Diese Arbeit befasst sich mit der Ironie als sprachliches Phänomen in der deutschen Kommunikation. Dabei soll erläutert werden was Ironie genau ist und wie diese erfolgreich angewendet werden kann. Dafür wird sich in der Arbeit damit beschäftigt, dass es in der Kommunikation häufig Unterschiede zwischen dem Gesagten und dem tatsächlich Gemeinten gibt. Um dies anhand von Ironie näher zu erläutern wird die konversationelle Implikaturtheorie von Paul Grice aufgegriffen und anhand von der Relevanztheorie von Deirdre Wilson und Dan Sperber tiefgründiger beleuchtet. Empirische Belege sollen diese Theorien unterstreichen und die Anwendung von Ironie aufzeigen. Dadurch kann am Ende ein genauerer Einblick in die menschliche Kommunikation mit Blick auf ironische Äußerungen gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Inkongruenz zwischen Gesagtem und Gemeintem: Möglichkeiten der Linguistik in ironischen Sprachhandlungen
3. Linguistisch-pragmatische Analyse (Implikaturtheorien)
3.1 Die Konversationelle Implikaturtheorie nach Herbert Paul Grice
3.2 Die Relevanztheorie nach Dan Sperber und Deirdre Wilson
4. Kommunikationstheoretische/sozial-psychologische Ansätze (empirische Belege)
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Komplexität und Flexibilität des Sprachgebrauchs von Ironie innerhalb der linguistischen Pragmatik mit dem Ziel zu klären, wie diese erfolgreich definiert und in Kommunikationsprozessen angewendet werden kann, um eine beabsichtigte Wirkung zu erzielen.
- Linguistische Einordnung der Ironie als indirekter Sprechakt
- Analyse der Inkongruenz zwischen Gesagtem und Gemeintem
- Untersuchung der pragmatischen Grundlagen anhand von Implikaturtheorien (Grice)
- Vertiefung durch die Relevanztheorie (Sperber und Wilson)
- Betrachtung psycholinguistischer Aspekte und empirischer Ursachen von Ironie
Auszug aus dem Buch
Die Inkongruenz zwischen Gesagtem und Gemeintem: Möglichkeiten der Linguistik in ironischen Sprachhandlungen
Eine ironische Sprachhandlung ist aufgrund ihrer Kontextabhänigigkeit in der linguistischen Pragmatik, genauer gesagt in der „inferentiellen Pragmatik“ (Rolf 2013: 60), zu verorten. Allgemein gilt für jede Art von Sprachhandlungen, dass durch diese eine Äußerung getätigt wird, mit der sich eine Person ausdrücken und die eigenen Gefühle oder Meinungen mitteilen kann. Eine ironische Sprachhandlung beschreibt die linguistische Wissenschaft des Ungesagten aber Gemeinten und fokussiert sich auf die Absichten der Sprecher:innen (Calpestrati: 49). Ironische Äußerungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht wörtlich gemeint sind, sondern immer noch einen höheren Sinn des Sprechers oder der Sprecherin besitzen. Sie gehören aufgrund dessen zu den indirekten Sprechakten.
Die Intention der Sprecher:innen, die von der wörtlichen Äußerung abweicht, ist der ausschlaggebende Unterschied zwischen den indirekten und den direkten Sprechakten (Searle 2012).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Ironie als sprachliches Phänomen und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich ihrer erfolgreichen Anwendung.
2. Die Inkongruenz zwischen Gesagtem und Gemeintem: Möglichkeiten der Linguistik in ironischen Sprachhandlungen: Erläuterung der Ironie als indirekten Sprechakt und Untersuchung der linguistischen Rahmenbedingungen für das Verständnis des Ungesagten.
3. Linguistisch-pragmatische Analyse (Implikaturtheorien): Untersuchung theoretischer Ansätze zur Erklärung von Ironie durch das Kooperationsprinzip von H. P. Grice.
3.1 Die Konversationelle Implikaturtheorie nach Herbert Paul Grice: Detaillierte Betrachtung der Konversationsmaximen und deren Relevanz für die Entschlüsselung ironischer Äußerungen.
3.2 Die Relevanztheorie nach Dan Sperber und Deirdre Wilson: Erweiterung der Analyse um die Perspektive der Äußerungs-Interpretation und kognitiver Effekte bei der Rezeption.
4. Kommunikationstheoretische/sozial-psychologische Ansätze (empirische Belege): Einbezug empirischer Erkenntnisse von Norbert Groeben über die Funktionen und Ursachen von Ironie in Konfliktsituationen.
5. Zusammenfassung: Synthese der theoretischen Erkenntnisse und Schlussfolgerung zur Flexibilität und den Gelingensbedingungen ironischer Kommunikation.
Schlüsselwörter
Ironie, Linguistische Pragmatik, Indirekte Sprechakte, Kooperationsprinzip, H. P. Grice, Relevanztheorie, Sprecherintention, Ironiemarker, Inferentielle Pragmatik, Psycholinguistik, Kontextualisierung, Kommunikationsprozess, Implikatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ironie als linguistisches Phänomen und analysiert, unter welchen Bedingungen sie in der zwischenmenschlichen Kommunikation erfolgreich verstanden und angewendet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Sprechakttheorie, das Konzept der Implikaturen nach H. P. Grice, die Relevanztheorie von Sperber und Wilson sowie sozial-psychologische Aspekte der Ironie nach Norbert Groeben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel besteht darin, die Komplexität und Flexibilität des ironischen Sprachgebrauchs zu definieren und zu erklären, wie die beabsichtigte Wirkung in einem Kommunikationsprozess erzielt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-linguistische Analyse, die verschiedene pragmatische Theorien heranzieht und durch empirische Belege aus psycholinguistischen Untersuchungen ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die linguistischen Grundlagen des indirekten Sprechakts erläutert, gefolgt von einer Analyse durch Implikatur- und Relevanztheorien, sowie der Betrachtung empirischer Belege für ironisches Handeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ironie, Pragmatik, Sprechakte, Kooperationsprinzip, Kontext und Kommunikation.
Was unterscheidet eine Lüge von einer ironischen Äußerung laut der Arbeit?
Bei einer Lüge möchte der Sprecher, dass seine unwahre Aussage wörtlich geglaubt wird, während Ironie darauf abzielt, dass der Hörer das eigentlich Gemeinte durch die offensichtliche Inkongruenz des Gesagten erkennt.
Welche Rolle spielen „Ironiemarker“ in der Kommunikation?
Ironiemarker, wie z.B. Mimik, Gestik oder Betonung, unterstützen den Hörer dabei, den Kontext korrekt zu erfassen und die Äußerung als ironisch zu identifizieren, was ironische Kommunikation abgrenzt.
Warum wird im Fazit von der Nutzung von Ironie in bedeutsamen Inhalten abgeraten?
Der Autor empfiehlt bei wichtigen Gesprächsthemen den Verzicht auf Ironie, um Missverständnisse zu vermeiden, da Ironie ein ungleich verteiltes Machtverhältnis innerhalb der Kommunikation voraussetzt.
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- Anonym (Autor), 2023, Ironie als Sprachphänomen der linguistischen Pragmatik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471468