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Bairisch als Variation des Deutschen. Sprachdynamik und Verwendung in der Schule

Titel: Bairisch als Variation des Deutschen. Sprachdynamik und Verwendung in der Schule

Hausarbeit , 2023 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jana Degener (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zunächst erfolgt die Darstellung der Verbreitung des bairischen Dialekts. Im Folgenden wird die Sprachdynamik näher betrachtet und anhand der phonetischen, morphologischen und syntaktischen Merkmale erläutert. Daraufhin wird untersucht, ob und wie der bairische Dialekt in Schulen Anwendung findet und sich in den Unterricht integrieren lässt.

Der bairische Dialekt eröffnet eine faszinierende Perspektive auf die Vielfalt der deutschen Sprache. Diese regionale Variation des Deutschen wird in den südlichen Teilen Deutschlands, Österreich und einigen Regionen Südtirols gesprochen und hat sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer eigenständigen und kulturell bedeutenden Sprachform entwickelt. Die bairische Sprache ist weit mehr als nur eine Sammlung regionaler Akzente und Ausdrücke, sie ist ein lebendiges Beispiel für die Sprachvielfalt, die die deutsche Kulturlandschaft bereichert. Die Einzigartigkeit des Bairischen zeigt sich in erster Linie in seiner Aussprache, seinem Vokabular und seiner Grammatik. Der bairische Dialekt kann für Nicht-Muttersprachler*innen oft eine Herausforderung darstellen, da dieser sich deutlich von der hochdeutschen Aussprache unterscheidet. Vokale und Konsonanten wer-den anders betont und es gibt spezifische Lautverschiebungen, die das Bairische von anderen deutschen Mundarten abhebt. Das Vokabular enthält viele Wörter und Ausdrücke, die in anderen deutschen Dialekten nicht verwendet werden und die Grammatik weist ebenfalls Besonderheiten auf, die es zu erforschen lohnt.

Obwohl das Bairische heute in vielen Teilen seiner ursprünglichen Verbreitungsgebiete von der hochdeutschen Sprache verdrängt wurde, hat es sich in einigen Regionen als lebendige und lebensfähige Sprache erhalten können. Dieser Dialekt hat eine einzigartige Rolle in der deutschen Sprachlandschaft gespielt und trägt dazu bei, die kulturelle Diversität und das Erbe dieser Regionen zu bewahren. Auch an den Schulen soll der bairische Dialekt wieder gelehrt und durch verschiedene Projekte unterstützt werden. Bisher wurde an den Schulen überwiegend die hochdeutsche Sprache unterrichtet, doch auch der heimatliche Dialekt soll wieder im Rahmenlehrplan verankert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Verbreitungsgebiet
  • 3 Sprachdynamik
    • 3.1 phonetische Merkmale
    • 3.2 morphologische Merkmale
      • 3.2.1 Verbmorphologie
      • 3.2.2 Nominalmorphologie
    • 3.3 syntaktische Merkmale
  • 4 Dialekt und Schule
  • 5 Fazit
  • Literaturverzeichnis
  • Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Ausarbeitung analysiert das Bairische als eine bedeutende Variation des Deutschen. Das Hauptziel ist es, die sprachliche Einzigartigkeit des bairischen Dialekts hinsichtlich seiner phonetischen, morphologischen und syntaktischen Merkmale zu untersuchen und dessen Rolle sowie mögliche Integration in den schulischen Kontext zu beleuchten.

  • Darstellung des Verbreitungsgebiets des bairischen Dialekts.
  • Analyse der spezifischen phonetischen Eigenheiten des Bairischen.
  • Erläuterung morphologischer Besonderheiten wie Verben- und Nominalmorphologie.
  • Beschreibung der syntaktischen Merkmale und Abweichungen vom Standarddeutschen.
  • Untersuchung der Relevanz und Integration des bairischen Dialekts im Schulunterricht.
  • Diskussion von Projekten zur Förderung von Mundart in Schulen.

Auszug aus dem Buch

3.1 phonetische Merkmale

Die neuhochdeutsche Diphthongierung, die im Mittelalter begann, fand ihren Ursprung im Bairischen. Sie führte dazu, dass die mittelhochdeutschen Vokale [î], [iu] und [û] zu den Diphthongen [ei], [eu] und [au] wurden (vgl. Zehetner 1985, S. 54 f.). So wurde aus mîn das Wort mein, aus liut entstand Leute und aus hûs wurde Haus (vgl. ebd.).

Die neuhochdeutsche Monophthongierung betraf die Diphthonge [ie], [üe] und [uo], die zu [i], welche zu [ü] und [u] monophthongiert wurden (vgl. Zehetner 1985, S. 54 f.). Während im Hochdeutschen aus liep das Wort lieb wurde, behielt das Bairische die Diphthonge als [ia], [ua], [ei] und [ou] bei. So wurde aus Bruoder im Bairischen Bruada (vgl. ebd.).

Charakteristisch für das Bairische ist außerdem das überhelle à, das aus dem mittelhochdeutschen Sekundärumlaut [æ] hervorgegangen ist (vgl. ebd.). Zum Beispiel wird das Wort zäh im Bairischen als zaach ausgesprochen, Schere wird zu Schar und Männlein wird zu Màndl (vgl. ebd.).

Nach Zehetner (1985, S. 55) gibt es im Bairischen eine weitere interessante Eigenschaft, nämlich die Entrundung der mittelhochdeutschen Vokale [ö], [œ], [ü], [iu], [üe] und [öü] zu [e], [i], [ai], [ia] und [ei]. Dies soll an folgenden bairischen Wörtern verdeutlicht werden: (1) ręstn `rösten' (2) bęs oder bęis `böseʻ (3) Zigl Zügel' (4) miad oder męid `müde‘ (5) Haisa `Häuser' (6) Fraid `Freudeʻ (Zehetner 1985, S. 55)

Eine weitere Eigenheit des Bairischen ist die Konsonantenschwächung, die die Unterscheidung zwischen den Konsonantenpaaren /b/, /d/ und /g/ mit /p/, /t/ und /k/ vor anderen Konsonanten erschwert, wie an folgenden Beispielen dargestellt: (1) Weda `Wetter' (2) Dog Tag'

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, beleuchtet die kulturelle Bedeutung des bairischen Dialekts und skizziert die Vorgehensweise der Arbeit.

2 Verbreitungsgebiet: Hier wird das geografische Spektrum des bairischen Dialekts sowie dessen Unterteilung und die Verdrängung durch die Hochsprache in urbanen Gebieten dargestellt.

3 Sprachdynamik: Dieser umfangreiche Abschnitt analysiert detailliert die phonetischen, morphologischen und syntaktischen Merkmale des Bairischen anhand zahlreicher Beispiele.

4 Dialekt und Schule: Das Kapitel befasst sich mit der Frage, wie der bairische Dialekt in den Schulen integriert werden kann, stellt das Projekt „Mundart Wertvoll“ vor und diskutiert Herausforderungen und Chancen.

Schlüsselwörter

Bairisch, Dialekt, Sprachvariation, Phonetik, Morphologie, Syntax, Deutschunterricht, Mundart Wertvoll, Sprachdynamik, Regionaldialekt, Standarddeutsch, Vokale, Konsonanten, Grammatik, Bayern.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit dem bairischen Dialekt als einer Variation des Deutschen, analysiert seine sprachlichen Besonderheiten und seine Rolle in der deutschen Kultur- und Bildungslandschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind das Verbreitungsgebiet des bairischen Dialekts, seine phonetischen, morphologischen und syntaktischen Merkmale sowie die Integration und Förderung des Dialekts im schulischen Umfeld.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den bairischen Dialekt als eigenständige und kulturell bedeutsame Sprachform darzustellen und zu untersuchen, wie er bewahrt und in den Unterricht integriert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine linguistische Analysemethode, die phonetische, morphologische und syntaktische Merkmale detailliert beschreibt und mit Beispielen untermauert, ergänzt durch eine pädagogische Diskussion zur Dialektintegration.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Verbreitungsgebiet des bairischen Dialekts, seine sprachdynamischen Merkmale (Phonetik, Morphologie, Syntax) und die Rolle des Dialekts im Schulsystem behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Bairisch, Dialekt, Sprachvariation, Phonetik, Morphologie, Syntax, Deutschunterricht, Mundart Wertvoll, Sprachdynamik, Regionaldialekt, Standarddeutsch, Vokale, Konsonanten, Grammatik und Bayern charakterisiert.

Was sind die spezifischen phonetischen Merkmale des Bairischen?

Spezifische phonetische Merkmale umfassen die neuhochdeutsche Diphthongierung, die Monophthongierung, das überhelle à, die Entrundung mittelhochdeutscher Vokale sowie die Konsonantenschwächung und Liquidenvokalisierung.

Wie unterscheidet sich die Nominalmorphologie des Bairischen vom Standarddeutschen?

Die Nominalmorphologie des Bairischen zeigt Unterschiede im Genus vieler Substantive, eine starke Reduktion des Kasussystems (insbesondere der Ersatz des Genitivs), eine Vereinfachung der Pluralbildung und die Verwendung des Diminutivsuffixes -lein.

Welche Rolle spielt das Projekt "Mundart Wertvoll" für den bairischen Dialekt in Schulen?

Das Projekt "Mundart Wertvoll" zielt darauf ab, Lehrkräften Anregungen zur Behandlung von Mundart im Unterricht zu geben, die Bewahrung der Mundart zu fördern und junge Menschen dafür zu begeistern, wodurch der bairische Dialekt wieder in die Rahmenlehrpläne integriert wird.

Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Integration des bairischen Dialekts in den Deutschunterricht?

Herausforderungen umfassen die zunehmende Heterogenität in städtischen Schulen, die mangelnde Vertrautheit von Lehrkräften mit dem Dialekt und die Priorität des Standarddeutschen, insbesondere wenn Schüler bereits Schwierigkeiten damit haben.

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Details

Titel
Bairisch als Variation des Deutschen. Sprachdynamik und Verwendung in der Schule
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,3
Autor
Jana Degener (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
14
Katalognummer
V1469861
ISBN (PDF)
9783389016923
ISBN (Buch)
9783389016930
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bairisch Dialekt Germanistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Degener (Autor:in), 2023, Bairisch als Variation des Deutschen. Sprachdynamik und Verwendung in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1469861
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Leseprobe aus  14  Seiten
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