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Die Alten in der römischen Republik. Ausgeschlossene Randgruppe oder verehrte Mitglieder der Gesellschaft?

Titel: Die Alten in der römischen Republik. Ausgeschlossene Randgruppe oder verehrte Mitglieder der Gesellschaft?

Hausarbeit , 2023 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Während heutzutage die Gesellschaft durch stetig steigende Lebenserwartung und gleichzeitigen Rückgang der Geburtenrate immer älter wird, kann in für die Zeit des römischen Reiches ein ganz anderes Bild gezeichnet werden: Die Lebenserwartung in antiken Gesellschaften lag deutlich niedriger als heutzutage, demzufolge machten Menschen über 60 Jahren weniger als 10% der römischen Gesamtbevölkerung aus.

Umso interessanter erscheint die Frage, welche Position diese Bevölkerungsgruppe innerhalb der Gesellschaft einnahm und ob sie aufgrund ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit eine Randgruppe darstellten oder ihnen vielleicht gerade ihrer Minorität einen Sonderstatus als verehrte Mitglieder der Gesellschaft verschaffte. Da es sich bei der Bevölkerung im antiken Rom und eine äußerst komplexe Gesellschaft handelte, kann dieser Frage nicht ohne eine Einschränkung der Untersuchungsschwerpunkte gerecht werden.

Daher muss in der folgenden Arbeit die im Vordergrund stehende Gruppe hinsichtlich des Geschlechts und der sozialen Schicht wie folgt eingegrenzt werden: Es werden ausschließlich Männer betrachtet. Das lässt sich einerseits damit begründen, dass in der patriarchalischen Gesellschaft nur Männer politisch aktiv werden konnten. Andererseits ist die Fokussierung auf das männliche Geschlecht auf die Quellenlage zurückzuführen, die kaum Erkenntnisse über Frauen fortgeschrittenen Alters zulässt. Letzteres ist auch der Grund, warum einzig die soziopolitische Elite untersucht wird. Das ärmliche Schicksal der Unterschicht und der Sklaven im Alter hatte kaum Platz in der römischen Erinnerungskultur und geriet daher äußerst selten in den Blick antiker Autoren. Auch eine zeitliche Eingrenzung ist erforderlich, da sich die Stellung der Alten im Zuge der Gründung des Prinzipats deutlich veränderte. Diesen Unterschied abzubilden würde den Rahmen der Arbeit überschreiten, daher steht ausschließlich die Zeit der römischen Republik im Vordergrund.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alterskonzepte

3. Zusammensetzung der römischen Bevölkerung

4. Die Alten im Römischen Reich

4.1 Die Rolle der Alten in der Politik

4.2 Die Rolle der Alten innerhalb der Familie

5. Ansehen am Beispiel eines literarischen Alterswerks

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche und politische Stellung älterer Männer in der römischen Republik. Sie geht der Forschungsfrage nach, ob die Alten aufgrund ihrer geringen zahlenmäßigen Präsenz eine marginalisierte Randgruppe darstellten oder ob ihnen aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrung innerhalb der aristokratischen Elite ein besonderer Status als verehrte Mitglieder der Gesellschaft zukam.

  • Entwicklung und Definition antiker Alterskonzepte
  • Demographische Einordnung der Altersgruppe der senex
  • Politischer Einfluss alter Männer im Senat
  • Die Rolle des Hausvaters und Erziehers innerhalb der römischen familia
  • Literarische Reflexion des Alters am Beispiel von Ciceros "Cato maior de senectute"

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Rolle der Alten innerhalb der Familie

Der Begriff der römischen familia ist zentral für das Verständnis familiärer Alterskonzepte, daher folgt nun eine kurze Einführung in dieses Gemeinschaftsprinzip. Der Begriff familia ist nicht gleichzusetzen mit unserem gegenwärtigen Verständnis von Familie. Vielmehr umfasst die familia alle Personen, die unter der der „Gewalt“ des noch lebenden Hausvaters, des pater potestas, standen. Dieses Familienoberhaupt hatte umfangreiche Rechte über die Mitglieder der familia. Diese Herrschaftsmacht, die sog. patria potestas, umfasste u.a. die Verfügungsgewalt über das Vermögen, die Entscheidung über Berufswahl und Eheschließung,

die Freilassung von Sklaven und Sklavinnen und sogar das Recht zur Tötung von männlichem Nachwuchs. Die Machtfülle des Hausvaters wird am Beispiel des Zwölftafelgesetzes deutlich. Das um 451/450 v. Chr. entstandene Zwölftafelgesetz gilt als erste einheitliche, systematische Zusammenfassung des römischen Rechts. Die Tatsache, dass diese Gesetzessammlung rund ein Jahrtausend Bestand hatte, weil der Versuch einer neuen Kodifikation ausblieb, verdeutlicht die lange Gültigkeit des hausväterlichen Machtspektrums. In Tafel IV 2 heißt es: „Wenn ein Vater seinen Sohn dreimal zum Verkauf gegeben hat, soll der Sohn von der väterlichen Gewalt frei sein.“ Allein die aus diesem Gesetz abzuleitende Erlaubnis, den Sohn zum Verkauf anbieten zu dürfen, demonstriert die Gewalt des pater potestas.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die demographischen Unterschiede zwischen antiker und moderner Gesellschaft und grenzt das Thema auf Männer der römischen Elite in der Republik ein.

2. Alterskonzepte: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass Alter in Rom ein soziales Konstrukt war, und erläutert die verschiedenen, konkurrierenden Altersstufenmodelle.

3. Zusammensetzung der römischen Bevölkerung: Hier wird dargelegt, dass die römische Bevölkerung aufgrund hoher Kindersterblichkeit sehr jung war und die Gruppe der über 60-Jährigen nur einen kleinen Anteil ausmachte.

4. Die Alten im Römischen Reich: In diesem Hauptteil wird analysiert, wie die Alten sowohl als politische Akteure im Senat als auch als Familienoberhäupter innerhalb der familia Macht und Ansehen ausübten.

5. Ansehen am Beispiel eines literarischen Alterswerks: Anhand von Ciceros "Cato maior de senectute" wird aufgezeigt, wie zeitgenössische Vorurteile entkräftet wurden und das durch Lebenserfahrung gewonnene Ansehen als "Krone des Alters" galt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Alten innerhalb der aristokratischen Elite durchaus hochgeachtet waren, während die Lebensrealität der besitzlosen Alten weitgehend im Dunkeln bleibt.

Schlüsselwörter

Römische Republik, Alter, Senat, familia, pater potestas, senex, Lebenserfahrung, Ansehen, Aristokratie, Alterskonzepte, Sozialisation, Ciceros Cato maior, römische Gesellschaft, soziale Schicht, Alterswerk

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche und politische Stellung alter Männer in der römischen Republik und prüft, ob diese als Randgruppe oder hochgeachtete Mitglieder der Elite galten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antiken Definitionen von Alter, die demographische Struktur der Bevölkerung sowie die politische und familiäre Machtstruktur innerhalb der römischen Elite.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das fortgeschrittene Alter in Rom vorrangig mit Marginalisierung oder mit einem Sonderstatus und hohem Ansehen verbunden war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung erfolgt durch eine quellenbasierte Analyse historischer Texte und die Auseinandersetzung mit modernen sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen zur antiken Gesellschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rolle der Alten im Senat, ihre rechtliche und machtpolitische Stellung als Hausväter (pater potestas) sowie die literarische Auseinandersetzung mit dem Alter bei Cicero.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Römische Republik, Alter, senex, Senat, Ansehen, Elite und familia.

Welche Rolle spielte der pater potestas in diesem Zusammenhang?

Der pater potestas (Hausvater) verfügte über beträchtliche Macht und wirtschaftliche Kontrolle, was den Alten als Familienoberhaupt eine zentrale und angesehene Rolle sicherte.

Warum war das Ansehen der Alten so eng mit politischer Karriere verknüpft?

In Rom war Ansehen das Ergebnis lebenslanger Leistung; da politische Ämter und Senatsränge meist mit höherem Lebensalter erreicht wurden, korrelierte das Alter direkt mit gesellschaftlichem Status.

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Details

Titel
Die Alten in der römischen Republik. Ausgeschlossene Randgruppe oder verehrte Mitglieder der Gesellschaft?
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Geschichts- und Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Randgruppen der Römischen Gesellschaft
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
19
Katalognummer
V1471172
ISBN (PDF)
9783389017203
ISBN (Buch)
9783389017210
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rom Römische Republik Senat Greis senex Cato der Ältere Aristokratie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Die Alten in der römischen Republik. Ausgeschlossene Randgruppe oder verehrte Mitglieder der Gesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471172
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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