In dieser Seminararbeit wird das Thema „Sanierung von Unternehmen im
Krisenfall“ am Beispiel von Maßnahmen nach Eröffnung eines
Insolvenzverfahrens behandelt. Dies bedeutet, dass bereits einer der drei
Insolvenzgründe nach Insolvenzordnung - Zahlungsunfähigkeit (§17 Abs. 1
InsO), drohende Zahlungsunfähigkeit (§18 Abs. 1 InsO) oder Überschuldung
(§19 Abs. 1 InsO) - eingetreten ist und die Insolvenz eröffnet wurde.1
Die Arbeit verzichtet darauf, die Insolvenzordnung an sich sowie die Ursachen
der Insolvenz zu betrachten. Ebenso wenig wird auf das Antragsverfahren, den
Verfahrensablauf, die Aufgaben des Insolvenzverwalters oder auf
verfahrensspezifische Maßnahmen eingegangen.
Im folgenden und ersten Gliederungspunkt dieser Arbeit werden die Begriffe
Sanierung, Restrukturierung und Zerschlagung voneinander abgegrenzt.
Anschließend wird erläutert, wie die Sanierungsprüfung abläuft. Dabei werden
die Bergriffe Sanierungsbedürftigkeit, Sanierungsfähigkeit und
Sanierungswürdigkeit definiert. In Gliederungspunkt drei wird dargestellt, wann
Sofortmaßnahmen nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens nötig sind, und
wie diese im Einzelnen aussehen können. Hierfür wurden beispielhafte
Maßnahmen ausgewählt, die einerseits keine vollständige Aufzählung sind, und
andererseits nicht nur nach Eröffnung des Verfahrens, sondern auch während
des Sanierungsprozesses eingesetzt werden können. Danach werden in
Gliederungspunkt vier einige spezielle finanzwirtschaftliche Maßnahmen
vorgestellt. Abgeschlossen wird die Seminararbeit mit einem kurzen Fazit.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sanierung
- Restrukturierung
- Liquidation durch Zerschlagung
- Sanierungsprüfung
- Sanierungsbedürftigkeit
- Sanierungsfähigkeit
- Sanierungswürdigkeit
- Sofortmaßnahmen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens
- Zurückweisung von Zahlungsverpflichtungen
- Liquiditätsbeschaffung
- Personal- und betriebswirtschaftliche Sofortmaßnahmen
- Sonstige Sofortmaßnahmen
- Finanzwirtschaftliche Sanierungsmaßnahmen
- Kapitalschnitt
- Gesellschafterdarlehen
- MBO
- Fortführung durch Bildung einer Auffanggesellschaft
- Debt to Equity Swap
- Sanierungsmaßnahmen der Gläubiger
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit konzentriert sich auf die Sanierung von Unternehmen im Krisenfall. Sie behandelt dabei finanzwirtschaftliche Maßnahmen nach der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die Arbeit betrachtet die Sanierung unter dem Aspekt der drei Insolvenzgründe nach Insolvenzordnung: Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Die Hauptaugenmerke liegen auf der Analyse der verschiedenen Sanierungsmaßnahmen und ihrer Anwendung in der Praxis.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe Sanierung, Restrukturierung und Liquidation
- Erläuterung der Sanierungsprüfung und ihrer drei Kriterien: Sanierungsbedürftigkeit, Sanierungsfähigkeit und Sanierungswürdigkeit
- Darstellung der notwendigen Sofortmaßnahmen nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens und ihrer konkreten Umsetzung
- Analyse verschiedener finanzwirtschaftlicher Sanierungsmaßnahmen wie Kapitalschnitt, Gesellschafterdarlehen, Management-Buy-Out (MBO) und Debt-to-Equity-Swap
- Untersuchung der Rolle der Gläubiger bei der Sanierung und ihrer möglichen Maßnahmen
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung führt in das Thema „Sanierung von Unternehmen im Krisenfall“ ein und begrenzt den Fokus auf Maßnahmen nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Sie definiert die drei Insolvenzgründe nach Insolvenzordnung und erklärt die Grenzen der Arbeit, die sich auf die Ursachen der Insolvenz, das Antragsverfahren, den Verfahrensablauf und verfahrensspezifische Maßnahmen nicht fokussiert. Die Einleitung stellt die Gliederung der Arbeit dar, die sich mit den Begriffen Sanierung, Restrukturierung und Liquidation, der Sanierungsprüfung, Sofortmaßnahmen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens und finanzwirtschaftlichen Sanierungsmaßnahmen auseinandersetzt.
Sanierung
Dieses Kapitel definiert den Begriff Sanierung im betriebswirtschaftlichen Kontext als ein Bündel von Maßnahmen zur Überwindung von Unternehmensproblemen. Es wird zwischen formeller und materieller Sanierung unterschieden und die Bedeutung der Wiedererlangung der Lebensfähigkeit des Unternehmens hervorgehoben. Der Abschnitt beleuchtet zudem die Sanierung des Rechtsträgers als Normalform der Sanierung, bei der die Fortführung des Unternehmens durch Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit im Vordergrund steht.
Restrukturierung
Der Abschnitt beschreibt Restrukturierung als einen proaktiven Ansatz, um strukturelle Probleme zu beheben und eine drohende Unternehmenskrise abzuwenden. Restrukturierung zielt darauf ab, eine Krise frühzeitig zu verhindern, bevor eine Sanierung notwendig wird.
Liquidation durch Zerschlagung
Dieses Kapitel behandelt die Situation, in der eine Unternehmenssanierung nicht möglich oder sinnvoll ist. Es zeigt die Notwendigkeit der Zerschlagung als einen Weg, nicht lebensfähige Unternehmen vom Markt zu entfernen und eine gesunde Marktordnung zu gewährleisten. Das Kapitel betont die Rolle des Managements bei der Kommunikation der Zukunftsperspektive des Unternehmens und der Entscheidungsfindung zwischen Sanierung und Zerschlagung.
Schlüsselwörter
Die Seminararbeit konzentriert sich auf die finanzwirtschaftlichen Maßnahmen zur Sanierung von Unternehmen im Krisenfall nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind daher: Sanierung, Restrukturierung, Liquidation, Insolvenz, Insolvenzordnung, Sanierungsbedürftigkeit, Sanierungsfähigkeit, Sanierungswürdigkeit, Sofortmaßnahmen, finanzwirtschaftliche Maßnahmen, Kapitalschnitt, Gesellschafterdarlehen, Management-Buy-Out (MBO), Debt-to-Equity-Swap, Gläubiger und Gläubigerversammlung.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die drei gesetzlichen Insolvenzgründe?
Nach der Insolvenzordnung (InsO) sind dies Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.
Was unterscheidet Sanierung von Liquidation?
Sanierung zielt auf die Wiederherstellung der Lebensfähigkeit des Unternehmens ab, während Liquidation die Zerschlagung und den Verkauf der Vermögenswerte bedeutet.
Was ist ein "Debt to Equity Swap"?
Hierbei wandeln Gläubiger ihre Forderungen in Gesellschaftsanteile (Eigenkapital) um, um die Schuldenlast des Unternehmens zu senken.
Wann ist ein Unternehmen "sanierungswürdig"?
Ein Unternehmen ist sanierungswürdig, wenn der Fortführungswert höher ist als der Liquidationswert und eine positive Fortführungsprognose besteht.
Welche Sofortmaßnahmen greifen nach der Insolvenzeröffnung?
Dazu gehören die Zurückweisung alter Zahlungsverpflichtungen, die kurzfristige Liquiditätsbeschaffung und personalwirtschaftliche Anpassungen.
- Quote paper
- Christian Becker (Author), 2008, Sanierung von Unternehmen im Krisenfall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146804