Die Arbeit bewegt sich in vielfältiger Form entlang der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft und diskutiert die Ausgestaltung sowie das Management politischer Risiken. Sie orientiert sich in ihrer Struktur am Risikomanagementprozess. Im ersten Kapitel wird der Begriff des politischen Risikos erörtert und der Fokus auf die Begriffsbestimmung und Identifizierung politischer Risiken gelegt. Demnach wird der Leser in den Abschnitten 1.1. bis 1.3. in das Thema der Arbeit eingeführt, indem politische Risiken definiert, abgegrenzt und klassifiziert werden. Die Diskussion einer empirischen Analyse der Ökonomen Busse und Hefeker (2007) setzt den Akzent im vierten Abschnitt des ersten Kapitels. Dabei werden die Methodik und die Ergebnisse der Studie, die den Zusammenhang zwischen politischen Risiken und ausländischen Direktinvestitionen in Entwicklungsländern untersucht, vorgestellt und kritisch betrachtet. Die Risikobewertung und die Erörterung diverser Managementmethoden stehen im Mittelpunkt des zweiten Kapitels. Der Abschnitt 2.1. befasst sich mit verschiedenen Ansätzen zur Evaluation politischer und länderspezifischer Risiken und zementiert die Bedeutung der Risikobewertung innerhalb des Risikomanagementprozesses. Der zweite Teil des zweiten Kapitels erstellt ein Panorama unterschiedlicher Methoden und Maßnahmen, die in Theorie und Praxis für das Risikomanagement politischer Risiken eine Rolle spielen. Am Anfang jedes Kapitels wird eine kurze Einführung gegeben, um einen Überblick über die Inhalte der einzelnen Kapitel zu vermitteln und den roten Faden zu ebnen. Eine zusammenfassende Darstellung wird die Arbeit abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. TERMINOLOGIE UND EMPIRISCHE EVIDENZ
1.1. Definition und Begriffseinordnung in der Literatur
1.2. Politisches Risiko vs Länderrisiko
1.3. Klassifizierung politischer Risiken
1.4. Empirische Analyse
1.4.1. Einführung und Vorbetrachtung
1.4.2. Datensatz und Variablendefinition
1.4.3. Methodik und Ergebnisse der empirischen Analyse
1.4.4. Kritische Würdigung der Ergebnisse
2. MANAGEMENT POLITISCHER RISIKEN
2.1. Risikomessung und Bewertungsmethoden
2.1.1. Politischer Index nach der ICRG-Methodik
2.1.2. Länderrisikoanalyse nach der ICRG-Methodik
2.1.3. Weitere Ansätze im Überblick und Fazit
2.2. Risikomanagementmethoden in Theorie und Praxis
2.2.1. Vorbetrachtung
2.2.2. Risikovermeidung und Diversifikation
2.2.3. Integrative Managementmethoden
2.2.4. Schützende Managementmethoden und Finanzinstrumente
2.2.5. Politische Risikoversicherung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die komplexe Schnittstelle zwischen politischen Risiken und unternehmerischen Aktivitäten, mit dem Ziel, den Risikomanagementprozess von der Identifikation über die Bewertung bis hin zur Steuerung durch verschiedene Maßnahmen zu strukturieren und kritisch zu analysieren.
- Definition und Klassifizierung politischer Risiken in der Literatur
- Empirische Analyse des Zusammenhangs zwischen politischen Risikofaktoren und ausländischen Direktinvestitionen
- Methoden zur quantitativen Messung und Bewertung politischer Risiken (z.B. ICRG)
- Strategien des Risikomanagements: Vermeidung, Diversifikation, integrative Ansätze und Finanzinstrumente
- Bedeutung der politischen Risikoversicherung als Managementtool
Auszug aus dem Buch
1.1. Definition und Begriffseinordnung in der Literatur
Im Zentrum der Arbeit steht der Terminus des politischen Risikos, der in der wissenschaftlichen Literatur viel diskutiert wird. Den Ausgangspunkt für eine detaillierte und wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit politischen Risiken bildeten die stark anwachsenden ausländischen Direktinvestitionen in Entwicklungsländern seit den 1980er Jahren. Im Zeitraum von 1980 bis 1999 stiegen diese von US $4 Milliarden auf über US $180 Milliarden an.
In der wissenschaftlichen Literatur existieren zahlreiche Konzeptionen und Definitionen, die den Begriff des politischen Risikos unterschiedlich dimensionieren. Kennedy (1987) definiert es als ein politisches Ereignis, das finanzielle, strategische und personelle Verluste für ein Unternehmen nach sich zieht. Nach seiner Definition sind wirtschaftliche, soziokulturelle und rein politische Faktoren die Quellen politischer Risiken, sofern sie nicht durch die Kräfte und Mechanismen des Marktes entstanden sind.
Lessard (1993) definiert politisches Risiko als die Gefahr politischer Unstetigkeit, die zu Machtverschiebungen innerhalb eines politischen Systems und Verlusten für Unternehmen führt. Nach Kobrin (1982) können diese Machttransfers legalen und illegalen Charakter besitzen. Ein durch Wahlen herbeigeführter Regierungswechsel ist ein Beispiel für einen legalen Machttransfer, wohingegen ein verfassungswidriger Militärputsch exemplarisch für eine illegale Machtverschiebung ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. TERMINOLOGIE UND EMPIRISCHE EVIDENZ: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert politische Risiken und untersucht empirisch deren Einfluss auf ausländische Direktinvestitionen in Entwicklungsländern.
2. MANAGEMENT POLITISCHER RISIKEN: Hier werden quantitative Messmethoden wie der ICRG-Index sowie verschiedene Managementstrategien vorgestellt, um politischen Risiken in der Unternehmenspraxis zu begegnen.
Schlüsselwörter
Politisches Risiko, Länderrisiko, Risikomanagement, ausländische Direktinvestitionen, ICRG-Methodik, Risikobewertung, Risikovermeidung, Diversifikation, integrative Managementmethoden, Finanzinstrumente, politische Risikoversicherung, Regierungsstabilität, Entwicklungsländer, ökonomisches Risiko, Unternehmenswert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die politische Risiken für international agierende Unternehmen darstellen, und beleuchtet Ansätze zu deren Identifikation, Bewertung und Management.
Was sind die zentralen Themenfelder der Bachelorarbeit?
Im Fokus stehen die theoretische Bestimmung politischer Risiken, eine empirische Untersuchung ihres Einflusses auf Investitionen sowie eine Darstellung praktischer Risikomanagement-Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für politische Risiken zu schaffen und aufzuzeigen, wie Unternehmen den Risikomanagementprozess systematisch gestalten können, um Investitionsentscheidungen abzusichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Der theoretische Teil stützt sich auf eine Literaturanalyse. Zudem wird eine empirische Studie von Busse und Hefeker (2007) diskutiert, die Paneldatenanalysen und GMM-Schätzer verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Klassifizierung politischer Risiken, eine empirische Analyse der Determinanten für Direktinvestitionen sowie die Vorstellung von Mess- und Managementmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind politisches Risiko, Länderrisiko, Risikomanagement, ausländische Direktinvestitionen und die ICRG-Methodik.
Wie unterscheidet sich politisches Risiko vom Länderrisiko?
Das Länderrisiko umfasst ein breiteres Spektrum, inklusive ökonomischer und finanzieller Faktoren, während das politische Risiko spezifisch auf Auswirkungen politischer Akteure und Entscheidungen fokussiert.
Warum ist die Messung politischer Risiken in der Praxis problematisch?
Die Messung basiert häufig auf subjektiven Einschätzungen von Analysten, da politische Ereignisse schwer in objektiven Daten abzubilden sind, was zu einer gewissen Intransparenz führt.
Welchen Zweck erfüllt die politische Risikoversicherung?
Sie dient Unternehmen als Absicherung gegen monetäre Verluste durch spezifische Ereignisse wie Enteignungen, Währungsumtauschbeschränkungen oder politische Konflikte.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Schulze (Autor:in), 2009, Risikomanagement im Bereich politischer Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147068