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Der Trickster - Kulturwissenschaftliche Analyse einer Mythengestalt im Hinblick auf ihre Praktiken des Sekundären

Title: Der Trickster - Kulturwissenschaftliche Analyse einer Mythengestalt im Hinblick auf ihre Praktiken des Sekundären

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Markus Stegmann (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Befasst man sich mit der Kultur- und Begriffsgeschichte der Nachahmung und der Doppelgänger beziehungsweise der Verdoppelung trifft man zwangsläufig auf Figuren, die
täuschen, lügen und sich merkwürdig verhalten. Ihr zweifelhaftes Gebaren macht einen besonderen Reiz aus, dem sich auch die Wissenschaft nicht verschließen mag. Ein besonderer Typus soll in dieser Arbeit vorgestellt werden: Der Trickster. Der Term
bezeichnet eine meist männliche Mythengestalt, die mit übernatürlichen oder göttlichen Fähigkeiten ausgestattet, den Menschen durch List gleichzeitig Kummer als auch Wohl beschert. Versucht man eine Definition in dieser Kürze, ergeben sich Schwierigkeiten, da sich die Figur nicht in wenigen Sätzen beschreiben lässt. Genauere Erläuterungen und Definitionen folgen daher im Laufe der Arbeit. Bereits am Anfang der Recherche ergibt sich ein erstes grundlegendes Problem. Forscher
wie der Psychologe Carl Gustav Jung sprechen zwar von „dem“ Trickster als universellem Archetyp, der in jedem von uns und in den meisten Glaubenssystemen steckt. Doch demgegenüber sprechen sich einige Anthropologen für die Eliminierung
des Wortes „Trickster“ aus, da es ein globales Auftreten dieser Figur impliziert. Sie sind der Meinung, man könne sich bei der Untersuchung dieser Figur jeweils nur auf die Geschichten
eines Stammes oder einer Gruppe fokussieren, da der Trickster eine zu komplexe und vielschichtige Figur sei. Hynes und Doty stellen sich in ihrem Werk „Mythical Trickster Figures“ zwischen diese beiden Extrempositionen, um zu versuchen „(…) to tack back and forth from the particularities of specific tricksters within their respective belief systems, on the one hand, and the meaningful interconnection between particulars and elucidating generalizations, on the other hand.“ Dieser Position schließe ich mich in meiner Arbeit an, da so ein Verständnis der speziellen und generellen Charakteristiken des Tricksters möglich
wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historie des Terms „Trickster“

3. Beschreibung des Tricksters anhand seiner Eigenschaften und Funktionen

3.1 Versuch einer Charakterisierung

3.2 Die Funktionen der Figur und ihrer Geschichten

4. Die Figur des Tricksters heute

4.1 Vorüberlegungen

4.2 Ein Beispiel aus der Populärkultur: Der Terminator

4.3 Umgang einer Tricksterkultur mit modernen Einflüssen

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die vielschichtige Figur des „Tricksters“ in ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung sowie ihrer Präsenz in der modernen Populärkultur zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, durch welche Eigenschaften sich diese mythologische Figur charakterisiert und welche sozialen Funktionen ihre Geschichten in verschiedenen Gesellschaften erfüllen.

  • Etymologische und historische Herleitung des Begriffs Trickster.
  • Analyse der zentralen Charakteristika und der psychologischen Dimension der Figur.
  • Untersuchung der sozialen und lehrenden Funktionen von Trickster-Erzählungen.
  • Übertragung der Trickster-Figur auf zeitgenössische Beispiele wie den Terminator.
  • Reflektion über die Relevanz der Trickster-Figur in der heutigen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Versuch einer Charakterisierung

Aufgrund der zahlreichen Eigenschaften, die dem Forscher begegnen, wenn er sich mit diesem Wesen auseinandersetzt, haben die Autoren Hynes und Doty auf die Häufigsten konzentriert und daraus eine Art heuristischen Leitfaden erarbeitet. Die Schwierigkeit der Definition ergibt sich bereits aus dem Wort selbst. „Definieren“ stammt vom lateinischen „de-finis“. Die Silbe „de“ bedeutet „weg“ und „finis“ Grenze. Daraus ergibt sich „Definitio“, die „Abgrenzung“. Es wird sozusagen eine Grenze um ein Phänomen gezogen. Der Trickster erscheint jedoch resistent gegen solche Versuche zu sein, denn er überschreitet ständig Grenzen. Daher ist es wichtig, sich nicht nur auf einen Trickster in einem Kulturkreis zu konzentrieren, da man sonst die Vielschichtigkeit dieser Figur beziehungsweise des Terms „Trickster“ nicht umfassend begreifen kann.

Im Folgenden soll nun ein Mittelweg gegangen werden, um oft auftauchende Charakteristiken in einer Gruppe zusammen zu fassen, die eine Typologie der Trickster-Figur ermöglichen. Dabei muss gesagt werden, dass nicht jeder Trickster alle diese Charakteristiken in sich vereint. Man kann daran jedoch seinen „Grad von Tricksterness“ ableiten. Die sechs Punkte lauten: 1) Es handelt sich um eine grundlegend zwiespältige und abnorme Persönlichkeit. 2) Er ist Betrüger und Trickspieler. 3) Er ist ein Formwandler. 4) Er hat die Fähigkeit des Situationswechsels. 5) Er ist Nachrichtenübermittler und Imitator von Göttern. 6) Er ist ein heiliger und gleichzeitig lüsterner Bastler. Diese Schlagwörter sollen nun auch anhand von Beispielen näher erläutert werden. Claude Lévi-Strauss sieht den Trickster als Inbegriff von binären Oppositionen, er ist eine notwendige Anomalie, die alle Extreme in sich vereint. Doch selbst wenn man unzählige Oppositionen aufmachen würde, könnten diese den Trickster nie komplett umfassen oder beschreiben. Dies liegt daran, dass er nicht in Gänze von einer Seite der Opposition begrenzt wird, auch nicht von beiden Seiten gleichzeitig und ebenso wenig von einer Serie von Oppositionen. Er ist „anormal“, vom griechischen „a-nomos“, also „ohne Norm“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Trickster-Figur ein und stellt die forschungsleitenden Fragen nach ihrer Definition und globalen Relevanz.

2. Historie des Terms „Trickster“: Dieses Kapitel widmet sich der etymologischen Herleitung des Begriffs und beleuchtet die wissenschaftliche Entdeckung der Figur durch Ethnologen und Anthropologen.

3. Beschreibung des Tricksters anhand seiner Eigenschaften und Funktionen: Hier werden die zentralen Charakteristika der Figur identifiziert und der soziale Nutzen ihrer Geschichten analysiert.

3.1 Versuch einer Charakterisierung: Dieser Abschnitt erarbeitet einen heuristischen Leitfaden, um die vielschichtige und grenzüberschreitende Persönlichkeit des Tricksters greifbar zu machen.

3.2 Die Funktionen der Figur und ihrer Geschichten: Es wird untersucht, welche lehrenden und gemeinschaftsbildenden Zwecke die oftmals humorvollen oder skatologischen Erzählungen erfüllen.

4. Die Figur des Tricksters heute: In diesem Kapitel wird die Frage erörtert, ob die Trickster-Figur auch in modernen, nicht-mythologischen Kontexten noch existiert.

4.1 Vorüberlegungen: Dieser Teil reflektiert die notwendigen Bedingungen, damit eine Trickster-Figur in einer Kultur fortbestehen oder neu entstehen kann.

4.2 Ein Beispiel aus der Populärkultur: Der Terminator: Anhand des bekannten Filmes wird analysiert, inwieweit eine technologische Figur moderne Trickster-Eigenschaften verkörpern kann.

4.3 Umgang einer Tricksterkultur mit modernen Einflüssen: Hier wird am Beispiel der Marshallinseln aufgezeigt, wie traditionelle Trickster-Zyklen auf historische Veränderungen und neue Einflüsse reagieren.

5. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die Trickster-Figur aufgrund ihrer Mimikry menschlicher Eigenschaften bis heute eine relevante und wandelbare Figur bleibt.

Schlüsselwörter

Trickster, Mythologie, Ethnologie, Archetyp, Formwandler, Kulturgeschichte, Populärkultur, Terminator, Mythos, soziale Funktion, Grenzüberschreitung, Charakterisierung, Transformationsprozesse, Identität, Anthropologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der mythologischen Figur des Tricksters, ihrer historischen Einordnung und ihrer Bedeutung als kulturelles Phänomen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die etymologische Herkunft des Begriffs, die Identifizierung spezifischer Charaktereigenschaften sowie die Untersuchung der sozialen Funktionen von Trickster-Geschichten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, die Vielschichtigkeit der Trickster-Figur zu ergründen und aufzuzeigen, wie sie sich durch verschiedene Kulturen zieht und in der heutigen Populärkultur weiterlebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein kulturwissenschaftlicher Ansatz verfolgt, der literaturwissenschaftliche Analysen mit anthropologischen Erkenntnissen und Begriffsgeschichte verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Trickster-Charakteristika und eine praktische Anwendung auf moderne Beispiele, darunter die Filmfigur des Terminators.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Trickster, Mythologie, Archetyp, Formwandler, soziale Funktion und kulturelle Transformation.

Inwiefern unterscheidet sich der Trickster vom Teufel?

Der Text betont, dass der Trickster nicht mit dem Bösen gleichzusetzen ist, da er jenseits der dualen Einteilung von gut und böse agiert und eine „sacred amorality“ verkörpert.

Warum wird die Figur des Terminators als Trickster-Beispiel herangezogen?

Der Terminator wird als Beispiel gewählt, da er durch seine Wandlungsfähigkeit und seine Rolle als Grenzgänger zwischen den Welten wesentliche Eigenschaften eines modernen Tricksters aufweist.

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Details

Title
Der Trickster - Kulturwissenschaftliche Analyse einer Mythengestalt im Hinblick auf ihre Praktiken des Sekundären
College
University of Weimar
Course
Mimesis und Doppelgänger
Grade
1,0
Author
Markus Stegmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V147144
ISBN (eBook)
9783640571543
ISBN (Book)
9783640571673
Language
German
Tags
trickster praktiken des sekundären doppelgänger mimesis kulturwissenschaft mythen mythos sagen kultur terminator Anthropologie psychologie Carl Gustav Jung Mythical Trickster Figures hynes doty trick trique figur Trick-or-treat Radin grenze finis tricksen täuschen lügen trickspieler formwandler betrüger schalk bastler Out-Person gestaltwandler Coyote Onkel Tompa indianer Metamorphose situationswandel Marshallinseln atoll etao Lévi-Strauss Normabweichler geschichten Multipersonalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Stegmann (Author), 2008, Der Trickster - Kulturwissenschaftliche Analyse einer Mythengestalt im Hinblick auf ihre Praktiken des Sekundären, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147144
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