Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Region: Russia

Russlands Gasreserven - Garant der Dominanz im postsowjetischen Raum

Title: Russlands Gasreserven - Garant der Dominanz im postsowjetischen Raum

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Steffen Radtke (Author)

Politics - Region: Russia
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Faktoren politische und besonders ökonomische Macht werden in der gesamten Arbeit die Hauptindikatoren der Leitfrage sein, ob Russlands Gasreserven der Garant der Dominanz im postsowjetischen Raum sind. Zu deren Evaluation soll analysiert werden, in welchem Ausmaß Russland über das Potenzial verfügt, sein Erdgas als politisches und/oder ökonomisches Machtmittel einzusetzen.
Dazu wird im zweiten Punkt zunächst der generelle außenpolitische Rahmen Russlands abgesteckt. Eine konzise Analyse der außenpolitischen Leitlinien soll in diesem Zusammenhang aufzeigen, dass die Strategie der russischen Führung darauf abzielt, die Energieressourcen als einen bedeutenden Faktor für die internationale Machtposition einzusetzen. Des Weiteren wird aufgezeigt, dass eine Diskrepanz zwischen dem russischen Großmachtanspruch und den tatsächlichen Machtfaktoren besteht. Russlands Machtanspruch kann sich aus diesem Grund weniger auf eine Weltmachtstellung als vielmehr auf die Wiedererlangung der Macht im postsowjetischen Raum fokussieren. Der nächste Hauptpunkt thematisiert dann jenen Raum näher, indem die wichtigsten Versuche der Einflussnahme seitens Russlands in dieser Region unter die Lupe genommen werden. Weil die Leitfrage der Arbeit die Gasreserven in den Blick nimmt, werden folglich die Konflikte Russlands mit der Ukraine und Weißrussland unter dem Aspekt analysiert, ob es dem Kreml gelang, das Erdgas als Machtfaktor einzusetzen. In diesem Zusammenhang erfolgen eine Darstellung und Interpretation des russisch-ukrainischen Gasstreits 2005/2006 ebenso wie Analysen zum Konflikt mit Weißrussland 2006/2007 und zuletzt dem Gasstreit mit der Ukraine zur Jahreswende 2009. Für eine komplette Evaluation der Frage, ob die Gasreserven ein russischer Machtgarant sind, muss noch eine Analyse der Erdgasreserven in zukünftiger quantitativer Hinsicht erfolgen. Das Ziel dabei ist die Eruierung des Exportpotenzials des Landes in den nächsten Dekaden, was Aufschluss darüber bringen soll, ob sich die russische Energieaußenpolitik auf eine langfristige Strategie zur Nutzung der Energieressourcen als Machtinstrument fokussieren kann. Wenn dieser Fall zutreffen sollte, können die Gasreserven als Machtgarant bewertet werden. Zwecks dieser Analyse werden neben einem Abriss über die wichtigsten geologischen Reservengebiete schwerpunktmäßig pessimistische gegen optimistische Prognosen abgewogen, um zu einer möglichst reliablen Aussage bezüglich des Gasexportpotenzials bis 2030 zu gelangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Russland – „virtuelle“ oder reelle Großmacht?

2.1 Die Leitlinien russischer Außenpolitik

2.2 Russland, die „virtuelle“ Großmacht

2.3 Russlands Machtambitionen im postsowjetischen Raum

3. Das Machtpotenzial des russischen Erdgases

3.1 Der russisch-ukrainische Gasstreit 2005/2006

3.1.1 Chronologie des Gasstreits

3.1.2 Wirtschaftliches Kalkül oder politische Instrumentalisierung der Energie?

3.2 Der russisch-weißrussische Gasstreit 2006/2007

3.2.1 Der Ablauf des Gasstreits

3.2.2 Interpretation des Gasstreits

3.3 Der russisch-ukrainische Gasstreit 2008/2009

3.3.1 Die Ereignisse im Überblick

3.3.2 Das gleiche Konfliktmuster wie vor drei Jahren?

3.4 Russland, die Energiemacht

4. Die russischen Erdgasreserven

4.1 Zweifel an der zukünftigen Versorgungsfähigkeit Russlands

4.2 Die Hoffnung auf neue Reserven

4.2.1 Tauwetter und Eiszeit am Nordpol

4.2.2 Die Gasfelder Shtokman und Yamal

4.2.3 Das Sparpotenzial und die zentralasiatischen Reserven

4.3 Optimistische Szenarien

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, inwiefern die russischen Erdgasreserven als Machtinstrument dienen, um die Dominanz Russlands im postsowjetischen Raum zu sichern und international Einfluss auszuüben. Dabei wird die Forschungsfrage evaluiert, ob Erdgas für den Kreml als primärer Garant für politische und ökonomische Stärke fungiert.

  • Die Außenpolitik Russlands unter Wladimir Putin und der Anspruch als Großmacht
  • Die Analyse der Gaskonflikte mit der Ukraine und Weißrussland
  • Die ökonomische versus politische Motivation hinter russischen Energieexporten
  • Prognosen zum russischen Erdgasförder- und Exportpotenzial bis 2030
  • Die Rolle von Investitionen in neue Fördergebiete wie die Arktis

Auszug aus dem Buch

3.4 Russland, die Energiemacht

Ausgehend von der explizit hervorgetretenen aggressiven Energiepolitik lässt sich die Definition Max Webers von Macht als Analyseinstrument für die Frage heranziehen, in welchem Ausmaß Russland über eine dominante Stellung im postsowjetischen Raum verfügt. Max Weber definiert Macht folgenderweise: Macht ist „Jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.“81

Die Lösung für den Gasstreit mit der Ukraine 2005/2006 lag darin, dass die Ukraine statt 50 nun 95 US-Dollar zahlen musste.82 Gegenüber den ursprünglichen Forderungen Gasproms, die bei 120 US-Dollar anfingen und sich dann auf 160 und 230 steigerten, ist dies zwar eine deutliche Unterschreitung. In diesem Zusammenhang muss jedoch konzediert werden, dass die Forderungen ohnehin so hoch waren, dass die Ukraine bei ihrem damaligen BIP von nur 60 Milliarden US-Dollar83 enorme Zahlungsprobleme gehabt hätte. Bereits aus der Erhöhung des Gaspreises auf 95 US-Dollar resultierte eine um 1,8 Milliarden Dollar gestiegene Belastung von 1,2 Milliarden bei 50 US-Dollar auf nun 3 Milliarden84, die bei dem niedrigen BIP von 60 Milliarden stark ins Gewicht fällt. Unter diesen Umständen ist die Erhöhung des Gaspreises für den russischen Konzern als Erfolg zu bewerten, denn die Mehreinnahmen von 1,8 Milliarden US-Dollar sind in Anbetracht der niedrigen ukrainischen Wirtschaftsleistung eine beträchtliche Summe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Wandel der globalen Machtverhältnisse von militärischer Logik hin zur Bedeutung von Energieressourcen und stellt die Forschungsfrage zur Rolle der russischen Gasreserven.

2. Russland – „virtuelle“ oder reelle Großmacht?: Dieses Kapitel analysiert die Diskrepanz zwischen Russlands Selbstwahrnehmung als Weltmacht und der ökonomischen Realität sowie die außenpolitischen Ziele unter Putin.

3. Das Machtpotenzial des russischen Erdgases: Das Kapitel untersucht durch die Analyse konkreter Gaskonflikte mit der Ukraine und Weißrussland, inwieweit Russland Energie als politisches Machtmittel einsetzt.

4. Die russischen Erdgasreserven: Hier wird das Exportpotenzial Russlands evaluiert, inklusive der Herausforderungen bei der Erschließung neuer Vorkommen in der Arktis und den Prognosen für die Versorgung bis 2030.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Erdgas bisher als Garant für die russische Dominanz im postsowjetischen Raum fungiert hat.

Schlüsselwörter

Russland, Erdgas, Energiepolitik, Gasprom, Machtpolitik, postsowjetischer Raum, Ukraine, Weißrussland, Gasstreit, Weltmacht, Ressourcen, Energieexport, Investitionen, Geopolitik, Wirtschaftskraft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die außenpolitische Strategie Russlands unter Wladimir Putin, speziell mit Blick auf die Nutzung von Energieressourcen als Mittel zur Machtausübung im postsowjetischen Raum.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Analyse der russischen Außenpolitik, die Untersuchung von Gaskonflikten mit den Nachbarstaaten sowie die Bewertung des zukünftigen Exportpotenzials russischer Gasreserven.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob Russlands Gasreserven der entscheidende Garant für die Dominanz des Landes im postsowjetischen Raum sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor wählt einen empirisch-analytischen Ansatz und nutzt den theoretischen Referenzrahmen des Neorealismus, um Russland als dominanten Akteur in einer von Nullsummenspielen geprägten Region zu charakterisieren.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil analysiert die chronologischen Abläufe der Gaskonflikte mit der Ukraine und Weißrussland sowie die geologischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die zukünftige Erdgasförderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Erdgas, Machtpolitik, Gasprom, postsowjetischer Raum und Energieexportpotenzial.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Gasprom auf die Politik?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Gasprom als machtpolitisches Instrument des Kreml agiert, da die russische Regierung die faktische Kontrolle über das Unternehmen innehat.

Welche Rolle spielt die Arktis für Russlands Energieambitionen?

Die Arktis wird als essenzielle Region für zukünftige Gasreserven betrachtet, deren Erschließung jedoch enorme Investitionen erfordert und zu politischen Spannungen mit anderen Anrainerstaaten führt.

Was ist das Ergebnis bezüglich der "virtuellen Großmacht"?

Der Autor stützt die These, dass Russland aufgrund seiner im Vergleich zu westlichen Staaten geringen Wirtschaftskraft primär als "Energiegroßmacht" mit regionaler Prädominanz bezeichnet werden sollte.

Excerpt out of 34 pages  - scroll top

Details

Title
Russlands Gasreserven - Garant der Dominanz im postsowjetischen Raum
College
University of Rostock
Grade
1,0
Author
Steffen Radtke (Author)
Publication Year
2010
Pages
34
Catalog Number
V146935
ISBN (eBook)
9783640559800
ISBN (Book)
9783640560127
Language
German
Tags
Russland Gasreserven Erdgas postsowjetischer Raum Dominanz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Radtke (Author), 2010, Russlands Gasreserven - Garant der Dominanz im postsowjetischen Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146935
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  34  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint