals ein prägender Teil des Münsteraner Sports ist, liegt die These nahe, dass der Sport im nationalsozialistischen Münster mit einem „Rückzug ins Unpolitische“ gleichzusetzen ist. Ausgehend (bzw. inspiriert) von diesem Gedanken setzt sich die vorliegende Arbeit mit der Bedeutung des Sports für das nationalsozialistische Regime in Münster auseinander.
Um den Sport in seinem komplexen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang begreifen zu können, erfolgt der methodische Zugriff auf das Thema in erster Linie durch die bürgerlich-konservative Tageszeitung „Münsterischer Anzeiger“ (MA). Der Untersuchungszeitraum bezieht sich primär auf das nationalsozialistische Münster vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung

1.2 Forschungsstand

1.3 Fragestellung/Thesen

1.4 Theoretische Prämissen

1.5 Methode/Quellen

2. Historische Einführung

2.1 Sport in der Weimarer Republik

2.2 Sport im nationalsozialistischen Deutschland

3. Sportverständnis der Nationalsozialisten

3.1 Adolf Hitler

3.2 Alfred Baeumler

3.3 Reichsbundideologie (Hans von Tschammer und Osten)

3.4 Zusammenfassung

4. Sportverständnis der Münsteraner

4.1 Sport als „Selbstzweck“

4.2 (Volks-)Gemeinschaft

4.2.1 Einheit im Sport

4.3 Gesundheit

4.4 Wehrfähigkeit

4.5 Zusammenfassung

5. Instrumentalisierung des Sports

5.1 Sport als Mittel nationalsozialistischer (Selbst-)Darstellung

5.1.1 Sport: Positive Assoziationen nutzen

5.1.2 Sport im Dienste politischer Kundgebungen

5.2 Vermittlung (und Verwirklichung) nationalsozialistischer Ziele und Ideale

5.2.1 Volksgemeinschaft

5.2.2 Rassenreinheit und Rassenbewusstsein

5.2.3 Wehrfähigkeit

5.2.4 Führungsanspruch

5.2.4.1 Alternative Denkmuster

5.3 Zusammenfassung

6. Popularität des Sports

6.1 Zusammenfassung

7. Schlussbetrachtung

7.1 Zusammenfassung

7.2 Schlussfolgerung/Ergebnis

7.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Sport im nationalsozialistischen Münster als Instrument des Regimes fungierte und ob dies von der Bevölkerung akzeptiert wurde, wobei der Münsterische Anzeiger als primäre Quelle dient.

  • Wandel des Sportverständnisses zwischen den Weltkriegen
  • Nationalsozialistische Sportideologie und deren Umsetzung auf lokaler Ebene
  • Instrumentalisierung des Sports zur Vermittlung politischer Ziele
  • Bedeutung von Sport als Massenphänomen im Nationalsozialismus
  • Einfluss des Sports auf die gesellschaftliche Integration und Wehrtüchtigkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Adolf Hitler

Hitler stellt Sport nicht nur als Prophylaxe gegen Gesundheitsschäden heraus, sondern erkennt ihn auch als mögliches Therapiemittel gegen bestehende Leiden an. Er preist die durch Sport erworbene „körperliche Widerstandskraft“ als ein probates Mittel, sich „den ungesunden Verlockungen des Lebens“ zu widersetzen. Sein Verständnis der „Volksgesundheit“ bezieht sich jedoch nicht ausschließlich auf körperliche Aspekte. Er bezeichnet denjenigen als gesund, der das deutsche Postulat „Reinerhaltung und Stärken der Rasse“ anerkennt. Er betont, dass davon im Wesentlichen das Schicksal des Volkes abhängt, wenn er die Zusammenhänge zwischen „Rassenreinheit“ und den zu erwartenden „großen Umwälzungen“ darlegt. Die physische Verfassung steht in ursächlicher Verbindung zu den psychisch-intellektuellen Fähigkeiten. („Ein gesunder, kraftvoller Geist“ kann nur in einem „gesunden, kraftvollen Körper“ wohnen). Die Gesundheit des einzelnen Menschen ist nach Hitlers Auffassung notwendige Voraussetzung der Wehrtauglichkeit.

Die Verwirklichung von Hitlers imperialistischen Plänen ist nur mit „entsprechendem Menschenmaterial“ sowie einer Wehrmacht, die sich durch quantitative und qualitative Vorteile gegenüber den Armeen der übrigen europäischen Staaten auszeichnet, zu erreichen. Neben der von Hitler propagierten Rassenungleichheit lässt sich hieraus die für die Nationalsozialisten immanente Bedeutung des Sports herleiten. Die Bedeutung des Sports in diesem Kontext wird klar, wenn Hitler herausstellt, dass Sport als Vorbereitung auf den Wehrdienst die Zeit der soldatischen Ausbildung um ein Vielfaches verlängert. Schließlich geht es im Sport nicht um das „einpumpen bloßen Wissens“, sondern um das „Heranzüchten kerngesunder Körper“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage und methodischen Vorgehensweise, basierend auf der Analyse des Münsterischen Anzeigers zur Bedeutung des Sports im NS-Regime.

2. Historische Einführung: Überblick über die Entwicklung des Sports vom 18. Jahrhundert bis zur Situation in der Weimarer Republik und dem Beginn der NS-Herrschaft.

3. Sportverständnis der Nationalsozialisten: Analyse der ideologischen Grundlagen des Sports durch Ausführungen von Hitler, Baeumler und Tschammer und Osten.

4. Sportverständnis der Münsteraner: Erarbeitung der lokalen Wahrnehmung des Sports, geprägt durch die NS-Ideologie, in Münster vor dem Zweiten Weltkrieg.

5. Instrumentalisierung des Sports: Untersuchung, wie Sport als Mittel zur Selbstinszenierung und Vermittlung nationalsozialistischer Ziele in Münster genutzt wurde.

6. Popularität des Sports: Bewertung der Bedeutung des Sports für die Münsteraner Bevölkerung anhand von Berichterstattung und Teilnahme an Veranstaltungen.

7. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Instrumentalisierung des Sports und Einordnung in das politische System des Nationalsozialismus.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Münster, Sport, Sportverständnis, Instrumentalisierung, Volksgemeinschaft, Wehrfähigkeit, Propaganda, Leibesübungen, Münsterischer Anzeiger, Ideologie, Vereine, Wehrtüchtigkeit, Rassenreinheit, NS-Regime

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung des Sports für das nationalsozialistische Regime in der Stadt Münster unter besonderer Berücksichtigung der Berichterstattung des "Münsterischen Anzeigers".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das nationalsozialistische Sportverständnis, die Instrumentalisierung des Sports für parteipolitische Zwecke, der Aspekt der Volksgemeinschaft und die Förderung der Wehrtüchtigkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Sinn- und Wirkungszusammenhang des Sports in Münster im Kontext des nationalsozialistischen Regimes vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf der Methode der Zeitungsanalyse, wobei der "Münsterische Anzeiger" als bürgerlich-konservative Tageszeitung als Hauptquelle dient.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Sportverständnisses, die Analyse der lokalen Umsetzung in Münster sowie die Untersuchung von Sport als Propagandamittel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Instrumentalisierung, Volksgemeinschaft, Wehrtüchtigkeit, NS-Propaganda und das spezifische lokale Beispiel Münster geprägt.

Welche Rolle spielt die "Volksgemeinschaft" für den Sport in Münster?

Die Idee der Volksgemeinschaft dient als zentraler Bezugspunkt; der Sport sollte die Bevölkerung einheitlich prägen und den Einzelnen in den Dienst des Staates stellen.

Wie wurde die Rolle der Schützenvereine instrumentalisiert?

Schützenvereine wurden explizit auf die Förderung der Wehrhaftmachung und den Schießsport ausgerichtet, um zur nationalsozialistischen Wehrbereitschaft beizutragen.

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Details

Title
Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster
College
University of Münster
Grade
2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
88
Catalog Number
V146787
ISBN (eBook)
9783640574520
ISBN (Book)
9783640574063
Language
German
Tags
Prof. Thamer Geschichte Nationalsozialismus Nazis Tageszeitung Sport Massengesellschaft Politik Propaganda Instrument Münster Westfalen Gauhauptstadt Münstersche Zeitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Massengesellschaft und politische Propaganda. Der Sport als Instrument der nationalsozialistischen Politik. Das Beispiel Münster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146787
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