In dieser Hausarbeit werde ich die Figur “Oskar Matzerath” aus Günter Grass’ Roman Die Blechtrommel untersuchen und mit dem gleichnamigen Charakter der filmischen Umsetzung des Buches vergleichen.
Nach einer kurzen Schilderung des Romaninhaltes und dessen Umsetzung im Film, widme ich mich der Figur des Oskar, indem ich zunächst auf Oskar als Erzähler, seine Herkunft und Entwicklung, sein äußeres Erscheinungsbild, seinen Charakter und seine Perspektive eingehe. Meine Ergebnisse vergleiche ich mit der Filmfigur. Darüber hinaus gehe ich auf Oskar als Kunstfigur ein und bespreche in diesem Kontext die Funktion der Trommel, sowie die ungewöhnliche Eigenschaft Oskars, Glas zu zersingen. Auch hier erfolgt der Vergleich zu der Umsetzung im Film. Abschließend folgt ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Roman Die Blechtrommel im Vergleich zu der gleichnamigen Verfilmung
2.1 Der Roman
2.2 Der Film
3. Die Figur Oskar
3.1 Der Erzähler Oskar
3.2 Herkunft und Entwicklung Oskars
3.3 Äußeres Erscheinungsbild Oskars
3.4 Der Charakter Oskars
3.5 Perspektive Oskars
4. Oskar als Kunstfigur
4.1 Die Blechtrommel und ihre Funktion
4.2 Das Glaszersingen
5. Fazit
6. Bibliographie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur des Oskar Matzerath aus Günter Grass' Roman "Die Blechtrommel" und vergleicht diese mit der filmischen Umsetzung durch Volker Schlöndorff, wobei der Fokus auf Oskars Rolle als Erzähler, seiner Charakterisierung und seiner Funktion als Kunstfigur liegt.
- Vergleichende Analyse der Romanfigur und der Filmfigur
- Untersuchung von Oskars Rolle als Außenseiter und Protestfigur
- Analyse der narrativen Mittel und der Perspektive (Roman vs. Film)
- Bedeutung von Oskars speziellen Eigenschaften (Trommeln, Glaszersingen)
- Reflektion über die filmische Adaption literarischer Vorlagen
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Erzähler Oskar
Es existieren zwei Ebenen, die Ebene der Beschreibung (narrativ) und die Ebene der Bewertung von Ereignissen (auch durch die Trommel). Im Roman ist Oskar eingeschlossen in der Anstalt hinter einem Guckloch. Es gibt eine Innen- und eine Außenperspektive; innen ist die Rahmenhandlung mit dem Ich-Erzähler, außen die Binnenhandlung mit dem auktorialen Erzähler. Das Mischen der Erzählperspektiven kommt häufig vor in Grass’ Roman. Oskar schafft sich Distanz, wenn er von ICH auf OSKAR wechselt.
Für die Verfilmung hieß dies, mit unterschiedlichen Mittel zu arbeiten, um den selben Effekt beim Zuschauer auszulösen. Bereits in der Geburtssequenz zu Anfang des Films, wird dem Zuschauer die subjektive Darstellung Oskars mit filmischen Mitteln veranschaulicht.
„[Die] Subjektivität des scheinbar Objektiven wird [bei Oskars Geburt vermittelt], wenn er als Embryo im Mutterleib gezeigt wird und somit objektiv etwas präsentiert wird, was nur er erlebt haben kann. Der anschließende Kopfstand des gesamten Filmbildes macht dann direkt deutlich, dass wir hier mit den Augen des soeben an den Füßen hochgehobenen Neugeborenen sehen und dass wir auch fortan mit diesen Augen und nur mit ihnen sehen werden, selbst wenn die Szene objektiv scheint und Oskar im Bild zu sehen ist: Es ist, wie Schlöndorff gesagt hat, eine geistige Perspektive, nicht eine optische.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Untersuchung der Figur Oskar Matzerath vor und erläutert die Zielsetzung des Vergleichs zwischen Roman und Film.
2. Der Roman Die Blechtrommel im Vergleich zu der gleichnamigen Verfilmung: Es wird der literarische Kontext des Romans sowie die Herangehensweise Schlöndorffs bei der Verfilmung und die damit verbundenen Kürzungen und Änderungen beleuchtet.
3. Die Figur Oskar: Dieser Teil analysiert detailliert Oskars Rolle als Erzähler, seine Herkunft, sein Erscheinungsbild, seinen Charakter sowie seine Perspektive und deren filmische Umsetzung.
4. Oskar als Kunstfigur: Das Kapitel behandelt Oskar als komplexe Kunstfigur, wobei insbesondere die symbolische Funktion der Blechtrommel und die Fähigkeit des Glaszersingens als Protestmittel hervorgehoben werden.
5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Feststellung getroffen, dass trotz notwendiger Kürzungen und unterschiedlicher erzählerischer Ansätze die Filmfigur dem Wesen der Romanfigur sehr nahekommt.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten Quellen und Literaturangaben auf.
Schlüsselwörter
Günter Grass, Die Blechtrommel, Oskar Matzerath, Volker Schlöndorff, Romanverfilmung, Erzählperspektive, Kunstfigur, Außenseiter, Glaszersingen, Blechtrommel, Literaturadaption, Nachkriegsliteratur, Danziger Trilogie, Subjektivität, Protestmotiv.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer vergleichenden Analyse der Hauptfigur Oskar Matzerath aus Günter Grass' Roman "Die Blechtrommel" und der entsprechenden Adaption im Spielfilm von Volker Schlöndorff.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Charakterisierung Oskars, seine Rolle als Außenseiter, die Erzählperspektive sowie die symbolische Bedeutung seiner Handlungen wie das Trommeln und das Zersingen von Glas.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie die vielschichtige Romanfigur im Medium Film dargestellt wird und ob die Filmfigur trotz der Unterschiede in der Erzählstruktur die Tiefgründigkeit des Originals beibehält.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Analyse von Primärliteratur (Roman) und Film, ergänzt durch die Auswertung einschlägiger Sekundärliteratur und zeitgenössischer Kommentare.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse von Oskars Rolle als Erzähler, seiner Herkunft, seinem Erscheinungsbild, seinem Charakter und seiner spezifischen Perspektive sowie auf seiner Funktion als Kunstfigur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Günter Grass, Oskar Matzerath, Literaturadaption, Erzählperspektive und die symbolischen Aspekte der Blechtrommel.
Wie unterscheidet sich die Erzählperspektive von Oskar im Roman im Vergleich zum Film?
Im Roman nutzt Oskar eine Doppelrolle als Protagonist und reflektierender Autobiograf aus der Heilanstalt, während der Film aufgrund der notwendigen Straffung auf diese Rahmenhandlung verzichtet und filmische Mittel einsetzt, um subjektive Perspektiven zu verdeutlichen.
Welche Bedeutung hat das "Glaszersingen" für den Charakter Oskars?
Das Glaszersingen ist eine irreale Eigenschaft, die Oskar primär als destruktives Protestmittel gegen die Erwachsenenwelt und später auch als Teil seiner künstlerischen Ausdrucksform einsetzt.
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- Marie-Christine Wittmann (Author), 2006, Die Figur des Oskar im Roman 'Die Blechtrommel' und in der gleichnamigen Verfilmung von Volker Schlöndorff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146853