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Schwedens Neutralität im Ersten Weltkrieg

Title: Schwedens Neutralität im Ersten Weltkrieg

Seminar Paper , 2008 , 29 Pages

Autor:in: Verena von Waldow (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Summary Excerpt Details

In der Theorie ist Neutralitätspolitik eine Politik, die sich streng an die völkerrechtlichen Regeln
bezüglich der Rechte und Pflichten von neutralen Staaten hält. In der Praxis gibt es aber noch
eine weitere Auslegung: Neutralitätspolitik kann auch als Ziel haben, den neutralen Staat unter
allen Umständen aus dem Krieg herauszuhalten. Die erste Auslegung ist eine prinzipielle Einstellung,
die zweite ein pragmatisches Ziel.
Das V. und das XIII. Abkommen der Haager Konventionen aus dem Jahre 1907 regelten
Rechte und Pflichten der neutralen Mächte im Falle eines Landkriegs (V.) bzw. Seekriegs (XIII.).
Insgesamt unterschrieben 44 Länder, unter anderem die später kriegführenden Großmächte
Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, Groß-Britannien und die USA. In diesem Vertrag
stimmen die Staatsoberhäupter der 44 Länder zu, das Territorium und das Hoheitsrecht in den
Gewässern der neutralen Länder im Falle eines Krieges zu respektieren. Im Gegenzug verpflichtet
sich der neutrale Staat, keines der kriegführenden Länder in ihrer Kriegsführung zu unterstützen
oder zu bevorzugen.1
Schweden konnte während des gesamten Ersten Weltkrieges die Neutralität aufrechterhalten.
Diese Arbeit soll die Schwierigkeiten untersuchen, die Schweden aufgrund seiner neutralen Haltung
hatte, aber auch deren Vorteile herausarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Schweden bei Kriegsausbruch

2. Wohlwollende Neutralität

3. Schwedens wirtschaftliche Lage vor und während des Krieges

4. Die britische Seeblockade und der völkerrechtliche Konflikt

5. Das deutsche Allianzangebot und der russisch-deutsche Separatfrieden

6. Die schwedische Aktivistenbewegung

7. Revolutionsbewegungen in Stockholm

III. Zusammenfassung

IV. Quellenverzeichnis

1. Primärliteratur

2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die schwedische Neutralitätspolitik während des Ersten Weltkriegs, analysiert die dabei aufgetretenen Schwierigkeiten und arbeitet die Vorteile der neutralen Haltung für das Land heraus, insbesondere in Bezug auf die außenpolitische Positionierung zwischen den kriegführenden Großmächten.

  • Die Wahrung der schwedischen Neutralität unter dem Druck der kriegführenden Parteien.
  • Die wirtschaftliche Bedeutung Schwedens als Transitland und Rohstofflieferant.
  • Der völkerrechtliche Konflikt um die britische Seeblockade und die Fernblockade.
  • Diplomatische Versuche Deutschlands, Schweden in das Kriegsgeschehen einzubinden oder als Vermittler zu gewinnen.
  • Die Rolle Stockholms als Drehscheibe für revolutionäre Aktivitäten, insbesondere im Kontext der russischen Revolution.

Auszug aus dem Buch

4. Die britische Seeblockade und der völkerrechtliche Konflikt

Der Krieg zur See war in den ersten Monaten des Krieges sowohl auf deutscher wie auch auf britischer Seite von Unsicherheit und strategischen Überlegungen geprägt. Die deutsche Flotte war 1914 der englischen zwar nicht an Größe, aber an Effektivität gleichgestellt. Die Briten mußten unbedingt Schlachten in den engen Gewässern der Nord- und Ostsee vermeiden, da hier die volle Größe der Flotte nicht zum Tragen kommen konnte und die Erfahrung der deutschen Schiffe in diesen Gegenden einen Nachteil für die Engländer darstellte. Die englische Navy betrachtete eine Fernblockade als wirksamstes Mittel, um mit der Flotte die Deutschen zu schwächen. Die Erfindungen der Torpedos, Minen und U-Boote machte eine „klassische“ Blockade, in der nur die feindlichen Küsten betroffen waren, unmöglich. Deswegen wurde der Zugang zur Nordsee versperrt und Handelsschiffe abgefangen, bevor sie die neutralen oder feindlichen Gewässer erreichen konnten. Deutschland hatte dieser Blockadepolitik nur den U-Boot-Krieg entgegenzusetzen.

Der Wirtschaftskrieg, der zwischen den Großmächten geführt wurde, gehörte nicht von Anfang an zur Kriegsstrategie irgendeines Landes. „(E)conomic warfare was improvised after the outbreak of the war, once it was evident that neither side was going to win a quick victory.“ Ende 1914 hatte sich der Stellungskrieg festgefahren und es wurde offensichtlich, daß eine schnelle Lösung des Konflikts unmöglich war.

Die britische Navy hatte schon vor Kriegsbeginn die Möglichkeit in Erwägung gezogen, die Mittelmächte durch wirtschaftlichen Druck zu schwächen und dabei auch die Probleme erkannt. „In 1912 the Admiralty tacitly acknowledged the impossibility of operations close to the German coast when it adopted a strategy of ‘open’ blockade based on control of the approaches to the North Sea in the Channel and between Scotland and the Norwegian coast.“ In der Londoner Erklärung vom 26.02.1909 wurde in Artikel 1 festgelegt, daß eine völkerrechtlich anerkannte Blockade „auf die feindlichen und vom Feinde besetzten Häfen beschränkt werden“ muß. Daß die Blockade sich gezielt darauf richtete, die deutsche Zivilbevölkerung auszuhungern, kann man also als unmoralisch, aber nicht als illegitim bezeichnen. Der eigentliche Rechtsbruch lag darin, daß die neutralen Länder auch von der Blockade betroffen waren. Denn, wie man schon 1912 wußte, war die direkte Sperre der deutschen Häfen gefährlich. Die Briten wollten ihre Flotte schonen und vermieden daher das Risiko einer direkten Blockade. Daher entschieden sich die Admirale der Royal Navy für eine „Fernblockade“, welche nicht nur deutsche Häfen blockierte, sondern die ganze Nordsee und den Kanal zwischen Schottland und der norwegischen Küste.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Definition der Neutralität im theoretischen und praktischen Sinne sowie Einführung in die Problematik der Neutralität Schwedens im Ersten Weltkrieg.

II. Hauptteil: Detaillierte Analyse der diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Herausforderungen, denen Schweden durch den Krieg der Großmächte ausgesetzt war, einschließlich der Rolle der Aktivistenbewegung und revolutionärer Netzwerke.

III. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der erfolgreichen Neutralitätspolitik, die primär durch die wirtschaftliche Bedeutung Schwedens und geopolitische Prioritäten der Kriegsparteien begünstigt wurde.

IV. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen (Archivdokumente) und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Schweden, Erster Weltkrieg, Neutralität, Völkerrecht, Seeblockade, Handel, Deutschland, Russland, Separatfrieden, Wallenberg, Hammarskjöld, Aktivistenbewegung, Bolschewismus, Revolution, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die schwedische Neutralitätspolitik während des Ersten Weltkriegs und untersucht, wie es dem Land gelang, trotz des massiven politischen und wirtschaftlichen Drucks der kriegführenden Großmächte aus dem Konflikt herauszubleiben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen, die wirtschaftliche Bedeutung Schwedens als Transitland, die diplomatischen Beziehungen zwischen Schweden und Deutschland sowie die Rolle radikaler Bewegungen in Stockholm.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Schwierigkeiten der schwedischen neutralen Haltung zu beleuchten und gleichzeitig die Faktoren herauszuarbeiten, die es ermöglichten, die Neutralität erfolgreich über den gesamten Kriegsverlauf aufrechtzuerhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Dokumente, Archivquellen und einschlägiger Forschungsliteratur, um die politischen Entscheidungswege der schwedischen Regierung und die diplomatiegeschichtlichen Zusammenhänge zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zum Kriegsausbruch, zur wirtschaftlichen Lage, zum völkerrechtlichen Konflikt um die Seeblockade, zu diplomatischen Allianzangeboten sowie zur Aktivistenbewegung und zu revolutionären Aktivitäten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Neutralitätspolitik, Seeblockade, deutsch-schwedische Beziehungen, Separatfrieden, Wirtschaftsdiplomatie und den Einfluss der Aktivisten auf die Außenpolitik charakterisieren.

Warum war die britische Seeblockade für Schweden völkerrechtlich problematisch?

Die Blockade war problematisch, da die Briten eine sogenannte „Fernblockade“ praktizierten, die laut Artikel 18 der Londoner Deklaration den Zugang zu neutralen Häfen und Küsten nicht hätte versperren dürfen, was eine Verletzung des Neutralitätsrechts darstellte.

Welche Rolle spielte Stockholm für die bolschewistische Revolution?

Stockholm fungierte als Drehscheibe für die bolschewistische Exilpartei, da Sozialisten sich im neutralen Schweden relativ frei bewegen und von dort aus direkt auf das russische Reich einwirken konnten, etwa durch den Schmuggel von Propaganda, Waffen und Informationen.

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Details

Title
Schwedens Neutralität im Ersten Weltkrieg
College
LMU Munich
Author
Verena von Waldow (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V146947
ISBN (eBook)
9783640582594
ISBN (Book)
9783640582617
Language
German
Tags
Schwedens Neutralität Ersten Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena von Waldow (Author), 2008, Schwedens Neutralität im Ersten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146947
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