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Familie im Lebensverlauf

Titel: Familie im Lebensverlauf

Hausarbeit (Hauptseminar) , 1997 , 31 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Laura Dahm (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Strukturwandel der Familie in der Moderne ist als Prozeß der Auslagerung von nichtfamilialen und der Spezialisierung der sich herausbildenden Familie als ein Teilsystem der Gesellschaft auf einen nur ihr eigenen Funktions- und Handlungskomplex zu betrachten. Dieser Wandel entstand durch Ereignisse innerhalb und außerhalb der Familie, und es gibt sozial und ethnisch bedingte Unterschiede in Familienbiographien (vgl. Aldous 1996, S. 20).
Im Verlauf der Industrialisierung trennte sich Arbeits- und Wohnstätte, und zuerst im wohlhabenden Bürgertum entwickelte sich die bürgerliche Familie als Vorläufermodell der modernen Familienform.

Um eine Argumentationsbasis für die empirische Auseinandersetzung zu finden, müssen die spezifischen Handlungsmotive im Zusammenhang mit der Entscheidung zum Eintritt in eine Partnerschaft und zur Gründung einer Familie beleuchtet werden (vgl. Huinink 1995, S. 13-26).
Der Lebensverlauf ist abhängig von den individuellen Ressourcen (Bildung, Elternhaus) und Restriktionen (Gesundheit), sowie gesellschaftlichen Institutionen (Schule, Rente), die den Lebensverlauf aufgrund des Alters strukturieren. Auch kumulierte biographische und historische Ereignisse (z.B. Krieg) spielen eine bedeutende Rolle. Aus diesen Faktoren ergibt sich dann das Alter bei einer Erstheirat und Erstgeburt. Der Lebensverlauf besteht außerdem aus verschiedenen ineinander verwobenen Lebensbereichen, die aufeinander abgestimmt werden müssen. In meinem Referat möchte ich nun darauf eingehen, inwieweit Ehe und Familie immer noch ihren Stellenwert im Lebensverlauf eines Individuums haben. Dazu betrachte ich die Übergänge zu Partnerschaft und Elternschaft im Lebensverlauf zunächst theoretisch und dann empirisch. Dabei unterteile ich in Lebensverlaufsstudien zur Gründung partnerschaftlicher Lebensgemeinschaften und Lebensverlaufsstudien zur Geburt des ersten und zweiten Kindes. Ich gehe insbesondere auf die Bildungsbeteiligung und ihre Auswirkungen auf Heirat und Familiengründung sowie auf die Zusammenhänge von Erwerbstätigkeit und Heirat bzw. Familiengründung ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. PARTNERSCHAFT UND ELTERNSCHAFT IM LEBENSVERLAUF

1.1. Handeln im Lebensverlauf

1.2. Familienentwicklung im Lebensverlauf

1.2.1. Die partnerschaftliche Lebensgemeinschaft und die Eheschließung im Lebensverlauf

1.2.2. Die Familiengründung im Lebensverlauf

1.3. Methodische Bemerkungen zur Lebensverlaufsanalyse

2. LEBENSVERLAUFSSTUDIEN ZUR GRÜNDUNG PARTNERSCHAFTLICHER LEBENSGEMEINSCHAFTEN

2.1. Ausbildungsbeteiligung und Heirat: Der Institutioneneffekt

2.2. Erwerbsbeteiligung und Heirat bei Männern und Frauen

2.3. Nichteheliches Zusammenleben

3. LEBENSVERLAUFSSTUDIEN ZUR GEBURT DES ERSTEN UND ZWEITEN KINDES

3.1. Bildungsbeteiligung und die Geburt des ersten Kindes: Der Institutioneneffekt

3.2. Die Erwerbstätigkeit und die Familiengründung bei Männern und Frauen

3.3. Die Entscheidungssituation beim zweiten Kind

4. SCHLUßFOLGERUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Strukturwandel der modernen Familie im Lebensverlauf, wobei der Fokus auf den Entscheidungslogiken hinsichtlich Partnerschaftsgründung und Elternschaft unter Berücksichtigung individueller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen liegt.

  • Handlungstheoretische Konzepte der Lebensverlaufsforschung
  • Einfluss von Bildungsbeteiligung und Erwerbsbiographien auf den Zeitpunkt der Familiengründung
  • Die Institutionalisierung nichtehelicher Lebensgemeinschaften als alternative Lebensform
  • Polarisierungstendenzen in der Familienbildung zwischen verschiedenen Orientierungstypen
  • Reflexive Lebensgestaltung und Vereinbarkeitsprobleme moderner Familien

Auszug aus dem Buch

0. Einleitung

Der Strukturwandel der Familie in der Moderne ist als Prozeß der Auslagerung von nichtfamilialen und der Spezialisierung der sich herausbildenden Familie als ein Teilsystem der Gesellschaft auf einen nur ihr eigenen Funktions- und Handlungskomplex zu betrachten.

Dieser Wandel entstand durch Ereignisse innerhalb und außerhalb der Familie, und es gibt sozial und ethnisch bedingte Unterschiede in Familienbiographien (vgl. Aldous 1996, S. 20).

Im Verlauf der Industrialisierung trennte sich Arbeits- und Wohnstätte, und zuerst im wohlhabenden Bürgertum entwickelte sich die bürgerliche Familie als Vorläufermodell der modernen Familienform.

Die Etablierung der modernen bürgerlichen Familie erfolgte dann, begünstigt durch das Wirtschaftswunder, in den 50er Jahren. Seit Mitte der 60er Jahre fand eine zunehmende Pluralisierung der Lebensformen statt. Vor allem die unterschiedlichen Lebens- und Haushaltsformen ohne Kinder haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Es ist allerdings kein Verlust an Gemeinschaft zu verzeichnen, denn kleine nichtfamiliale Haushalte haben neue Formen unabhängiger und freierer Gemeinschaftsbildung hervorgebracht. Die Bildungsexpansion und die qualifizierte Berufsarbeit bei Frauen schuf die Berufskarriere als Konkurrenz zur Familie. Partnerschaften bestehen nun aus zwei selbständigen Individuen, deren Arrangement sich leichter in kinderlosen Ehen oder Single- Haushalten lösen läßt (vgl. Peuckert 1996, S.20-25 und S. 38ff).

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Darstellung des familiensoziologischen Strukturwandels in der Moderne und der zunehmenden Pluralisierung der Lebensformen.

1. PARTNERSCHAFT UND ELTERNSCHAFT IM LEBENSVERLAUF: Theoretische Einbettung der Familienentwicklung in handlungstheoretische Ansätze und Diskussion der Auswirkungen von Ressourcen und Restriktionen auf den Lebenslauf.

2. LEBENSVERLAUFSSTUDIEN ZUR GRÜNDUNG PARTNERSCHAFTLICHER LEBENSGEMEINSCHAFTEN: Empirische Untersuchung der Bedeutung von Bildung und Erwerbsstatus für den Zeitpunkt der Eheschließung sowie Analyse der Verbreitung nichtehelicher Lebensgemeinschaften.

3. LEBENSVERLAUFSSTUDIEN ZUR GEBURT DES ERSTEN UND ZWEITEN KINDES: Analyse der Entscheidungsfaktoren für oder gegen ein Kind, insbesondere unter dem Aspekt des Vereinbarkeitsproblems zwischen Berufs- und Familienleben.

4. SCHLUßFOLGERUNG: Zusammenfassende Bewertung der zukünftigen Familienentwicklung und der Risiken einer sozialen Polarisierung aufgrund sich wandelnder gesellschaftlicher Anforderungen.

Schlüsselwörter

Lebensverlaufsforschung, Familienentwicklung, Strukturwandel, Familiengründung, Bildungsexpansion, Erwerbsbiographie, Nichteheliches Zusammenleben, Vereinbarkeitsproblem, Modernisierung, Sozialstruktur, Geschlechterrollen, Institutioneneffekt, Handlungslogik, Familiensoziologie, Individuierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Prozess der Familienbildung im Kontext moderner Lebensverläufe und untersucht, wie individuelle Entscheidungen von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und biographischen Ereignissen beeinflusst werden.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind der Strukturwandel der Familie, die Wechselwirkung zwischen Bildungs- und Erwerbskarrieren sowie die zunehmende Pluralisierung von Lebensformen und die damit verbundenen Anforderungen an die Lebensplanung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Handlungsmotive bei der Familiengründung zu beleuchten und empirisch zu zeigen, wie soziale Herkunft und Bildungsniveau den Zeitpunkt und die Form des familialen Zusammenlebens strukturieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert primär auf einer quantitativen Lebensverlaufsanalyse unter Anwendung von Kohortenstudien, die den Zusammenhang zwischen chronologischem Alter, historischem Kontext und individuellen Übergängen untersucht.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Heiratsentscheidungen und die Untersuchung der Geburtenentscheidungen (erstes und zweites Kind), wobei jeweils der Einfluss von Ausbildungsdauer und Arbeitsmarktposition der Partner expliziert wird.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lebensverlaufsforschung, Familiengründung, Vereinbarkeitsproblem, Bildungsexpansion, institutionelle Effekte, Individualisierung und soziale Polarisierung.

Wie beeinflusst die Bildungsexpansion den Zeitpunkt der Familiengründung?

Die längere Ausbildungsdauer führt systematisch zu einem Aufschub von Ehe und Familiengründung, da die Akteure zunächst Stabilität in Erwerbsbiographien anstreben, bevor sie familiale Verantwortung übernehmen.

Welche Rolle spielt die post-traditionelle Orientierung für die Familienbildung?

Post-traditionell orientierte Personen treffen Entscheidungen für oder gegen eine Familie sehr reflektiert, wobei die Egalität in der Partnerschaft und die individuelle Autonomie stärker gewichtet werden als bei traditionellen Mustern.

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Details

Titel
Familie im Lebensverlauf
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Seminar: Einführung in die Soziologie der Familie und der privaten Lebensführung
Note
1,7
Autor
Laura Dahm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1997
Seiten
31
Katalognummer
V14692
ISBN (eBook)
9783638200226
ISBN (Buch)
9783638682794
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Familie Lebensverlauf Seminar Einführung Soziologie Familie Lebensführung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laura Dahm (Autor:in), 1997, Familie im Lebensverlauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14692
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Leseprobe aus  31  Seiten
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