Diese Arbeit möchte den Dom von Fidenza als Beispiel mittelalterlicher Sakralarchitektur Oberitaliens vorstellen und geht in diesem Zusammenhang auf bisherige wissenschaftliche Forschungsergebnisse bezüglich der Baugeschichte des Doms, insbesondere der Fassade und ihrer Skulpturen ein.
Fidenza, an der alten Handelsstraβe der Römer, der Via Emilia, und an der Via Francigena, dem historischen Pilgerweg von Canterbury nach Rom, gelegen, beherbergt mit dem Dom San Donnino ein bedeutendes mittelalterliches Kunstdenkmal. Dieses Bauwerk ordnet sich stilistisch einerseits ein in die zeitgenössische mittelalterliche Sakralarchitektur Oberitaliens des 12./13. Jh., zeigt aber andererseits auch Besonderheiten in der Ausprägung von Stilmerkmalen und in der Qualität der Bauplastik. Die Entstehungsgeschichte des Doms, insbesondere seine Fassade mit ihren Skulpturen, mündet in eine Reihe von Fragen, die in der Forschung teils kontrovers diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
2.1.1 Aufbau der Arbeit
2.1.2 Forschungsstand
2. Oberitalien im 11. bis 13. Jh.
2.1 Allgemeine historische Bedingungen
2.2 Politische Situation Fidenzas von der Mitte des 12. Jh. bis in die 2. Hälfte des 13. Jh.
2.3 Kunsthistorische Situation Italiens in der Zeit der Romanik und beginnenden Gotik unter besonderer Berücksichtigung Oberitaliens
2.3.1. Allgemeiner Überblick
2.3.2. Entwicklung von Architektur und Plastik
3. Der Dom von Fidenza
3.1 Entstehungsgeschichte: Die Legendes des Heiligen San Donnino
3.2 Das Bauwerk: Architektur und Plastik
3.2.1. Entstehungszeitraum
3.2.2. Baubeschreibung: Architektur und Plastik
3.3 Die Fassade
3.3.1 Entstehung der Fassade
3.3.2 Skulpturenprogramm: Propheten
3.3.3. Skulpturenprogramm: Das Hauptportal mit dem Donninusfries
3.3.4. Nebenportale
3.3.4.1. Das nördliche Nebenportal
3.3.4.2. Das südliche Nebenportal
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese architekturhistorische Studie verfolgt das Ziel, den Dom von Fidenza als ein bedeutendes Beispiel mittelalterlicher Sakralarchitektur in Oberitalien vorzustellen, wobei die komplexe Baugeschichte und die besondere Quellenlage kritisch beleuchtet werden. Die Forschungsfrage konzentriert sich auf die stilistische Einordnung der Fassade und ihrer Skulpturen sowie auf die Analyse der vielschichtigen künstlerischen Einflüsse unter Berücksichtigung der politisch wechselvollen Geschichte der Stadt.
- Historischer Kontext von Oberitalien zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert
- Die politische Bedeutung von Fidenza (Borgo San Donnino) im Mittelalter
- Entstehungsgeschichte und Bauphasen des Doms von Fidenza
- Stilkritische Analyse der Fassade und des Skulpturenprogramms
- Einfluss der Antelami-Werkstatt sowie internationale Stilbezüge (Burgund, Südfrankreich)
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehungsgeschichte: Die Legendes des Heiligen San Donnino
Der Name von Borgo San Donnino, wie Fidenza bis 1927 hieß, geht auf den Märtyrer San Donnino zurück, dem das mittelalterliche Bauwerk geweiht ist. Im Mittelalter war Borgo San Donnino wegen der dort begrabenen Gebeine des frühchristlichen Märtyrers eine wichtige Station der Pilgerer auf dem Weg nach Rom. Ende des 3. oder Anfang des 4. Jh. soll San Donnino, über dessen Grabstätte die Kirche stehen soll, sein Martyrium erlitten haben. Porter weist auf das früheste Dokument aus dem Jahre 830 hin, das die Existenz einer Kirche in Borgo San Donnino bezeugt. Die Erweiterung der Kirche datiert Porter auf 1101.
Abgeleitet von der Legende und den Darstellungen der Vita des San Donnino direkt über dem Hauptportal der Kirche handelt es sich hier um einen hochrangigen Beamten des römischen Kaisers Maximilian. San Donnino war ein Kammerdiener, dem Maximilian die Annahme des christlichen Glaubens nicht erlaubte – der Kaiser reagierte darauf sogar mit Androhung der Todesstrafe. Daraufhin floh San Donnino vor dem Kaiser aus Trier nach Italien. Die meisten italienischen Städte versagten ihm jedoch den Einlass, bis auf die heutige Stadt Fidenza. Die Soldaten Maximilians fanden San Donnino allerdings in Fidenza und machten mit ihm regelrecht kurzen Prozess. Das Martyrium ist über dem Hauptportal gut sichtbar: San Donnino wurde geköpft. Engel tragen seine Seele davon. San Donnino nimmt seinen abgeschlagenen Kopf unter dem Arm, geht über den Fluss Stirone und stirbt in einem Wäldchen in der Nähe des Flusses. In der Folge vollbringt San Donnino einige Wunder. Eine dieser Wunderdarstellungen über dem Hauptportal steht im weiteren Sinne in Zusammenhang mit der Thematik der Kirchenvergrößerung: Der ursprüngliche Bau war zu klein für die Mengen an Pilgern und man hatte den Platz, an dem der Heilige begraben worden war, schlichtweg vergessen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Doms von Fidenza ein und formuliert die Fragestellung bezüglich der schwierigen Quellenlage und der stilistischen Einordnung des Bauwerks.
2. Oberitalien im 11. bis 13. Jh.: Kapitel zwei erörtert die allgemeinen historischen Bedingungen sowie die spezifische politische Situation und die kunsthistorische Entwicklung in Oberitalien während der Romanik und Gotik.
3. Der Dom von Fidenza: Das Hauptkapitel widmet sich detailliert der Entstehungsgeschichte, dem Bauwerk selbst sowie einer umfangreichen Analyse des Skulpturenprogramms an der Fassade und den Portalen.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die wichtigsten Forschungsergebnisse, insbesondere zur Zuschreibung der Skulpturen und zur Rolle der Antelami-Werkstatt.
Schlüsselwörter
Dom von Fidenza, Borgo San Donnino, Architekturgeschichte, Romanik, Benedetto Antelami, Skulpturenprogramm, Pilgerkirche, Oberitalien, Fassadengestaltung, 12. Jahrhundert, 13. Jahrhundert, Bauplastik, Mittelalter, Kunstgeschichte, Sakralbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Dom von Fidenza als ein bedeutendes mittelalterliches Kunstdenkmal und stellt ihn in den Kontext der oberitalienischen Sakralarchitektur.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Baugeschichte, der politischen Situation der Stadt Piacenza und Parma im Mittelalter sowie der kunsthistorischen Analyse der Fassade und ihren Skulpturen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Dom von Fidenza angesichts einer schwierigen Quellenlage und widersprüchlicher Forschungsmeinungen als ein Bauwerk mit vielschichtigen stilistischen Bezügen darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kunstgeschichtliche Methodik, bestehend aus der Auswertung von Quellen zum Forschungsstand, der stilistischen Analyse von Bauwerk und Plastik sowie dem Vergleich mit anderen zeitgenössischen Monumenten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Entstehungsgeschichte, dem Bauwerk selbst und analysiert umfassend die Fassade, Prophetenstatuen, das Donninusfries sowie die Nebenportale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Dom von Fidenza, Benedetto Antelami, Romanik, Skulptur des Mittelalters, Pilgerkirche und die Region Oberitalien geprägt.
Welche Rolle spielt die Legende des heiligen San Donnino für den Bau?
Die Vita des Heiligen, insbesondere sein Martyrium und seine Wunder, bildet einen wesentlichen inhaltlichen Kern des Skulpturenprogramms an der Fassade und unterstreicht die Rolle des Doms als Pilgerstätte.
Wie bewertet die Arbeit die Einflüsse auf den Baustil?
Die Arbeit beleuchtet die vielschichtigen Verbindungen der lombardischen Architektur und Skulptur zu französischen (provençalischen/burgundischen) und deutschen Einflüssen sowie das Fortbestehen antiker Traditionen.
- Arbeit zitieren
- Beat Furrer (Autor:in), 2014, Der Dom von Fidenza. Eine architekturhistorische Studie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471764