September im Jahr 2008. Die Vereinigten Staaten befinden sich, ausgelöst von Hypothekenkrediten an Gläubiger ohne ausreichende Sicherheiten, den so genannten Subrimes, in einer schwerwiegenden Bankenkrise. Am 10. September vermeldet die US-Investmentbank Lehman Brothers einen Verlust von 3,9 Milliarden Dollar im dritten Quartal. Fünf Tage später muss die Bank in den USA Insolvenz anmelden und die Finanzaufsicht Bafin schloss daraufhin die deutsche Tochter von Lehman Brothers.
Diese Fakten gelten mit als Auslöser der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise.
Im Zuge dieser Krise sahen sich die nationalen Regierungen gezwungen, Förderprogramme für die Wirtschaft aufzulegen, um so die Konjunktur und die wirtschaftliche Gesamtentwicklung anzukurbeln.
In Deutschland geschieht dies durch die Konjunkturpakete I und II. Im Rahmen dieser gesetzlichen Regelungen wurde durch das Konjunkturpaket II die staatliche Umweltprämie beschlossen.
Ziel dieser Arbeit ist, die Auswirkung der staatlichen Umweltprämie auf den Automobilhandel zu untersuchen. Es wird betrachtet, welche Chancen und Risiken im Einsatz der Umweltprämie für die Automobilbranche liegen und welcher Erfolg bis jetzt schon erzielt werden konnte. Durch die Auswertung der Zulassungszahlen und der Umweltprämienantragsstatistiken soll die Auswirkung anhand konkreter Zahlen genauer betrachtet und ausgewertet werden.
Die Konjunkturpakete der Bundesregierung bilden die Grundlage für eine staatliche Unterstützung der Automobilbranche. Daher werden sie auch genauer beschrieben und es wird ebenso analysiert, welche Maßnahmen neben der Umweltprämie für die Automobilindustrie und die Gesamtwirtschaft getroffen worden sind.
Im Rahmen dieser Arbeit wird die Umweltprämie auch kritisch betrachtet. Welche Kritikpunkte gibt es bei ihrem Einsatz? Wer sind die potentiellen Verlierer durch die staatliche Förderung?
Aber auch die zukünftige Entwicklung des Automobilmarktes nach der Umweltprämie wird erörtert. Mit welchen Schwierigkeiten muss der Automobilhandel im Geschäftsjahr 2010 rechnen und wie sehen die Prognosen von Branchenkennern und Instituten für das kommende Jahr aus?
Inhaltsverzeichnis
1 PROBLEMSTELLUNG
2 KONJUNKTURPROGRAMME DER BUNDESREGIERUNG
2.1 KONJUNKTURPAKETE
2.2 REFORM DER KFZ-STEUER
3 DIE STAATLICHE UMWELTPRÄMIE
3.1 GESETZLICHE GRUNDLAGE
3.2 ZIELE
3.3 ANTRAGSVORAUSSETZUNGEN
3.3.1 Personelle Voraussetzungen
3.3.2 Voraussetzungen des Altfahrzeugs
3.3.3 Voraussetzungen des Neufahrzeugs
3.4 ANTRAGSSTELLUNG
3.5 KRITIK AN DER UMWELTPRÄMIE
4 AUSWIRKUNG AUF DIE AUTOMOBILBRANCHE
4.1 AUSWERTUNG DER ZULASSUNGSZAHLEN
4.2 AUSWIRKUNG AUF DAS PREISGEFÜGE
4.2.1 Vorbemerkungen
4.2.2 Ecoplus Bonus von Fiat
4.2.3 Umweltprämie plus von Volkswagen
4.2.4 Flatrate von Ford
4.2.5 Schlussfolgerungen der Auswertung
4.3 GEWINNER UND VERLIERER DER UMWELTPRÄMIE
4.3.1 Vorbemerkungen
4.3.2 Markenungebunde Werkstätten
4.3.3 Freie Automobilhändler
4.3.4 Zertifizierte Autoverwerter
5 ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNG DES AUTOMOBILHANDELS
5.1 VORBEMERKUNGEN
5.2 AUSWERTUNG VON PROGNOSEN FÜR DAS JAHR 2010
5.3 ENTWICKLUNG DES RABATTKAMPFES
6 RESÜMEE
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der staatlichen Umweltprämie auf den Automobilhandel in Deutschland zu analysieren, wobei sowohl Chancen und Risiken für die Branche als auch die Wirksamkeit der Maßnahme zur Konjunkturförderung untersucht werden.
- Zusammenhang zwischen Finanzkrise und staatlichen Konjunkturpaketen
- Analyse der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Antragsmodalitäten der Umweltprämie
- Untersuchung der Auswirkungen auf Zulassungszahlen und das Preisgefüge im Automobilhandel
- Identifikation von Gewinnern und Verlierern innerhalb der Automobilbranche
- Prognose der zukünftigen Entwicklung des Marktes unter Berücksichtigung von Rabattstrategien
Auszug aus dem Buch
3.5 Kritik an der Umweltprämie
Natürlich gibt es bei solchen Konjunkturhilfen wie der Umweltprämie auch Kritik. Ein Hauptkritikpunkt ist, dass nur eine Branche im großen Umfang staatlich gefördert wird, während andere Branchen keine staatliche Förderung erhalten. Dagegen argumentiert die Bundesregierung, dass die Automobilindustrie die staatliche Förderung benötigt, da die deutsche Gesamtwirtschaft sehr von der Automobilindustrie abhängig ist. Wie schon in Punkt 3.2 beschrieben, ist jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland von der Automobilwirtschaft abhängig.
Eine andere Beanstandung dreht sich darum, wer genau gefördert wird. Hier gab es Expertenmeinungen, dass vor allem ausländische Kleinwagenhersteller von der Prämie profitieren. Also wird nicht die deutsche, sondern die rumänische (mit Dacia), die französische (mit Citroen, Renault und Peugeot) oder die italienische Wirtschaft (mit Fiat) gestärkt. Durch die Auswertung der Zulassungszahlen und der Daten des BAFA wird dieser Kritik in Punkt 4.1 entgegen gewirkt. Dabei muss aber auch beachtet werden, dass viele Arbeitsplätze bei Händlern und nationalen Vertriebsorganisationen der ausländischen Hersteller auf dem Spiel stehen, die auch Jahr für Jahr Steuern an den deutschen Staat bezahlen. Diese Arbeitsplätze können mit der Umweltprämie auch ein Stück weit gesichert werden.
Um den Gebrauchtwagenmarkt dreht sich der nächste Kritikpunkt. So warnt Justus Haucap, Vorsitzender der staatlichen Monopolkommission, vor einem Verfall der Gebrauchtwagenpreise, da viele Gebrauchtwagen im Preis sinken werden. Was auf den ersten Blick für die Kunden positiv klingt ist für Gebrauchtwagenhändler dagegen sehr negativ. Sie verlieren Kunden, die nun statt einem jungen Gebrauchten einen Neuwagen kaufen können oder sie müssen ihre Fahrzeuge mit Verlust verkaufen. Auf dieses Thema geht der Autor in Punkt 4.3 dieser Arbeit noch näher ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 PROBLEMSTELLUNG: Einleitung in die Hintergründe der Weltwirtschaftskrise und Definition der Zielsetzung dieser Studienarbeit zur Untersuchung der Umweltprämie.
2 KONJUNKTURPROGRAMME DER BUNDESREGIERUNG: Beschreibung der staatlichen Fördermaßnahmen, insbesondere der Konjunkturpakete und der Kfz-Steuerreform zur Stützung der Wirtschaft.
3 DIE STAATLICHE UMWELTPRÄMIE: Detaillierte Analyse der rechtlichen Grundlagen, der Ziele, der spezifischen Voraussetzungen für Antragsteller und der geäußerten Kritik an der Prämie.
4 AUSWIRKUNG AUF DIE AUTOMOBILBRANCHE: Untersuchung der realen Markteffekte anhand von Zulassungszahlen, Preisstrategien der Hersteller und der wirtschaftlichen Auswirkungen auf verschiedene Akteure.
5 ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNG DES AUTOMOBILHANDELS: Analyse der Marktszenarien für 2010 und Bewertung der langfristigen Folgen des intensiven Rabattkampfes.
6 RESÜMEE: Abschließende Betrachtung und kritische Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich des Erfolgs der Umweltprämie.
Schlüsselwörter
Umweltprämie, Automobilhandel, Konjunkturpaket, Kfz-Steuer, Zulassungszahlen, Wirtschaftskrise, Rabattschlacht, Verschrottung, Privathaushalte, Automobilindustrie, Neuwagenmarkt, Gebrauchtwagenmarkt, Mitnahmeeffekte, BAFA, Marktprognose.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die staatliche Umweltprämie, die während der Finanzkrise 2009 eingeführt wurde, und deren Auswirkungen auf den deutschen Automobilhandel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Analyse von Konjunkturprogrammen, die Auswirkung der Prämie auf Zulassungszahlen und Preisgefüge sowie die Identifikation von Gewinnern und Verlierern der Maßnahme.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Chancen, Risiken und des bisher erzielten Erfolgs der Umweltprämie für die Automobilbranche.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Auswertung offizieller Zulassungszahlen, Umweltprämienantragsstatistiken sowie die Analyse aktueller Branchenprognosen und Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die gesetzlichen Grundlagen, die Preisstrategien der Hersteller (z.B. Fiat, VW, Ford) und die spezifischen Auswirkungen auf verschiedene Marktteilnehmer wie Händler und Werkstätten diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Umweltprämie, Konjunkturpaket, Automobilhandel, Rabattschlacht und Zulassungszahlen definiert.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der freien Werkstätten im Kontext der Prämie?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass freie Werkstätten unter der Prämie leiden, da durch die massenhafte Verschrottung älterer Fahrzeuge ein wichtiger Teil ihrer potenziellen Kundschaft wegfällt.
Wie beurteilt der Autor die Kritik an der Umweltprämie bezüglich der Herkunft der geförderten Fahrzeuge?
Der Autor widerlegt die Kritik, dass vor allem ausländische Hersteller profitieren, indem er auf Statistiken verweist, nach denen deutsche Marken und Konzernmarken den größten Anteil an den Prämienanträgen halten.
- Quote paper
- Sören Ebers (Author), 2009, Die Umweltprämie und ihre Auswirkung auf den Automobilhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147228