Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Psychologie - Allgemeines

Mythos Gewalt: dressierter Lernprozess oder monströse Gene?

Titel: Mythos Gewalt: dressierter Lernprozess oder monströse Gene?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Yvonne Kohl (Autor:in)

Psychologie - Allgemeines
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Agressive Verhaltensweisen spielen in allen Gesellschaften, sozialen Schichten und im Leben jedes einzelnen Menschen eine wichtige Rolle.Scheinbar hilflos stehen wir den moralischen Abgründen unserer Bevölkerung gegenüber. Unmut und Resignation nehmen immer weiter zu. Es zählen nicht die Tatsachen, sondern die über die Tatsachen veröffentlichten Meinungen. Es wird mehr auf Entertainment, statt auf kritische Hinterfragung gebaut und es werden weder Kosten, noch Mühen gescheut ein Menschenbild zu konstruieren und von wissenschaftlichen Studien evaluieren zu lassen,um die aufgestellten Hyphotesen zu vermarkten, warum es eben einfach von Natur aus böse Menschen gibt, die hin und wieder mal "austicken". Aktueller den je ist die Frage, wo die Ursprünge des Bösen im Menschen liegen. Verschieden Meinungen treffen aufeinander um Erkläsrungsansätze zu liefern, woher diese überaus starke Gewaltbereitschaft gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen überhaupt kommt. Ist es das Resultat einer kranken Gesellschaft, sind tierische Agressionen die Quelle oder ist es das Problem einzelner "unangepasster" Individuen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verschiedene Erklärungsansätze für Aggressionstheorien

2.1.1 Lorenz und seine Aggressions- und Frustrationshypothese

2.1.2 Freuds Aggressionstheorie

2.1.3 Soziobiologische Theorie

2.1.4. Die Frustrations- Aggressions- Hypothese (F- A- Theorie)

2.1.5. Die sozial-kognitive Lerntheorie

3. Das Böse ist gesellschaftsfähig

4. Das Gute, wie das Böse ernährt sich durch den Mitmenschen

5. Der Anfang des Bösen steckt in den Kinderschuhen

6. Erziehung nach dem Holocaust

7. Erziehung- die Wahrheit von heute ist der Irrtum von morgen

8. Der Mensch wird aggressiv geboren – gewalttätig wird er erst gemacht

9. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Ursprünge menschlicher Gewalt und hinterfragt, ob diese auf angeborenen Trieben oder erlernten sozialen sowie erzieherischen Prozessen basiert. Ziel ist es, die gesellschaftlichen und psychologischen Rahmenbedingungen zu beleuchten, die aggressives Verhalten legitimieren oder fördern, um so Wege zu einer mündigeren Gesellschaft aufzuzeigen.

  • Kritische Auseinandersetzung mit klassischen Aggressionstheorien (Lorenz, Freud, Soziobiologie).
  • Die Rolle der Erziehung und Kindheitserfahrungen bei der Entstehung von Gewaltbereitschaft.
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Strukturen und politischer Ideologien auf menschliches Handeln.
  • Die Bedeutung von Medien und Erziehungssystemen für die Sozialisation zur Mündigkeit.
  • Möglichkeiten der Prävention durch Selbstreflexion und kritisches Bewusstsein.

Auszug aus dem Buch

5. Der Anfang des Bösen steckt in den Kinderschuhen

Der amerikanische Sozial- und Psychoanalytiker Bruno Bettelheim untersuchte die Erziehung des Menschen in den israelischen Kibbuzim. Hierbei handelt es sich um eine ländliche Bevölkerungsgemeinschaft, die ihre Kinder vom Tage ihrer Geburt in der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft erziehen. Die ersten sechs bis zwölf Monate hindurch werden die Kinder von ihren Müttern gesäugt. Die Mütter schlafen jedoch nachts nicht bei den Kindern und haben sie am Tage auch nur zu den ersten Mahlzeiten bei sich. Von klein auf sind die Kinder in der Gemeinschaft Gleichaltriger eingebettet, werden von Pflegepersonen beaufsichtigt, die sich „Metapelets“ nennen.

Aggressionen zeigen sich bei ihnen nicht. Höchstens im Krabbelalter, wenn sie noch nicht richtig stehen können und dadurch „übereinander herfallen“. Die Kinder schädigen sich nicht gegenseitig, sie raufen sich nicht und die Männer verabscheuen das Töten. Wenn sie Gewalt anwenden müssen, dann nur, weil sie sich verteidigen müssen. Seine Erforschungen und Eindrücke, wie der Mensch nicht dazu getrieben wird, böse zu werden hielt Bettelheim in seinem Werk „ Die Kinder der Zukunft“ fest. Ein anderes Beispiel vom „Gutwerden“ des Menschen stellt das nach Australien ausgewanderte englische Ehepaar Jean und Paul Ritter dar. Wie sie in ihrem Buch „ freie Kindererziehung der Menschen“ aufzeigten, verhalfen sie sechs Menschen zu einer gewaltfreien Struktur. Sie ließen die Kinder ohne das Verlangen aufwachsen, anderen Menschen zu schaden. Die Kinder konnten sich frei in ihrer Persönlichkeit entwickeln und wurden nicht dazu getrieben, sich selbst zu schädigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Gewalt ein, hinterfragt die Allgegenwärtigkeit aggressiver Verhaltensweisen und stellt die zentrale Frage nach deren Ursprung im Menschen.

2. Verschiedene Erklärungsansätze für Aggressionstheorien: Dieses Kapitel stellt verschiedene psychologische und biologische Theorien vor, darunter die von Lorenz, Freud und die sozial-kognitive Lerntheorie, und analysiert deren Erklärungsgehalt für Aggression.

3. Das Böse ist gesellschaftsfähig: Hier wird diskutiert, wie der Mensch durch gesellschaftliche Einflüsse geformt wird und inwiefern Gewalt als erlernter Teil der Persönlichkeitsentwicklung fungieren kann.

4. Das Gute, wie das Böse ernährt sich durch den Mitmenschen: Das Kapitel beleuchtet die gegenseitige Abhängigkeit von Individuum und Gesellschaft und hinterfragt, ob Gewalt eine Folge von unterdrückten Bedürfnissen oder gesellschaftlichen Strukturen ist.

5. Der Anfang des Bösen steckt in den Kinderschuhen: Es wird dargelegt, dass Erziehungsmethoden einen entscheidenden Einfluss auf die spätere Gewaltbereitschaft haben und dass Gewalt kein angeborener Zustand ist.

6. Erziehung nach dem Holocaust: Dieses Kapitel verknüpft die Geschichte des Nationalsozialismus mit den Auswirkungen autoritärer Erziehungsmethoden und fordert eine kritische Reflexion zur Vermeidung zukünftiger Gräueltaten.

7. Erziehung- die Wahrheit von heute ist der Irrtum von morgen: Hier steht die Forderung nach einer Erziehung zur Mündigkeit im Mittelpunkt, um eine demokratische Gesellschaft zu ermöglichen, die nicht auf blinder Anpassung basiert.

8. Der Mensch wird aggressiv geboren – gewalttätig wird er erst gemacht: Das Kapitel differenziert zwischen natürlicher Aggression als Überlebensstrategie und destruktiver Gewalt als kulturelles, erlerntes Phänomen.

9. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass Gewalt kein schicksalhaftes Übel ist, sondern gesellschaftlich durch Ignoranz und mangelnde Selbstreflexion begünstigt wird.

Schlüsselwörter

Aggression, Gewalt, Erziehung, Psychologie, Gesellschaft, Triebtheorie, Mündigkeit, Kindheit, Sozialisation, Reflexion, Faschismus, Holocaust, Verhalten, Destruktivität, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursprünge menschlicher Gewalt und setzt sich kritisch mit der Frage auseinander, ob der Mensch von Natur aus böse ist oder ob Gewalt ein durch gesellschaftliche Bedingungen und Erziehung geprägtes Phänomen darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Aggressionstheorien, der Einfluss der Kindheit auf das spätere Verhalten, die Rolle von Erziehungssystemen bei der Mündigkeitsförderung sowie die kritische Reflexion gesellschaftlicher Machtstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Mythos der angeborenen Gewalt zu hinterfragen und aufzuzeigen, dass durch eine bewusste, auf Mündigkeit ausgerichtete Erziehung und Gesellschaftsstruktur Gewalt reduziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse psychologischer und gesellschaftskritischer Werke, um den Zusammenhang zwischen Individuum und Gesellschaft in Bezug auf Gewaltbereitschaft aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert diverse Aggressionstheorien, die Bedeutung frühkindlicher Prägung, den Einfluss von Erziehung auf den Nationalsozialismus und die Notwendigkeit einer kritischen Erziehung zur Mündigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aggression, Gewalt, Erziehung, Psychologie, Mündigkeit und Sozialisation charakterisiert.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Aggressivität und Gewalt?

Aggressivität wird als evolutionsbiologische Überlebenstechnik definiert, während Gewalt als destruktive, kulturell erlernte Form der Aggressionsauslebung interpretiert wird.

Welche Rolle spielt die „Schwarze Pädagogik“ in der Argumentation?

Sie dient als Beispiel dafür, wie autoritäre Erziehungsmethoden das Kind manipulieren und den Willen brechen können, was langfristig die Basis für ein destruktives gesellschaftliches Verhalten und die Akzeptanz von Unfreiheit schafft.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mythos Gewalt: dressierter Lernprozess oder monströse Gene?
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Stendal
Note
1,0
Autor
Yvonne Kohl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V146879
ISBN (eBook)
9783640581146
ISBN (Buch)
9783640581801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
monströse Gene Mythos vom Bösen Gewalt Lernprozess Gesellschaft und Gewalt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yvonne Kohl (Autor:in), 2009, Mythos Gewalt: dressierter Lernprozess oder monströse Gene?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146879
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum