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Straßenkindheit und die Rolle der Familie

Title: Straßenkindheit und die Rolle der Familie

Term Paper , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Lieder (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Über Kinder und Kindheit wird in diesen Tagen viel und auch kontrovers diskutiert, vor allem darüber, was sich ändern muss, um das Aufwachsen von Kindern besser zu gestalten.
Ein wichtiger Grund für dieses Interesse ist, dass „die Kindheit“ in unserer Gesellschaft offensichtlich Veränderungen und Einschränkungen unterliegt, die die Altersphase unter Umständen zu einer großen Risikophase werden lässt.
Heute und in Zukunft entsteht immer mehr eine Kindheit, in der Kinder so viele Chancen haben, wie keine Generation vor ihnen. Gleichzeitig wächst die Gefahr Opfer von Veränderungen zu werden, die sie weder beeinflussen noch alleine bewältigen können. Unter diesem Gesichtspunkt rückt die Erziehung und der Einfluss der Eltern in den Mittelpunkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Phänomen Straßenkindheit in Deutschland

2.1 Definition

2.2 Soziographie

2.3 Risikokonstellationen

3 Risikofaktor Familie als Ursache für „Straßenkindheit“

3.1 Risikophase Jugend

3.2 Beziehungsarmut in Familien

3.3 Pluralität familiärer Lebensgemeinschaften

3.3.1 Besondere Problemlagen in Stieffamilien

3.3.2 Besondere Problemlagen alleinerziehender Elternteile

3.4 Sexueller Missbrauch, Gewalterfahrung und Suchtverhalten in der Familie

3.5 Ausstoßungsprozesse und Anziehungseffekte

3.6 Zwischenfazit

4 Ein systemischer Erklärungsansatz

5 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Familie als zentralen Risikofaktor für das Entstehen des Phänomens Straßenkindheit in Deutschland. Dabei wird erforscht, inwiefern strukturelle familiäre Störungen, emotionale Vernachlässigung und fehlende Bindungen Jugendliche dazu bewegen, ihr Zuhause zu verlassen und ein Leben auf der Straße zu suchen.

  • Analyse des Begriffs „Straßenkindheit“ und der soziographischen Lage in Deutschland.
  • Untersuchung familiärer Risikofaktoren wie Stieffamilien und Alleinerziehenden-Problematik.
  • Betrachtung von Gewalt, sexuellem Missbrauch und Suchtverhalten innerhalb des Familiensystems.
  • Anwendung eines systemischen Erklärungsansatzes zur Analyse von Fluchtursachen.
  • Diskussion über Präventionsmöglichkeiten und die Rolle externer Hilfsnetzwerke.

Auszug aus dem Buch

3.2 Beziehungsarmut in Familien

„Die im Zuge des Ablösungsprozesses erfolgende Distanzierung von den Eltern darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Jugendliche für eine positive Entwicklung ein grundlegendes Gefühl von Akzeptanz, Aufgehobensein und Erstgenommen-Werden seitens ihrer Eltern brauchen.“14

Gelingen die angedeuteten Veränderungsprozesse innerhalb einer Familie nicht und kommt es stattdessen zu einem Nebeneinander- statt zu einem Miteinanderleben, z.B. wenn die Kommunikationsbasis innerhalb der Familie nicht stimmt und/ oder die Eltern auch nicht die nötigen Kompetenzen besitzen, auftretende Konflikte zu lösen, kann dies zu einem Scheitern von familialer Sozialisation führen. Die Bildung der Eltern scheint in diesem Zusammenhang ein wichtiger Anhaltspunkt für die Entwicklung des Kindes zu sein, da bildungsschwächere Eltern generell zu schlechten kommunikativen Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien neigen.15

Auch belastende Problemlagen der Eltern können ein ausschlaggebender Grund sein, dass die Kinder im Familiengefüge ignoriert und vernachlässigt werden. Müssen die Eltern alle Energie in die Bewältigung ihrer eigenen Probleme investieren, bleibt keine Kraft übrig, um sich mit einem pubertierenden Kind auseinander zusetzen. Die notwendige Zeit für Zuwendung, aber auch Auseinandersetzung oder einfach nur Beschäftigung fehlt, weil Eltern einen bestimmten Lebensstandard halten oder sie die Lebenserhaltungskosten aufbringen bzw. erarbeiten müssen. Dies trifft vor allem auf Familien mit niedrigem Einkommen zu. Auf die Problematik der Geldnot wird zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal intensiv eingegangen werden. Es soll an dieser Stelle aber nicht der Eindruck entstehen, dass eine Vernachlässigung der Kinder ausschließlich auf finanzielle Nöte zurückzuführen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle öffentliche Diskussion über Kindheit und Erziehung und führt in die Fragestellung ein, ob die Familie als primärer Ursprung für das „Phänomen Straßenkindheit“ fungiert.

2 Phänomen Straßenkindheit in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Straßenkindheit“ und gibt einen Einblick in die Soziographie, wobei die Schwierigkeiten bei der Erfassung und die Problematik einer eindeutigen Zielgruppenabgrenzung verdeutlicht werden.

3 Risikofaktor Familie als Ursache für „Straßenkindheit“: Es wird analysiert, wie sich pubertäre Umbrüche, Beziehungsarmut, neue Familienkonstellationen (Stieffamilien/Alleinerziehende) sowie Gewalt und Missbrauch negativ auf die Entwicklung auswirken und die Abkehr von der Familie fördern können.

4 Ein systemischer Erklärungsansatz: Hier wird das Familiensystem theoretisch analysiert, um zu verstehen, wie interne Störungen und ein Mangel an Kommunikation oder emotionaler Zuwendung zur Flucht in ein „System Straße“ als Ventil oder Signal führen.

5 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass Straßenkindheit weniger ein Erziehungsnotstand ist, sondern ein Beziehungsnotstand, der durch mangelnde gesellschaftliche Unterstützung für Familien in ihrer komplexen Lebensrealität verstärkt wird.

Schlüsselwörter

Straßenkindheit, Familie, Beziehungsarmut, Sozialisation, Pubertät, Systemtheorie, Vernachlässigung, Flucht, Jugendhilfe, Familienkonstellation, Stieffamilien, Alleinerziehende, Jugend, Identitätsfindung, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle der Familie und deren möglichen Beitrag zum Entstehen von Straßenkindheit in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Straßenkindheit, soziographische Hintergründe, die Dynamik in verschiedenen Familienformen sowie die psychologischen Auswirkungen von Vernachlässigung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll aufgezeigt werden, dass familiäre Strukturen und fehlende emotionale Bindungen entscheidende Auslöser für Jugendliche sind, den Lebensmittelpunkt auf die Straße zu verlagern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse und integriert einen systemischen Erklärungsansatz, um familiäre Interaktionsmuster und deren Scheitern zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Risikofaktoren wie die Pubertät, die Problemlagen in Stief- und Ein-Elternteil-Familien sowie Auswirkungen von Gewalt, Missbrauch und Ausstoßungsprozessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Straßenkindheit, Beziehungsarmut, Systemtheorie, Sozialisation und familiäre Störungen.

Warum wird der Begriff „Straßenkind“ kritisch hinterfragt?

Die Autorin distanziert sich von der medialen Romantisierung und der Etikettierung als hilflose Opfer und plädiert für eine differenzierte Betrachtung als Arbeitsformel.

Welche Rolle spielt die materielle Armut im Vergleich zur emotionalen Armut?

Während materielle Armut eine Belastung darstellt, identifiziert die Autorin die Beziehungsarmut als den eigentlichen Hauptauslöser für eine Flucht in das Leben auf der Straße.

Was versteht die Autorin unter einem systemischen Erklärungsansatz?

Dieser Ansatz betrachtet die Familie als ein System, in dem nicht Schuld gesucht wird, sondern die wechselseitige Kommunikation und Störungen analysiert werden, die das Gesamtsystem an den Rand der Belastbarkeit führen.

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Details

Title
Straßenkindheit und die Rolle der Familie
College
University of Erfurt
Grade
1,0
Author
Julia Lieder (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V147211
ISBN (eBook)
9783640568154
ISBN (Book)
9783640568185
Language
German
Tags
Straßenkindheit Rolle Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Lieder (Author), 2006, Straßenkindheit und die Rolle der Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147211
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