Analyse traditioneller Anlageklassen und Rohstoffe unter besonderer Berücksichtigung von Rendite- und Risikorelationen im Konjunkturzyklus und daraus resultierende Handlungsalternativen


Seminararbeit, 2009

63 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anhangverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Konjunkturzyklen
2.2. Mathematische Grundlagen

3. Analyse der Assetklassen
3.1. Aktien
3.2. Bonds
3.3. Rohstoffe
3.3.1. Rohöl, CRB Index, GSCI Index
3.3.2. Gold
3.4. Korrelationen der Assetklassen

4. Auswertung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Bruttoinlandsprodukte der betrachteten Länder

Abb. 2: OECD-Leading-Indicator Euroraum und USA

Abb. 3: Performance der Aktienindizes

Abb. 4: Aktienperformance der Länder Großbritannien, Frankreich, Schweiz (Q2 2002 – Q3 2007)

Abb. 5: Performance der Bondindizes

Abb. 6: Vergleich Bond- und Aktienrenditen der Länder Deutschland, Japan und USA

Abb. 7: Renditeentwicklung Rohöl, CRB, GSCI

Abb. 8: Entwicklung des DAX

Abb. 9: Erwartungswerte Gold, Rohöl, CRB, GSCI

Abb.10: Vergleich Risikoentwicklung Gold, Rohöl, CRB, GSCI

Abb.11: Performanceentwicklung der betrachteten Rohstoffe

Abb.12: Anlageempfehlung im Konjunkturzyklus

Tabellenverzeichnis

Tab.1: Quartalsrenditen der Länder Großbritannien, Frankreich, Schweiz (Q2 2002 – Q3 2007)

Tab. 2: Erwartungswerte p.a. der betrachteten Aktienindizes

Tab. 3: Erwartungswerte p.a. der betrachteten Aktienindizes (1997-2000)

Tab. 4: Erwartungswerte p.a. der betrachteten Aktienindizes (2007-2009)

Tab. 5: Standardabweichungen p.a. der Aktienindizes (1995-2009, 1997-2000, 2007-2009)

Tab. 6: Vergleich der Erwartungswerte p.a. Bond-, Aktienindizes

Tab. 7: Vergleich der Erwartungswerte in der Phase der New Economy

Tab. 8: Vergleich der Erwartungswerte in der Phase der Wirtschaftskrise

Tab. 9: Standardabweichung p.a. der Bondindizes

Tab. 10: Standardabweichung p.a. der Bondindizes (1997-20001 2007-2009)

Tab. 11: Erwartungswerte p.a. Rohöl, CRB, GSCI (1995-2009, 1997-2000, 2007-2009)

Tab. 12: Standardabweichung p.a. Rohöl, CRB, GSCI (1995-2009, 1997-2000, 2007-2009)

Tab. 13: Vergleich Renditeentwicklung Gold, Rohöl, CRB

Tab. 14: Standardabweichung Gold

Tab. 15: Gesamtrendite Aktien

Tab. 16: Vergleich der Standardabweichungen p.a. Bonds, Gold, Aktien, Rohöl (2007-2009)

Anhangverzeichnis

Anh. I: Darstellung der New Economy und der Finanzkrise anhand des DAX

Anh. II: Zusammensetzung der Rohstoffe in den Indizes CRB und GSCI

Anh. III: Verwendete Aktien- und Rohstoffindizes

Anh. IV: Verwendete Bondindizes

Anh. V: DAI Euro Return Triangle

Anh. VI: Daten des OECD-Leading-Indicators und des BIPs

Anh. VII: Phasen des Konjunkturzyklus von 1995 – Mitte 2009 auf Datenbasis des OECD-Leading-Indicators

Anh. VIII: Korrelationsmatrix

Anh. IX: Nähere Erläuterung zur Korrelation

Anh. X: Performance und Risikowerte der in dieser Arbeitbetrachteten Aktienindizes

Anh. XI: Kennzahlen zur Beurteilung von Performance und Risiko bei einer Investition in die in dieser Arbeit betrachteten Bondindizes

Einleitung

Momentan überschlagen sich die Meldungen in den Börsenteilen der einschlägigen Zeitungen.

„Dax schließt tief im Minus“[1]

„Amerikanischer Aktienmarkt - Vom Leckerli zum sauren Apfel?“[2]

„Steigende Kurse mit Vorsicht genießen“[3]

Die Verunsicherung der Bevölkerung darüber, wie man in der derzeitigen Wirtschaftslage, aber auch in Zeiten des Booms, sein Geld sinnvoll, gewinnbringend, sowie sicher anlegen kann, ist groß. Aktien sind schon lange nicht mehr der optimale Weg sein Geld zu investieren. In der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl weiterer Anlagemöglichkeiten. Diese reichen von traditionellen Assetklassen, beispielsweise Bonds, über Fonds und alternative Investments, z.B. Hedge Fonds, bis hin zu Derivaten und Futures.

Der Kapitalmarkt wurde in den letzten 15 Jahren durch zwei konjunkturelle Perioden stark geprägt: die New Economy und die derzeitige Finanzkrise.[4] Viele Entwicklungen kamen für die meisten Marktteilnehmer unverhofft, wären jedoch aus der Historie erahnbar, zum Teil sogar vorhersehbar gewesen. Doch wie sieht das Entwicklungsschema der einzelnen Anlageklassen überhaupt aus? Wie verhalten sich diese in den volkswirtschaftlich etablierten Konjunkturzyklen Aufschwung, Boom, Abschwung und Rezession? In dieser Arbeit sollen das Verhalten und die Entwicklung einzelner Assetklassen näher beschrieben und analysiert werden, um so die Frage nach sinnvollen Investitionen und Investitionszeitpunkten zu beantworten. Dabei wird die Vielzahl der Assetklassen auf die Folgenden beschränkt: Aktien, Bonds, Gold und Rohöl. Als Vergleich werden die beiden Rohstoffindizes Goldman Sachs Commodity Index (im Folgenden: GSCI) und Reuter/Jeffries CRB Index (im Folgenden: CRB) hinzu gezogen. Der CRB Index erfasst unter anderem die klassischen Rohstoffe Erdöl, Heizöl und Benzin wohingegen der GSCI auch weitere Energieträger wie Rohöl oder ähnliches beinhaltet.[5]

Als Bezugsvolkswirtschaften wurden folgende sechs Länder ausgewählt: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Schweiz und die Vereinigten Staaten. Bis auf die Schweiz waren alle diese Länder Gründungsmitglieder der G8, welche heutzutage zusammen mit Russland, Italien und Kanada knapp 50% des Welthandels ausmachen, annähernd zwei Drittel des Weltsozialprodukts erwirtschaften und drei Viertel der weltweiten Entwicklungshilfe bereitstellen.[6] Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Sonderstellung ist die Schweiz in diese Untersuchungen zusätzlich mit einbezogen worden. So erreichte sie unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsfähigkeit beim „Global Competitiveness Report 2009-2010“ des Weltwirtschaftsforum den ersten Platz.[7] Zudem gilt sie als eine der stabilsten Volkswirtschaften der Welt[8] und landete bei einer Untersuchung des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf im Jahre 2008 europaweit auf dem 7. Platz.[9]

Die Arbeit basiert auf Daten ausgewählter Total Return Indizes. Diese erfassen im Gegensatz zu Performance Indizes nicht nur Kursänderungen, sondern auch thesaurierte Erträge der enthaltenen Wertpapiere.

Die Daten der Aktienindizes und der Rohstoffe wurden aus Datastream generiert.[10] Die Quelle der Bondindizes ist die Datenbank EcoWin.[11]

Da die Grunddaten nicht in einer einheitlichen Währung generiert wurden, sind sie vor den Berechungen in EUR umgewandelt worden, um auch Vergleiche untereinander herstellen zu können. Die Umrechnungskurse sind keine reellen Daten, sondern nur an die zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Arbeit vorherrschenden Wechselkurse angelehnt.

1 EUR = 1,5 USD

1 EUR = 0,8 GBP

1 EUR = 135 JPY

1 EUR = 1,5 CHF

Ziel dieser Arbeit soll nicht die Abgabe von Prognosen über zukünftige Entwicklungen der Performance, Rendite oder Risikoparameter in den untersuchten Anlageklassen sein. Durch die Zugrundelegung eines Zeitraumes von knapp 14 Jahren ist es möglich, einige Regelmäßigkeiten und Entwicklungsmuster der Assets abzuleiten, die jedoch keinerlei Aussagekraft für die Zukunft besitzen. Bei einer Betrachtungsperiode von über zehn Jahren wird in den Wirtschaftswissenschaften davon ausgegangen, viele mögliche konjunkturelle Szenarien mit einzubeziehen,[12] in der Zukunft können diese allerdings anders ausfallen.

Zu Beginn der Arbeit, in Kapitel 2, werden kurz die Konjunkturzyklen an sich thematisiert und diese danach gezielt auf den in dieser Arbeit betrachteten Zeitraum 1995 bis Mitte 2009 bezogen. Dabei sollen auch Gründe bzw. Hintergründe des entsprechenden Verlaufs aufgegriffen werden, da diese die Grundlage für das Verständnis der Entwicklung einzelner Assetklassen bilden. Des Weiteren wird kurz auf die Formeln der in dieser Arbeit verwendeten statistischen Kennzahlen eingegangen. Der Schwerpunkt des nächsten Kapitels liegt auf der Renditeentwicklung[13], der Performance sowie den Rendite und Risikoeigenschaften der betrachteten Assetklassen Aktien, Bonds und den Rohstoffen Rohöl und Gold. Die Vorgehensweise bei der Betrachtung der Assetklassen ist stets gleich. Zunächst wird die allgemeine Entwicklung der Performance bzw. der Rendite aufgezeigt. Anschließend soll die Entwicklung in den einzelnen Phasen thematisiert werden. Dort, wo es sich anbietet, werden zusätzlich Vergleiche zu anderen Assetklassen hergestellt. Im Kapitel 3.4. liegt das Augenmerk auf der Korrelation der Assetklassen untereinander. Zum Schluss der Arbeit werden die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst und versucht, Schlüsse über eventuell sinnvolle Investitions- und Anlagezeitpunkte zu treffen.

2. Grundlagen

2.1. Konjunkturzyklen

Für die Analyse der Konjunkturzyklen liegen zwei Indizes zu Grunde: der OECD-Leading-Indicator für den Euroraum und die USA, sowie die Indikatoren für das BIP (generiert aus der Datenbank EcoWin) der entsprechenden Länder.[14]

Beide Indikatoren entwickeln sich fast gleichwertig. Kleine Unterschiede, sowie eine leichte Verzögerung der Entwicklung beim BIP, können auf zwei Ursachen beruhen. Zum einen basiert der OECD-Leading-Indicator auf einer Monatsbasis und das BIP auf Quartalsbetrachtung, wodurch eine gewisse Trägheit in der Entwicklung des BIP entsteht. Zum anderen liegen dem OECD Indikator vorausschauende Parameter, wie die Entwicklung der Aktienmärkte oder des Geschäftsklimas, zu Grunde.

Abb1.: Bruttoinlandsprodukte der betrachteten Länder

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Erstellung

Abb.2: OECD-Leading-Indicator Euroraum und USA

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Erstellung

Auf beiden Graphiken ist die zyklische Struktur der Konjunktur gut erkennbar. In der Darstellung des BIPs sind neben den großen Auf- und Abschwungphasen noch weitere kleine Auf- und Abschwünge zu sehen. Diese fallen jedoch bei der Analyse der Konjunkturentwicklung nicht ins Gewicht. Hierfür werden ausschließlich klare Kurvenentwicklungen betrachtet.

Der Konjunkturzyklus lässt sich in vier verschiedene Phasen gliedern:[15]

- Aufschwung
- Boom
- Abschwung
- Rezession

Diese sollen nun anhand des OECD-Leading Indikators dargestellt werden.[16]

Insgesamt lassen sich jeweils fünf Aufschwung-, Boom-, Abschwung und Rezessionsphasen erkennen. Zum Teil handelt es sich in dieser Aufstellung auch um kleine Auf- und Abschwünge, die in der volkswirtschaftlichen Analyse nicht als eigener Konjunkturzyklus gewertet werden.

Unter Beachtung dieses Sachverhaltes ergeben sich drei Aufschwung-, drei Boom-, vier Abschwung- und zwei Rezessionsphasen.

Der erste Zyklus spiegelt die Phase der New Economy wieder. Der Begriff New Economy wurde in den 90er Jahren geprägt. In dieser Zeit gewannen insbesondere die Branchen Biotechnologie, Multimedia und Telekommunikation an Popularität. Es gab eine regelrechte Gründungswelle für neue Unternehmen, in die zeitnah sehr viel Geld investiert wurde.

Die Euphorie reichte soweit, dass sich sogar die bisher unbeteiligten Bevölkerungsschichten für das Geschehen an der Börse interessierten. „[…] Auch an den übrigen Tagen brüten einige hunderttausend seit neuestem über Zahlenkolonnen. Ob im Büro, in der U-Bahn oder am Frühstückstisch – die Bundesbürger entdecken zunehmen eine neue Passion: den Börsenteil der Tageszeitung. Deutschland im Aktienfieber […]“.[17]

Dies führte schließlich dazu, dass selbst kleine Unternehmen plötzlich mehrere Millionen Euro Wert[18] waren und sich ihre Börsenkurse nicht mehr fundamental, d.h. anhand der Gewinnerwartung, erklären ließen. Im wirtschaftlichen Sprachgebrauch wird eine solche Entwicklung als Blase bezeichnet. Diese Blase platzte im Jahr 2000. „[…] Abwärtsspirale. Millionen deutscher Anleger beobachten fassungslos einer der schlimmsten Börsenperioden der jüngeren Vergangenheit. Sie sind – über Jahre hinweg mit satten Kursgewinnen verwöhnt – schlicht ratlos: Warum, um alles in der Welt, stürzen die Kurse in den Keller? […]“[19]

Die zweite Phase entspricht der „Grade Moderation“ (volkswirtschaftlich) bzw. der „Goldilocks Economy“ (Name auf den Finanzmärkten). Diese beschreiben die Tatsache, dass sich die Volatilität seit dem Platzen der New Economyblase im Jahr 2000 nahezu halbiert hat. Gründe hierfür sind unter anderem die Einführung von Basel II. Durch diese Verordnung wird zum einen die Kreditvergabe strenger geregelt, zum anderen ist eine stärkere Überwachung durch die Zentralbank und die entsprechenden Aufsichtsgremien eingeführt worden.[20]

Der Name Goldilocks Economy ist angelehnt an das Märchen vom Goldlöckchen und den drei kleinen Bären. Goldlöckchen wollte immer alles genau richtig haben; den Brei nicht zu heiß und nicht zu kalt, den Stuhl und das Bett nicht zu hart oder zu weich. Genauso verhielt es sich mit der Wirtschaft. Sie war genau richtig.[21]

Der letzte Zyklus spiegelt die Immobilien- bzw. Wirtschaftskrise wieder, in der wir uns zurzeit befinden. Die Ursache beginnt im Jahr 2001 als Banken und Immobilienfinanzierer Kredite in großen Summen herausgaben – auch an Leute mit schlechter und zweifelhafter Bonität.[22] Diese Blase platze 2006, als allmählich das Angebot an Immobilien die Nachfrage überschritten hatte und stetig steigende Zinsen dazu führten, dass viele „Häuslebauer“ ihre Kredite nicht zurückbezahlen konnten. Alleine betrachtet hätte dieser Sachverhalt aber noch keine Finanzkrise ausgelöst. Vielmehr begründet sich diese darauf, dass viele Immobilienfinanzierer ihre Kredite einfach weiter verkauft haben. Deren Käufer wiederum, stückelten die Kredite, mischten sie (gut mit schlecht) und „formten“ neue Pakete, die wiederum weiter verkauft wurden. So setzte sich ein „Schneeballsystem“[23] in Gang. 2006 begann eine Abwärtsspirale auf den Finanzmärkten. Die vielen „faulen“ und überall verteilten Kredite sollten nun zurück bezahlt werden, doch niemand hatte mehr einen Überblick über Verknüpfungen und Zusammenhänge der Transaktionen.

Die Kredite „rissen nach und nach alle Beteiligten mit“[24] nach unten.

2.2. Mathematische Grundlagen

Im Kapitel 3 werden neben der Performance und der Entwicklung der Assetklassen auch der Erwartungswert und das Risiko als einzelne Komponenten thematisiert.

Die in der Literatur gängigen Kennzahlen zur Messung der Performance sind z.B. Sharpe-Ratio[25], Treynor-Ratio[26], RORAC[27] oder RAROC[28]. In dieser Arbeit findet die RORAC-Kennzahl Verwendung. Diese stellt die Rendite ins Verhältnis zum Risiko und ist anhand der vorliegenden Datenlage und des Analysevorgehens am Besten darzustellen.[29]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Kennzahl drückt aus, wie viel mehr Einheiten Rendite (Überschussrendite) ein Investor pro Einheit übernommenem Risiko erhält.

Der Erwartungswert bezieht sich auf eine Wahrscheinlichkeitsverteilung und gibt an, welchen Wert die Zufallsvariable im Mittel annimmt. Die Zufallsvariable streut sozusagen um den Erwartungswert herum und zwar umso breiter, je größer die Varianz ist.[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um den erwarteten Wert per annum[31] zu berechnen, muss die dargestellte Formel mit zwölf multipliziert werden, da eine Monatsbasis zu Grunde liegt.

Das Risiko[32] wird analog zu den anderen Kennzahlen zunächst allgemein, anschließend auf einzelne Perioden bezogen betrachtet.

Varianz:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Standardabweichung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Am Ergebnis der Varianz kann die mittlere quadratische Abweichung der Rendite vom Erwartungswert abgelesen werden.[33] Der Vorteil der Standardabweichung gegenüber der Varianz besteht in der Dimension der Messzahlen. Die Varianz gibt das Ergebnis in Prozent2 an, die Standardabweichung zeigt einen reinen Prozentwert. Um auch hier wieder ein Ergebnis per annum zu erhalten, wird die Standardabweichung mit der Wurzel aus zwölf (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten) multipliziert.

Im Kapitel 2.3. liegt der Schwerpunkt auf der Korrelation, also der Abhängigkeit der Assetklassen untereinander. Dieser Zusammenhang wird mit Hilfe des Korrelationskoeffizienten nach Pearson untersuchet. Der Koeffizient kann Werte zwischen -1 und 1 annehmen. -1 stellt eine perfekt negative Abhängigkeit dar, die untersuchten Werte entwickeln sich genau gegensätzlich. Im Falle von Indizes bedeutet dies: Steigt der eine Index, sinkt der andere oder umgekehrt. Parallel dazu steht der Wert 1 für eine perfekt positive Abhängigkeit. Beide Werte entwickeln sich gleichläufig: Steigt ein Index, steigt der andere auch; Sinkt ein Index, sinkt der andere ebenfalls. Erhält man bei der Berechnung des Korrelationskoeffizienten einen Wert von 0 besteht kein linearer Zusammenhang zwischen den Werten.[34]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Analyse der Assetklassen

Betrachtet man die Performancemuster und Renditeentwicklungen verschiedener Assetklassen stellt man fest, dass diese zyklischen Veränderungen unterliegen. Dabei verhalten sich nicht alle Klassen gleich. Jedoch lassen sich die Unterschiede in den Bewegungen durch die in Kapitel 2.1. dargestellten Konjunkturzyklen erklären.

3.1. Aktien

Eine Durchschnittsbetrachtung der Aktienperformance in den Phasen des Konjunkturzyklus zeigt für die Märkte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und den USA ein einheitliches Bild.[35] Der Markt in Japan entwickelt sich im Zeitraum von 1995 – 1998 entgegengesetzt, passt sich danach jedoch wieder dem Verlauf der übrigen Länder an.

Abb.3: Performance der Aktienindizes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Erstellung

Dieses Verhalten ist auf das Platzen einer Blase im Jahre 1990 zurückzuführen.

In den 50er Jahren begann die japanische Regierung ihren Markt gegenüber Importen anderer Länder abzuriegeln, um die eigene Wirtschaft stärker aufbauen zu können. Dies führte in den 80er Jahren dazu, dass die japanische Wirtschaft im Vergleich zu anderen Nationen konkurrenzfähig wurde und die Produzenten, aufgrund der vorherrschenden vertikalen Struktur, direkten Einfluss auf ihre Handelsketten nehmen konnten. Im Plaza-Abkommen aus dem Jahre 1985 wurde der Yen aufgewertet, was eine Investition internationaler Investoren in den japanischen Aktien- und Immobilienmarkt zur Folge hatte. Zu Beginn des Jahres 1990 platzte diese Blase. Die Folge war, dass zum einen der Aktienmarkt implodierte, zum anderen der Immobilienmarkt zusammenbrach und die Japaner nicht mehr in der Lage waren, ihre hohen Preise zu kompensieren.[36]

In der ersten Phase nach einem Tief zeigen die untersuchten Märkte die kräftigste Renditeentwicklung, welche in den darauf folgenden Phasen sukzessive geringer wird. Am stärksten ausgeprägt ist das Muster in Frankreich, Großbritannien und der Schweiz.

Tab.1: Quartalsrenditen der Länder Großbritannien, Frankreich, Schweiz (Q2 2002 – Q3 2007)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Erstellung

[...]


[1] vgl. o.V. (2009).

[2] vgl. Stevermann, B. (2009).

[3] vgl. Hempel, M. (2009), S.19.

[4] vgl. Anhang I.

[5] vgl. Anhang II.

[6] vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2009).

[7] vgl. World Economic Forum (2009), S.23.

[8] vgl. Präsenz Schweiz (o.J.).

[9] vgl. IWS (2009).

[10] vgl. Anhang III.

[11] vgl. Anhang IV.

[12] vgl. Anhang V.

[13] Als Rendite wird in dieser Arbeit die stetige Rendite verwendet.

[14] Werte siehe Anhang VI.

[15] vgl. Wildmann, L. (2007), S. 78.

[16] vgl. Anhang VII.

[17] Korff, von M./ Pöpsel, F./ Rath K. (1997), S.148.

[18] vgl. Seite 14.

16 Bauer U./ Körner A./ Schuster J. (2000). S.280.

[20] vgl. o.V. (2009).

[21] vgl. Sommer, R. (2007).

[22] Diese Aussage steht nicht im Widerspruch zur Stabilisierung durch Basel II. Die Entwicklung der Richtlinien begann zwar im Jahre 1998, jedoch erfolgte die Umsetzung auf europäischer Ebene erst im Juni 2006. Zur näheren Erläuterung siehe: www.bundesbank.de.

[23] vgl. Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität (2007).

[24] vgl. Krüger, A. (2008).

[25] vg. Fischer B. (2001), S. 271.

[26] vgl. ebd., S. 273.

[27] vgl. Wilkens, M./ Scholz, H./ Entrop, O. (2006), S. 136.

[28] vgl. ebd.

[29] vgl. Wilkens, M./ Scholz, H./ Entrop, O. (2006), S. 136.

[30] vgl. Bruns, C./ Meyer-Bullerdiek, F (2003), S. 11.

[31] Pro Jahr.

[32] Als Risikomaß wird die Standardabweichung verwendet.

[33] vgl. Puddig, T./ Dichtl, H. / Petersmeiers K (2003), S. 48 ff.

[34] vgl. Bruns, C./ Meyer-Bullerdiek, F (2003), S. 54,55.

[35] vgl. Abb. 3: Performance der Aktienindizes.

[36] vgl. Wirtschaftsfacts.de (o.J.).

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Analyse traditioneller Anlageklassen und Rohstoffe unter besonderer Berücksichtigung von Rendite- und Risikorelationen im Konjunkturzyklus und daraus resultierende Handlungsalternativen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
63
Katalognummer
V147190
ISBN (eBook)
9783640595419
ISBN (Buch)
9783640595693
Dateigröße
1021 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Anlageklassen, Rohstoffe, Berücksichtigung, Rendite-, Risikorelationen, Konjunkturzyklus, Handlungsalternativen
Arbeit zitieren
Christina Gagaridis (Autor), 2009, Analyse traditioneller Anlageklassen und Rohstoffe unter besonderer Berücksichtigung von Rendite- und Risikorelationen im Konjunkturzyklus und daraus resultierende Handlungsalternativen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147190

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