Diese Arbeit thematisiert schwerpunktmäßig Spielbilderbücher am Beispiel des Spielbilderbuchs "Nick braucht keinen Schnuller mehr" von Ilona Einwohlt und Antje Flad. Das Buch wird im Verlauf der Arbeit vorgestellt. Dabei werden die Spielelemente des Buchs, in diesem Fall die interaktiven Klappen, beschrieben und analysiert. Diese Analyse dient der Beantwortung der Forschungsfrage: Welche Funktionen übernehmen die interaktiven Klappen in dem Spielbilderbuch "Nick braucht keinen Schnuller mehr" und wäre der Inhalt der Geschichte ohne sie vollständig?
Die Kinder- und Jugendliteratur bietet ein breites Spektrum von Buchmedien. Von Stoffbüchern für Babys bis hin zu Kinder- und Jugendromanen ist eine enorme Bandbreite vorhanden. Neben der narrativen Struktur und den vermittelnden Botschaften spielen auch physische Merkmale eine bedeutende Rolle bei der Interaktion zwischen Leser und Buch. Unter anderem Spielbilderbücher, die durch ihre interaktiven Elemente wie Klappen und bewegliche Teile eine zusätzliche Dimension der Erfahrung zu denen herkömmlicher Bilderbücher bieten, haben sich als eigene Gattung für junge Leser etabliert.
Durch die Zusammenführung von Forschungsergebnissen zu Buchförmigkeit in der Kinderliteratur und der Analyse der Spielelemente des genannten Spielbilderbuchs wird angestrebt, Verständnis für die Rolle dieser interaktiven Elemente in der Kinderliteratur zu schaffen. Zunächst wird ein Überblick über die Forschungsergebnisse gegeben. Dafür werden Erkenntnisse aus verschiedenen Untersuchungen und Werken zusammengetragen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Buchförmigkeit in der Kinderliteratur
2.1 Kinderliteratur-unspezifische Erkenntnisse
2.2 Erkenntnisse zu Bilderbüchern
2.3 Erkenntnisse zu Spielbilderbüchern
3 Kurze Vorstellung des ausgewählten Spielbilderbuchs
4 Funktionen der interaktiven Klappen
4.1 Beschreibung der Klappen
4.2 Analyse der Funktionen der Klappen und Bedeutung für die Leseerfahrung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit untersucht die spezifische Rolle und Funktion interaktiver Klappen in Spielbilderbüchern, exemplifiziert am Werk „Nick braucht keinen Schnuller mehr“. Ziel ist es zu analysieren, ob diese Elemente lediglich ein additives Beiwerk darstellen oder einen integralen Bestandteil der Narration bilden, der die Vollständigkeit der Geschichte beeinflusst.
- Buchförmigkeit und haptische Dimensionen von Kinderliteratur
- Kategorisierung und Analyseansätze für Spielbilderbücher
- Funktionsweise und narratologische Bedeutung interaktiver Klappen
- Wechselwirkung zwischen Text, Bild und spielerischer Interaktion
- Die Brückenfunktion zwischen der fiktiven Buchwelt und der kindlichen Realität
Auszug aus dem Buch
4.2 Analyse der Funktionen der Klappen und Bedeutung für die Leseerfahrung
Im Folgenden werden die interaktiven Klappen des Spielbilderbuchs Nick braucht keinen Schnuller mehr von Ilona Einwohlt und Antje Flad genau auf deren Funktionen hin untersucht.
Bei dem Versuch, für die Klappen verschiedene Kategorien zu finden, fällt schnell auf, dass diese auf den einzelnen Seiten auf ähnliche Art und Weise dargestellt sind und ein ähnliches Verhältnis zum Text zeigen. Dennoch lassen sich feine Unterschiede feststellen:
1. Direkter Impuls zwischen den Textblöcken: Für die erste und die dritte Klappe steht jeweils auf der linken Seite als letzter Satz im Text eine Frage an eine oder mehrere Personen im Buch. Diese Fragen erzeugen eine Art Impuls, vor dem Lesen des Textes auf der rechten Seite die Klappe zu öffnen. Das Lesegespräch zwischen erwachsener Person und Kind könnte somit den Fokus weg vom Text und zunächst auf die Klappe richten. So wird beispielsweise auf der ersten Seite die Frage gestellt, ob der Hauptcharakter Nick in seiner Kiste nach dem Schnuller geschaut habe, den er nicht finden kann. Die Klappe auf dieser Doppelseite zeigt diese Kiste. Durch das Öffnen dieser greift der Rezipient in die fiktive Welt der Geschichte mit der realen Handlung des Öffnens der Klappe ein, und übernimmt im Grunde die Suche nach dem Schnuller in der Kiste für den Hauptcharakter Nick.
2. Indirekter Impuls am Ende des Textes: Die zweite Klappe des Buchs ist auf eine etwas andere Art in die Narration eingebunden, beziehungsweise führt diese fort. Hier gibt es nur einen sehr versteckten Impuls dafür sie zu öffnen. Dieser ist, anders als bei der ersten und dritten Klappe nicht zwischen den beiden Textblöcken, sondern am Ende des gesamten Textes der Doppelseite positioniert. Es wird gefragt, weshalb Tom, ein zuvor nicht eingeführter Charakter, weinen würde. Hier scheint der Grund zu sein, dass er seinen Schnuller, der hinter der Klappe zu sehen ist, nicht finden kann. Der genaue Grund lässt sich also in diesem Fall nur mit dem Öffnen der Klappe und dem dazugehörenden Lesegespräch zwischen erwachsener Person und Kind ermitteln. Er ist nicht durch Weiterlesen des Textes beziehungsweise ohne Öffnen der Klappe erfahrbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und führt in die Fragestellung ein, welche Bedeutung interaktive Elemente wie Klappen für die Geschichte des untersuchten Spielbilderbuchs haben.
2 Buchförmigkeit in der Kinderliteratur: Dieses Kapitel liefert theoretische Grundlagen zur Klassifizierung von Kinderbüchern, speziell im Bereich der Spielbilderbücher, und diskutiert analytische Zugänge.
3 Kurze Vorstellung des ausgewählten Spielbilderbuchs: Hier wird das Werk „Nick braucht keinen Schnuller mehr“ hinsichtlich seiner physischen Beschaffenheit und narrativen Struktur kurz porträtiert.
4 Funktionen der interaktiven Klappen: Das Hauptkapitel beschreibt detailliert die mechanischen Klappen im Buch und analysiert deren funktionale Rolle für den Leseprozess und die Narration.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und reflektiert über das Potenzial von Spielbilderbüchern sowie Möglichkeiten für weiterführende Forschung.
Schlüsselwörter
Spielbilderbuch, Kinderliteratur, interaktive Klappen, Buchförmigkeit, Narration, Nick braucht keinen Schnuller mehr, Leseerfahrung, shared book reading, Medienanalyse, Materialität, Bilderbuchanalyse, Lesegespräch, Rezeption, Dreidimensionalität, Frustrationstoleranz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Funktionen interaktive Klappen in einem Spielbilderbuch für Kleinkinder übernehmen und welchen Beitrag sie zur erzählten Geschichte leisten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der "Buchförmigkeit" in der Kinderliteratur, der Kategorisierung von Spielbilderbüchern und der narratologischen Funktion spielerischer Elemente.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob die interaktiven Klappen in dem Buch bloße Zusatzelemente ("Add-ons") sind oder ob der Inhalt ohne diese bei der Lektüre unvollständig wäre.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine qualitative Untersuchung und Analyse basierend auf fachwissenschaftlicher Literatur zur Bilderbuchanalyse, kombiniert mit einer strukturierten Beschreibung des ausgewählten literarischen Werks.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die im Buch enthaltenen Klappen genau beschrieben und anschließend in Kategorien eingeteilt (direkte vs. indirekte Impulse), um deren Wirkung im Lesegespräch zu deuten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?
Zentrale Begriffe sind Spielbilderbuch, Interaktivität, Narration, Bilderbuchanalyse sowie Konzepte wie das "shared book reading" und die Materialität des Mediums.
Wie unterscheidet sich das Spielbilderbuch von herkömmlichen Bilderbüchern?
Das Spielbilderbuch bietet neben Bild und Text eine dritte Dimension der Erfahrung durch haptische Elemente, die den Leser aktiv in die fiktive Geschichte eingreifen lassen.
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Klappe und Text im untersuchten Buch?
Die Klappen dienen oft als Antwortgeber auf im Text formulierte Fragen oder als direkte Impulse für Interaktion, die ohne das Öffnen der Klappe inhaltlich leer blieben.
Warum ist das "shared book reading" für diese Analyse relevant?
Da das Buch explizit für Kleinkinder konzipiert ist, findet die Interaktion mit den Klappen in der Regel im Austausch mit einer erwachsenen Person statt, die den Prozess moderiert.
Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich der Klappen?
Die Klappen sind integraler Bestandteil der Narration; ohne sie geht ein wesentlicher Teil des inhaltlichen Verständnisses und der ästhetischen Erfahrung verloren.
- Citar trabajo
- Saskia Wagenfeld (Autor), 2024, Funktionen der interaktiven Klappen im Spielbilderbuch "Nick braucht keinen Schnuller mehr" von Ilona Einwohlt und Antje Flad, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471248