Anhand einer Literaturanalyse werde ich im Folgenden deutlich machen, wie mächtig das Spannungsverhältnis in der Profession Sozialer Arbeit ist und aus welchen Gründen es so präsent ist. Da meine Praxiserfahrungen und der folgende Werdegang meines Studiums in der Kinder- und Jugendhilfe verankert ist, werde ich meinen Fokus in der Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Hilfe und Kontrolle in auf die Kinder- und Jugendarbeit legen.
Beginnen werde ich die folgende Arbeit in Kapitel 2 mit zwei Begriffsbestimmungen. In der Definition der Profession Soziale Arbeit werde ich anfangs auf die Entstehung der Sozialen Arbeit anknüpfen, um zu verstehen, wo die Anfänge der Profession liegen und ab welchem Zeitpunkt der Professionsgeschichte der Sozialen Arbeit die Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis der Hilfe und Kontrolle begann. Anschließend definiere ich das doppelte Mandat. Diese Begriffsbestimmungen finden satt, um die zentralen Begriffe dieser Arbeit zu klären, Unklarheiten zu vermeiden und mein Verständnis dieser Begriffe aufzuzeigen. Im Anschluss setze ich mich im Kapitel 3 mit dem Spannungsverhältnis von Hilfe und Kontrolle in der Profession der Sozialen Arbeit auseinander und begründe, weshalb sich die Profession mit dem Spannungsverhältnis auseinandersetzen muss. In diesem Kapitel lege ich den Fokus auf die Kinder- und Jugendhilfe. In Kapitel 4 werde ich eine Situation aus meiner Praxis beschreiben, daraufhin die Situation analysieren und abschließend alternative Handlungsstrategien entwickeln. Diese Auseinandersetzung mit dem Praxisbeispiel werde ich anhand des Strukturkonzeptes der Praxisreflexion der Berufsakademie Wilhelmshaven durchführen, welches im Anhang zu finden ist. Außerdem werde ich einzelne kleine Beispiele nennen, die ich in der Praxis in der Kinder- und Jugendhilfe erlebt habe. Abschließend fasse ich in Kapitel 5 meine Erkenntnisse des Hauptteils, sowie die Beantwortung meiner eingeführten Problemstellung zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG/ ERKENNTNISINTERESSE
1.2 FRAGESTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.3 AUFBAU DER ARBEIT
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1 PROFESSION SOZIALER ARBEIT
2.2 DOPPELTES MANDAT
3 SPANNUNGSVERHÄLTNIS VON HILFE UND KONTROLLE
4 PRAXISBEISPIEL
4.1 BESCHREIBUNG DER SITUATION
4.2 ANALYSE
4.3 ALTERNATIVE HANDLUNGSSTRATEGIEN
5 FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht das inhärente Spannungsverhältnis zwischen helfenden Unterstützungsleistungen und kontrollierenden Eingriffen in der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe, um ein tieferes Verständnis für die professionelle Bewältigung des sogenannten „doppelten Mandats“ zu entwickeln.
- Das Konzept des doppelten Mandats in der Sozialen Arbeit.
- Die historische Entwicklung der Profession Soziale Arbeit.
- Analyse von Praxissituationen in der Kinder- und Jugendhilfe.
- Alternative Strategien zum Umgang mit Kontrolle und Hilfe.
- Reflexion des professionellen Selbstverständnisses unter staatlichem Auftrag.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung/ Erkenntnisinteresse
Ich bin seit Oktober 2021 als duale Studentin in einer Kinder- und Jugendwohngruppe tätig und konnte dort innerhalb des letzten Jahres viele wertvolle Erfahrungen sammeln, die mein Arbeiten prägen. Jedoch stoße ich immer wieder auf das Spannungsverhältnis von Hilfe und Kontrolle, mit dem sich Fachkräfte der Sozialen Arbeit befassen müssen. Es traten einige Praxissituationen auf, in denen ich Schwierigkeiten hatte, dieses Spannungsverhältnis zwischen dem Erbringen von Unterstützungsleistungen und dem Eingriff in die Lebenswelt der Adressat*innen einzuschätzen und damit umzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert die Problemstellung sowie das Erkenntnisinteresse der Autorin und legt das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Profession Soziale Arbeit und definiert das zentrale Konzept des doppelten Mandats.
3 SPANNUNGSVERHÄLTNIS VON HILFE UND KONTROLLE: Beleuchtet die Herausforderungen, die entstehen, wenn Sozialarbeit sowohl Hilfe leisten als auch staatliche Kontrollfunktionen ausüben muss.
4 PRAXISBEISPIEL: Wendet die Theorie auf eine konkrete Situation in einer Kinder- und Jugendwohngruppe an, analysiert diese und erarbeitet alternative Handlungsmöglichkeiten.
5 FAZIT: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und beantwortet die eingangs formulierte Problemstellung.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Hilfe und Kontrolle, doppeltes Mandat, Profession, Kinder- und Jugendhilfe, staatlicher Auftrag, Praxissituation, pädagogisches Handeln, Schutzauftrag, Lebensweltorientierung, Professionalisierung, Fallbeispiel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Ambivalenz der Sozialen Arbeit, die sich in einem Spannungsfeld zwischen der Unterstützung des Klientels (Hilfe) und dem staatlichen Überwachungsauftrag (Kontrolle) bewegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Thematisiert werden das doppelte Mandat der Sozialen Arbeit, die historische Professionalisierung des Berufsfeldes sowie der praktische Umgang mit diesem Spannungsverhältnis in der Kinder- und Jugendhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Herausforderungen für Fachkräfte bei der Vereinbarkeit von Hilfe und Kontrolle aufzuzeigen und durch eine Praxisreflexion Wege für einen professionellen Umgang damit zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, ergänzt durch die Reflexion einer persönlichen Praxissituation anhand eines Strukturkonzepts der Berufsakademie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Nach begrifflichen Klärungen folgt eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis, das an einem konkreten Fallbeispiel aus einer Jugendwohngruppe expliziert und mit Handlungsalternativen abgerundet wird.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Soziale Arbeit, Hilfe, Kontrolle, doppeltes Mandat, Kinder- und Jugendhilfe sowie Professionalität.
Wie gehen Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Kontrollauftrag um?
Die Autorin verdeutlicht, dass Fachkräfte oft zwischen dem Schutz des Kindeswohls und dem Mandat des Jugendamtes vermitteln müssen, was ein ständiges Reflektieren der eigenen Rolle erfordert.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich des doppelten Mandats?
Die Erkenntnis ist, dass das doppelte Mandat nicht auflösbar ist, sondern als ständige Herausforderung zur reflektierten professionellen Haltung eines jeden Sozialarbeiters gehört.
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- Anonym (Autor), 2022, Vom Spannungsverhältnis der Hilfe und Kontrolle in der Profession Soziale Arbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471907