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Empirische Beobachtung und Computersimulation einer Gruppe verhaltensauffälliger Jugendlicher

Title: Empirische Beobachtung und Computersimulation einer Gruppe verhaltensauffälliger Jugendlicher

Diploma Thesis , 2003 , 110 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Matthias Herrmann (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit behandelt für erziehungswissenschaftliche Kontexte ein relativ ungewöhnliches Thema: Es geht um die Konstruktion und Anwendung von Simulaionsprogrammen in einem sozialpädagogischen Handlungsfeld, nämlich einem Wohnheim für verhaltensauffällige Jugendliche. Zum Einsatz kommt hier ein Programm namens Zellularautomat, welcher in der Simulation prognostizieren soll, welche Subgruppen sich innerhalb des Wohnheimes bilden und wie wohl sich die Gruppenmitglieder fühlen. Die Simulationsergebnisse werden in der Folge mit empirischen Erhebungen der Wohnheimgruppe verglichen. Insofern ist das übergeordnete Ziel dieser Arbeit die empirische Testung der Simulationsprogramme auf deren Gegenstandsadäquatheit in Bezug auf sozialpädagogische Praxixfelder. Letztlich zeigt die vorliegende Arbeit auf diese Weise exemplarisch, was bei der Konstruktion und der praktischen Anwendung von Computersimulationsprogrammen in sozialen Handlungsfeldern zu beachten ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Prolog

1. Einleitung

2. Beschreibung des exemplarischen, pädagogischen Gegenstands

3. Mögliche Gründe für die Abstinenz von Computersimulationsprogrammen in pädagogikrelevanten Wissenschaften und deren Anwendungsbereichen

3.1 Therapeutische Konzepte und Prinzipien in der Jugendhilfe

3.2 Erkenntnistheoretischer Hintergrund in der empirischen Sozialforschung

3.3 Trägerideologie

3.4 Fazit

4. Funktion und Methoden der empirischen Sozialforschung

4.1 Funktion der empirischen Sozialforschung

4.2 Quantitative und qualitative Forschungsmethoden

4.2.1 Grundorientierung und Prinzipien quantitativer Sozialforschung

4.2.2 Grundorientierung und Prinzipien qualitativer Sozialforschung

4.2.3 Die quantitative Befragung

4.2.4 Die qualitative Befragung

4.2.5 Die quantitative Beobachtung

4.2.6 Die qualitative Beobachtung

5. Beschreibung der empirischen Untersuchungen der Jugendgruppe

5.1 Erkenntnisinteresse

5.1.1 Das der Befragung zu Grunde liegende Erkenntnisinteresse

5.1.2 Das der Beobachtung zu Grunde liegende Erkenntnisinteresse

5.2 Methodisches Vorgehen bei der Befragung

5.3 Methodisches Vorgehen bei der Beobachtung

6. Datenauswertung der empirischen Untersuchungen

6.1 Ergebnisse der Befragung

6.2 Ergebnisse der Beobachtung

7. Methodenreflexion

7.1 Reflexion der Befragung

7.2 Reflexion der Beobachtung

8. Computersimulation der Jugendgruppe

8.1 Begriffsdefinitionen

8.1.1 System

8.1.2 Gruppen-, bzw. Systemdynamik

8.1.3 Simulation

8.1.4 Modell

8.1.5 Trajektorie

8.2 Computersimulationsprogramme in den Sozialwissenschaften

8.3 Die Funktionsweise von Zellularautomaten

8.4 Der Zellularautomat MORENO12

8.5 Das dem ZA12 zu Grunde liegende Erkenntnisinteresse

8.6 Konkrete Vorgehensweise bei der Simulation

9. Auswertung und Reflexion der Simulation

9.1 Ergebnisauswertung der Simulation

9.1.1 Vergleich der Simulationsergebnisse mit denen der Beobachtung

9.1.2 Vergleich der Simulationsergebnisse mit denen der Befragung

9.1.3 Befragung der Gruppenerzieher nach der Realitätsnähe der Ergebnisse

9.1.4 Fazit

9.2 Reflexion der Simulationsanwendung

10. Vergleich: Empirische Methoden und Computersimulation

11. Reflexion der Kombination von empirischen Methoden und Computersimulation

12. Anwendungsperspektiven von Computersimulationen in Forschung und Jugendhilfe

Epilog

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von Computersimulationstechniken – speziell Zellularautomaten – zur Prognose von Gruppenprozessen in der stationären Jugendhilfe. Ziel ist es, die forschungsmethodische und praktische Eignung formaler Computermodellierungen in Kombination mit empirischen Erhebungsmethoden wie Befragung und Beobachtung zu überprüfen, um in der Jugendhilfe ein besseres Verständnis für Gruppendynamiken zu erlangen und krisenhafte Situationen besser vorhersehbar zu machen.

  • Methodenvergleich zwischen empirischer Sozialforschung und Computersimulation
  • Einsatz von Zellularautomaten zur Modellierung von Gruppendynamik
  • Kombination von quantitativer Datenerhebung (Soziomatrix) und formaler Modellierung
  • Reflexion der Gründe für die wissenschaftliche Abstinenz von Computersimulationen
  • Entwicklung von Anwendungsperspektiven für pädagogische Praxisfelder

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die im Prolog geschilderte Situation hat sich, bis auf die ausschmückenden Beschreibungen der subjektiven Empfindungen und Körperreaktionen der Protagonistin und der nicht ganz ernst gemeinten „Traumpassage“ am Schluss, tatsächlich so zugetragen. Die Informationen zu dieser Situation sind aus einem authentischen Fallbericht einer Erzieherin, die in der stationären Jugendhilfe arbeitet, entnommen. Diese Erzieherin und der Verfasser arbeiten in derselben Jugendhilfeeinrichtung, so dass der Verfasser freien Zugriff auf die erwähnte Fallnotiz hatte. Alle Namen sind, zwecks Anonymisierung, selbstverständlich geändert worden und sind frei erfunden. Die originale Fallnotiz ist im Anhang dieser Arbeit zu finden.

Das Verwunderliche und Bedauerliche ist nicht, dass es solche Vorfälle in der Jugendhilfe überhaupt gibt. Das wirklich Erschreckende ist vielmehr, dass solche Vorfälle dort, wenn nicht an der Tagesordnung, dann zumindest an der Wochenordnung sind. Der Verfasser dieser Zeilen weiß, wovon er redet, da er selbst seit nunmehr 7 Jahren in solchen Einrichtungen als Erzieher tätig ist und ständig in Kontakt mit Kollegen ähnlicher Einrichtungen steht. Diese wissen von einer ähnlich großen Häufung solcher Fälle, von ähnlicher Qualität wie im Prologbeispiel, zu berichten.

Seitens der pädagogisch relevanten Anwendungswissenschaften der Sozialwissenschaften und der Psychologie, wie der Sozialpädagogik, Sozialpsychologie und der Erziehungswissenschaft, fühlen sich viele pädagogische Berufspraktiker allein gelassen. Dies rührt daher, dass von dieser Seite keine wirksamen Lösungsansätze für die eingangs beschriebenen pädagogischen Probleme bzgl. negativer Gruppenprozesse in Aussicht gestellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Problem der negativen Gruppenprozesse in der Jugendhilfe dar und begründet die Relevanz von Computersimulationen als ergänzende Methode.

2. Beschreibung des exemplarischen, pädagogischen Gegenstands: Definiert das Untersuchungsobjekt, eine Heimgruppe für Hörgeschädigte mit 12 Jugendlichen, als empirische Basis.

3. Mögliche Gründe für die Abstinenz von Computersimulationen in pädagogikrelevanten Wissenschaften und deren Anwendungsbereichen: Analysiert ideologische und fachliche Widerstände gegenüber exakten mathematischen Methoden in der Pädagogik.

4. Funktion und Methoden der empirischen Sozialforschung: Gibt einen Überblick über quantitative und qualitative Forschungsansätze und deren Eignung für diese Arbeit.

5. Beschreibung der empirischen Untersuchungen der Jugendgruppe: Legt das Erkenntnisinteresse und die Methodik der angewandten Befragungs- und Beobachtungsverfahren dar.

6. Datenauswertung der empirischen Untersuchungen: Präsentiert die gewonnenen Daten in Form einer Soziomatrix und Gittergrafik zur Interaktionshäufigkeit.

7. Methodenreflexion: Kritische Betrachtung der Validität und Reliabilität der durchgeführten empirischen Datenerhebungen.

8. Computersimulation der Jugendgruppe: Führt in die Grundlagen der Zellularautomaten ein und beschreibt das spezifische Programm "MORENO12".

9. Auswertung und Reflexion der Simulation: Vergleicht die Ergebnisse der Simulation mit den empirischen Daten und reflektiert die Stärken und Schwächen des Modells.

10. Vergleich: Empirische Methoden und Computersimulation: Stellt die Stärken und Schwächen beider Ansätze gegenüber und plädiert für deren Kombination.

11. Reflexion der Kombination von empirischen Methoden und Computersimulation: Reflektiert die Schwierigkeiten bei der praktischen Verknüpfung beider Methodiken.

12. Anwendungsperspektiven von Computersimulationen in Forschung und Jugendhilfe: Erörtert das Potential von "Was-wäre-wenn"-Szenarien für die pädagogische Praxis.

Schlüsselwörter

Jugendhilfe, Gruppendynamik, Computersimulation, Zellularautomat, MORENO12, empirische Sozialforschung, Gruppenprozesse, Soziometrie, Interaktionshäufigkeit, Methodenreflexion, pädagogische Praxis, Verhaltensauffälligkeit, Modellierung, Systemdynamik, Prognose

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Computersimulationstechniken – konkret Zellularautomaten – dazu beitragen können, soziale Gruppenprozesse in einer Jugendhilfeeinrichtung besser zu verstehen und zu prognostizieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die empirische Sozialforschung (Befragung und Beobachtung), die Modellbildung mittels Computersimulationen und die praktische Anwendung dieser Methoden in der stationären Jugendhilfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den Nutzen von Computersimulationsprogrammen als Instrument zur Prognose von Gruppenstrukturen und -konstellationen zu überprüfen, um Erziehern bei der Deeskalation und Gruppenplanung zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen Methodenvergleich bzw. eine Methodenkombination. Empirisch erhobene Daten (Soziomatrix) werden als Basis für Computersimulationen (Zellularautomat MORENO12) verwendet, deren Ergebnisse wiederum mit realen Beobachtungsdaten abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die theoretische Fundierung der Methoden, die Beschreibung des pädagogischen Gegenstands, die Durchführung und Auswertung der empirischen Erhebung sowie die detaillierte Funktionsweise und Validierung des Zellularautomaten ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendhilfe, Gruppendynamik, Computersimulation, Zellularautomat, empirische Sozialforschung und Interaktionshäufigkeit definieren.

Wie unterscheidet sich der Ansatz des Autors von klassischen pädagogischen Methoden?

Der Autor ergänzt die klassische, oft rein subjektbezogene oder hermeneutische pädagogische Betrachtungsweise um formale, mathematisch orientierte Simulationsmodelle, um systemische Gruppenprozesse quantitativ fassbar zu machen.

Warum ist das Modell des Zellularautomaten für die pädagogische Praxis nützlich?

Das Modell ermöglicht das Testen von "Was-wäre-wenn"-Szenarien, ohne reale Gruppenkonflikte riskieren zu müssen, und hilft dabei, die Auswirkungen von personellen Veränderungen in einer Gruppe vorab theoretisch einzuschätzen.

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Details

Title
Empirische Beobachtung und Computersimulation einer Gruppe verhaltensauffälliger Jugendlicher
College
University of Duisburg-Essen
Grade
sehr gut
Author
Matthias Herrmann (Author)
Publication Year
2003
Pages
110
Catalog Number
V147271
ISBN (eBook)
9783640579402
ISBN (Book)
9783640579013
Language
German
Tags
Computersimulationen Sozialwissenschaften Sozialpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Herrmann (Author), 2003, Empirische Beobachtung und Computersimulation einer Gruppe verhaltensauffälliger Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147271
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