Bericht nach einer schulpraktischen Studie im Fach Sozialkunde

Unterrichtsplanung (Themenbereiche Kalter Krieg und Nahostkonflikt) und Reflexion


Unterrichtsentwurf, 2009

20 Seiten, Note: 12 Punkte


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. BEDINGUNGSANALYSE
1.1 Darstellung der Schule
1.2. Situationsanalyse der Lerngruppe
1.3 Bisheriger Unterricht/ kurze Darstellung der Hospitationsphase

2. SACHANALYSE

3. DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
3.1 Bedeutung und Sinn des Themas
3.2 Didaktische Reduktion
3.3 Unterrichtsziele der Stunde

4. METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.1 Erste Stunde
4.2 Zweite Stunde
4.3 Verlaufsplan der Vorführstunde
4.4 Kurze Darstellung der gesamten Unterrichtseinheit
4.5 Methodische Überlegungen zur Unterrichtseinheit

5. DURCHFÜHRUNG UND AUSWERTUNG
5.1 Vergleich von Planung und Durchführung mit Diskussion von Problempunkten und Benennung von Alternativen
5.2 Überprüfung der Unterrichtsziele

6. REFLEXION
6.1 Reflexion des Praktikums
6.2 Reflexion des Seminars
6.3 Fazit

1. BEDINGUNGSANALYSE

1.1 Darstellung der Schule

Die G-Schule in K ist ursprünglich eine kooperative Gesamtschule gewesen, befindet sich aber - seit dem Schuljahr 2006/07 – in einem Umformungsprozess hin zu einer integrativen Gesamtschule. Es wird versucht, ein umfassendes Ganztagsangebot anzubieten. Hierzu zählen Mittagessen, PC- Arbeitsplätze und Hausaufgabenbetreuung bis 14 Uhr, bzw. 14.30 Uhr. Außerdem existiert eine Nachmittagsbetreuung für Schüler der fünften und sechsten Klassen.

Die Schule gibt eine aktuelle Schülerzahl von 825 an, wobei diese insgesamt 23 verschiedenen Nationen angehören und sich auf die Klassenstufen 5 bis 10 verteilen. Das Lehrerkollegium unter Schulleiter K umfasst 66 Lehrerinnen und Lehrer, zuzüglich mehrerer Referendare. In der Schule existiert außerdem eine Cafeteria, die von den Schülern eingeständig betrieben und von einer Lehrerin betreut wird. Direkt neben dem Hauptgebäude befindet sich eine Bibliothek, in die die Schüler gehen und altersgerechte Literatur finden können.

1.2. Situationsanalyse der Lerngruppe

Die Klasse 10H der G-Schule in K umfasst 18 Schülerinnen und Schüler. Dabei sind die Jungen bei einem Verhältnis von 7 zu 11 etwas unterrepräsentiert.

In der Klasse befinden sich die leistungsstärksten Schüler aus drei verschiedenen Hauptschulklassen der G-Schule, denen aufgrund ihrer Qualifikationen bei einer Konferenz erlaubt wurde, ihren Realschulabschluss nachzuholen. Zwei Mädchen sind zu diesem Zweck extra aus anderen Schulen (F-Schule und E-Schule) an die G-Schule gewechselt. Dennoch ist in der Gruppe der Klassenzusammenhalt sehr stark ausgeprägt. Die deutliche Mehrzahl der Schüler weist einen Migrationshintergrund auf, sprachliche Barrieren existieren jedoch nicht.

Auffällig ist, dass die Schüler nur für kurze Zeit eine feste Sitzordnung haben und diese selbstständig alle zwei Wochen ändern, damit jeder die Möglichkeit hat vorn zu sitzen. Dabei bleibt es jedoch immer bei einer U-Form.

Die Leistungsstärke der Schüler ist sehr heterogen, wobei es viele Schüler gibt, die hinter den Anforderungen zum Erlangen des Realschulabschlusses zurück bleiben, weshalb nach dem ersten Halbjahr auch nur 8 SchülerInnen zu den Prüfungen am Ende des Schuljahres zugelassen werden. Nur wenige SchülerInnen sind gut bis sehr gut, wobei die mündlichen Leistungen zum Teil erheblich von den schriftlichen divergieren. So hat z.B. ein Junge, der im Unterricht durch seine durchdachten Beiträge aufgefallen ist, keine Zulassung für die Realschulprüfung bekommen, und ist ein Mädchen, das zu Hause sehr fleißig lernt und deshalb gute Noten schreibt, in ihren Wortmeldungen eher zurückhaltend.

Da die Leistungen der Schüler sich nah an den entgegengesetzten Polen „sehr gut/gut“ bzw. „mangelhaft/ungenügend“ befinden, existiert kein – wie sonst in vielen Klassen üblich – breites Mittelfeld („befriedigend/ausreichend“).

Als problematisch kann in dieser Klasse mangelnde Disziplin angesehen werden, die sich bei Vielen in regelmäßigem Verspäten und einer hohen Anzahl an Fehltagen manifestiert. Außerdem war bei einigen Schülern bereits abzusehen, dass sie ihre Qualifikation für den Realschulabschluss nicht schaffen werden, was negative Auswirkungen auf die Motivation zur Mitarbeit zur Folge haben kann. Dies konnte aber vor allem beim studentischen Unterricht nicht festgestellt werden. Die Klasse tendiert dazu, schnell unruhig zu werden, was zumeist von den Jungen ausgeht. Jedoch sind die vermeintlichen Störer gleichzeitig auch leistungsstark in der mündlichen Mitarbeit.

Die Jungen sind im mündlichen Bereich die Leistungsträger der Klasse, da die Mädchen sehr zurückhaltend sind. Letztendlich haben aber mehr Mädchen die Realschulzulassung bekommen.

1.3 Bisheriger Unterricht/ kurze Darstellung der Hospitationsphase

Der GL-Unterricht findet im Klassenraum statt, umfasst regulär vier Stunden in der Woche und wird vom Klassenlehrer durchgeführt. Aufgrund von Seminaren an der Universität, konnten wir im Rahmen unserer dreimonatigen Schulpraktischen Studien nur bei drei von diesen vier Stunden anwesend sein.

In den ersten Wochen saßen wir in der Klasse und beobachteten die SchülerInnen, den Lehrer und das Unterrichtsgeschehen im Allgemeinen. Anschließend bekamen wir die Gelegenheit, selbst zwei Unterrichtseinheiten zu planen und zum Abschluss mit den Schülern eine Leistungskontrolle in Form einer zweistündigen Arbeit zu schreiben.

In der Hospitationsphase beschäftigte sich die Klasse im GL-Unterricht mit der deutschen Nachkriegsgeschichte. Dabei ging es um Themen wie die Gründung der beiden deutschen Staaten, Staatsaufbau, Einführung der D- Mark, Wirtschaftshilfen und Reparationszahlungen, Einführung der Grundrechte etc.

In der Folge gab unser Mentor keine festen Vorgaben, dennoch wählten wir eine Unterrichtsreihe, in der wir die internationale geschichtliche Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg weiter vertieften. Dabei beschäftigten wir uns mit der Entwicklung des Kalten Krieges und legten unseren Schwerpunkt auf die Geschehnisse rund um die Kuba Krise. Dazu nutzten wir vielfältige Arbeitsmaterialien und zeigten den SchülerInnen einen Film über die Entstehung und Lösung der Kuba Krise. Im Vorfeld behandelten wir mit der Methode Gruppenpuzzle den Koreakrieg, die beiden Pole „Warschauer Pakt“ und „Nato“, sowie das Wettrüsten beider Parteien. Außerdem beschäftigten wir uns mit den Friedensbemühungen am Beispiel des Atomwaffensperrvertrages und einer Friedensrede des amerikanischen Präsidenten Kennedy.

Zu dieser Unterrichtseinheit entwickelten wir gemeinsam eine Klassenarbeit, die auch in die Halbjahresnote der SchülerInnen einbezogen wurde.

2. SACHANALYSE

Der Nahostkonflikt ist ein seit vielen Jahren bestehender Konflikt, in dem es nicht nur um Land, sondern auch um Religionen geht.

Auslöser für die Diskussion um einen Judenstaat war 1896 das Buch des österreichisch-jüdischen Juristen Theodor Herzl mit dem Titel "Der Judenstaat". Es propagierte die These, dass die Gründung eines jüdischen Nationalstaats notwendig und durchführbar sei. Diese Erkenntnis begründete den sogenannten Zionismus.

Die Zionisten entwickelten ein jüdisches Korrelat zum europäischen, vor allem zum deutschen Nationalismus. Judentum war ihnen weniger Religion als Volkszugehörigkeit. Wie andere Völker sollten sich nach dem Willen der Zionisten die Juden in einem eigenen jüdischen Nationalstaat politisch verwirklichen - am besten dort, von wo das jüdische Volk vor zweitausend Jahren ausgezogen war: in Palästina. "Ein Land ohne Volk für das Volk ohne Land", hieß Herzls Programm.

Doch die Realität in Palästina sah damals anders aus: Die jüdische Einwanderung traf auf ein fast ausschließlich von Arabern besiedeltes Gebiet. Die erste Masseneinwanderung von 30.000 Juden nach Palästina erfolgte in den Jahren bis 1903, von 1933 bis 1939 kam die zahlenmäßig stärkste. Die jüdische Bevölkerung in Palästina wuchs.

1920 wurde Großbritannien ein Palästina-Mandat zuerkannt, das auch das Gebiet des heutigen Jordanien mit einschloss. Das Mandat diente dazu, auf seinem Territorium das Projekt einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk umzusetzen. 1922 wurde das Mandatsgebiet geteilt: zum einen in Palästina westlich des Jordan, wo die jüdische Heimstätte errichtet werden sollte, und zum anderen in Transjordanien östlich des Jordan, auf dessen Gebiet ein autonomes arabisches Emirat eingerichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg plante Großbritannien, sein Mandat in Palästina aufzugeben. Als sich auf US-Druck hin die UN-Vollversammlung im November 1947 für eine Teilung Palästinas aussprach, stimmten die jüdischen Repräsentanten zu. Die Araber lehnten ab. Die Entscheidung fiel mit 33 zu 13 Stimmen für den Teilungsplan und eine Internationalisierung Jerusalems unter Verwaltung der Uno aus. Das britische Mandat für Palästina endete am 14. Mai 1948 um Mitternacht, von da an war Israel ein eigenständiger, unabhängiger Staat. Die Errichtung des Staates Israel erfolge demnach Kraft des "natürlichen und historischen Rechts des jüdischen Volkes und aufgrund des Beschlusses der Uno-Vollversammlung". Die USA erkannten den neuen Staat an, die Sowjetunion folgte am 16. Mai.

Seitdem folgten viele Kriege um das Land Israel (z.B. Sechstagekrieg, Unabhängigkeitskrieg), die sich bis in die Gegenwart ziehen. Die neuesten Unruhen fanden erst vor wenigen Monaten statt, als am 05. November der Waffenstillstand zwischen den palästinensischen Autonomiegebieten und Israel gebrochen wurde und Israel ab dem 28. Dezember einen Gegenschlag („Operation gegossenes Blei“) ausführte.

Diesen neuerlichen Ausbruch der Kampfhandlungen nahmen wir zum Anlass, mit den SchülerInnen, deren Mehrzahl Migrationshintergrund aufweisen, welche wiederum häufig muslimischen Glaubens sind, das Thema Nahostkonflikt zu bearbeiten.

3. DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN

3.1 Bedeutung und Sinn des Themas

Da es im Schulcurriculum als auch in den Lehrplänen für die H10 kein festgeschriebenes Thema gab und unser Mentor uns nur Denkanstöße bezüglich eines neuen Themas gab, welches an die Nachkriegsjahre anschließen sollte, hatten wir relativ freie Wahl. In dem Lehrbuch, welches die SchülerInnen für das Fach GL besaßen, standen uns mehrere Themen wie „Wahlen“ und „Probleme der Dritten Welt“ schon aufbereitet zur Verfügung, wir entschieden uns jedoch gegen diese Themen und beschlossen eine Unterrichtsreihe zum „Nahostkonflikt“ zu planen. Dies begründet sich folgendermaßen:

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bericht nach einer schulpraktischen Studie im Fach Sozialkunde
Untertitel
Unterrichtsplanung (Themenbereiche Kalter Krieg und Nahostkonflikt) und Reflexion
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Schulpraktische Studien
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2009
Seiten
20
Katalognummer
V146924
ISBN (eBook)
9783640869725
ISBN (Buch)
9783640869916
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SPS, Schulpraktische Studien, Unterrichtsplanung
Arbeit zitieren
Anika Weller (Autor), 2009, Bericht nach einer schulpraktischen Studie im Fach Sozialkunde , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146924

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