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Faschismus und Antisemitismus im Partito Nazionale Fascista. Diskriminierung und Ausgrenzung 1919-1938

Titel: Faschismus und Antisemitismus im Partito Nazionale Fascista. Diskriminierung und Ausgrenzung 1919-1938

Hausarbeit , 2014 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Denis Gusakov (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, zunächst die faschistischen Juden im PNF näher zu beleuchten. Darüber hinaus wird kurz auf die Beitrittszahlen eingegangen und die Frage geklärt, was die italienischen Juden bewogen hatte, dem PNF beizutreten. Anschließend werden einige herausragende faschistische Juden präsentiert. Diesen Juden werden einige wichtige Antisemiten des PNF gegenübergestellt; es wird dabei untersucht, wer sie waren und welche Rolle sie im italienischen Faschismus gespielt hatten. Abschließend erfolgt eine chronologische Darstellung der Ereignisse in Italien, die unmittelbare Auswirkungen auf die faschistischen Juden und die italienischen Juden im Allgemeinen hatten. Hierbei wird der Schwerpunkt auf die faschistische Presse und den PNF gelegt, da diese den Antisemitismus in Italien erheblich forcierten. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf den Zeitraum von 1919, dem Beginn der faschistischen Bewegung, bis zum Jahr 1938, dem Jahr der Verabschiedung der italienischen Rassengesetze.

Noch im Jahre 1987 erklärte der renommierte italienische Faschismusforscher Renzo de Felice, dass der Faschismus in Italien weder rassistisch noch antisemitisch gewesen sei. Diese Aussage steht exemplarisch für die revisionistische Auslegung des Faschismus, die auf der antifaschistischen Geschichtsforschung des Nachkriegsitaliens fußte und bis in die 1980er die herrschende Meinung war.
In den 1980er Jahren änderte sich die Haltung der italienischen Geschichtsforscher. Hatte man vorher die Frage nach dem italienischen Faschismus und Rassismus verdrängt, so trugen Publikationen, Kongresse und diverse Veranstaltungen dazu bei (vor allem 1988 anlässlich des 50. Jahrestages der Verabschiedung der Rassengesetze), dass diese Thematik eingehender erforscht wurde. Man stellte dabei fest, dass die italienische Geschichtswissenschaft bisher falsch gelegen hatte mit der Annahme, dass der italienische Rassismus auf den deutschen Einfluss zurückzuführen, bzw. nur Mittel zum Zweck war und keinen eigenständigen Bestandteil des Faschismus darstellte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Juden im PNF

1.1 Entwicklung der Mitgliederzahlen

1.2 Gründe für den Beitritt zum PNF

1.3 Prominente faschistische Juden im PNF

2 Entwicklung des Antisemitismus im PNF

2.1 Prominente Antisemiten im PNF

2.2 Entwicklungen in Partei und Presse

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der jüdischen Mitglieder in der faschistischen Partei Italiens (PNF) sowie die zeitgleiche Entwicklung und Radikalisierung des Antisemitismus innerhalb der Partei im Zeitraum von 1919 bis 1938. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren die Beitrittsentscheidung jüdischer Bürger motivierten und wie das faschistische Regime zwischen Assimilationsforderungen und rassistischer Ausgrenzung manövrierte.

  • Die Rolle und Beweggründe jüdischer Mitglieder im PNF
  • Die Entwicklung von Beitrittszahlen bis zur gesetzlichen Ausgrenzung
  • Einfluss der faschistischen Presse auf die Radikalisierung des Antisemitismus
  • Biografien und Rollenbilder prominenter faschistischer Juden und Antisemiten
  • Der Übergang von der Diskriminierung hin zur staatlich gelenkten Verfolgungspolitik

Auszug aus dem Buch

1 Juden im PNF

Faschistische Juden waren von Anfang an in der faschistischen Bewegung vertreten und aktiv. 5 der ca. 120 Gründungsmitglieder der Fasci di combattimento, die sich am 23.03.1919 in Mailand verbündeten, waren Juden. Die Fasci di combattimento waren ein Zusammenschluss von Kampfverbänden, aus denen 1921 der PNF hervorging. Einige reiche Juden, z.B. Ettore Ovazza, leisteten dem PNF in den Anfangsjahren finanzielle Unterstützung. Mehrere Juden starben in den Jahren 1919 bis 1922 in Kämpfen gegen Sozialisten und gingen als sogenannte „Faschistische Märtyrer“ in die Geschichte ein.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand und diskutiert die revisionistische Sichtweise auf das Verhältnis von italienischem Faschismus und Antisemitismus.

1 Juden im PNF: Hier werden die Gründe für das Engagement italienischer Juden in der faschistischen Bewegung analysiert und prominente jüdische Parteimitglieder vorgestellt.

2 Entwicklung des Antisemitismus im PNF: Dieses Kapitel detailliert die Radikalisierung der antisemitischen Strömungen innerhalb der Partei und den wachsenden Einfluss der faschistischen Presse auf die Ausgrenzungspolitik.

3 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ambivalenz der Situation jüdischer Faschisten zusammen und reflektiert den Prozess, der schließlich zur Einführung der italienischen Rassengesetze führte.

Schlüsselwörter

Italien, Faschismus, PNF, Antisemitismus, Juden, Assimilation, Rassengesetze, Mussolini, Propaganda, Zionismus, Nationalismus, Verfolgung, Geschichte, Italianità, Politik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die paradoxe Situation von Juden, die Mitglieder der italienischen faschistischen Partei wurden, und untersucht deren ideologische Einbindung sowie die darauffolgende Radikalisierung des Antisemitismus durch das Regime.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Motiven für den jüdischen Beitritt zum PNF, dem Einfluss radikaler Antisemiten in der Parteiführung und den Auswirkungen der faschistischen Medien auf die gesellschaftliche Stimmung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum Juden trotz zunehmender antisemitischer Vorfälle der Partei verbunden blieben und welche Dynamiken zur schrittweisen Entrechtung bis 1938 führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf der Auswertung von zeitgenössischer Literatur, Publizistik, Parteiprogrammen sowie der neueren wissenschaftlichen Forschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der jüdischen Mitgliederschaft, die Rolle wichtiger jüdischer Faschisten (wie Finzi und Ovazza) und die chronologische Entwicklung der antijüdischen Agitation in der faschistischen Presse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Partito Nazionale Fascista (PNF), Assimilation, "jüdische Frage", Rassengesetze, Antisemitismus und die Rolle Mussolinis.

Welche Rolle spielte die Zeitung "Il Tevere" bei der Radikalisierung?

Die Zeitung fungierte als inoffizielles Sprachrohr des Duce und trieb die antisemitische Pressekampagne durch gezielte antijüdische Berichterstattung maßgeblich voran.

Wie reagierten jüdische Mitglieder auf die wachsende Verfolgung?

Oft durch erweiterte Loyalitätsbekundungen zum italienischen Staat, das Schreiben von Leserbriefen und die Gründung eigener Zeitungen (wie "La nostra bandiera"), um ihre Assimilation und ihre Ablehnung des Zionismus zu unterstreichen.

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Details

Titel
Faschismus und Antisemitismus im Partito Nazionale Fascista. Diskriminierung und Ausgrenzung 1919-1938
Hochschule
Universität Trier  (FB III / Neuere und neueste Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar Judenverfolgung im faschistischen Italien
Note
2,3
Autor
Denis Gusakov (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V1471489
ISBN (PDF)
9783389018859
ISBN (Buch)
9783389018866
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faschismus Italien PNF Mussolini Juden Partito Nazionale Fascista Rassismus Antisemitismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Denis Gusakov (Autor:in), 2014, Faschismus und Antisemitismus im Partito Nazionale Fascista. Diskriminierung und Ausgrenzung 1919-1938, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471489
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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