In der folgenden Arbeit soll die Veränderung des Schulsystems in einer Zeitspanne von circa 1886 bis 1908 betrachtet werden. Hierzu wird zuerst der Begriff der Kolonialisierung definiert. Es wird die Art der Herrschaft in Togo aufgezeigt und ihr Entstehungshintergrund wird genauer betrachtet. Als Vorläufer des Expansionsvorhabens wird daraufhin die Mission erläutert und es wird herausgearbeitet, inwiefern sich der Bildungsauftrag der Mission vom Vorhaben der Kolonialadministration unterscheidet.
Im nächsten Schritt, um den Prozess der Veränderung besser hervorzuheben, wird das Schulwesen Togos zuerst vor der Fremdherrschaft betrachtet. Die Arbeit der Mission wird genauer betrachtet. Danach wird detaillierter auf das Schulsystem während der Kolonialisierung eingegangen. Betrachtet werden hier die Schulformen der Regierungs- und Missionsschule. Während es den Missionaren um die Weitergabe ihres Wissens und ihres Glaubens ging, waren die Motive der Führungspersonen hinter den Regierungsschulen andere. Die Kinder sollten zum Zwecke der Arbeit gebildet werden und sollten dem deutschen Kaiserreich ergeben sein.
Die erste Quelle ist die Schulordnung der Missionsschulen. Diese wird zum Vergleich herangezogen und anhand einzelner Ausschnitte, mit der Eingrenzung auf den Aspekt der Unterrichtssprache, analysiert.
Als Nächstes wird die Schulordnung der Regierungsschulen in Togo als Quelle herangezogen. Die dritte Quelle ist ein Schreiben des Gouverneurs Graf Zech, welches die Unterrichtssprache offiziell vorschreibt. Das Schreiben steht in Zusammenhang mit der Schulordnung der Regierungsschulen.
Ziel der Untersuchung der drei Quellen soll sein, die Unterschiede zwischen den Schulen, in Bezug auf die Sprachnutzung, herauszustellen und die Veränderung, die dadurch auftrat, aufzuzeigen. Hierbei soll besonders Wert auf die Bedeutung der Unterrichtssprache gelegt werden, da diese zum Streitpunkt der Kolonialherren und Missionare wurde und somit die Handhabe des Schulsystems während der Fremdherrschaft veränderte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Kolonialismus
2.1. Kolonialismus in Togo
2.2. Mission
3. Schulwesen in Togo
3.1. Schulbildung vor der Kolonialisierung
3.2. Schulwesen während der Kolonialisierung
3.2.1. Missionsschulen
3.2.2. Regierungsschulen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Veränderungen im Schulsystem von Togo während der deutschen Kolonialherrschaft zwischen 1886 und 1908. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Frage, welche Motive die Kolonialführung und die beteiligten Missionen bei der Gestaltung der Bildungsinhalte verfolgten und wie sich die Rolle der Unterrichtssprache wandelte.
- Strukturanalyse des Schulwesens in Togo vor und während der Kolonialisierung
- Unterschiedliche Bildungsziele von Missions- und Regierungsschulen
- Die Rolle der Kolonialverwaltung bei der Durchsetzung des Deutschen als Unterrichtssprache
- Auswirkungen der Kolonialpolitik auf die einheimische Bevölkerung
- Interessenkonflikte zwischen Missionären und Kolonialherren
Auszug aus dem Buch
3. Schulwesen in Togo
Die Schulbildung in Togo gestaltete sich vor der Kolonialisierung mithilfe von familiären Strukturen. Ein, ähnlich dem europäischen Vorbild gestaltetes Schulwesen existierte nicht. Bildung bekamen die Kinder durch ihre älteren Stammesmitglieder vermittelt, mithilfe der mündlichen Überlieferung. Ihr Alltag bestand Arbeit. Die mündliche Weitergabe von Wissen war die einzige Möglichkeit der Bildung neben der physischen Arbeit. Vor der Etablierung der europäischen Struktur war das Leben der Bevölkerung durch die Stammesstruktur organisiert.
Das Auftreten der Mission Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte die Bildung der indigenen Bevölkerung. Während zuvor kein geregelter Ablauf das Leben der Kinder bestimmte, erwartete nun Pünktlichkeit und Disziplin. Aus der Sicht der Missionare war das bisherige Leben der Kinder heidnisch und sittenlos. Um sie für den christlichen Glauben vorzubereiten, erbauten die Missionare Schulen nach europäischem Vorbild. Diese Schulen sollten eine Abgrenzung zu den traditionellen Werten der Familien der Kinder sein. In Internaten sammelten sich die Schüler, um sie einem geregelten Alltag auszusetzen. Der Unterricht war wenig beschrieben, aufgeteilt wurden die Schüler nach Geschlecht. Während die Jungen Schmieden und Schreinern erlernten, wurden die Mädchen „in die Pflichten einer christlichen Hausfrau eingeführt.“ Teile des Unterrichts passten sich den bekannten Bildungsstrukturen an und nutzen Landschaftsarbeit und Gesang als Lehrmethoden. Politische Motive wurden mit der Unterrichtung der Bevölkerung nicht verfolgt. Es ging den Missionaren um die „Bekehrung und Taufe.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der kolonialen Bildungspolitik in Togo ein und legt die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen fest.
2. Definition Kolonialismus: Hier wird der theoretische Begriff des Kolonialismus erörtert sowie die spezifischen Bedingungen und Machtverhältnisse in der Kolonie Togo dargelegt.
2.1. Kolonialismus in Togo: Dieses Unterkapitel beleuchtet die historischen Hintergründe und politischen Ambitionen des deutschen Kaiserreichs in Bezug auf die „Musterkolonie“ Togo.
2.2. Mission: Es wird die Rolle der christlichen Missionen und deren spezifische Zielsetzung bei der Verbreitung von Glauben und Bildung analysiert.
3. Schulwesen in Togo: Dieser Abschnitt beschreibt allgemein, wie das Bildungswesen durch koloniale Eingriffe einer Transformation unterzogen wurde.
3.1. Schulbildung vor der Kolonialisierung: Dieses Kapitel stellt die traditionelle, mündlich geprägte Bildungsform der indigenen Bevölkerung vor der Ankunft europäischer Mächte dar.
3.2. Schulwesen während der Kolonialisierung: Hier wird die Etablierung staatlicher und missionarischer Schulen unter dem Einfluss der Kolonialherrschaft detailliert betrachtet.
3.2.1. Missionsschulen: Dieser Teil untersucht die Struktur, Organisation und Lerninhalte der Missionsschulen und deren Fokus auf christliche Bildung.
3.2.2. Regierungsschulen: Die Analyse konzentriert sich auf die spezifischen Vorgaben der deutschen Kolonialverwaltung zur Ausbildung der Schüler für Verwaltungsaufgaben.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die langfristigen Folgen der kolonialen Bildungspolitik für die togoische Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Kolonialismus, Togo, Mission, Schulwesen, Bildungspolitik, deutsches Kaiserreich, Unterrichtssprache, Missionsschulen, Regierungsschulen, indigen, Machtpolitik, Kulturwandel, Arbeitsdisziplin, Religion, Kolonialverwaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Transformation des Bildungssystems in Togo unter der deutschen Kolonialherrschaft und die damit einhergehenden Veränderungsprozesse im Sozialgefüge.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die Definition des Kolonialismus, die Bedeutung christlicher Missionierung sowie die Ausgestaltung und unterschiedlichen Ziele von Missions- und Regierungsschulen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Motive der Kolonialführung und der Missionen bezüglich der Bildung der indigenen Bevölkerung zu identifizieren und die Auswirkungen auf die Sprachpraxis und Lebensweise der Menschen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung historischer Quellen, wie Schulordnungen der Missionen und behördlicher Schreiben, um Unterschiede in der Bildungspolitik herauszuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den Wandel der Bildung vor und während der Kolonialisierung, insbesondere mit Blick auf die Verschiebung von traditionellen Erziehungsformen hin zum deutschen System.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert auf Schlagworte wie Schulwesen, Kolonialverwaltung, Mission, Sprachpolitik und Machtlegitimation im Kontext der deutschen Kolonie Togo.
Warum war die Unterrichtssprache ein derart bedeutender Streitpunkt?
Weil die Unterrichtssprache direkten Einfluss auf die Loyalität der Bevölkerung und die Effizienz der kolonialen Verwaltung hatte; die Durchsetzung des Deutschen sollte den kolonialen Herrschaftsanspruch manifestieren.
Wie unterschieden sich die Ziele der Missionsschulen von denen der Regierungsschulen?
Während die Missionen vornehmlich die religiöse Bekehrung anstrebten, lag der Fokus der Regierungsschulen auf der disziplinierten Ausbildung von Arbeitskräften und Verwaltungsgehilfen, die dem Kaiserreich ergeben waren.
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- Anonym (Author), 2022, Die Veränderungen des Schulsystems in Togo durch die Kolonialisierung. Welche Motive wurden von der Führung damit verfolgt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471603