Adelige Frauen im Kloster


Seminararbeit, 2005
24 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Klosterleben
2.1 Der Eintritt in ein Kloster
2.2 Pflichten und Regeln der Klostermitglieder
2.3 Der Tagesablauf innerhalb des Klosters
2.4 Die Klöster als Orte der Bildung

3. Besitztümer der Klöster
3.1 Wirtschaftliche Einkünfte der Kirche
3.1.1 Die Pfründe
3.1.2 Die Stolgebühren
3.1.3 Das Stiftertum
3.1.4 Das Zehntwesen
3.2 Verschiedene Arten von Kirchenwesen
3.2.1 Das Patronatsrecht
3.2.2 Das Eigenkirchenwesen
3.2.3 Simonie

4. Zusammenfassung

5. Literatur

6.Anhang
6.1 Kleidung eines Benediktinermönches
6.2 Kleidung eines Zisterziensermönches
6.3 Die heilige Lioba
6.4 Vom mönchischen Leben
6.5 Formel für die Übergabe von Kindern

1. Einleitung

Diese Hausarbeit soll einen Überblick über das klösterliche Leben adeliger Frauen geben. Die einzelnen Bestandteile des Lebens innerhalb einer Klostergemeinschaft werden dargestellt und erläutert. Ein Einblick in das Klosterleben und die Regeln und Pflichten, die eine Nonne zu beachten hatte, sind Bestandteil dieser Hausarbeit. Dazu gehört ebenfalls eine beispielhafte Darstellung eines Tagesablaufs einer Nonne. Ein besserer Einblick in das klösterliche Leben der adeligen Frauen ist dadurch möglich. Zusätzlich werden einige finanzielle Belange betrachtet, die für den Eintritt in eine Klostergemeinschaft unbedingt notwendig waren. Ebenfalls gebe ich einen Einblick in die Besitztümer der Klöster und erläutere, woher die Besitztümer der Klöster stammen und wie die Klöster in den Besitz von Ländereien und ähnlichem Besitz gekommen sind. Die verschiedenen Arten von Besitztümern der Kirche werden aufgezeigt und anhand dieser Erklärungen ist es möglich, sich eine genauere Vorstellung vom Besitz einer Klostergemeinschaft zu machen. Der erste Teil der Hausarbeit konzentriert sich auf das klösterliche Leben. Die einzelnen Bestandteile des Lebens hinter den Klostermauern werden dargestellt. Im zweiten Teil der Hausarbeit wird dann der wirtschaftliche Teil des Klosterlebens betrachtet. Es folgt dann eine Darstellung der einzelnen wirtschaftlichen Einkünfte der Kirche. Hierbei handelt es sich um die verschiedenen Kirchenwesen und die Arten der Gebühren, die an die Kirche zu entrichten waren.

Neben der vorherigen Darstellung des Klosterlebens und der dazu gehörenden Regeln wird auch der ökonomische Aspekt des Klosters betrachtet. Es soll geklärt werden, woher die Klöster so viele Besitztümer inne haben und warum die Klöster so viel Land und Gut besitzen. Zusätzlich wird zu klären versucht, ob es zu einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem Kloster und den Verwandten der Nonnen kam. Es soll auch die Frage geklärt werden, ob allein das Kloster Vorteile davon hatte, dass es eine adelige Frau in seine Klostergemeinschaft aufnahm.

2. Das Klosterleben

2.1 Der Eintritt in ein Kloster

Für den Eintritt in ein Kloster gab es grundsätzlich verschiedene Wege. Der eine Weg war, dass die Eltern sich dazu entschlossen, ihre Tochter im Kindesalter in ein Kloster zu geben. Das Motiv der Eltern war, Gott ein Opfer zu bringen, und auf diesem Weg seine Güte und Milde zu erreichen sowie auch eine lebenslange Fürsprache bei Gott durch die Nonne. Ebenfalls sollte das Kloster so ein religiöser Zufluchtsort für Familienangehörige sein. Auch galten jungfräuliche Mädchen als besonders geeignet, einen direkten Weg zu Christus zu erschließen. Sie waren Bräute Christi und man versprach sich von ihren Gebeten mehr Wirkung und einen direkteren Zugang zu Gott. Das Kind wurde dem Kloster in diesem Sinne geschenkt. Diese Kinder wurden Oblaten genannt. Sie bekamen ihre schulische Ausbildung im Kloster und wurden dort auf ihren endgültigen Eintritt in die Klostergemeinschaft vorbereitet. Wenn der endgültige Eintritt in das Kloster vollzogen war, dann war das so genannte Noviziat für das Kind beendet.

Der andere Weg war, dass die Töchter sich als Erwachsene dazu entschlossen, ins Kloster zu gehen. Allerdings war dieser Weg bedeutend schwieriger. Zunächst konnten nach den Bestimmungen nur adelige Frauen im Kloster aufgenommen werden, da sie eine nicht unerhebliche Mitgift mitbringen mussten. Nach der benediktinischen Regel galt auch, dass die Erwachsene deutlich sichtbar machen musste, dass sie den Anforderungen des klösterlichen Lebens gewachsen war und bereit war, sich den Regeln des klösterlichen Lebens zu unterwerfen. Dies geschah zum Beispiel dur]ch tagelanges Ausharren vor der Klosterpforte. Wenn die Erwachsene nach Meinung des Abtes für das Kloster bereit war, folgte noch die Überprüfung des geäußerten Ansinnens und die Vorbereitung auf die endgültige Aufnahme in die Klostergemeinschaft. Die endgültige Aufnahme vollzog sich in mündlicher, schriftlicher und sichtbarer Form. Zum einen wurde ein mündliches Gelöbnis zu Gott und der Beachtung aller Regeln des entsprechenden Klosters gefordert. Zum anderen wurde schriftlich eine Professurkunde verfasst für die jeweilige neu aufgenommene Nonne. Zum Dritten musste die Neue sich ihres alten Namens und ihres weltlichen Besitzes entledigen. Sie bekam im Gegenzug dazu von der

Klostergemeinschaft das Klostergewand und eine neue monastische Identität. Als weitere Demutsbezeugung war es in einigen Klöstern üblich, dass die Neue sich vor jedem Mitglied des Konvents auf dem Boden kniete. Nach diesen verschiedenen Aufnahmeritualen war man dann endgültig in die Klostergemeinschaft aufgenommen. Zusätzlich gab es noch unterschiedliche Regeln innerhalb einer Ordensgemeinschaft, was die Aufnahme in ein Kloster betraf.

Bei den Zisterziensern war im Allgemeinen erst ein Mindestalter von 18 Jahren die Bedingung für die Aufnahme in ein Kloster. Allerdings wurde ab 1287 in Ausnahmefällen auch jüngeren Mädchen erlaubt, in ein Kloster einzutreten. Diese durften jedoch nicht das Alter von zehn Jahren unterschreiten. Als Voraussetzung für alle Mädchen galt, dass sie von ehelicher Herkunft waren und körperlich sowie geistig gesund waren. Zusätzlich war eine besondere Eignung für das Klosterleben vorgeschrieben. Dies fand jedoch wenig Beachtung und hatte eher einen ideellen Wert für die Klostermitglieder. Es war im Allgemeinen bei den Zisterziensern unüblich, dass für ein Mädchen, welches ins Kloster gehen sollte, finanzielle Abgaben an die Kirche getätigt werden mussten. Allerdings kam es vor, dass die Eltern finanzielle Abgaben als Spenden an das entsprechende Kloster leisteten. Bei anderen Klöstern hingegen war es üblich, dass die Eltern für die Tochter dem Kloster eine Sachspende in vorher festgelegtem Umfang gaben. Außerdem war es bei einigen Klöstern Pflicht, eine Geldsumme vor Eintritt in das Kloster zu bezahlen. Ohne die vorherige Bezahlung der Geldsumme wurde die Tochter nicht in das Kloster aufgenommen. Es gab also vielfältige Arten der Abgaben, welche die Eltern an ein Kloster leisten mussten, wenn sie ihre Tochter dorthin geben wollten.

Für die Wahl des Klosterlebens gibt es noch weitere Motive. Zum einen ist es die mystische Erfahrung der Nähe des Heiligen Geistes und Gottes. Mechthild von Magdeburg berichtet, „dass sie mit 12 Jahren vom Heiligen Geist angeredet wurde. Die überaus innige Anrede kam alle Tage und verstärkte sich alle Tage.“1 Die jungen Frauen, Mechthild war 20 Jahre, entscheiden sich für den mystischen Weg tiefer Religiosität, Askese, Buße und Armut. Ein weiteres Motiv ist ein einschneidendes Erlebnis, eine große Enttäuschung im Leben, zum Beispiel der Tod des Ehemannes, der die Frauen veranlasst, sich vom Leben abzukehren. Andere Frauen wiederum haben ein sehr starkes Sündenbewusstsein, dass sie treibt, im Kloster lebenslang Reue zu empfinden und Buße zu tun. Armut und Leiden wurden ohne Klagen in Kauf genommen.

Es war auch üblich, dass die Frau eine bestimmte Ausstattung mit in ein Kloster brachte. Bei der Ausstattung stand mehr das Notwendige im Vordergrund. Die Forderung nach Schlichtheit sollte sich auch in der Kleidung widerspiegeln. Zu der Ausstattung gehörten bei den Zisterziensern „zwei Röcke, ein Mantel, drei Haupttücher, ein Bett mit Zubehör, eine Bettstatt, eine Kiste, Tafellaken von 18 Ellen Umfang, Handtücher von insgesamt 18 Ellen, ein silberner Becher oder eine Schale von wenigstens 18 Lot, drei Pfund Wachs, neun Turnosen sowie ein Goldgulden für den Beichtvater.“2 Allein diese Ausstattung bedeutete für die Eltern schon eine immense Belastung ihrer finanziellen Mittel. Es ist offensichtlich, dass nicht adelige Frauen demnach nur schwer Zutritt zu einem Kloster bekamen. Für die Klöster war zuerst einmal die Existenz durch diese Abgaben gesichert. Zusätzlich ist es vorstellbar, dass die Klöster „ihre Exklusivität als adelige Versorgungsstätten“3 für diese Abgaben zum Anlass nahmen. Denn im Mittelalter war die Zahl der heiratsfähigen Männer oft durch Kriege oder Krankheit dezimiert. Da der Status einer unverheirateten Frau als minderwertig angesehen wurde, gab man adelige heiratsfähige Töchter, die keine Aussicht auf eine Heirat hatten, ins Kloster. Der Stand der Nonne war angesehen und akzeptiert, auch machten einige Frauen als Äbtissin Karriere und standen in Ausstattung und Besitz einer Fürstin in nichts nach.

Allerdings ist anzumerken, dass die Mitgift und die soziale Stellung einer Frau nicht immer allein ausschlaggebend dafür war, ob sie in ein Kloster aufgenommen wurde oder nicht. Es gab so eine Art „Probezeit“ für die neue Klosterschülerin. Sie wurde als Novizin in die Klostergemeinschaft eingefügt. Vorher musste sie sich noch einer Befragung durch die Äbtissin unterziehen und danach wurde von dem Konvent entschieden, ob sie vorläufig für ein Jahr in das Kloster aufgenommen wurde oder nicht. Innerhalb dieses Jahres wurde sie im Lesen, Schreiben und Singen unterrichtet. Zusätzlich wurde sie mit den Ordensregeln vertraut gemacht.

[...]


1 THIELE, Johannes: Mein Herz schmilzt wie Eis am Feuer, S. 74.

2 DIßELBECK- TEWES, Elke: Frauen in der Kirche, S. 184.

3 DIßELBECK- TEWES, Elke: Frauen in der Kirche, S. 184.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Adelige Frauen im Kloster
Hochschule
Universität Paderborn  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Der Adel in der frühen Neuzeit
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V147025
ISBN (eBook)
9783640579341
ISBN (Buch)
9783640579167
Dateigröße
741 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klosterleben, Frauen im Kloster, Kloster, Adel und Kloster
Arbeit zitieren
Sandra Kraatz (Autor), 2005, Adelige Frauen im Kloster, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147025

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