Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Romance Studies - Spanish Studies

Perfekt und Präteritum: Tempuskonflikt im Spanischen

Beobachtung eines Grammatikalisierungsprozesses

Title: Perfekt und Präteritum: Tempuskonflikt im Spanischen

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 12 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Schirmer (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Jeder Sprachenlerner weiß, dass Grammatiken Regeln enthalten die es zu befolgen gilt, will man beim Gebrauch der Sprache später nicht allzu sehr Verwirrung stiften. Viele Lernwerke versuchen daher eine einleuchtende und möglichst korrekte Beschreibung der bestimmten Eigenheiten einer Sprache zu geben, um das Lernen möglichst einfach zu gestalten. Für den Alltagsgebrauch spielt demnach die im Spanischen enthaltene Besonderheit einer grammatikalischen „Dublette“ keine größere Rolle. Bei der genauen sprachwissenschaftlichen Untersuchung der Vergangenheitstempora des Spanischen fällt sie aber auf: Das Spanische besitzt zwei Tempora der Vergangenheit, die miteinander in Konkurrenz stehen. Sie werden unterschiedlich bezeichnet, wir wollen uns aber mit den zwei gängigsten Termini begnügen: indefinido und perfecto compuesto.
Wie aber kommt es zu einer solchen Besonderheit? Beim Vergleich mit dem Deutschen fällt auf, dass es eine Unterscheidung in dieser Form hier nicht gibt. Die vorliegende Arbeit möchte dieser Frage nachgehen und sie genauer untersuchen. Bevor diese spanische Besonderheit aber eingehender betrachtet werden kann, bedarf es einiger Präliminarien, die unter dem Stichwort „Grammatikalisierungskonzept“ im nächsten Kapitel untersucht werden sollen. Anschließend wenden wir uns der Anwendung der Theorie auf den vorliegenden Fall zu bevor in einem abschließenden Teil eigene Überlegungen angestellt werden sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie der Grammatikalisierung

3. Die Grammatikalisierung des perfecto compuesto und indefinido

3.1 Synthetische Tempusform des perfecto compuesto

3.2 Mittelalter und 20. Jahrhundert

3.3 Synthetischer Verbleib des indefinido

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Tempuskonflikt zwischen den beiden spanischen Vergangenheitstempora indefinido und perfecto compuesto vor dem theoretischen Hintergrund der Grammatikalisierung. Ziel ist es, die diachrone Entwicklung dieser Formen zu beleuchten und zu klären, wie es zur heutigen Konkurrenzsituation kommt.

  • Grundlagen und Prinzipien der Grammatikalisierungsforschung
  • Entwicklung des perfecto compuesto vom Spätlatein bis ins 20. Jahrhundert
  • Theoretische Ansätze zur Entstehung analytischer Tempusformen
  • Status des indefinido als Überlebender klassisch-lateinischer Verbformen
  • Zukunftsperspektiven des spanischen Tempussystems

Auszug aus dem Buch

3.2 Mittelalter und 20. Jahrhundert

Ulrich Detges untersucht in seinem Aufsatz „Tiempo, retórica y cambio funcional. La evolución del perfecto compuesto espanol desde la Edad Media hasta el Siglo XX“ ebenfalls die Enstehungsgeschichte des perfecto compuesto, er beschränkt sich aber dabei auf die Zeitspanne zwischen Mittelalter und dem 20. Jahrhundert. Dabei stellt er vier Phasen der Grammatikalisierung vor, wie sie ebenfalls schon bei Bybee, Dahl, Fleischman und Schwenter vorkommen. Die analytische Form vom Typ habeo factum wird dabei in einer Initialphase im Wesentlichen dafür genutzt Zustände zu beschreiben, die auf vorangegangene Handlungen zurückzuführen sind. In dieser Phase besitzt es noch keinen temporalen Charakter, es wird ausschließlich dazu genutzt einen Kausalitätsbezug vergangener Handlungen mit gegenwärtigen Zuständen zu beschreiben. Vielmehr steht seine resultative Funktion im Vordergrund. In der daran anschließenden Phase kommt ein Gegenwartsbezug (wenn auch nur in Ausnahmefällen) ins Spiel. Die Periphrase wird dazu genutzt, um Handlungen zu beschreiben, die in der Vergangenheit begonnen haben und bis in das Präsens des Sprechens hineinreichen, oder Handlungen die sich ständig wiederholen. Die dritte Phase ist hauptsächlich durch die Nähe zum Sprechzeitpunkt charakterisiert. Detges fasst auch zusammen, dass es sich in dieser Phase auch um ein abstraktes Interesse mit aktuellem Bezug handeln kann. In der am weitesten fortgeschrittenen Phase der Grammatikalisierung des perfecto compuesto bezeichnet diese Form Geschehnisse in der Vergangenheit ohne direkten Bezug zum Moment des Sprechens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der zwei spanischen Vergangenheitstempora ein und stellt die Relevanz der Untersuchung im Kontext von Grammatikalisierungsprozessen dar.

2. Die Theorie der Grammatikalisierung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Grammatikalisierungsforschung, insbesondere den Übergang von lexikalischen zu grammatischen Elementen.

3. Die Grammatikalisierung des perfecto compuesto und indefinido: Dieser Hauptteil analysiert die diachrone Entstehung der beiden Tempusformen und untersucht verschiedene linguistische Erklärungsmodelle.

3.1 Synthetische Tempusform des perfecto compuesto: Hier wird die Entwicklung der analytischen Formen ausgehend vom klassischen Latein und dem Wandel der Vollverben habere und tenere zu Hilfsverben beschrieben.

3.2 Mittelalter und 20. Jahrhundert: Dieses Kapitel detailliert die vier Phasen der Grammatikalisierung des perfecto compuesto nach Ulrich Detges.

3.3 Synthetischer Verbleib des indefinido: Hier wird der indefinido als direkte Fortführung der lateinischen Indikativ-Perfekt-Formen charakterisiert.

4. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung des Wissens um den Tempuskonflikt für den Fremdsprachenerwerb.

Schlüsselwörter

Spanisch, Grammatikalisierung, Tempus, Aspekt, perfecto compuesto, indefinido, Sprachwandel, Latein, Vulgärlatein, Vergangenheitsformen, Syntax, Diachronie, Tempuskonflikt, Morphologie, Sprachlehre

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die sprachwissenschaftliche Untersuchung der spanischen Vergangenheitstempora und deren diachrone Entwicklung durch Prozesse der Grammatikalisierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Übergang von lateinischen zu spanischen Tempusformen, der Prozess des Sprachwandels sowie der Vergleich zwischen analytischen und synthetischen Verbformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Konkurrenz zwischen indefinido und perfecto compuesto zu erklären und zu verstehen, wie und warum sich diese grammatikalischen Strukturen über die Zeit verändert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein deskriptiv-diachroner Ansatz gewählt, der auf der Analyse linguistischer Fachliteratur und der Anwendung der Grammatikalisierungstheorie basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert den Entwicklungsstufen des perfecto compuesto sowie der Einordnung des indefinido in das lateinische Erbe der Verbformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Grammatikalisierung, perfecto compuesto, indefinido, Sprachwandel und Tempuskonflikt.

Wie unterscheidet sich die Entstehung der beiden Tempora?

Während sich das perfecto compuesto als analytische Konstruktion aus dem Spätlatein heraus entwickelte, ist der indefinido ein direktes Resultat aus der morphologischen Kontraktion klassischer lateinischer Indikativ-Perfekt-Formen.

Welche Prognose stellt Harris zur Zukunft des Tempuskonflikts?

Harris postuliert eine mögliche vierte Stufe der Grammatikalisierung, in der es zu einer Neutralisation der Opposition kommen könnte, was langfristig zum Wegfall einer der beiden analytischen Formen führen könnte.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Perfekt und Präteritum: Tempuskonflikt im Spanischen
Subtitle
Beobachtung eines Grammatikalisierungsprozesses
College
University of Heidelberg  (Romanisches Seminar)
Grade
1,3
Author
Florian Schirmer (Author)
Publication Year
2009
Pages
12
Catalog Number
V147075
ISBN (eBook)
9783640571260
ISBN (Book)
9783640570997
Language
German
Tags
Spanisch Sprachwissenschaft Grammatikalisierung Indefinido Perfecto Compuesto
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Schirmer (Author), 2009, Perfekt und Präteritum: Tempuskonflikt im Spanischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147075
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint