Fremdenfeindlichkeit ist heutzutage leider immer noch ein Thema, welches je nach Gesellschaftsschicht entweder latent vorhanden ist und nur selten zum Vorschein kommt oder offen und aggressiv ausgelebt wird. Die Anzahl der fremdenfeindlichen Straftaten hat sich seit 1991 steig erhöht.
Die Erklärungen für diese Fremdenfeindlichkeit in den Medien sind je nach Sachlage unterschiedlich. So sind es denn einmal geistig gestörte Jugendliche, zum anderen ist die Wohnungsmisere oder die allgemeine Politik hierfür verantwortlich. Gerne wird auch der Verweis auf die allgemeinen Familienverhältnisse und die sozialen Verhältnisse verwendet.
Grundsätzlich ist die Fremdenfeindlichkeit eine Erscheinung, die mit weiteren ablehnenden Haltungen gegenüber Behinderten, Homosexuellen, Arbeitslosen, Frauen (Sexismus) etc. verglichen werden kann.
Eine einheitliche Theorie für die Entstehung bzw. die Ursachen der Fremdenfeindlichkeit existiert in der Fachliteratur nicht, es gibt jedoch unterschiedliche Ansätze für die Erklärung und es wird nachfolgend versucht, diese darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFLICHKEIT
2.1 WAS IST EIN AUSLÄNDER?
2.2 XENOPHOBIE
2.3 AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT
2.4 FREMDENFEINDLICHKEIT
3. AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT ALS GESELLSCHAFTLICHES UND POLITISCHES PROBLEM
4. GRÜNDE FÜR MIGRATIONSBEWEGUNGEN
5. URSACHEN DER AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT
5.1 BIOLOGISCHE ERKLÄRUNGSVERSUCHE
5.2 DIE SÜNDENBOCK-HYPOTHESE
5.3 ANTHROPOLOGISCHE UND KULTURELL/ETHNISCHE ERKLÄRUNGSMODELLE
5.4 BEISPIELE FÜR ÖKONOMISTISCH BEGRÜNDETE ERKLÄRUNGSMODELLE
6. MEDIENWIRKUNG UND DISKRIMINIERUNG IN DER PRESSE
7. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen und psychologischen sowie gesellschaftlichen Erklärungsansätze für Ausländerfeindlichkeit in Deutschland, um zu verstehen, wie Vorurteile entstehen und medial konstruiert werden.
- Begriffsabgrenzung von Xenophobie, Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit
- Analyse soziologischer und psychologischer Erklärungsmodelle (z. B. Sündenbock-Hypothese)
- Untersuchung des Einflusses der Medien auf die Bildung stereotyper Feindbilder
- Diskussion der Rolle von Normvorstellungen und wirtschaftlichen Faktoren bei der Diskriminierung
Auszug aus dem Buch
5.2 Die Sündenbock-Hypothese
Häufig wird der Begriff „Sündenbock“ im Zusammenhang mit einem Erklärungsmodell für das Auftreten von Fremdenfeindlichkeit verwendet.
Nora Räthzel schuf in ihrem Werk „Die Schwierigkeit, nicht rassistisch zu sein“ (1994) den Terminus "Rebellierende Selbstunterwerfung", unter dem sie ein Phänomen bezeichnet, „bei dem Widerstand gegen soziale Ausgrenzung nicht gegen dessen Verursacher gerichtet werde, sondern in Form eines Sündenbocks gegen einen unbeteiligten Dritten in Form des Anderen, des Fremden. Diese Ersatzhandlung diene letztlich der eigenen Unterwerfung unter die Zustände, die man zu bekämpfen suche“.
„Andere sind Schuld an unserer Misere“:
Zu jeder Zeit suchten die Menschen Unschuldige, denen sie die Schuld an ihrem Unglück gaben: Im alten Rom waren es die Barbaren, im Mittelalter die Hexen, unter Hitler die Juden bzw. Nicht-Arier, in unserer Zeit sind es die Ausländer. Nach dem Motto: “Wenn die Milch zu heiß ist, dann beschuldigt man die Kuh“ ist es für die Menschen leichter, anderen die Schuld an den Umständen zuzuschieben, als selbst nach den wirklichen Gründen zu suchen bzw. sie zu verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Fremdenfeindlichkeit und die Feststellung, dass keine einheitliche Theorie zu deren Entstehung existiert.
2. BEGRIFFLICHKEIT: Definition der zentralen Begriffe Ausländer, Xenophobie, Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit zur terminologischen Abgrenzung.
3. AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT ALS GESELLSCHAFTLICHES UND POLITISCHES PROBLEM: Beleuchtung der gesellschaftlichen Dimension und der politischen Instrumentalisierung von Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.
4. GRÜNDE FÜR MIGRATIONSBEWEGUNGEN: Darstellung der globalen Hauptgründe für Migration, wie Kriege, wirtschaftliche Not und soziale Diskrepanzen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
5. URSACHEN DER AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT: Analyse wissenschaftlicher Erklärungsmodelle, darunter biologische Ansätze, die Sündenbock-Hypothese sowie kulturelle und ökonomische Erklärungsmodelle.
6. MEDIENWIRKUNG UND DISKRIMINIERUNG IN DER PRESSE: Untersuchung, wie Printmedien durch stereotype Berichterstattung und die Konstruktion von Feindbildern zur Verbreitung von Vorurteilen beitragen.
7. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für ein Umdenken in Politik und Bildung zur Reduzierung rechtsextremer Tendenzen.
Schlüsselwörter
Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, Xenophobie, Rassismus, Sündenbock-Hypothese, Vorurteile, Medienwirkung, Stereotype, Migration, Gesellschaft, Rechtsextremismus, Diskriminierung, Integration, Normen, Sozialstaat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Ursachen und Erklärungsansätzen für Ausländerfeindlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Fremdenfeindlichkeit, die Hintergründe von Migration, die psychologischen Mechanismen hinter Vorurteilen und die Rolle der Medien bei der Feindbildkonstruktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Ansätze zur Entstehung von Ausländerfeindlichkeit darzustellen und zu verdeutlichen, wie diese durch gesellschaftliche und mediale Einflüsse verstärkt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und verschiedene soziologische sowie psychologische Erklärungsmodelle synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begrifflichkeiten, die Einordnung als politisches Problem, die Erläuterung von Migrationsgründen sowie eine detaillierte Analyse der Ursachen von Fremdenfeindlichkeit, inklusive einer kritischen Betrachtung der Rolle der Presse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ausländerfeindlichkeit, Sündenbock-Hypothese, Vorurteile, Medienwirkung und soziale Normen charakterisieren.
Was versteht man in diesem Kontext unter "rebellierender Selbstunterwerfung"?
Dies ist ein von Nora Räthzel geprägter Begriff, der beschreibt, dass Menschen ihren Frust über soziale Ausgrenzung nicht an den Verursachern auslassen, sondern an einem "Sündenbock" (dem Fremden) abreagieren.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Medien auf das gesellschaftliche Klima?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Medien durch reißerische Berichterstattung, die Verwendung kollektiver Symbole und die Konstruktion von negativen Stereotypen oft zur Verschärfung von Ausländerfeindlichkeit beitragen.
Welche Rolle spielt der Schulabschluss für ausländerfeindliche Einstellungen laut den angeführten Studien?
Die Arbeit verweist darauf, dass besonders Jugendliche mit unterdurchschnittlichen Bildungsabschlüssen und aus unteren sozialen Schichten anfälliger für rechtsradikale Ideologien sind, da sie in ihrer Perspektivlosigkeit nach Sündenböcken suchen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für die zukünftige Bildungspolitik?
Die Autorin fordert eine gezielte Bildungspolitik, die jungen Menschen bessere Startchancen ermöglicht und präventiv gegen den rechtsextremistischen Einfluss in Schulen und im sozialen Umfeld wirkt.
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- Lazavaya Alesia (Author), 2009, Ursachen und Erklärungsversuche der Ausländerfeindlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146878