Der größte Fehlschlag in der Geschichte der UNO?

Die „United Nations Operation in Somalia I“ 1992/93


Essay, 2010
13 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangslage

2. Intervention der UNO: „UNOSOM I“

3. Zusammenfassung und Kritik

4. Literaturverzeichnis

1. Ausgangslage

Am 26. Januar 1991 floh der Präsident Somalias, Mohamed Siad Barre (1910-1995), aus Somalias Hauptstadt Mogadischu. Seit 1988 war das Land, im Osten Afrikas, direkt am Indischen Ozean liegend, Schauplatz eines Bürgerkriegs, der zwischen verschiedenen Clans und Milizen ausgetragen wurde. Höhepunkt war der Kampf um die Nachfolge nach der Entmachtung Barres durch den „United Somali Congress“ (USC). Die vom Clan der Hawiye (etwa 25 % der Bevölkerung Somalias) gegründete Bewegung fühlte sich von Barre unterdrückt und kreiste schließlich Mogadischu ein, sodass Barre zur Flucht gezwungen wurde und als abgesetzt galt. Barre, der 1969 durch einen Militärputsch Präsident Somalias wurde, etablierte über die Jahrzehnte eine autoritäre Diktatur, die maßgeblich von den USA unterstützt wurden. Als sich die USA am Ende des Kalten Krieges direkt von Barre distanzierten, versuchten verschiedene Akteure, die Macht in Somalia zu erlangen. Barres Flucht in den Süden des Landes wurde durch Teile der Armee organisiert, die auf dem Weg ganze Landstriche plünderten und zerstörten. Somit trug die Armee aktiv zur entstehenden Hungersnot bei (vgl. Besteman 1999: 14ff.).

Die Konfliktlinien im Bürgerkrieg wurden zunehmend unübersichtlich, da die Akteure ihre Verbündeten ständig wechselten und ihre Motive und Ziele immer wieder neu definierten. Das Clansystem differenzierte sich so aus, dass sich nicht nur die fünf großen Clans (Darod, Hawiye, Dir, Isaaq und Rahanweyn) gegenüber standen, sondern auch zahlreiche Spaltungen innerhalb der Clans zu Neugründungen von Unter-Clans führte, die aber auch andere Interessen als ihre Haupt-Clans verfolgen konnten. Problematisch war nun, dass Somalia traditionell kein Zentralstaat war. Eine starke Zentralgewalt konnte nach Barre weder etabliert, noch anerkannt werden. 1960 wurde Somalia erst vereinigt, nach dem das Britisch- und das Italienisch-Somaliland unabhängig wurden. Seit jeher stellten jedoch die Clans lokale Machthaber, sodass sich die politischen und wirtschaftlichen Interessen durch Barres Politik (er verschaffte unter anderem Mitgliedern seines Darod-Clans Land im fruchtbaren Süden Somalias) verschärften und das Konfliktpotential entscheidend geprägt wurde (vgl. Lewis 42002: 263).

Der USC drang nach dem Sturz Barres in die südlichen Gebiete vor und kämpfte mit Mitgliedern des Darod-Clans um deren Landbesitz. Der Rahanweyn-Clan, deren Mitglieder auch im Süden lebten, geriet zwischen die Fronten. Als sich Ende 1991 der USC spaltete (die „Somali National Alliance“ unter Mohammed Farah Aidid und Separatisten unter Ali Mahdi Mohammed) und die zwei entstandenen Bewegungen in der Hauptstadt bei ihren Kämpfen großen Schaden anrichteten (etwa 14000 Menschen wurden getötet), entstanden in der Folgezeit Milizengruppen mit einem Warlord an deren Spitze. Diese lokalen Gruppierungen nutzten die Zustände in Somalia für Plünderungen. Durch Überfälle auf Waffentransporte (beispielsweise aus Äthiopien) konnten sich die verschiedenen lokalen Milizengruppen recht schnell Einfluss in den jeweiligen Gebieten verschaffen (vgl. Menkhaus 2008).

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Details

Titel
Der größte Fehlschlag in der Geschichte der UNO?
Untertitel
Die „United Nations Operation in Somalia I“ 1992/93
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V147011
ISBN (eBook)
9783640560578
ISBN (Buch)
9783640560714
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fehlschlag, Geschichte, Somalia, UNO
Arbeit zitieren
Robert Griebsch (Autor), 2010, Der größte Fehlschlag in der Geschichte der UNO?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147011

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